Mobilisieren über Internet?
Global Action Day in Berlin: Hat davon nur eine kleine Indymedia-Fangemeinde mitgekriegt?
Bei der Mobilisierung zum Global Action Day in Berlin habe ich erstmals das Fehlen von Plakaten im öffentlichen Raum ernsthaft wahrgenommen. Könnte es sein, daß sich über die zunehmende Beliebtheit des tatsächlich glorreichen Indymedia-Netzwerkes eine gewisse Mobilisierungs-Praxis-Müdigkeit einschleicht bzw. verstärkt? Wenn wir nicht noch weiter in die Ecke von Privatveranstaltungen auf der Straße (Demos)rücken wollen, sollten wir gerade zum Genua-Desaster viel und aufklärend plakatieren. Ich wäre dabei. Eine tolle Internetseite ersetzt noch keine Straßenmobilisierung, klar oder? -nicht auch nur annähernd!
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(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)
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Ergänzungen
hallo
2000 in berlin ... viele hundert woanders ... das ist schon ziemlich gut ... darüberhinaus hättest du doch plakate kleben können ... ich finde das schon ok ... erzähle deinen freunden von indymedia, von nadir und was weiß ich noch ... die werden es weiter erzählen usw ...
Plakatieren kostet fast nix
Nur Web-Mobilisierung reicht sicher nicht
Viele der a20-Aktionen waren so eine Art Klein-Grüppchen-Info-Guerilla (Leichenumrisse aufs Pflaster malen, rote Farbe dazu / an Brücken Transpis anbringen, usw...). Zu solchen Anlässen kann man nicht großartig mobilisieren, sonst sind die Büttel schon zuerst da.
Ich freue mich wirklich über die Vielzahl dieser Aktionen zum a20, nur hätte ich mir z.B. für HH eine Großdemo, eine Reclaim-the-streets-Party, oder ähnliches gewünscht. Für Menschen, die sich örtlich und zeitlich nun mal nicht dauernd in Szene-Zusammenhängen bewegen, war die Abwesenheit jeglicher Infos zum a20 im öffentlichen Raum schade, wenn gleichzeitig die Bereitschaft bestand, sich zu beteiligen. Im Web habe ich bezüglich HH nur von einer "Kundgebung" am Hbf mit anschließender Fahrt nach Bremen gelesen.
An dieser "Kundgebung" hätte man aus Versehen auch dran vorbeilaufen können. Keine Flugis, Transpis, keine Flaggen, keine Infos. Nur ein paar Grüppchen von Bekanntenkreisen, die alle für sich wortkarg in der Gegend rumstanden. Personen, die ich ansprach, hatten auch keine Ahnung, was außer der Fahrt nach Bremen noch so läuft. Als jemand in einer beschissenen finanziellen Situation war mir das Standard-Bahn-Ticket nach Bremen zu teuer, also wars das für mich am a20 gewesen.
Tja schade, das in HH nix Großes lief, denn auch jenseits der üblichen Zusammenhänge und Grüppchen, gibt es viele Menschen, die das Flexibilisierungs-Gesabbel, die den Kapitalismus irgendwie leid sind, und die sich an größeren Aktionen sicher beteiligen würden.
Größere Demos laufen in HH meistens ab als Reaktion auf Schweinereien vom Senat in Sachen Hafen und Flora oder gegen die Nazis. Schön wäre auch mal eine starke Straßenpräsenz für etwas, für die klassenlose und herrschaftsfreie Gesellschaft, für den Drei-Stunden-Tag, für eine andere Welt, usw...
Aber so etwas erfordert eine Form von Organisation und Zusammenarbeit, von der es noch zu wenig gibt. Nur so kann dann auch größer und wirkungsvoller mobilisiert werden.
Das ist doch Alles Maximierungs Denken
war doch o.k.
Hallo Dr. No