erlebnisbericht 1.september leipzig

heinz 02.09.2001 17:10 Themen: Antifa
Am 1. September wollten "freie Nationalisten" in Leipzig eine bundesweite Demonstration abhalten. Sie kamen nicht weiter als 500m. Was sonst noch los war? ..ein sicher unvollständiger Bericht!
Erlebnisbericht über den 1. September in Leipzig

Wir kommen gegen 11. 00 Uhr in Leipzig an. Zusammen mit ca. 50 Nazis im Zug, wir sind weitaus weniger und hoffen, daß die Kräfteverhältnisse in Leipzig anders aussehen werden. Da uns nur der Augustplatz als Treffpunkt bekannt ist, begeben wir uns erstmal dorthin. Während der Oberbürgermeister auf der Bühne erklärt, daß er ein "schönes, blühendes Deutschland" wolle, protestieren vor der Bühne ca. 70 Leute gegen dieses "selbstfeiern der Zivilgesellschaft". Vor der Bühne wird, weithin sichtbar, ein Transparent mit der Aufschrift: "Wer von Kapitalismus nicht reden will, soll auch von Gewalt schweigen" -oder so ähnlich, getragen. Als der Redner bekundet, daß er sich freut, daß so viele BürgerInnen heute sich versammelt haben um gegen Rechtsextremismus, Fremdenhass und Gewalt von Rechts wie von Links zu protestieren, versuchen Leute mit einem Transparent auf die Bühne zu klettern. Es kommt zu Rangeleien, eine vermummte, behelmte Bulleneinheit stürmt auf den Platz und drängt die Leute von der Bühne weg. Für kurze Zeit fällt der Strom aus. Ab sofort kniet neben dem OB ein behelmter Bulle, der die Leute vor der Bühne filmt.
Wir haben unterdessen erfahren, daß es zwei weitere angemeldete Kundgebungspunkte gibt, die in der Nähe der Naziroute liegen. Als wir vom Augustusplatz weggehen rufen einige ältere Leute: "Chaoten raus".
Wir machen uns auf den Weg zu T4 dem angemeldeten Treffpunkt an der "russischen Kirche". Unterwegs treffen wir immer wieder Leute, die auf Fahrrädern unterwegs sind, die genauere Infos haben als wir. Wir erfahren, wir sind viel zu früh, die Nazis denken auch gegen 12.00Uhr immer noch nicht daran loszugehen. Viele der Nazibusse hängen irgendwo kurz vor Leipzig in Bullenkontrollen. Das Infotelefon erzählt uns das Gleiche. An T4 sammeln sich nach und nach immer mehr Leute. Unsere Einschätzung ist, daß wir noch warten sollten, bis die Nazis unterwegs sind, um dann die Straße dichtzumachen und nicht schon vorher auseinandersetzungen mit den Bullen zu beginnen. Irgendwann, die Nazis stehen immer noch am Bahnhof, kommt eine Gruppe von ca. 150 Leuten mit einer kleinen Demo an T4 an und erklären, sie würden jetzt vorne die Kreuzung dichtmachen -
mit einer Sitzblockade. Sie tragen Schilder mit www.anti-nazi.de und erinnern mich sehr an Linksruck. Wir sind viel zu früh, aber viele Leute schließen sich diesem Zug an. Auf der Straße sind erste Ansätze von Barrikaden erkennbar. Einige Schaufenster gehen zu Bruch. Auf der Kreuzung brennt es. Da an T4 immer weniger Leute sind, entschließen wir uns mit vorzugehen. Auf der Kreuzung haben sich die ersten Sondereinheiten der Bullen aufgebaut, einige Leute sitzen - der Großteil der Leute steht. Viele Leute buddeln Steine aus. Auf der Strasse, die zurück zur Russischen Kirche führt, bauen Leute eine Barrikade. Diese wird an den Seiten offengelassen, um uns den Rückzug hinter die Barrikade zu ermöglichen. Die Bullen setzen ihre Wasserwerfer ein, um die Brände zu löschen. Erste Bulleneinheiten rücken vor und drängen die meistens panisch wegrennenden Leute in unsere Strasse. Die Leute können an den schmalen, offengelassenen Seiten der Barrikade durch. Doch auch die Bullen haben die Schwachstelle in der Barrikade entdeckt, obwohl ein gewaltiger Steinhagel auf sie niedergeht, rennen sie durch und kommen an den Seiten vorbei. Lange hat sie nicht gehalten.
Die meisten Leute ziehen sich auf den Platz der angemeldeten Kundgebung zurück. Es kommt zu kleineren auseinandersetzungen mit den Bullen. Die Nazis sind mittlerweile losgelaufen. Wir gehen zurück in Richtung Nazis. An der Bullenpräsenz können wir nach einem Stadtspaziergang merken, dass wir ganz in ihrer Nähe sind. Weit sind sie nicht gekommen, in 2 Stunden sind sie ca. 500 Meter gelaufen. An den Seiten, und vor und hinter dem aufmarsch der Nazis stehen und sitzen AntifaschistInnen. Über die Beweggründe, warum die Bullen die nazis nicht haben weitergehen lassen, sind sich viele Leute uneinig. Wahrscheinlich spielen da mehrere Faktoren zusammen. Zum einen Wahrscheinlich das gelegentliche Nichteinhalten der Auflagen der Nazis und zum anderen die unsichere Situation in der Stadt, wo einige tausend Antifas die Bullen ganz schön in Bewegung brachten. Die Nazis machen mittlerweile eine Sitzblockade, spielen Ton-Steine-Scherben ("allein machen sie dich ein") und rufen "Wir sind das Volk". Der Stimmungsmacher im Lauti kann seine KameradInnen aber offensichtlich zu nicht mehr viel bewegen. Zwischendurch hören wir eine lustige Anekdote, z.B. der Antifaschist, der 2 Stunden auf der Nazidemo hinter dem Fronttransparent mitlief und irgendwann mit dem Transparent davonrannte. Er wurde von den Bullen verhaftet und nach einer Personalienfeststellung kurz danach wieder laufengelassen.
Alle gehen davon aus, dass die Nazis nicht weiterlaufen dürfen und zurück zum Bahnhof geleitet werden, also machen auch wir uns auf den Weg zum Bahnhof. Dort stehen schon sehr viele Leute, um auf die Nazis zu warten. Die Nazis kommen durch eine Gasse auf den Bahnhofsvorplatz und eine Gruppe von Antifa´s rennt ihnen entgegen. Die Nazis drehen sich um und rennen in die Gasse zurück. Langsam machen die Bulklen nun den Platz leer und wir stehen hinter einer Bullenkette. Wasserwerfer kommen näher und der Einsatzleiter fordert uns auf, weiter zurückzugehen. Als das nicht schnell genug geht und immer mehr Flaschen und Steine auf die Bullen fliegen, fangen die Bullen an zu knüppeln und setzen zwei Wasserwerfer ein. In dem Wasser ist auf alle Fälle in einem CN enthalten. Sie treiben uns in den Park, immer wieder fangen leider große Gruppen von Personen an panisch wegzurennen und so andere Leute mitzureißen.
Gegen 18.00 Uhr machen wir uns auf den weg zum connewitzerkreuz, wo die Demo: "Deutschland den Krieg erklären" beginnen soll. Es finden sich ca. noch 800 Leute ein. Die Anstrengungen des Tages sind den Leuten deutlich anzumerken. Zwischendurch auf der Demo noch ein paar Redebeiträge zum Bundeswehreinsatz in Mazedonien und ein Redebeitrag über die Bedeutung des "Blac Block" in Genua und überall. Dann eine kleine Musikeinlage einer Punkband, die am Strassenrand steht. Nach ein paar Liedern fahren wir nach Hause.
Fazit:
Ein kleiner 1. Mai im September!
Desaster Area für die Nazis!
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Ergänzungen

02.09.2001 - 18:12
Der Bericht ist für einen "auswärtigen" ganz gut. Die "Punkband", die da gespielt hat, war S.U.F.F. Die spielen eigentlich fast immer nur auf der Straße (ohne Bühne). Es war eigentlich allgemein bekannt, wo überall noch Kundgebungen waren (Internet!).

Fronttransparent geklaut????

GENIAL!!!!! 02.09.2001 - 20:10

Eine sehr schöne Zusammenfassung

A. N. Griff 02.09.2001 - 20:44
Herzlichen Dank. Am besten war natürlich die Aktion mit dem Fronttranspi! Was ne geile Sache. Obwohl ich mich immernoch wundere wie es möglich ist mit dem Ding abzuhauen?! Der Antifa hat´s ja mit Sicherheit nicht alleine getragen... Wie auch immer - gelungene Aktion! Antifaschistische Grüße,

02.09.2001 - 21:20
Hallo! Wurden um 16 Uhr festgenommen! Lächerlicher Vorwurf: Verstoss gegen das Versammlungsgesetz! Da einige noch angebliche Waffen und Vermummungsgegenstände dabei hatten, war es ein Grund für die uns bis Mitternacht festzuhalten und eine ED vorzunehmen! Frerchheit!

zu den Kriegsberichterstattungen aus L.

Tigerente 02.09.2001 - 23:11
meldung bei yahoo zu den ereignissen: ´An verschiedenen Stellen in Leipzig errichteten Randalierer derweil Barrikaden aus Müllcontainern und zündeten sie an. Sie schlugen Schaufenster ein, plünderten ein Geschäft, beschädigten Autos und brachten eine Straßenbahn zum Entgleisen.´ was bitte schön trägt die entgleisung einer strassenbahn zum kampf gegen rechts bei ? uns was das plündern eines geschäfts ? und was die beschädigung von autos ? ich frage mich was für ein gesellschaftsbild solche leute im kopf haben. das thema rechtsextremismus ist zu ernst für infantile kriegsspiele. wie man es schaffen kann, die nazis zu stoppen, dazu sei eine gegendemo in berlin ende letzten jahres oder so ins gedächtnis gerufen. bei einer großkundgebung von reformisten (dgb oder so) riefen leute dazu auf, sich im anschluß der kundgebung der zu dieser zeit ebenfalls stattfindenden nazi-demo in den weg zu stellen. dem mut der vielen leute, die dem aufruf folgten ist es zu verdanken, dass genügend menschen da waren, um die nazis tatsächlich zu stoppen und die auflösung der demo zu erzwingen. nur die masse macht´s, alle zusammen ! statt das friedensfest zu stören, hättet ihr besser versuchen sollen, die leute für ein gemeinsames ´querstellen´ zu gewinnen.

@Tigerente

C. Haos 02.09.2001 - 23:36
Ich habe gesehen, dass ein städtischer Lieferwagen als Barrikade quer über die Straße umgekippt wurde. Das ist doch eine Rechtfertigung, die Faschos aufzuhalten, oder? Dass eine Straba entgleist wurde, höre ich jetzt zum ersten mal. Von dem geplündertem Laden habe ich gehört, weiß aber nicht, wo es gewesen sein soll. Wenn man Scheiben von Banken einwirft, ist das ja gerade noch so zu rechtfertigen. Die anderen kaputten Scheiben waren allerdings sinnlos. Und was sollten die beiden brennenden Barrikaden auf der Rosenthal-Straße? Dass die Nasen da nicht langmarschieren würden, war doch vorher bekannt.

Geiles Wochenende

Benne 03.09.2001 - 00:14
Die Kaufhalle, war der SB-Markt gleich am Bayrischen Platz und die Bank war gleich gegenüber. Eigentlich fand ich´s ja auch nicht gut, daß sie den Supermarkt plünderten, weil das ja eigentlich nichts mehr mit der eigentlichen Sache zu tun hatte aber die Stimmung war einfach mal so aufgeheizt und Bullen waren auch nirgendswo zu sehen. Ich mein es war einfach mal ein cooler Tag, Nazi Demo gestoppt, von den Bullen weg gekommen und Deutschland hat verloren. Was will man mehr????????

@ tigerente...

rolle rückwaerts 03.09.2001 - 02:16
tigerente, geh zurück in deinen "wir sind doch alle gegen nazis"-tigerentenclub.

bürgerInnen aufs maul.
morgenthau für deutschland.

mhh

pikachu 03.09.2001 - 08:34
wie ich schon woanders schrieb hat das umkippen des LVB Autos wirklich was gebracht, da die fast ne viertelstunde mit dem Ding beschäftigt waren. Witzig fand ich es aber nicht das da noch jemand drin war und nicht rauskam (Tür klemmte).

xxx 03.09.2001 - 12:01
also ich fänd cooler, wenn rollr r. aufs maul bekäme. mir sind normalos lieber als faschisten.

Die extreme Mitte angreifen!

Lole 03.09.2001 - 18:36
Ich muss zugeben, ich war im Vorfeld überhaupt nicht begeistert davon, während die Nazis in der Stadt sind, die Bürgers anzugreifen und ihre Veranstaltung zu stören. Am Freitag abend habe ich noch eine längere Diskussion geführt, in der ich vehement für strategische Bündnisse mit den Bürgers eintrat, wie ich sie aus Göttingen kenne. Das änderte sich aber sofort, als ich auf dem Augustusplatz ankam. Die dort in Massen verteilten Flugis waren dreist geschichtsverfälschend. Dort wurde verbreitet, dass vor etwa 60 Jahren Leipzig unterging und heute schon wieder rechte und linke Chaoten die Stadt in Schutt und Asche legen wollen. Auf unglaublich naive Art und Weise wurde eine Totalitarismusthese für BILD-Leser verbreitet. Während dessen erklärte die CDU an ihrem Stand den dummen Ossis ertsmal was das eigentlich ist, eine "Partei" und wie man das so macht mit der innerparteilichen Demokratie. Ausgerechnet die Gärtner erklärt der Bananenrepublik die Banane. Bei der Rede des Bürgermeisters kam mir dann die Galle hoch. Da erzählt das Arsch, wie schön doch der derzeitige Frieden sei (Mazedonien, was´n das?), ich rufe "Heuchler", eine Frau schreit mich an, ich solle die Meinungsfreiheit achten und boxt mir in die Rippen. Dann ging´s ab; zeitweise attackierten mich sechs Bürgers gleichzeitig, während andere versuchten, mich bei den Bullen zu denunzieren. Insgesamt wurde klar, dass die "guten Bürger" uns Linke mindestens so schlimm wie die Nazis fanden und bereit waren, dies auch mit der Faust zu zeigen. Die Tagesschau hielt das Geschehen in Leipzig nicht mal für erwähnenswert, schließlich gab´s auch noch Spiele fürs Volk in München. Als Abschluss möchte ich erwähnen, dass ich glaube, das Konzept der dezentralen Gewalt ist aufgegangen. Brennende Barries und viele Antifas haben die Bullen davon abgehalten, die Nazis durch die Stadt marschieren zu lassen. Wir dürfen uns nicht mit der Moral- oder Medienkeule davon abhalten lassen, Schaden in der die Nazidemo ausrichtenden Stadt anzurichten.

Gewalt gegen Unbeteiligte

Hrmpf 03.09.2001 - 18:36
Ich halte es einmal für angebracht die Gewalt die am Augustusplatz gegen Unbeteiligte ausgeübt wurde zu kritisieren. Ein Dirigent ist von einem Farbbeutel am Auge verletzt worden und ein zuschauender älterer Mann wurde von einem Gegendemonstranten ohne Vorwarnung ins Gesicht geschlagen. So kann es nicht weitergehen!

Rechtfertigung

Pete 03.09.2001 - 18:42
Loles Schilderung scheint von einer lebhaften Fantasie zu zeugen...

@Pete

Lole 03.09.2001 - 19:52
Was soll das heissen, "lebhafte Fantasie"? Ich habe es nicht nötig, irgendwelche Gewalt seitens der Bürger zu erfinden. Ich wurde mehrfach geschlagen und gestoßen. Wir hatten mit der Brutalität nicht gerechnet, deshalb hatten wir uns verteilt. Ich weiss ja nicht, an welcher Stelle du warst (und ich will es auch gar nicht wissen), aber bei uns waren die Bürger brutaler als die Bullen.

Was soll die Scheisse

Anarchist 03.09.2001 - 20:03
Ich fahr auf Naziaufmärsche um dem gesamten System entgegenzutreten, dass Nazis hervorbringt und letzendlich auch braucht. Also was soll die Frage was es bringt irgendwas kaputtzumachen. Jeder zerstörte Gegenstand und jeder verletzte Bulle zeigt, dass es reicht und das etwas neues kommen muss. Also Macht kaputt was geht und scheisst auf die Bürger, die ein heuchlerisches Friedensfest abhalten und gleichzeitig Soldaten nach Mazedonien schicken.

provo?

03.09.2001 - 20:11
naja , wie ein anarcho redest du aber nicht... eher wie ein diktator - ziele gegen alle und jeden durchsetzen. wer nicht auf linie ist, bekommt aufs maul...

allt together now and ever

Tigerente 03.09.2001 - 20:22
Weder der Kampf gegen Nazis noch der gegen den Kapitalismus ist ohne die ´Bürger´ erfolgreich. Nichts gegen ein ´geiles Wochenende´, aber wenn wir echt was an den Zuständen ändern wollen, sollten wir uns Gedanken machen über wirkungsvolle Strategien. Wer Rechtsextremismus in der Gesellschaft bekämpfen will, tut glaub ich gut daran, durch Strategien, die die ´Bürger´ einbezieht, Wege zu öffnen. Einerseits dafür, dass wir beim nächsten mal mehr auf der Strasse sind. Und damit auch für Gespräche mit ihnen darüber, wie Rassismus entsteht, warum die Herrschenden um dessen Nährung bemüht sind etc. Rassismus ist eines der vielen Themen, wo man eine Verbindung herstellen kann zum Kampf gegen das System. Es funktioniert aber leider nicht so, dass durch ein paar kaputte Schaufensterscheiben ein Aha-Effekt bei den Leuten eintritt. Das Gegenteil ist der Fall. Revolutionen sind gesellschaftliche Prozesse, die nicht entstehen, wenn ein paar Leute Scheiben einschlagen oder so. Sondern wenn die Menschen dafür ´so weit´ sind. Wenn sie erkennen, dass ihr mißliche Situation was mit denen ´da oben´ zu tun hat. Dies den Leuten zu vermitteln ist denke ich der wirkungsvollste Weg dahin. Daran müssen wir arbeiten. Also gemeinsam mit den ´Bürgern´. Ich kann auch Lolas Wut verstehen über das, was sie erlebt hat. So was in der Art (nur nicht so heftig) haben sicher die meisten von uns schon mal erlebt. Aber man muß sich gleichzeitig bewußt sein, das Menschen soziale Wesen sind, von ihrer Umwelt geüprägt werden. Und es ist halt nicht so einfach, die Funktion der Medien, durch welche die Leute zum großen Teil so kacke drauf werden, zu verstehen. Also, gebt die ´guten Bürger´ nicht auf. Auch wenn´s peacig klingt: nur zusammen schaffen wir´s !

klar provo

Anarchist 03.09.2001 - 20:31
sehé das alles natürlich auch nicht so undifferenziert, wollte nur mal einen Kommentar schreiben der für Riots ist.
was daran auszusetzen habe ich nicht,wenn Leute militant ausdrücken was ihnen nicht passt,radikaler Widerstand heisst eben auch militanter Widerstand(nicht immer aber in so einem Fall doch durchaus begrüssenewert)

Fotos?

Smash 03.09.2001 - 22:07
Wo finde ich weitere Fotos vom Samstag?(evtl. mit Übergriffen von den Bullen auf der Prager Straße)

@Tigerente

Lole 03.09.2001 - 22:21
Stimmt, langfristig müssen wir uns Strategien überlegen, wie wir die kritische Masse für radikale Reformen oder eine Revolution zusammen bekommen. Die Frustration über ihre Einflusslosigkeit ist bei den Bürgern vorhanden, bei den Nichtwähler ist das offensichtlich. Mein Eindruck ist auch, dass viele Wähler nur ihr schlechtes Gewissen zur Wahl treibt, denn "wählen muss man ja in der Demokratie". Dieses Potential liegt noch weitesgehend brach, es kann von radikalen Gruppen (links oder rechts) aufgefangen werden.
Mein obiger Beitrag zielte aber auf Taktik ab. Im Moment befinden wir uns in einer Situation, in der es enorm wichtig ist, das Motto "Kein Fußbreit den Faschisten" zu beherzigen - wir müssen ihre Präsenz zurückdrängen. In Deutschland haben wir aber traditionell eines der bestausgerüsteten und zahlenmäßig stärksten stehenden Aufstandsbekämpfungsheere in Europa (reguläre Polizei- und BGS-Truppen sowie deren Spezialeinheiten), so dass ein direkter Angriff der Nazi einem Selbstmordkommando gleichkommt. Wir müssen indirekt versuchen die Aufmärsche zu verhindern. Ich schlage daher vor, das Gorlebenkonzept auf die Naziaufmärsche zu übertragen. Viele dezentrale Aktionen, die hohe Sachschäden bewirken und viele Bullen binden. Vielleicht sollten wir auch über Ablenkungsaktionen zu Naziaufmärschen in anderen Bundesländern nachdenken, um die Bullenknappheit zu forcieren. Das Problem besteht natürlich in der öffentlichen Wahrnehmung, aber wie oben schon erwähnt, sollten wir uns nicht darauf konzentrieren, denn den Kampf können wir nicht gewinnen, die Medien sind nun mal nicht auf unserer Seite. Wenn´s drauf ankommt, sind doch die meisten einflussreichen überregionalen Zeitungen staatstragend, das Frensehen sowieso. Aber wie gesagt, das ist der Vorschlag zu einer kurz- bis mittelfristigen Taktik, nicht für eine langfristige Strategie. Lassen wir uns nicht die Logik unserer Gegner aufdrängen. Ein Stein in einer Bank kann den nächsten Naziaufmarsch verhindern helfen!

@ Loles Strategievorschlag

Tigerente 03.09.2001 - 22:55
Das Motto "kein Fußbreit den Faschos" und ihre Präsenz zurückzudrängen ist für mich dann erfolgreich umgesetzt, wenn so etwas wie in Berlin gelingt (siehe mein Kommentar weiter oben). Die Gorleben-Strategie wird gegen Nazis nicht funktionieren, weil wir 1. zu wenige sind, als dass genügend Bullen gebunden wären (bei Gorleben sind es u.a. so viele, weil da auch ganz normale Bürger mitmachen !!!) und 2. mit viel Sachschaden anrichten wir es solchen Stimmungsmachern, die Rechtsradikalismus und Linksradikalismus auf 1 Stufe setzen, leicht machen. Das Ergebnis sind bestimmt nicht weniger Nazis auf der Straße, sondern verstärkte Hetze und Repression gegen Linke. Und wir verlieren dabei, die Bürger auf unsere Seite zu gewinnen, die wir aber nicht nur mittel-u. langfristig brauchen, sondern auch jetzt schon (siehe Berliner Gegendemo und Gorleben).

an smash

pikachu 03.09.2001 - 23:55
hatte leider leider kein geld für ne 24h foto-entwicklung, deswegen gibts meine Fotos erst am Mittwoch. Habe aber (wenns geklappt hat) einige sehr gute von der Prager Strasse.

hass

nixda 04.09.2001 - 00:30
Gehetzt wird so oder so gegen uns, wenn wir ihnen keinen Grund geben, wird einer erfunden. Ist doch schon fast normal. Glückwunsch an den Transpiklauer, super aktion!!!

an smash

David 04.09.2001 - 03:04
Hi Smash,
ab Dienstag nachmittag/abend wird es auch bei ww.demo-reporst.de bilder aus leipzig geben. ich habe auch bilder in der nähe des ostplatzes gemacht, wo die bullen ja auch rüde gg die sitzblockade vorgegangen sind.
grüße
david

@tigerente

d-struct 04.09.2001 - 15:06
Aber immer an die Burger denken?
Wenn du die Reden bei der Aktion "gesicht zeigen" gehört hast, müsstest du verstehen, daß es zu der Teit an dem Ort nicht möglich war, mit denne zusammen etwas zu tun, was noch irgendwie in eine linke Richtung gegangen wäre. Die Zivilgesellschaft in Leipzig besteht sozusagen aus Nazis, die zwar was gegen ihre rüpeligen Kinder haben, aber mit "wir sind das Volk" (beliebte Parole bei Nazis wie Leipziger Bürgern) eben auch die deutsche Volksgemeinschaft meinen.
Das Pastor Führer den Nazis mit der "Kraft der Integration" begegnen wollte macht eigentlich alles klar.
Wir müssen sicher von Fall zu Fall diskutieren, ob auf breite Bündnisse oder auf Abgrenzung von der Neuen Mitte gesetzt werden soll, aber in Leipzig war "Deutschland den Krieg erklären" das einzig richtige.
Revolution Action!

@lole, @anarchist...

Tom 05.09.2001 - 14:04
An Lole, an Anarchist, all die anderen, die Sachen-Kaputtmachen, Autos Anzünden und Leute-Hauen Klasse finden: Habt Glück gehabt, dass wir uns da nicht getroffen haben! Wirklich tapfer, sich unter "Bürger" zu mischen und da was gegen Nazis machen zu wollen. Wollt ihr denn diese ganzen "Bürger" im Rahmen Eurer geistesgestörten "Revolution" alle plattmachen, zusammen mit den Faschos? Ihr habt völlig dünne Idologien im Kopf, die den Menschen genau so schaden, wie die Nazis es machen. Ihr seid nicht besser, seid genau wie die Glatzen!!

Bin wütend und ettäuscht.

bürger versöhnen

anti-ente-anarch 06.09.2001 - 06:35
wenn man sich z.b. mit dem bgr aufruf auseinandersetzt oder auch aleine nachdenkt, sollte man recht schnell merken, dass ein verbünden mit dem "bürger" auch ein bündnis mit dem staatlichen rassismus bedeutet. war zwar nicht am augustusplatz, kannmir aber wirklich nicht vorstellen, dass dort die klientel für gesellschaftliche umwälzungen rumstand- auch nicht für friedliche.
tatsächlich muss man dem nationalen obrigkeitsstaat entgegentreten, auch wenn bürgers kein verständinis dafür haben. sie haben ja auch keins für emanzipation oder arbeitszwang.
das war doch der witz daran, zu zeigen, wie scheisse und scheinheilig die norm ist.
niemand würde eine aufgeklärtes bündnis ablehnen, aber auf gutmenschen, die sich ein gutes gewissen verschaffen und deren meinung darf man getrost verzichten.

06.09.2001 - 15:18
"wenn man sich z.b. mit dem bgr aufruf auseinandersetzt oder auch aleine nachdenkt," - naja ich komme dann auf die idee, daß das bgr-teil schwachsinn ist.

Trashnazis

Horx 06.09.2001 - 23:50
"Die Nazis machen mittlerweile eine Sitzblockade, spielen Ton-Steine-Scherben ("allein machen sie dich ein") und rufen "Wir sind das Volk"." - Was für ein Trash eigentlich.

Trashnazis

Horx 06.09.2001 - 23:51
"Die Nazis machen mittlerweile eine Sitzblockade, spielen Ton-Steine-Scherben ("allein machen sie dich ein") und rufen "Wir sind das Volk"." - Was für ein Trash.

peter borchert???

123 07.09.2001 - 00:40
würde gerne wissen ob peter bochert bei der nazi kundgebung gesprochen hat und ob er zu dem zeitpunkt in leipzig war.danke