Soli Briefe an die Gefangenen !

Tim Thaler und das gestohlene Lachen 30.08.2001 23:02 Themen: Repression
Anregung zu einer gemeinsamen Brief - Solidaritätsaktion an die Gefangenen von Genua.
Nur eine Anregung, kein Aufruf !

Ja das Lachen ist uns wohl allen gestohlen worden, weil in Göteborg und in Genua Menschen eingesperrt sind, die uns fehlen. Auch wenn wir sie nicht kennen (oder nur manche), sind sie doch in vielen Gedanken von hier Schreibenden. Deshalb fände ich es sehr gut, wenn mehr über Briefaktionen an die Gefangenen berichtet würde, von Menschen und Gruppen die dies vereinzelt schon machen.
Wie wäre es mit einer solchen Aktion, die von EA's und Einzelpersonen angekurbelt wird und wo darüber breiter berichtet wird. Plakate und Flugis könnten einen weiteren Sprung in der Öffentlichkeitsarbeit hierzu dastellen,- von der reinen Information zu einer weiteren konkreten Handlung von vielen Menschen für die Gefangenen.
Also eine weitere Möglichkeit der Öffentlichkeitsarbeit und Mobilisierung von vielen. Dies wäre auch eine Möglichkeit für Menschen aus der sogenannten Provinz sich zu engagieren, die nicht in Großstädten leben.
Das mit den Namen verantwortungsvoll umgegangen werden muß, ist ja selbstverständlich und muß eigentlich hier nicht betont werden.
Gut wäre auch, wenn mal jemand mitteilen würde, wo die Gefangenen herkommen, damit Menschen aus ihrer Region sich speziell um sie bei der Soli-Arbeit kümmern können.

Dies mal als Anregung an die die schon engagiert sind.
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Ergänzungen

Schau mal bei Heidi rein

lotta 31.08.2001 - 12:17
Heidi Lippmann war vor Ort und hat einen ziemlich guten 2. Bericht geschrieben (siehe indymedia 20.08.). Da sind die Namen und weitere Angaben der Gefangenen drin. Sie kommen halt aus größeren Städten, wo dann auch die direkte Soli-Arbeit läuft. Weitere Aktionen sind immer cool, bei den EAs gibts Connections zu Infogruppen der einzelnen Städte.

Freiheit für die Gefangenen von Göteborg und Genua!!

gute idee, wie kann ich mitmachen ?

der rufer 31.08.2001 - 17:31
Fände ich gut wenn so eine grössere öffentliche Briefaktion iniziiert werden würde. Macht was in der Richtung, würde mich mit zwei Menschen daran beteiligen.
Gab in den 80 ern ja ähnliche Briefaktionen an Gefangene aus dem Widerstand und der RAF.
Das sind doch Erfahrungen aus vergangenen Aktionen, die man nutzen kann und die in eine grosse Öffentlichkeitsaktion (Briefaktion) einfliessen könnten.
Plakate die eine solche Aktion ankündigen und mobilisieren wären sehr gut. Macht mal !

es tut gut

frank 31.08.2001 - 17:38
nach jahren der letargie, bin ich diesen sommer durch die vorfälle in genua erst wieder wach geworden.
es ist unruhe in mein solides bürgerliches leben getreten.
ich musste feststellen, dass es noch menschen gibt die sich für etwas einsetzen und es ernst meinen.
es tut gut fetzustellen, das es menschen gibt die nicht politik machen um sich die tasche zu füllen, sondern die sich einsetzen um die lebensbedingungen anderer zu verbessern.
der schläfer ist erwart

Willkommen

Diogenes 31.08.2001 - 23:46
Die spezifische Dummheit der Deutschen, schrieb Sebastian Haffner 1940, bestehe weniger in einem Mangel an Verstand als vielmehr in einem Übermaß an Emotion. Wie wahr und wie gültig das ist, ließ sich 2001 anlässlich des G8-Gipfels in Genua und seiner Begleitmusik feststellen.

„Ja das Lachen ist uns wohl allen gestohlen worden, weil in Göteborg und in Genua Menschen eingesperrt sind, die uns fehlen. Auch wenn wir sie nicht kennen (oder nur manche), sind sie doch in vielen Gedanken von hier Schreibenden“, sagte ein Anti-Globalisierungs-Protestant in indymedia hinein. Er sagte das sehr ernst und sehr bewegt, und der Gedanke, dass er politisch motivierten Protest auf die Ebene von therapeutischem Schischi herabdrückte, beziehungsweise dass er umgekehrt sich und den Seinen das offenbar erhöhte Bedürfnis nach Erlösung, nach Seelsorge mit Anfassen als politische Äußerung stilisierte und golden anpinsele, wäre ihm ebenso wenig gekommen wie irgendein anderer Gedanke. Er fühlte sich wohl mit sich und seinem Milieu, und das war mehr, als er sonst über sich sagen konnte; es war ihm genug.

Kurt Tucholsky schrieb am 15.Dezember 1935 an Arnold Zweig:
"Man hat eine Niederlage erlitten. Man ist so verprügelt worden, wie seit langer Zeit keine Partei (...) Nun ist mit eiserner Energie Selbsteinkehr am Platze. Nun muss, auf die lächerliche Gefahr hin, dass das ausgebeutet wird, eine Selbstkritik vorgenommen werden (...) Nun muss - ich auch! ich auch! - gesagt werden: Das haben wir falsch gemacht, und das und das - und hier haben wir versagt. Und nicht nur: die anderen haben... sondern: wir alle haben." Seitdem hat sich im linken Milieu nichts Wesentliches geändert; das wechselseitige Klopfen der Schultern in der Niederlage, die Schönfärberei, das psychosoziale Betutteln und das Einanderindietaschelügen ist Programm. Und so ist die deutsche Linke respektive das, was von ihr übrig blieb, längst ein Teil dessen, das zu bekämpfen sie noch immer tapfer vorgibt.

Die Linke auf ihrem Marsch in die geistige Umnachtung zu begleiten und zu beobachten, war einmal die Aufgabe ihrer Kritiker. Diese Aufgabe ist abgeschlossen: Die Linken aller Fraktionen sind an ihrem Ziel angekommen --> indymedia.

@diogenes

reklam 01.09.2001 - 01:05
Mein Gott das ist aber mal erfreulich, endlich mal wirklich intellektuelle fundierte Kritik in diesem Forum. Ich bin begeistert, endlich bekommen wir doch dank dem Diogenes-Verlag die Erleuchtung, - Indymedia ist also eigentlich nicht wichtig (dennoch benutzt Diogenes dieses und postet sogar)und ein Statement wird als Psychokram und Gefühlsduselei abgetan.
Belegt wird das auch noch mit der Nennung von drei (!) literarischen Namen innerhalb von wenigen Zeilen, um den Intellekt des Schreibenden zu zeigen, samt abgeschriebener Textzeilen der zuvor genannten.
Aber ich kann in den Textzeilen von Tim Thaler keine Klagen sehen, nichts Beschönigendes - sondern nur Betroffenheit für Menschen die heftige Dinge in Haft erleben/haben und dem Willen sich zu engagieren.
Bei dem Menschen der den Diogenes - Verlag so toll findet, dass er sich nach im nennt, sehe ich nichts ausser einer etwas abgehobenen, arroganten Ausdrucksweise, die eine abschätzige Kritik umhüllen soll.
Und das ist zwar immerhin etwas, aber nicht genug um ernsthaft darauf zu antworten.

"Die schlimmsten Stimmen habe ich in den Salons gehört, die zu allem eine Meinung haben, alles beurteilen und endlos reden können. Die man aber persönlich niemals für etwas wirklich persönlich eintreten sieht." Thomas Mann 1931