erklärung der elterninitiative genua
in einer erklärung fordern die eltern der inhaftierten deren freilassung. die erklärung ist zur breiten veröffentlichung bestimmt.
ELTERNINITIATIVE GENUA
Erklärung der Elterninitiative Genua zur Situation ihrer Töchter und Söhne in italienischen Gefängnissen
Wir wissen, dass unsere Kinder gewaltlos an den Demonstrationen während des G8-Gipfels am 20./21. Juli 2001 in Genua teilgenommen haben. Sie wurden ein oder zwei Tage nach dem Gipfel, fernab von jeglicher Demonstration, im Umkreis von Genua festgenommen, und 15 von ihnen befinden sich nach inzwischen mehr als vier Wochen immer noch in den Gefängnissen Pontedecimo und Marassi in Haft. Die Haft wird von der italienischen Justiz damit begründet, dass unsere Kinder Angehörige des "Black Bloc" seien und an den Ausschreitungen und Zerstörungen, die während des Gipfeltreffens erfolgten, teilgenommen hätten. Diese Anschuldigung beruht allein auf einer willkürlichen Deutung der Gegenstände, die bei der Festnahme beschlagnahmt wurden, wie z.B. schwarze T-Shirts oder das in den Campingbussen gefundene Werkzeug. Ein Beweis für die Teilnahme unserer Kinder an den Ausschreitungen und Zerstörungen liegt nicht vor.
Wir fragen, warum die italienische Polizei dagegen darauf verzichtet hat, während der Demonstrationen gewalttätige Personen festzunehmen. Wir haben daher, wie unsere Kinder, die Vermutung, dass die Haft aus politischen Absichten aufrecht erhalten wird, um letztlich doch noch Sündenböcke präsentieren zu können.
Wir erklären daher:
1. Die konstruierten Vorwürfe der Zugehörigkeit zu einer terroristischen Vereinigung sind unzutreffend und daher fallen zu lassen.
2. Die Zuordnung des Verhaltens unserer Kinder zu den Aktionen eines gewalttätigen "Black Bloc" innerhalb der Protestdemonstrationen gegen das G8-Treffen in Genua ist willkürlich und entspricht nicht den Tatsachen.
3. Wir wenden uns strikt gegen eine Vorverurteilung unserer Kinder, die in dem extrem gewaltsamen und schikanösen Vorgehen der Polizei bei der Inhaftierung, in den Argumenten der Staatsanwaltschaft und in der Berichterstattung eines Teils der Medien Italiens zu erkennen ist.
4. Wir weisen das Ziel der Prozessführung gegen unsere Kinder zurück, das offensichtlich in einer Kriminalisierung der ganzen sozialen Bewegung, die gegen die negativen Auswirkungen der sogenannten Globalisierung gerichtet ist, besteht.
5. Wir protestieren dagegen, dass die italienische Justiz unsere Kinder als unschuldige Opfer mit der Absicht benutzt, Abschreckung gegen zukünftige Proteste und kritische Bewegungen hervorzurufen.
Unsere Kinder vertreten politische Auffassungen, die sich in vielen Fällen nicht mit unseren decken. Aber eine Diskriminierung und strafrechtliche Verfolgung politischer Standpunkte, zumal wenn sie friedlich geäußert werden, lehnen wir einhellig ab. Wir würdigen den Mut unserer Töchter und Söhne, für ihre Ansichten öffentlich einzustehen.
Unsere Sorge gilt in erster Linie unseren Kindern in Haft. Mit Sorge erkennen wir jedoch auch, dass anerkannte Prinzipien der Rechtstaatlichkeit, die einem vereinten Europa zugrunde liegen, in Gefahr sind.
Wir fordern die Freilassung unserer Söhne und Töchter aus den italienischen Gefängnissen und die Einstellung der unrechtmäßigen Gerichtsverfahren.
Wir fordern die Bundesregierung auf, sich dafür entschieden einzusetzen.
Die Elterinitiative Genua
24. August 2001
Erklärung der Elterninitiative Genua zur Situation ihrer Töchter und Söhne in italienischen Gefängnissen
Wir wissen, dass unsere Kinder gewaltlos an den Demonstrationen während des G8-Gipfels am 20./21. Juli 2001 in Genua teilgenommen haben. Sie wurden ein oder zwei Tage nach dem Gipfel, fernab von jeglicher Demonstration, im Umkreis von Genua festgenommen, und 15 von ihnen befinden sich nach inzwischen mehr als vier Wochen immer noch in den Gefängnissen Pontedecimo und Marassi in Haft. Die Haft wird von der italienischen Justiz damit begründet, dass unsere Kinder Angehörige des "Black Bloc" seien und an den Ausschreitungen und Zerstörungen, die während des Gipfeltreffens erfolgten, teilgenommen hätten. Diese Anschuldigung beruht allein auf einer willkürlichen Deutung der Gegenstände, die bei der Festnahme beschlagnahmt wurden, wie z.B. schwarze T-Shirts oder das in den Campingbussen gefundene Werkzeug. Ein Beweis für die Teilnahme unserer Kinder an den Ausschreitungen und Zerstörungen liegt nicht vor.
Wir fragen, warum die italienische Polizei dagegen darauf verzichtet hat, während der Demonstrationen gewalttätige Personen festzunehmen. Wir haben daher, wie unsere Kinder, die Vermutung, dass die Haft aus politischen Absichten aufrecht erhalten wird, um letztlich doch noch Sündenböcke präsentieren zu können.
Wir erklären daher:
1. Die konstruierten Vorwürfe der Zugehörigkeit zu einer terroristischen Vereinigung sind unzutreffend und daher fallen zu lassen.
2. Die Zuordnung des Verhaltens unserer Kinder zu den Aktionen eines gewalttätigen "Black Bloc" innerhalb der Protestdemonstrationen gegen das G8-Treffen in Genua ist willkürlich und entspricht nicht den Tatsachen.
3. Wir wenden uns strikt gegen eine Vorverurteilung unserer Kinder, die in dem extrem gewaltsamen und schikanösen Vorgehen der Polizei bei der Inhaftierung, in den Argumenten der Staatsanwaltschaft und in der Berichterstattung eines Teils der Medien Italiens zu erkennen ist.
4. Wir weisen das Ziel der Prozessführung gegen unsere Kinder zurück, das offensichtlich in einer Kriminalisierung der ganzen sozialen Bewegung, die gegen die negativen Auswirkungen der sogenannten Globalisierung gerichtet ist, besteht.
5. Wir protestieren dagegen, dass die italienische Justiz unsere Kinder als unschuldige Opfer mit der Absicht benutzt, Abschreckung gegen zukünftige Proteste und kritische Bewegungen hervorzurufen.
Unsere Kinder vertreten politische Auffassungen, die sich in vielen Fällen nicht mit unseren decken. Aber eine Diskriminierung und strafrechtliche Verfolgung politischer Standpunkte, zumal wenn sie friedlich geäußert werden, lehnen wir einhellig ab. Wir würdigen den Mut unserer Töchter und Söhne, für ihre Ansichten öffentlich einzustehen.
Unsere Sorge gilt in erster Linie unseren Kindern in Haft. Mit Sorge erkennen wir jedoch auch, dass anerkannte Prinzipien der Rechtstaatlichkeit, die einem vereinten Europa zugrunde liegen, in Gefahr sind.
Wir fordern die Freilassung unserer Söhne und Töchter aus den italienischen Gefängnissen und die Einstellung der unrechtmäßigen Gerichtsverfahren.
Wir fordern die Bundesregierung auf, sich dafür entschieden einzusetzen.
Die Elterinitiative Genua
24. August 2001
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Ergänzungen
video von gewaltexzessen
es zeigt ein paar ausschnitte aus dem von italy.indymedia.org veröffentlichten 200 MB-video.
vorsicht nichts für schwache mägen/nerven.