Diskussionsbeitrag zu den Anschlägen

IMI 12.09.2001 20:55
Diskussionsbeitrag zu den Anschlägen auf WTC und Pentagon von der Informationsstelle Militarisierung (IMI)
Diskussionsbeitrag zu den Anschlägen auf WTC und Pentagon
Von : Informationsstelle Militarisierung IMI
Email:  imi@imi-online.de
Ort : Tübingen
Datum: 12.09.2001


Der Wendepunkt der Weltpolitik hin zu mehr Gewalt

Erste Einschätzung der Terroranschläge in den USA

1. Die Mega-Anschläge und die Opfer

Die brutalen Flugzeug-Anschläge bzw. Mega-Attentate (keines dieser Worte
trifft die riesige Tragödie richtig) auf das World Trade Center, das
Pentagon etc. in den USA am 11. September 2001 sind aufs Schärfste zu
verurteilen. Es hat wohl Tausende Tote gegeben. Es ist entsetzlich. In
diesen Tagen und Stunden sind unsere Gedanken und Mitgefühle bei den
Toten, den Ermordeten, den Verletzten und ihren Angehörigen und
Freund/innen. Die Anschläge und ihre Folgen hinterlassen einen in
Fassungs- , Rat- und Sprachlosigkeit. Wer meint, solche Mega-Morde
politisch begründen zu können, irrt total. Jegliche Rechtfertigung,
Genugtuung oder Freude ist völlig fehl am Platz. Solche Anschläge sind
ausschließlich menschenverachtend und barbarisch.

2. Die möglichen Täter

Zum derzeitigen Zeitpunkt (12.09.2001, 12.00 Uhr) ist noch völlig
ungeklärt, wer diese Mega-Anschläge auf Symbole der US-Macht verübt hat
oder verübt haben könnte. Für eine Durchführung dieser unvorstellbaren
Anschläge sind umfassendes Know-How (als Piloten, als Techniker etc.),
genaue Koordination, Logistik und totale Skrupellosigkeit erforderlich.
Wer ist dazu in der Lage? Derzeit wird in den Medien über die "üblichen
Verdächtigen" spekuliert. Zuerst waren "die Palästinenser" im Blickfeld.
Es ist fatal ganze Gruppen von Menschen bestimmter Herkunft für diese
Mordanschläge verantwortlich machen zu wollen oder sie zu verdächtigen.
Die Form der Spekulationen in einigen Medien ist zum Teil
hochproblematisch. Es ist dringend vor Vorverurteilung zu waren. Dann
tauchte der Name Osama bin Laden auf und wird bisher immer wieder
genannt. Was bisher fehlt sind Fakten und Hintergründe. Die Frage, was
jemanden oder eine Gruppe dazu bringt, solche Mega-Anschläge
durchzuführen, muß gestellt werden. Auch muß die Frage erlaubt sein,
warum gerade die USA (und dort gerade das World Trade Center und das
Pentagon) Ziel dieser Mega-Anschläge geworden sind. Sollte Osama Bin
Laden hinter diesen Anschlägen stecken, muß kritisch angemerkt werden:
Die US-Regierung haben über Jahre ihn und seine Komplizen finanziert und
aufgebaut, als er nützlich erschien, um in Afghanistan gegen die
Invasion der Roten Armee der Sowjetunion zu kämpfen. Ähnliches gilt für
die Unterstützung von Saddam Hussein durch die USA und für andere
Gruppen, die einst "nützlich" erschienen. Jetzt zeigt sich der Effekt,
dass die herbeigerufenen Zauberlehrlinge nicht mehr beherrschbar sind
und sich gegen ihre einstige Ziehväter wenden. Es muß endlich Schluß
sein mit einer doppelbödigen Moral in der internationalen Politik, die
die Attribute "gut" und "böse" je nach aktueller Weltlage oder
Opportunität verteilt.

3. Die mögliche Reaktion der US-Regierung

Die weltpolitische Lage hat sich nun grundlegend geändert. Der 11.
September 2001 ist wohl der Wendepunkt der Weltpolitik hin zu mehr
Gewalt. Eine zentrale Frage lautet nun: Wie wird die US-Regierung
reagieren? Es ist zu befürchten, daß sie in heftigster Form Rache üben
wird. Die aussen- und friedenspolitischen Implikationen dieser
Mega-Anschläge könnten furchtbar sein. Die Aussen- und
Wirtschaftspolitik, aber insbesondere auch die Militärpolitik der
Administration des derzeitigen US-Präsidenten George W. Bush waren schon
bisher so, daß sie selten nach den Folgen ihrer Politik für Menschen
außerhalb der USA, insbesondere in Gebieten ausserhalb der westlichen
Staaten fragte. Die Schwelle für die Anwendung von (militärischer)
Gewalt war für die(se) Regierung der USA bisher immer sehr niedrig. Es
ist zu befürchten, daß sich die Militärpolitik der USA weiter
verschärfen wird. Weitere und direktere Kriege der US-Regierung gegen
vermeintliche oder tatsächliche Gegner, staatlicher oder
nichtstaatlicher Art, sind nach den brutalen Mega-Anschlägen leider sehr
viel wahrscheinlicher geworden.

4. Verwundbarkeit der hochtechnisierten Welt

Die Mega-Anschläge zeigen die Verwundbarkeit der hochtechnisierten Welt.
Der zivile und militärische Flugverkehr werden nach dem 11. September
2001 nicht mehr so durchgeführt werden können wie zuvor. Kommunikation,
Mobilität und Finanzverkehr - drei zentrale Momente der westlichen Welt
waren und sind durch diese Mega-Anschläge deutlich beeinträchtigt
(Telefonverkehr und Internet waren und sind wegen Überlastung zum Teil
zusammengebrochen, die Finanzmärkte spielen verrückt - nein, sie folgen
ihrer eigenen immanent makabren Logik: die Kurse der Rüstungsfirmen und
der Ölmultis steigen!) .

5. Die innenpolitischen Implikationen der Mega-Anschläge

Die innenpolitische Situation in den USA wird sich stark verschlechtern.
Aber auch das innenpolitische Klima in Deutschland könnte sich enorm
verschärfen. Repressionen gegen Menschen bestimmter Herkunft und gegen
alle die berechtigte Kritik an der Politik der US-Regierung haben, sind
zu befürchten. Jetzt werden viele diese Mega-Anschläge für ihre Politik
instrumentalisieren, z.B. für eine verstärkte innen- und
aussenpolitische Aufrüstung. Für eine weitere Stärkung von Polizei und
Militär, die Militarisierung wird wieder weiter vorangetrieben werden.
Nein, es sind keine militärischen Reaktionen vonnöten, notwendig ist der
Abbau wirtschaftlicher Ungleichheiten in der Welt. Statt repressiver und
militärischer Reaktionen ist eine Veränderung von politischen Strukturen
hin zu mehr Gerechtigkeit vonnöten.

Die groß erklärte Freiheit, die Globalisierung, ist zumeist nur eine
Freiheit, eine Globalisierung, des Handels, nicht der Menschen und
dieser Handel, diese Globalisierung hat seine/ihre Opfer.

Es ist Gerhard Schröder und Joschka Fischer entschieden zu
widersprechen: Nein, es geht nicht um Solidarität mit dem Staat USA, um
Solidarität mit der Regierung der USA, um Solidarität der "zivilisierten
Welt". Nein, es geht um Solidarität mit den Menschen, die von den
Mega-Anschlägen betroffen sind.

Text: Tobias Pflüger u.a. nach Diskussion mit einigen
IMI-Vertreter/innen, 12.09.2001

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Ergänzungen

Moral?

anni 12.09.2001 - 22:31
Es ist die Vermeidung des individuellen Leids, der von Individuen zu ertragenden Ungerechtigkeit, die Vermeidung von einzelnen Menschen zugefügten Qualen durch vermeidbare Krankheiten, Hunger und Unterdrückung, die hier alle antreibt, sich für eine Globalisierung von Arbeitnehmerrechten, eine gerechte Verteilung erwirtschafteter Gewinne und eine grundlegende Änderung des zutiefst ungerechten wirschaftlichen und politischen Systems einzusetzen. Dachte ich. Denn wenn dem so wäre, wären hier nur Artikel wie dieser, würden mehr ihre Trauer und Fassungslosigkeit äußern statt zum Teil widerlichste Kommentare abzugeben.
Ich dachte auch, daß sich die Redaktion auf der Homepage entsprechend äußern würde.

Meidienmoral!

bösel 12.09.2001 - 23:55
Es ist das Leid tausender Menschen, die durch nichts von den Opfern der Anschläge in ny und dc zu unterscheiden sind und täglich in viel zu großen Mengen krepieren, für die keine Macht der Welt Vergeltungsschläge fliegen wird. Und es werden weitere tausend folgen in den Vergeltungsschlägen der usa. Vieleicht kommen deswegen verschiedene Menschen auf die Idee gesehenes zu relativieren und die Opfer der Anschläge gleichzusetzen mit den sicherlich genauso unschuldigen Opfern der schon in Aussicht gestellten Strafaktionen. Und auch Schröderchen wird zurückschießen wollen und seinen Verteidigungsminister behalten dürfen, dessen Flug-Eskapaden der Vergesenheit anheimgefallen sind und was wird wohl in den nächsten Tagen in den usa erst vergessen werden. Wem wirds nützen und können wir und wollen wir auch gegen die Medienmoral konsequent keine Kriegssituation zulassen,also anni,treffen wir uns bald bei einer Sitzblockade der air-base in ffm oder, was mir bedeutend lieber wäre, gehörst du vielleicht doch zum schwarzen block...

no bombs

chris 13.09.2001 - 00:18
ich möchte auf den text der pressekonferenz von johan galtung verweisen in wien am 12.9 abrufbar auf der homepage vom orf. und mich in diesem sinn distanzieren von den gutis, die, mitten in ihrer "trauer" bereits von vergeltung sprechen, von bombardierungen angeblicher bösis. die amis haben diese leute jahrelang finanziert, weil sie sie gebraucht haben. die tatsache, dass sich dieser terror, eine amerikanische erfindung, nun im eigenen land breit macht, ist nur logische konsequenz. seit dem 11. gibt es eine chance für eine neue weltordnung: die mit der einsicht beginnt, dass wir europäer uns nicht im namen der "freiheit" zu diesem wahnsinn solidarisieren müssen. bis ich davon was seh, muss ich mich zu den bösis zählen, da ich mich von den rachegedanken und taten der gutis distanzier. ein weltbild im kinderformat. im übrigen wurde das kinderprogramm auf kika damals nicht unterbrochen, als belgrad oder der sudan oder der irak bombardiert wurden. von sabrah und shatilah ganz zu schweigen.
no bombs!

Danke fuer den etwas besonereren Kommentar

Ponce 13.09.2001 - 00:48
Danke fuer den doch etwas besonereren Kommentar Deinerseits. Ich hatte schon befuerchtet, die Linke in Deutschland haette ob dieser Anschlaegen nichts anderes als stupfesten Antiamerikanismus uebrig. Wir sollten jede >Form von brutalem und menschenverachtenden Terrorismus veruirteilen und bekaempfen und nicht wie kleine Kinder dastehen und sagen "Aetsch baetsch, jetzt hats Euch auch erwischt". Von den Repressionen, sind bereits erste Anzeichen spuerbar. In Hamburg wurden mehrere Personen "arabischer Herkunft, die sich von Juli 2000 bis Januar 2001 in Florida aufhielten "ueberprueft".
Danke liebe Attenaeter. Diese Auswirkungen koennen nicht im Sinne einer linken Bewegung sein.

?

dann muß das wohl sein 13.09.2001 - 01:40
Hallo, an euch, die Ihr hier so auf moral bedacht herumtrauert. Ist es euch denn auch jeden Tag
so schweren gemütes wenn Ihr höhrt lehst oder seht das
wieder einmal eine ganze Siedlung ein Dorf für
Macht und Kapitalinterressen krepiert, oder liegt euer derzeitiges so ausgepregtes Mitgefühl doch eher daran
das ihr ein engeres Verhältnis ein besseres verstehen
habt, für Leute die in solchen Türmen oder 5 Ecken vom Leid anderer Menschen leben weil Ihrt deren Länder und Sitten und tägliches Leben nicht jeden Tag im Fernsehen oder am Rechner vermittelt bekommt. Natürlich ist mir klar das es
auch im World Trade Center nicht nur die Mächtigen, Reichen getroffen hat. Trotzdem - Ihr macht definitiv Unterschiede denn Ihr könntet jeden Tag solche Abhandlungen über angebliche Trauer und Moral schreiben.
Ich denke mal einige wissen garnicht so recht was das eigentlich ist. Oder warum trauerst Du um jemanden aus dem
70. Stock des World Trade Centers den Du garnicht gekannt hast. Wahrscheinlich hast Du Heute morgen in der Zeitung gelesen das Du das jetzt tun mußt.
Sicher ist es schwierig mit so etwas umzugehen,aber das was ich hier lese ist entweder aufgesetzt oder Ihr redet und schreibt eben doch was von euch verlangt wird, als anständige was weiß ich.

Trauer

Frank 13.09.2001 - 01:53
Auch Ich bin entsetzt über die unglaubliche Brutalität
der Anschläge in den USA. Keiner der Menschen dort hat wahrscheinlich jemals einen Araber wegen seinem Glauben ein Leid zugefügt. Ich empfinde tiefe Abscheu auch gegen die Hintermänner die ihr untergeben Terroristen in den Selbstmord getrieben haben und vorher noch zu grausamen Mördern erzogen haben. Ich habe verstänis für die Wut der Amerikanischen Bevölkerung.

danke

danke 13.09.2001 - 01:57
für soviel besonnenheit

solidarität mit den menschen

marty 13.09.2001 - 03:46
solidarität mit den betroffenen menschen - nicht mit den USA - ich fürcht´ mich schon auf die nächste rede von klein bush, der von einer freiheit spricht die nicht meine ist...

alles was recht ist

müde 13.09.2001 - 06:04
seid ihr denn alle meschugge? es geht hier doch nicht um ein gegenseitiges aufrechnen von toten nach dem mottto: 20.000 in den usa, dafür aber soundsoviele verhungerte kinder dort. auge um auge, zahn um zahn, oder wie? ich bitte euch!
es geht hier doch in erster linie um eine neue qualität des terrorismus (schon allein deshalb sind vergleiche mit pearl harbour unangebracht). und das ist völlig zu recht erschreckend - nicht wegen einer unglaublichen zahl von opfern. ES GEHT HIER NICHT UM ZAHLEN. es geht um unschuldige männer, frauen und kinder, die nichts dafür können, daß sie in amerika sozialisiert wurden. amerikaner zu sein heißt nicht, weniger recht auf leben zu haben als irgendjemand sonst.
ich schäme mich für alle, die hämisch und lüstern grinsen und dem großen klassenfeind den anschlag gönnen - es gibt zu viele von euch, die unreflektiert über die welt urteilen und das wort ´toleranz´ noch nie im eigentlichen sinne gebraucht haben.
meine gedanken sind heute bei den opfern in den usa. dort sollten auch eure heute nacht sein.

Guten Morgen

sag ich nich 13.09.2001 - 10:44
Wer ist denn jetzt TERRORIST und wer SOLDAT. Oder ist die Frade unpassend weil ab vorgestern AUCH in Amerika Krieg
ist. So´n bisschen jedenfalls, die Nahrungsmittelversorgung stimmt ja wohl weitgehend noch und Benzin scheint es auch zu geben. Und wer Geld hat, darf sich sicherlich auch überlegen was er/sie sich doch ob der ganzen schrecken mal so gönnt in diesen schweren Tagen.

Ja aufeinmal ist der bis jetzt nur exportierte Wahnsinn auch in den reichen Nationen angekommen, ansonsten hat sich eigentlich seit vorgestern doch garnicht viel verändert.
Ein paar ungewohnte Kondolenzbücher, die immerwiederkehrende Forderung ausreichen zu trauern und die schon aus anderen Zusammenhängen bekannten Lichterketten fallen ein wenig auf. Sicher einige werden das tägliche Shoppen als ein wenig gefährlich empfinden wenn sie so in Frankfurts Häuserschluchten herumwandeln. Dem einen oder anderen ist sicher auch an seinem Arbeitsplatz ein wenig mulmig. Aber das sich gerade auf dieser Seite so viele betroffene finden ist doch recht merkwürdig, interressant aber alle mal.

Nein ich bin gerrührt bei soviel Mitgefühl.

Es ist Erdrückend

Jef 13.09.2001 - 11:42
Das Zehntausende Unschuldige Menschen sterben mussten, wer Wind säät, wird Sturm ernten, das Unersättlich Krebsgeschwür Kapital hat mal wieder Reiche Ernte gehabt.

.

. 13.09.2001 - 12:54
Hier geht es genausowenig um säen und ernten wie um investieren und profitieren.
Ein wenig geht es aber - denke ich - darum, warum gerade jetzt soviele anfangen sich über Opfer gedanken zu machen, in einem Krieg langer Zeit am töten und morden ist nur eben nicht fast vor der eigenen Haustür sondern ganz wo anders.

Das Problem was hier bewältigt werden soll heißt eben nicht ENTSETZEN sondern ANGST. Unzwar Angst vor dem was morgen im goldenen Westen noch so alles passieren könnte. Produzierte Angst vor den "bösen gefährlichen Terroristen aus dem nahen Osten". Angst ist o.K. aber dann sollte man/frau das auch so nennen und nicht so scheinheilig zu tun und von Trauer und entsetzen Reden. Überleg mal was die beiden Wörter eigentlich bedeuten.

WTC and DC

G. Robertson 13.09.2001 - 13:10
THERE ARE COLLATERALE DAMAGES!!!!

sadly but necessarily for the destruction of the enemys of our liberty.

also wiklich

Jojo 13.09.2001 - 13:46
also wirklich, was ihr hier alle von entsetzen sprecht. natürlich ist es schrecklich, dass dort tausende von unschuldigen sterben mussten, aber ich gönn der usa, in ihrer arrogante, patriotischen, überheblichen art, ihr "wir sind amerika, sind die grössten und führn überall amerikanische verhältnisse ein" getue, was sie ja sogar noch öffentlich so wortwörtlich sagen, diesen anschlag. ich gönn es ihnen, sich eingestehen zu müssen, nicht unverwundbar zu sein, auch wenn es dauerhaft von allerlei medien so dargestellt wurde.
ausserdem finde ich diese lichterketten, die komplette hyperübertriebene trauer für absolut unmöglich und sogar menschenverachtend. menschenverachtend gegenüber den menschen, um die nicht soviel getrauert wurde. sind diese menschen in den usa wichtiger als andere? muss um sie besonders viel getrauert werden, weil sie aus dem mächtigsten land der welt kommen?
und dann diese arschkriecherei der gesamten restlichen welt (mit ein paar kleinen ausnahmen)! was soll das? hat die ganze welt japan nach hiroshima hilfe angeboten? und das halte ich für um einiges schlimmer als diese anschläge!!!
die ganze engstirnigkeit der amis drückt sich auch sofort danach aus, in ihren angriffen auf die islamisten, die ja auch nur wegen ihrer eigenen propaganda stattgefunden haben.
ihrer verallgemeinerung, die ich schon fast rassismus nennen möchte.
nun, ansonsten kann ich nur noch mein mitgefühl ausdrücken, den wirklich unschuldigen opfern. und das ist ernst gemeint, auch wenn mein vorheriger kommentar dies vielleicht nicht vermuten lässt.

Kritikpunkt

A. N. Griff 13.09.2001 - 14:34
Politische Begründungen hierfür können mit Sicherheit genug geliefert werden, allein wenn man von der imperialistisch/kapitalistischen Denkens- und Handlungsweise der USA und ihrer Regierung ausgeht. Das kann und soll natürlich nicht die vielen (wahrscheinlich) tausend toten rechtfertigen. Es soll nur aufzeigen, daß der Terror zurück zu seinem Meister gekommen ist. Wer über Jahrzehnte hinweg Menschen angreift, ermordet, unterdrückt und in Armut abgrenzt, braucht sich über Rachegelüste nicht zu wundern. Der eingeschlagene Weg war definitiv nicht der Richtige, ist aus den historischen Zusammenhängen heraus allerdings durchaus nachvollziehbar. Anders sieht die Sache allerdings aus, sollte es aus einer religiösen Motivation heraus dazu gekommen sein. Denn dann greift keine Argumentation die wir eventuell liefern können. Das ist dann purer Fanatismus und so verwerflich wie abscheulich.

Solidarität mit den Opfern

Amerikaner 13.09.2001 - 16:01
Die Terroranschläge von New York und Washington, kann ich, da ich anti-kapitalistisch eingestellt bin, nur zu einem gewissen Teil verurteilen. Der Anschlag auf das World Trade Center war in keinster Weise gerechtfertigt. Hier werden unschuldige Zivilisten mit einbezogen. Mit diesen Opfern und mit ihren Familien fühle ich mich verbunden. Die Anschläge auf das Pentagon und auf das State Departement haben jedoch eine andere Qualität. Hier kann aus anti-kapitalistischen Gesichtspunkten heraus nur die Art des Anschlags, aber nicht sein Grundgedanke verurteilt werden. Es ist bedauerlich, dass auch hier Menschenleben ausgelöscht wurden, aber diese Terror-Akte haben Symbolcharakter. Sie zeigen, dass die USA sehr wohl verwundbar sind. Sie sind nicht die unbesiegbare Super-Macht die sie gerne gespielt haben. Aus dieser Erkenntnis kann man neuen Mut für den weltweiten antifaschistischen, anti-kapitalistischen, anti-militäristischen Widerstand schöpfen...

An alle, die

13.09.2001 - 16:45

antiamerikanismus

Tom 13.09.2001 - 19:35
euer stumpfer antimaerikanismus kotzt mich an!!!! lest euch mal die presseerklärungen einiger npd-landes/ortsverbände durch, dann wisst ihr, auf welche seite ihr euch stellt! mit linker/linksradikaler politik hat dies nichts, aber rein gar nichts zu tun!! meine solidarität und mein mitgefühl gilt allen opfern und ihren familien und freunden in den usa. obwohl sie aus dem "land des bösen" kommen! bomb germany.

Verwunderlich...

Die Verwunderte 13.09.2001 - 23:01
Ich finde es sehr verwunderlich und irritierend, wie wenig deutsche Linke anscheinend differenzieren können.
Es muß im vorliegenden Fall doch klar unterschieden werden, welche Aktion für welche Kritik in Anspruch genommen wird. Es ist durchaus durchaus legitim die usa als Regierung und als Nation in ihrem Handeln auf das Stärkste zu kritisiern. Es ist dennoch verabschäuungswürdig Tatsachen wie tausende von Toten als Kollateralschaden oder "annehmbar" hinzunehmen. Dieser Anschlag war kein politischer Akt sondern Menschen verachtend. Es ist jedoch natürlich bemerkenswert wie viele Medien und Politiker dem "Spektal" frönen. Dies möchte ich im Bezug auf die oben erwähnte Differenzierung betonen. Es ist deshalb wichtig die eigene linke Arbeit in den Vordergrund zu stellen. Es kann nicht sein, daß durch Vorfällen wie diesen, arabischen Menschen diskriminiert werden. Unsere Aufgabe, denke ich, muß es sein, gerade in einer solchen Situation auf unsere Grundsätze der Emanzipation der Menschen und der Unterdrückten im Besonderen hinzuweisen, ohne gleichzeitig mit plattem Antiamerikanismus und Antizionismus aufzutrumpfen.
Ich hoffe, die Vernunft bleibt auf unserer Seite!!
Hasta la victoria siempre!!

danke

.. 13.09.2001 - 23:41
danke für diesen letzten beitrag. ich denke, es ist nicht angebracht, die toten aufzurechnen, oder die bevölkerung der usa mit der politik gleichzusetzen. natürlich ist deren politik mehr als kritikwürdig, allerdings ist gewalt der falsche weg, dies zu ändern. egal von welcher seite und aus welchen motiven!!!

Wollt Ihr den totalen Krieg ?

lola 14.09.2001 - 21:00
Keine Frage , die Anschläge auf die Twin Towers des World Trade Center in New York und das Pentagon in Washington waren skruppellos und haben vielen Menschen Leid und Trauer
gebracht. Es ist auch klar , daß dadurch Menschen nicht überzeugt werden , wie schrecklich und mörderisch der Kapitalismus ist . Aber ist es nicht die logische Konsequenz
, daß irgendwann die Folgen des Kapitalismus , der Kriege für den Freihandel , der Unterstützung von Diktatoren und Diktaturen (z.B.Taliban ,Pinochet in Chile , Vietnam ,Irak...)in die Metropolen zurückschlagen . Wir müssen aufpassen , daß wir nicht auf die Medienpropaganda für einen Krieg hereinfallen . Trauer um die Opfer in den USA wird gleichgesetzt mit bedingungsloser Kampfbereitschaft
gegen den bösen Rest der Welt . Innenpolitisch wird sich die Situation auch für Linke verschärfen . Polizei und Militär werden aufrüsten und Gesetze verschärft .
Kein Geld , Keine Stimme Für Krieg .
Kampf dem Imperialismus , Kampf dem Kapitlismus Weltweit !!!
Und zwar gegen Konzerne und Regierungen und nicht gegen die Bevölkerung.

an lola

verwunderte 14.09.2001 - 21:53
gegen einen krieg steht hoffentlich jeder, der indymedia besucht...

short message service

t22a/p 14.09.2001 - 23:01
wer dachte, das unmenschliche leid der bevölkerung des trikonts würde sich nur im stillen sterben äussern, ist nun eines besseren belehrt. noch nie wurde die losung "den kampf in die metropolen zurücktragen" konsequenter umgesetzt. das herz der bestie hat zumindest einen anfall erlitten, und auch wenn der tod eines menschen eine tragödie ist (und zwar der jedes menschen), so hat mir dieser tritt in die weichteile des mörderkapitalismus mehr als klammheimliche freude beschert.

Zustimmung !

Pedder 15.09.2001 - 16:23
In der Konsequenz dieses Artikels sind wir auch alle Mittäter da wir das Unrecht nicht genügend kritisiert haben.
Ohne das wir genau wissen welches Ziel hinter dieser Menschenverachtung steht geistert die Angst über die Menschenverachtung "Der Antwort" durch die Köpfe.Das schlechte Gewissen wurde ausgelöst was wir jetzt alle zu überspielen versuchen.Die Versuche durch verordnete Trauer das Volk zum Schweigen zu bringen lähmt auch eine Auseinandersetzung die total wichtig ist da wir im Begriff sind die Welt mit einem Krieg neu zu ordnen. Zu dem Wir gehört Jede/r der jetzt nicht vor den falschen Schritten warnt. Das Bild der" Low und Order Politik" ist nicht aus dem Nichts entstanden und das was jetzt zu erwarten ist könnten wir mit 90% iger Wahrscheinlichkeit wissen. Das sich Deutsche Politiker zu bedingungsloser Löyalität verpflichtet fühlen ist etwas was wir nur als Volk regulieren können. Es ist zu befürchten das die wenigsten Menschen in so einer Situation klar Denken können unsere Botschaft kann nur sein das sich die Menschen" Der Goldenen Regel und des Kategorischen Imperiativs nach Kant verpflichtet fühlen, unter deren Grundlage alles zu beurteilen ist. Wo kein Kläger ist da wird es auch keinen Richter geben. Aber genau den Brauchen wir jetzt um die USA zu beeinflussen. Die Werte der Freiheit stehen auf dem Spiel und zwar weltweit.