indymedia.germany - was tun?!

+++grinsekatze+++ 29.08.2001 21:57 Themen: Indymedia
Vor etwa einem halben Jahr entstand indymedia.germany als Teil eines weltweiten Netzwerkes der Berichterstattung von unten. Ziel war es eine Plattform bereitzustellen, in der soziale Bewegungen eine Ausdrucksmöglichkeit finden können und der einseitigen kommerziellen Berichterstattung über gesellschaftliche Themen ihre Sicht der Dinge entgegensetzen zu können. Eine unhirarchische Struktur sollte dies ermöglichen.
kurzer Einblick in die junge Geschichte

Das Angebot wurde gut aufgenommen. Der Castortransport ins Wendland stellte die erste Bewährungsprobe für dieses neue Medium dar. Mit laufenden Berichten von den Aktionen vor Ort und inhaltlichen Stellungnahmen verschiedener Initiativen konnte dem von Staatsseite betriebenen Info-War geschickt gekontert werden und so einige Meldungen der staatstragenden Presse mussten revidiert werden, da es auf indymedia.germany Erklärungen und Beobachtungen der Menschen vor Ort gab, die viele aus dem Boden gestampfte Meldungen als unrichtig bzw. nicht korrekt recherchiert auflaufen liesen (so z.B. das von den staatstragenden Medien und der Polizei verbreitete Gerücht eines Säureangriffs auf Polizisten). Desweiteren gab es etliche Fotos, die dokumentierten, was vor Ort geschah und mensch (und auch JournalistIn) sich einen Eindruck davon machen konnte, auch an anderen Orten.
Einen zweiten Höhepunkt bildeten die Berichte rund um den 1. Mai 2001 in Berlin, als die Polizei ein friedliches Familienfest auf dem Mariannenplatz stürmte und bereits im Vorfeld eine Erste-Mai-Demonstration gerichtlich verboten wurde, was mit einer polizeilichen Invasion und Besetzung des Berliner Bezirks Kreuzberg durchgesetzt wurde. Etliche Berichte und Fotos erzeugten einen massiven politischen Druck, weshalb die These von "autonomen Krawallmachern" in Frage gestellt und kritische Töne gegen das Vorgehen der Polizei lautgeworden waren.

Eine neue Qualität brachte dann die Berichterstattung über Genua, als durch etliche AugenzeugInnenberichte die öffentliche Wahrnehmung der Geschehnisse in Genua von einem undifferenzierten Gequatsche über Riots und Straßenkämpfe zu einer Auseinandersetzung über Polizeigewalt und einer etwas mehr sachlichen Auseinandersetzung über die Proteste, AktivistInnen und deren Anliegen sowie die staatliche Reaktion darauf gelenkt werden konnte. Es bleibt natürlich die Frage, ob das deshalb geschah, weil die Sensationsgeilheit der staatstragenden Medien unseren Pass angenommen hatte oder weil unter den Mißhandelten auch JournalistInnen waren und das eine Art Solidarität bewirken konnte.

staatstragende Medien vs indymedia.germany

Die öffentliche Wahrnehmung von Ereignissen und gesellschaftlichen Problemen wird zwar noch immer von den staatstragenden Medien gelenkt und gesteuert, doch hat indymedia.germany einen nicht leugbaren Einfluß gewonnen durch seine Eigenart, Berichte und Bilder vom Geschehen direkt, von den Betroffenen, zu präsentieren und damit eine 1A Quelle darzustellen, auf die zu berufen bzw. von der abzukupfern gleichzeitig einfach, informativ und spannend ist.
Desweiteren wird indymedia.germany immer bekannter als alternative Informationsquelle bei Menschen, die solangsam merken, daß das, was ihnen in den staatstragenden Medien präsentiert wird bei weitem nicht alles bzw. die Wahrheit ist. Gerade auch deshalb müssen die staatstragenden Medien auch auf indymedia.germany eingehen, um nicht bei ihren Lesern, Hörern oder Sehern als unseriös bzw. unkritisch dazustehen und dann vielleicht Kundschaft zu verlieren.

immer mehr Menschen nutzen indymedia.germany

Das fördert ein weiteres Bekanntwerden von indymedia.germany und hat neben dem Effekt, daß immer mehr Menschen ihre Informationen (auch) aus indymedia.germany beziehen, auch den Effekt, daß immer mehr Menschen, AktivistInnen und Gruppen Kommentare und Berichte für dieses Medium schreiben.
Das ist allerdings differenzierter zu betrachten:
1. Immer mehr Menschen beziehen Informationen aus Indymedia bedeutet zunächst oben beschriebene positive Dinge. Zum anderen werden diese Informationen aber nicht nur ausschließlich zur eigenen Horizonterweiterung benutzt, sondern auch um staatlicherseits einfach Informationen über soziale Bewegungen zu sammeln. Das ist allerdings auch eine normale Eigenschaft von Kommunikation, denn es gibt sicherlich heute kein Kommunikationsmedium mehr, das von staatlichen Spitzelangriffen verschont bleiben würde und es steht ja nur in den Artikeln, was dort stehen soll und somit auch von den Schlapphüten gelesen werden darf. Es ist allerdings durchaus wichtig sich zu vergegenwärtigen, daß den Text, den Mensch schreibt, auch von Staatsseite gelesen wird. Dazu wäre evtl. auch ein Hinweis in den jeweiligen Eingabeformularen nicht schlecht. Das andere Problem ist, daß auch Faschisten und Neo-Nazis Informationen über indymedia.germany sammeln, doch auch hier gilt dasselbe wie bei den staatlichen Stellen. Eine übertriebene Panikmache wäre allerdings denke ich überflüssig, es sollte sich halt mit Namen, Adressen etc. zurückgehalten werden, doch das ist bei einem Medium wie dem Internet eigentlich klar.

2. Immer mehr Menschen schreiben Artikel und Kommentare auf indymedia.germany bedeutet zunächst es gibt mehr Informationen (auch von gleichen Ereignissen oder gleichen Themen), das fördert die Vielseitigkeit dieses Mediums und erhöht ihren Informationsgehalt. Doch nicht nur, denn umso mehr Menschen aktiv Artikel und Kommentare posten, umso mehr gibt es auch unsachliche, schlicht falsche, gerüchtehafte, unsinnige, Poser- und Mackerartikel, etc. Außerdem können Nazis, Faschisten und staatliche Stellen gefakte oder in die Irre leitende Artikel oder Kommentare verschicken, mit dem Ziel die Kommunikationsstruktur zu zerstören. Allerdings sehe ich das im Moment nicht als Bedrohung, auch wenn dies bereits praktiziert wird. Es sollte wirklich darauf geachtet werden, daß die Informationen in einem Artkel/Kommentar bestätigt sind und mit Quellangaben oder anderen belegenden Links versehen sind.

Struktur von indymedia.germany

Alle Beiträge (außer sexistische, rassistische, faschistische oder militaristische) landen im sogenannten "Open-Posting" und sind dort, durch das drüchen des Link "Alle Beiträge" auf der Startseite, für alle einsehbar. Eine Moderationscrew, die über eine offene Mailliste kontaktiert werden kann, stellt dann alle, als Bericht oder Artikel (also keine Aufrufe, "bullshit", Kommentare, Termine,...) in den sogenannten "Newswire" auf die Startseite. Die neuesten Beiträge erscheinen jeweils oben und die älteren verschieben sich dann jeweils nach unten. Darüberhinaus gibt es in der Mittelspalte der Startseite das sogenannte "Feature". Dieses ist vor allem wichtig für die breite Öffentlichkeit und JournalistInnen, denn es ist übersichtlich gestaltet, beinhaltet sehr gut recherchierte Artikel, ist schnell zu überschauen, beinhaltet sehr viele weiterführende Links und Sammlungen geposteter Artikel zu bestimmten Themen. Alles "wichtige" wird dort präsentiert.

Kritik an der Struktur: offen und unhirarchisch?

Die indymedia.germany-moderationscrew bestimmt, was dort präsentiert wird. Dies widerspricht dem offenen und unhirarchischen Konzept von indymedia.germany, denn die "wichtigste" und öffentlichkeitswirksammste Spalte wird von einer Gruppe Leuten diktiert. Diese mehr oder weniger "unsichtbaren" Menschen entscheiden, ob sie einen Artikel, ein bestimmtes gesellschaftliches Ereignis oder Thema für "würdig" halten und ihm die "Ehre" zuteil werden lassen, daß er ins Feature kommt. Wie gesagt, dieses Feature ist nicht nur die repräsentativste Funktion von indymedia.germany, sondern auch die qualitativ beste, was ja ansich auch ein sehr gutes System ist, Artikel und Berichte in sozusagen drei Schritten zu verwerten. Bei Schritt Nummer 1, also dem aussondern rassistischer, sexistischer etc. Texte ist der "Filter" nachvollziehbar und klar beschrieben. Beim zweiten Schritt, dem Aufnehmen von ausschließlich Artikeln und Berichten ist das auch klar, es soll ja ein Nachrichtendienst (Medienzentrum) sein und sich darauf konzentrieren Berichte zu veröffentlichen, da es für Aufrufe, Termine etc. andere Systeme im Internet gibt (auch hier ein kleiner Vorschlag: diese villeicht noch klarer vernetzen und auf den jeweiligen Seiten klar verlinken). Nur bei Schritt drei kommt plötzlich das große Mysterium, denn niemand weiß wer wie wann wieso etc. ein Feature macht und es scheint, als ob diese gänzlich abgehoben vom restlichen System stehen. Doch nicht nur strukturell ist diese Linie unverständlich, sondern auch aus dem Blickwinkel des/r "normalen" indymedia-ReporterIn. Nun macht sich Mensch an die Arbeit, versucht ganz nach der Idee "indymedia" selbstständig oder mit FreundInnen ein Thema journalistisch zu bearbeiten bzw. eine Sammlung von bereits erschienenen Texten zu einem bestimmten Ereigniss oder Thema zu machen. Das ganze nimmt sehr viel Zeit in Aufwand, da es nicht immer leicht ist, einen gut lesbaren, informativen Text oder zu einem Thema sämtliche ältere Artikel durchzustöbern und thematisch zusammenzufassen. Geschafft: ins Netz gestellt - und wenn die indymedia-Crew das Thema für nicht "wichtig" oder ähnliches hält, fällt er bereits nach zwei, drei Tagen wieder in die Versenkung des Netzes, einem Zeichen unserer schnelllebingen, reizüberfluteten Gesellschaft.

Fazit - Lösungsansatz - Diskussion

Es müssen klare Strukturen her, die die Feature-Politik deutlichmachen, für jedeN nachvollziehbar und akzeptabel. Es kann nicht sein, daß in diesem Medium, das immer wichtiger für die sozialen Bewegungen weltweit zu werden scheint und das großen Einfluß bekommt, eine Anzahl von Menschen über die "Wichtigkeit" einzelner Ereignisse oder Themen entscheidet. Dann werden Hirarchien gebildet und es stellen sich Machtpositionen heraus, nicht nur im Internet auf indymedia.germany, sondern in der weltweiten Bewegung gegen Staat, Kapital und Herrschaft, von der indymedia.germany Teil sein will.

Eine Idee dazu wäre folgende:
Macht Mensch sich die Mühe, mehrere Artikel aus indymedia.germany (oder auch indymedia.worldwide) zusammenzustellen, verknüpft mit Links zu weiterführenden Informationen und spricht damit ein Thema an, das bisher nicht als Feature vertreten ist, sachlich recherchiert und ergänzt durch einen eigenen Text, so kommt dieser Bericht ins Feature. Einen weiteren wichtigen Punkt dabei fände ich, eine e-mail-adresse als Kontaktmöglichkeit angeben zu müssen (kann ja auch eine zu diesem Zweck angelegte anonyme oder bei indymedia.germany hinterlegte etc. sein), um jedem/r die Möglichkeit zu geben, Ergänzungen zu schicken.

So, nun hab ich viel geschrieben und hoffe auf eine spannende und überaus notwendige Diskussion um indymedia.germany als ein offenes und unhirarchisches Medium.
Indymedia ist eine Veröffentlichungsplattform, auf der jede und jeder selbstverfasste Berichte publizieren kann. Eine Überprüfung der Inhalte und eine redaktionelle Bearbeitung der Beiträge finden nicht statt. Bei Anregungen und Fragen zu diesem Artikel wenden sie sich bitte direkt an die Verfasserin oder den Verfasser.
(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)

Ergänzungen

ich stimme der Grinsekatze voll zu

Pitti 29.08.2001 - 22:40
weil ich denke, dass nur durch die klare Strukturierung und klare Kontinuität eine linke Medienmacht gegen den Mainstream - Hirnverkleisterungs- Müll möglich ist. Wir haben uns ein Beispiel an indymedia genommen und wollen mit unserer seite ein enge Verknüpfung ALLER alternativen Kräfte erreichen. Schaut doch mal vorbei .....

Hierarchie und so...

Autonome netzguerilla / DRANN Redaktion 29.08.2001 - 22:47
Wir arbeiten derzeit an einem Infosystem namens DRANN (Digital Resistance Action News Network), eine Art Indymedia für den Bereich Netzaktivismus, Hacktivismus und Webkultur.
Wir haben zwar auch sowas ähnlches wie ein Feature, dort erscheinen aber (wenn unsere Scripte funktionieren) die Artikel, die von den BesucherInnen gut bewertet wurden, Primär nach Datum und sekundär nach "Roten Sternen" (unsere Bewertungseinheit) geordnet.
Ihr könnt das System gerne schon ausprobieren (Bevor es endgültig in Betrieb geht, werden alle test-Artikel gelöscht, insofern Sie keinen wirklichen Inhalt haben).
Hier der Link:  http://www.drann.de

indymedia zusammen besser machen

maulwurf 29.08.2001 - 23:50
Hallo Grinsekatze,

du hast recht mit deiner Kritik.

Auch deinen geposteten Artikel "indymedia... was tun" finde ich vom Ansatz wichtig. Lass uns darüber lang und breit, in aller öffentlichkeit diskutieren. (am besten auf der germany.liste)

Hier nur eine ganz kurze persönliche Antwort:
Was ich als Teil des Moderationskollektives am wenigsten will ist zwischen "wichtigen" und "unwichtigen" Themen und "guten" und "weniger guten" Berichten zu entscheiden. Das ist in der Tat hirarchisch und dessen Gegenteil was indymedia so interessant macht.

Das Dilemma des Moderationskollektives:

- erstens sind wir viel zu wenige
- zweitens wird indymedia sehr schnell viel stärker genuzt als wir alle dachten, die paar Leutchen rennen buchstäblich dem open posting hinterher.

Dabei kommt vieles wichtige zu kurz: Inhaltliche Auseinandersetzungen mit Medien und Medienkritik, eine breite Diskussion über politische und soziale Themen gerade im Zusammenhang mit einer so rasch wachsenden internationalen Bewegung, Kontakt und Austausch mit vielen menschen und Gruppen.

Und dann dass große Problem: Alle die bei der moderation mitmachen, stehen dauernd beim gegenlesen des open posting vor der Situation, eben genau darüber Entscheiden zu müssen, was eigentlich keiner will:
Was genau sind dei Grenzen zwischen Bericht, Aufruf, Mobilisierung, Termin, Presseerklärung, Kommentar, usw.

Genau es gibt da keine klaren Grenzen, die Übergänge sind flissend.
Das gleiche gild auch Beiträge, die schon als "Bericht", "gut recherchiert" und "da hatt sich jemand mühe gemacht" eingestuft worden sind. Welche davon in die Mittelspalte? Bitte glaub uns, dass diese Entscheidungen keinem leicht fallen. Im Gegenteil wir streiten untereinander weil einige gerne mehr Beiträge in die Mittelspalte sehen würden, andere meinen dadurch könnte auch die Mittelspalte zum kurzlebigen Informationsrauschen werden.

Gängige Praxis ist, dass die Leute die aktiv moderationsarbeit betreiben, ca einen Tag zur Diskussion stellen ob ein Beitrag in die Mittelspalte kommt oder nicht. Das gild für selbstgeschriebene Beiträge genauso wie für Beiträge aus dem open posting, also auch für deinen.

Es gibt viele offene Fragen und viel zu tun!

Lass uns darüber diskutieren!

Kritik ist willkommen!

Macht mit bei indymedia!

Beteiligt euch am Moderationskollektiv!

Bildet Städte Gruppen!

bis bald
maulwurf

Brauchen wir Rubriken, IP-Überwachung ?

Zanso Sanazansoza 30.08.2001 - 00:04
Erste Frage zu Indymedia:

Manchmal schreibt man als Indy nur Nachrichten - eher local und action, manchmal auch eher Meinung - eher global und zum nachdenken. Ist es sinnvoll Rubriken dafür einzurichten ?

Zweite Frage zur Überwachung:

Gibt es Hinweise zur Überwachung des IP ? Dann wäre es sinnvoll, Daten über ein paar seperate Mixer-Server verschlüsselt an Indya zu senden. Damit wird eine Nachricht verschlüsselt und in Teilen an mehrere Server gesendet. Der Indy Server empfängt die Teile und dekodiert und addiert den Schrott wieder zu einem sinnvollen Beitrag zusammen.
Das müßte ein freak programmieren und vorher als Konzept entwickelt werden.

hallo

x.y.z. 30.08.2001 - 00:08
Auf jeden Fall ist dies hier ein wichtiger Diskussionsbeitrag. So eine richtige Lösung des Problems kann ich mir zur Zeit auch noch nicht vorstellen. Vielleicht nach ein paar Tagen, wenn das ganze Teil im Wirrwarr von allen anderen beiträgen untergegangen ist. Nein Nein. Mich hat das Thema auch schon seit längerer Zeit interessiert. Zumal ich hier mit vielen Dingen in Berührung komme, von denen ich nur am Rande (wenn überhaupt) etwas erfahren hätte. Die Möglichkeit hier etwas zu veröffentlichen oder zu lesen, was in den bürgerlichen Medien keine und nur kurzzeitige Erwähnung findet, ist schon eine gute Sache. Vor allem sind es Dinge die vor meiner Haustür stattfinden und halt welche die in einem fernen Land passieren. Wie die Ernsthaftigkeit dieser Seite erhalten werden kann??? mmmh??? ich überleg´ mal.

hallo indymedia.

toppy 30.08.2001 - 00:38
hey indymedia...
wie oft wirst du täglich eigentlich angeklickt?
kannst du mir das sagen oder ist das geheim?
wenn ja dann schade aber o.k und weiter so

@toppy

Anna 30.08.2001 - 02:43

Mein Senf

Pete 30.08.2001 - 03:08
Hallo! Auch ich werde kurz mieinen Senf dazureichen. Erst einmal stimme ich im wesentlichen mit Maulwurf
überein und füge noch Dinge hinzu:
Abschnitt immer mehr Menschen nutzen indymedia.germany : zu 1.) Hier muss jedem klar werden, daß
einfach bestimmte Dinge nicht auf eine offenen Webseite gehören, die pro Tag mittlerweile zwischen Tausenden
und Zehntausenden (bes. bei Kampagnen) Besuchern hat! (Zusätzlich werden viele Texte auch auf andere Seiten
gebracht oder ausgedruckt). Panik ist in jedem Fall unsinnig, wir sollten uns mit unseren Inhalten nicht verstecken. -
- - zu 2.) Ja, das ist wirklich ein Problem! Mittlerweile lesen die Moderationsleute die Sachen etwas etwas
gründlicher als anfangs. Aber trotzdem geschehen Sachen, wie die mit dem angeblichen Rücktritt des ital.
Innenministers. Hier ist aber positiv zu nennen (eine Stärke Indymedias), daß er sofort von anderen IndyNutzern
widerlegt wurde... Ausserdem sollten wir jede Information kritisch aufnehmen. Kein Mensch ist objektiv oder im
Besitz einer absoluten Wahrheit. - - -
Abschnitt Kritik an der Struktur: offen und unhirarchisch? Das ist ein wichtiges Problem. Momentan wird
per Mailinglisten die Moderationspolitik unter den Moderationsleuten abgestimmt. Wenn jetzt ein interessanter Text
erscheint, wird er erst als Feature geschaltet, wenn über die Liste Zustimmung kommt (Konsensentscheidungen).
Das dauert etwas und ist ein wenig bürokratisch. Doch unglücklicher ist es, wenn es eine einzelne Person
entscheidet. Momentan sind 3 Texte im Newswire, die ich gerne als Feature hätte... Einige bei Indymedia haben die
Befürchtung, daß zuviele neue Features bedeuten, daß alles sehr schnell wieder verschwindet. Hierfür sind bessere
Strukturen notwendig, was aber wiederum daran scheitert, daß die Software, die Indymedia.de benutzt noch nicht
fertig geschrieben ist, es also noch etws dauert, bis da was geändert werden kann. Ich selbst bin auch der Meinung,
daß umfangreichere Texte in die Mitte gehören und wenn es andere Texte mit demselben Thema gibt, können diese
ja verlinkt werden. Ich denke, daß beim bundesweiten Indymedia-Treffen dies ein wichtiges Thema sein wird...
zum Kommentar von Autonome netzguerilla / DRANN Redaktion: Das ist genau das, was der Gedanke war:
Indymedia soll weder das einzige Projekt dieser Art sein, noch das Non Plus Ultra. Indymedia könnte irgendwann
eines von vielen Projekten sein, die so arbeiten. opentheory.org ist so eines oder der OpenPosting-Kalender von
Protest.net ist ein anders....

Vorschlag

Steffen 30.08.2001 - 14:31
Wie wäre es, wenn man ein Forum integriert (also ein richtiges...nicht diese Kommentarfunktion hier) ? Denn dann könnte man auch weiterführende Diskussionen führen und die Beiträge würden auch etwas übersichtlicher werden. Da man ja bekanntlich ein Forum in verschiedene Kategorien einteilen kann (also ich meine damit vernünftige Forensysteme wie z.B. UBB, Ikonboard, vB usw.) wäre dies doch ein großer Fortschritt. Man kann an Diskussionen teilnehmen und bei Bedarf sich bei neuen Beiträgen Emails zuschicken lassen. Also sowas müßte doch zu machen sein, oder ?
Kategorien könnten dann zum Beispiel sein:
Termin, Aktuelles, Vergangene Ereignisse, Dies und Das

Tja wie stehen die Verantwortlichen von Indymedia dazu ?
Würde mich über jede Antwort freuen :)

Authentifizierung / Slashcode

küsschen 30.08.2001 - 14:55
Indymedia-Moderatoren! Erlaubt vertrauenswürdigen Schreibern, sich zu authentifizieren. Das spart Euch Arbeit, weil Ihr die intelligenten Filter dann dafür nicht benötigt. Zudem erhält das ein gewisses Niveau der Artikel. Und es schützt Eure Autoren. Denn JEDE(R) kann z. B. meinen Nick und meine e-mail Adresse angeben. Da ich hier schon einiges an Artikeln schreibe, werden mich immer mehr vom Moderatoren-Team kennen und sich sagen "Das wird schon OK sein, der recherchiert immer ordentlich". Schlimm ist, dass sich hinter meinem Namen jemand völlig anderes verbergen kann. Die Angabe der e-mail Adresse ist nur ein unzureichender Schutz. Schließlich habe ich noch nie von Euch eine e-mail bekommen (warum auch?).

Kennt Ihr slashdot.org ? Wie die das mit dem (freien) Slashcode betreiben, finde ich in weiten Teilen praktikabler, als Eure Lösung. Da könnt Ihr doch mal spicken. Den Slashcode gibt es übrigens in verschiedensten Programmiersprachen, so dass Ihr zumindest einige Aspekte bei Euch einbauen könntet (z. B. die Benutzerauthentifizierung.) Natürlich kann man parallel zur Authentifizierung auch noch nicht authentifizierte Schreiber zulassen, wie bisher.

Bis demnäx

Nur keine Paranoia

Patrik Held 30.08.2001 - 23:29
Ich denke, daß solange das Ziel im Auge behalten wird, nämlich nachprüfbare Gegeninformationen zu liefern bzw. politische Aktionen mit bestimmten Zielen zu initiieren bzw. zu begleiten, es egal ist ob Geheimdienste oder Neonazis die Seite mitnutzen. Das Ziel von Geheimdiensten oder ähnlichen Vereinigungen ist meistens die Desinformation bzw. einer politischen Aktion eine andere Stoßrichtung zu geben. In meiner journalistischen Tätigkeit bin ich schon oft mit dem selben Problem konfrontiert worden. So wurde ich einmal Zeuge bei einer Demonstration von Schülern gegen eine Fahrpreiserhöhung, wie ein mir bekannter Polizist in Zivil sich unter 14 bis 16jährige mischte und sie aufforderte Steine zu schmeißen. Nur 2 Minuten später, nachdem ich mich und den Herrn in der Runde vorstellte, wurde ich sozusagen als Revanche trotz Presseausweis als Rädelsführer festgenommen. Das Ermittlungsverfahren wurde später sang und klanglos eingestellt. In diesem Sinne übertragen meine ich, dass es schon möglich sein sollte gut recherchierte Information von Desinformation und fragwürdige Aufrufe von berechtigten Anliegen zu unterscheiden.

features diskutieren?!

moderatorin 31.08.2001 - 03:11
ja bitte!

ich finde auch, das das eine schwachstelle unseres konzeptes ist, wobei ich immer zu beruecksichtigen bitte, dass wir schon unseren eigenen anspruechen nie gerecht werden, und aber natuerlich dann bei weitem nicht denen von anderen - vor allem, wenn die so vielfaeltig sind, wie die unseres geneigten publikums. wobei ich genauso ein einmischen wie mit diesem artikel hier richtig finde, der ja genau das macht, was wir wollen: den unterschied zwischen medienmacherInnen und medienkonsumentInnen aufheben

fuer die frage der entscheidungen ueber die mittelspaltenartikel (=features) gibt es eine relativ einfache loesung: wir koennten dafuer eine mailingliste einrichten und das ganze dort diskutieren.

bei den features von indymedia global (www.indymedia.org) wird das so gemacht, und es scheint mir eine gute loesung: weil nachvollziehbar ist, wie entscheidungen zustande kommen, weil sich viele leute daran beteiligen koennen, und auch klarer wird, was z.b. an arbeit noch zu machen waere. wenn wer ein thema vorschlaegt, und niemand lust hat, was zu schreiben, dann faellt´s eben aus. wenn andererseits drei verschiedene artikel aus dem newswire (rechte spalte) vorgeschlagen werden, dann wird klarer, warum´s nur einer geworden ist.

wenn dann ploetzlich alle, die immer fleissig kommentare, aber nie artikel schreiben, ploetzlich auf der liste auftauchen, muessen wir uns eben was neues ausdenken ;-).

Zur Frage der IP Überwachung

Beta 31.08.2001 - 23:22
Die Geheimdienste währen schön dumm, wenn sie die IPs der BesucherInnen von Indymedia nicht überwachen würden. Aus diesem Grund benutze ich immer den Java Anon Proxy, der zumindestens so lange noch sicher ist, wie die TKÜV noch nicht in Kraft ist.
Z0Õñ`9Ê6N¢Ýamerikanisches Gericht schon mal die Herausgabe von Logfiles angeordnet, die eben die besagten IP-Adressen enthalten. Als Reaktion darauf hat Indymedia auf das Mitloggen der IPs zeitweilig verzichtet. Ein Readaktionsmitglied sagte damals bedauernd, dass deshalb auch keine Webserverstatistik mehr zur Verfügung stünde. Aber jetzt gibt es diese doch wieder. Daraus muss ich schliessen, dass die IPs im Augenblick doch wieder mitgeloggt werden. Ich finde, das ist sehr leichtsinnig, denn je wichtiger Indymedia wird, desto sicherer wird es zum Ziel staatlicher Repression werden. ich könnte mir durchaus vorstellen, dass irgendwanneinmal ein Durchsuchungsbeschluss kommt, der die Herausgabe von IPs verlangt, die im weitesten Sinne als Unterstützung von Gewalt interpretiert werden könnten. Also: Schaltet das Log am besten wieder ab!

CNN Fake or not

Ekkehard Kähne 12.10.2001 - 21:04
Liebe Leute,

uns erreichte folgender Text zu den ´jubelnden Palästinensern´ am 20.09.2001:

Subject: [Fwd: Fwd: FW: Typical!!]
>Date: Tue, 18 Sep 2001 22:49:27 +0200
>
>There´s an important point in the power of press, specifically
>the power of CNN. All around the world we are subjected to 3 or 4 huge
>news
>distributors, and one of them - as you well know - is CNN. Very
>well, I guess all of you have been seeing (just as I´ve been)
>images from this company. In Particular, one set of images
>caught my attention: the Palestinians celebrating the bombing, out on
>the streets, eating celebration sweets and making funny faces for
>the camera.
>
>Well, THOSE IMAGES WERE SHOT BACK IN 1991!!!
>
>Those are images of Palestinians celebrating the invasion of Kuwait!
>It´s simply unacceptable that a super-power of communications as CNN
>uses
>images which do not correspond to the reality in talking about
>so serious of an issue.
>
>At the BBC here, we have these footages on videotapes recorded
>in 1991, with the very same images. But now, think for a moment
>about the impact of such images. Your people are hurt, emotionally
>fragile, and this kind of broadcast has very high possiblity of
>causing waves of anger and rage against the Palestinians.
>
>It´s simply irresponsible to show images such as those.
>
> Russell Grossman | Head of Internal Communication | BBC
>Third Floor | London Broadcasting House | LONDON W1A 1AA
>
>____________________
>
>I thought so, the night they first showed those images, a BBC news
>reporter
>in Palestine (I forget her name) denied that these scenes were taking
>place.
>
>Shelley :(
>
> Hat den sonst wer erhalten und was ist davon zu halten?

Gruß

Ekki

@netzguerilla

ich will guggen! 08.03.2002 - 20:06
link ist ?defekt?
einmal zu drann und einmal zur netzguerilla
...*schnüff*

@pitti

noch mal guggen 08.03.2002 - 20:08
euer link ist ?alle?