FrauenLesben Aktion zum GlobalActionDay 2. Tl

Einige FrauenLesben aus Hamburg 23.08.2001 20:44
Redebeitrag und Bilder zur FrauenLesben Aktion in Pink-Silver am 20.8. zum Global Action Day
gegen die repression in genua und anderswo der widerstand geht weiter!

Hier nun der Redebeitrag und ein paar Bilder zur Aktion in der Hamburger Innenstadt und am Bahnhof

Vom 19. -21 Juli 2001 protestierten in Genua bis zu 300.000 Menschen aus vielen Teilen der Welt vielfältig und entschlossen gegen den G8 Gipfel. Dies war die bislang größte Demonstration von KritikerInnen und GegnerInnen der kapitalistischen Globalisierung.
Ihr Protest richtete sich unter anderem gegen die zunehmende Kluft zwischen Arm und Reich und die damit einhergehende Verelendung und Verarmung, die Abschottung der Industrieländer gegen Flüchtlinge und MigrantInnen und die ausbeuterischen Bedingungen in transnationalen Konzernen.

In einer beispiellosen Medienhetze wurde in den Wochen vor dem Gipfel der Widerstand gegen die Globalisierung als Terrorismus diffamiert und GipfelgegnerInnen im Vorfeld mit Repressionen wie Ausreiseverboten und Hausdurchsuchungen überzogen. Der geplante Einsatz von militärischen Truppen und Schußwaffen sowie die Stationierung von Flugabwehrraketen verdeutlichte, dass der Gipfel mit allen Mitteln durchgesetzt werden sollte. Gegenüber allen DemonstrantInnen gab es nur eine Strategie: Tränengas und Prügel, Demütigungen, sexualisierte Gewalt und Misshandlungen bei Festnahmen und in den Knästen.

Wie schon bei dem EU-Gipfel in Göteborg hat die Polizei in Genua mehrfach scharf geschossen. Zudem raste sie mit Panzerwagen direkt in die Menge der DemonstrantInnen. Am Freitag den 20. Juli erschoss ein Carabiniere aus nächster Nähe den 23jährigen Demonstranten Carlo Giuliani.

Am Samstag überfiel eine Sondereinheit die Diaz-Schule und das Indymedia Pressezentrum und ging mit unbeschreiblicher Härte gegen alle dort Anwesenden vor. Mit äußerster Brutalität schlug die Polizei die 90 größtenteils schlafenden Personen krankenhausreif.
Verantwortlich an dem Mord und den Übergriffen sind alle, die daran mitgewirkt haben: der italienische Ministerpräsident Berlusconi und seine Regierung, an der die faschistische Alleanza Nazionale beteiligt ist.
Verantwortlich an seinem Tod sind auch Bundeskanzler Schröder, der unnachgiebige Härte gegen die GlobalisierungsgegnerInnen gefordert hat und Innenminister Schily, der demokratische Grundrechte wie die Bewegungsfreiheit und das Demonstrationsrecht in der BRD ausgesetzt hat.

Bis heute sind noch 17 Menschen aus verschiedenen Ländern in Italien inhaftiert, die alle nach dem Gipfel festgenommen wurden. Vielen drohen lange Haftstrafen. Als Beweismaterial für angebliche Straftaten dienen der Besitz eines Brotmessers, eines schwarzen T-Shirts, eines Erste-Hilfe Koffers oder Campingutensilien. Die Gefangenen wurden mit Gewalt gezwungen, Aussagen zu machen. Sie hatten teilweise bis zu einer Woche keinen Kontakt zu AnwältInnen, Angehörigen oder FreundInnen und wurden von anderen Gefangenen isoliert. Sie wurden weiterhin mißhandelt und nicht über ihre Rechte aufgeklärt.

Überall auf der Welt kämpfen Menschen gegen die Lebensbedingungen, die die ökonomische Globalisierung erzeugt und gegen die Gewalt, die notwendig ist, um dieses System aufrechtzuerhalten.

Wir verstehen uns als Teil dieser internationalen Bewegung. Wir werden auch weiterhin gegen dieses menschenverachtende System mit all unseren Mitteln kämpfen.

Unsere Vielfalt ist unsere Stärke!

Einige FrauenLesben
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Ergänzungen

pink-silver for ever

pink 24.08.2001 - 11:53
cool!