Kamen: Aktion zum Global Action Day

autonome GlobalisierungskritikerInnen 21.08.2001 17:38
In Kamen fand am 20. August anläßlich des Global Action Days eine Aktion mit 22 TeilnehmerInnen vor einer Sparkasse. Mehrere Tranparente und eine kleine Theateraktion sollte Polizeiterror kritisieren.
Die TeilnehmerInnen trafen sich um halb vier vor der Städtischen Sparkasse in Kamen. Diese wurde ausgewählt, da sie nicht nur das größte Geldinstitut ist, es liegt auch als einziges zentral in Kamen. Die Filiale der Commerzbank beispielsweise liegt so versteckt, dass eine Aktion vor der nicht genügend Leute angesprochen hätte.
So wurde die Sparkasse aber doch mehr als Symbol für das kapitalistische System gewählt.
Die AktivistInnen entrollten ein Transparent mit der Aufschrift "Für die Macht der Reichen gehen Sie über Leichen" vor dem Haupteingang. Und über Leichen mussten die KundInnen der Sparkasse gehen, wenn sie ins Gebäude wollten, denn drei AktivistInnen lagen, mit Kopfschusswunden und Verletzungen geschminkt, vor dem Eingang.
Der Leiter der Sparkasse kam auch nach kurzer Zeit nach draußen und forderte die AktivistInnen zu gehen und den Eingang freizumachen. Er wurde allerdings von einer Angestellten der Bank aufgefordert die Leute doch liegenzulassen, denn das sei doch völlig OK was die machen würden. Sie wurde von einer Passantin unterstützt die sagte "Vor 20 Jahren hätten wir sowas auch gemacht".
Also konnten die Leute liegen bleiben und die Polizei tauchte nicht auf.
Vor dem Nebeneingang wurden zwei weiter Transparente entrollt. Sie hatten folgende Aufschrift "Gegen Polizeistaat und Ausreiseverbot" und "Freiheit für alle in Genua Verhafteten".
Die AktivistInnen hatten außerdem noch Plakate dabei, mit denen die Sparkassen- Aussenwand etwas verschönert wurde oder die auf Holztafeln montiert wurden.
Sie thematisierten vor allem die Polizeigewalt und die Polizeirepression in Genua als auch in der BRD. Außerdem wurde versucht die Leute auch etwas auf Alternativen zu diesem System hinzuweisen, ihnen zu vermitteln das Kapitalismus kein Naturgesetz ist und Sexismus und Rassismus keineswegs "normal".
Die Reaktionen der PassantInnen waren im Durchschnitt positiv, so dass eine Vielzahl an Flugblättern verteilt werden konnte.
Örtliche Presse und Radio (Radio MK- Sendung wird am Donnerstag um 20.04 Uhr ausgestrahlt) waren ebenfalls vor Ort.
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Ergänzungen

21.08.2001 - 18:13
Wo bitte liegt denn Kamen? Ich kenne KAMENZ (Sachsen). Aber in diesem Nazikaff würde niemand eine global action day- Aktion machen...oder?

RE: Wo is Kamen?

hoshi 21.08.2001 - 18:32
Kamen is ne Kleinstadt in Westfalen! Es is nicht toll da, aber es gibt Leute die auch dort den Anspruch haben linksradikale Politik zu machen.Was manchmal sogar gut klappt!
Was aber ziemlich bekannt ist, ist das Kamener Kreuz (A1/A2), da sind dann auch öfters mal ziemlich große Unfälle.
Das Bild von der Aktion is übrings gut gelungen!

Gruß, Neid und ein bisschen Kritik

subcommandante 21.08.2001 - 23:11
Erstmal RESPEKT für so eine Aktion, grade in Kamen ist schwieriger sich so was selbst zu bastenln als sich in Berlin irgendwo anzuschließen!!!

Doch war es nicht so überlegt die ganze Aktion(damit meine ich die Kapitalismus Kritik) neben einer Sparkasse stattfinden zu lassen.
Denn im Unterschied zu normalen Banken ist die Spasskasse eine recht gute Lösung:sie gehört mehr oder weniger der Allgemeinheit und ist dieser auch verpflichtet,darf nur 2% Gewinn machen und muss den Rest lokal spenden.(Das geht dann mehr(Kindergärten, Parks etc.) oder weniger sinnvoll (Schützen-, Kanninchenzüchtervereine etc.) drauf)
Trotzdem Dank und auch weiterhin viel Erfolg.

Grüsse an die üblichen Verdächtigen aus dem Westpark,Dortmund.

In der Vielseitigkeit liegt unsere Stärke!!!

P.S. Auch solche Aktionen bei Indymedia vorher kurz posten.

Sparkasse

josh 22.08.2001 - 09:54
Das mit der Sparkasse war uns bekannt, allerdings gab es keine wirklich guten Alternativen.
Es ist also mehr symbolisch gemeint. Ne Deutsche Bank hätten wir auch toller gefunden, gibt es in Kamen nur nicht.
Außerdem bleibt Bank ja Bank.
liebe Grüsse

Mehr...

Betonbrand 22.08.2001 - 10:21
Falls jemand noch etwas mehr über den Raum Unna erfahren will, der sollte mal auf die Website der antikapitalistischen Gruppe Betonbrand gehen, die sich vorallem mit Innenstadtpolitik beschäftigt.
Lob an die Leutz aus Kamen!und alle die an der Aktion betteiligt waren!

Auf dem Dorf...

Lelle 23.08.2001 - 18:41
Ich denk im großen und ganzen war die Aktion schon ein Erfolg. Wir haben viele Leute erreicht, haben ein recht positives Medienecho in der Lokalpresse erhalten (höre und staune)und außerdem gezeigt, dass nicht nur in den großen Städten was läuft, sondern auch in den Dörfern durchaus kritische Stimmen vorhanden sind. Es gab natürlich auch Kritikpunkte, klar, wie z.B. die Wahl der Sparkasse, aber das liegt wirklich an der Größe der Stadt. Die anderen 2 Banken, die geeignet gewesen wären, liegen ausserhalb und wir hätten vielleicht 3 Leuten und nem Hund n Flugi geben können.

UNite against the isms!

Investoren und Spekulanten

wassili 23.08.2001 - 22:32
Warum könnt Ihr verstrahlten Menschen den "Global Action day", an dem die Bewegung nach nirgendo sich ein Stückchen weiter bewegt, nicht dazu nutzen, ein gutes Buch zu lesen. Zum Beispiel eines über Antisemitismus in der Linken. dann würdet ihr nicht mit "subcommandante" über den Unterschied zwischen der dem "Allgemeinwohl" verpflichteten Sparkasse und so richtigen Raffke-Banken wie der Commerz-Bank plaudern. dann würde auf der Homepage der "antikapitalistischen" Gruppe "Betonbrand" sich nicht darum gesorgt, daß eine Stadt durch ein Einkaufszentrum "gekillt" wird ( Sebnitz lässt grüssen), dann würde sich dort - mensch hält es im Kopf kaum aus - nicht um die Arbeitsplätze in der Innenstadt gesorgt.
Kein Wunder, daß ihr euch über wohlgesonnene "kritische Stimmen" aus der Bevölkerung freuen dürft. Wenn das deutsche Pack in "Antikapitalismus" macht, dann ist im Spektrum von "Sorge um Arbeitsplätze" über das Herausbrennen des "Krebsgeschwürs der Welt", des "Zinsanteils im Geld" ( auf dem Kirchentag in Frankfurt mittels Feuerzeugen geschehen) bis zur Judenvernichtung so ziemlich alles möglich, aber ganz sicher kein Antikapitalismus in emanzipatorischer, d.h. kommunistischer Absicht. In jedem Fall gehts um den Kampf gegen "Investoren und Spekulanten", denn die haben "Namen und Adressen". da stimmen die Feindbilder. da braucht mensch nicht nachdenken.
Aber bei Indymedia seit ihr auf jeden Fall gut aufgehoben. Auf der "pluralistischen" Plattform für den linken Teil der deutschen Volksgemeinschaft, wo auch die "intelligentesten" elektronischen Filter den miesen Geist ihrer ProgrammiererInnen nicht ausgleichen können und den ärgsten Unflat durchlassen müssen, weil Antisemitismus für die Linksdeutschen kein Thema ist.
Macht ruhig weiter so !

xxx 23.08.2001 - 23:55
"emanzipatorischer, d.h. kommunistischer" - da lachen ja die hühner! parteiführung und zk ist emanzipatorisch ja? und
wer sagt, daß die nutznießer des systems scheisse sind, ist gleich ein antisemit ja? hört sich ja ziemlich nach dieser
komischen politsekte aus berlin an, die selbst ein haufen nationalistischer, antisemitischer schwachköpfe sind.....
"Aber bei Indymedia seit ihr auf jeden Fall gut
aufgehoben" - wenn ihr alle linken scheisse findet - warum verpisst ihr euch nicht einfach?
hier hat keiner bock auf sekten und faschos.

@wassili

egal.. 24.08.2001 - 16:11
Hömma was soll der scheiß.
Wir sind ganz bestimmt keine Antisemiten, wir unterscheiden auch nicht zwischen raffendem und schaffendem Kapital. Kapitalismus ist scheiße, denn dieses System basiert auf Ausbeutung, Herrschaft und Ungerschtigkeit! Das ist unsere Aussage! Wir sind eindeutig anarchistisch und wenn es um Arbeitsplätze geht, so ist das ein Argument gegen Konsumtempel. Wenn es auch nicht das wichtigste ist, so bietet es wenigstens Diskussionsanstoß im Gepräch mit "normalen" Bürgern.
Außerdem finde ich deine Anschuldigungen unter aller Sau!
Falls du es nicht verstehst, uns geht es um die Überwindung diese Systems, nicht bloß um "Zinsen" oder "Arbeitsplätze".
Wir wollen eine gerechte, herrschaftsfreie Welt in der jede/r frei von Rassismus und Sexismus, frei von Ausgrenzung und Verwertungslogiken ein töftes und cooles Leben führen kann!

ebenfalls @wassili

Lelle 24.08.2001 - 17:45
Ich würde deine Kritik ja noch verstehen, wenn du auch nur einen klitzekleinen Ansatzpunkt für deine Spinnereien hättest. Unsere Gruppe versteht sich als anarchistisch. Im Gegensatz zu vielen autoritären Kommies glauben wir nicht, dass sich alle Probleme mit dem Fall des Kapitalismus auflösen. Wir kämpfen natürlich auch gegen dieses kapitalistische System, dass Schuld an manchem Elend auf der Welt ist, aber lassen es nicht darauf beruhen und lehnen uns zurück, wenn wir mal nicht gerade gegen "Zinsen" wettern, wie du es sagen würdest. Genauso kämpfen wir auch gegen Rassismus jeglicher Form, gegen Sexismus, gegen Tierausbeutung usw. Bei uns fließt die Politik in so gut wie alle Lebensbereiche, d.h. wir labern nicht nur, sondern tun was und fangen auch bei uns selber an. Kein Plan, wie du darauf gekommen bist, dass wir antisemitisch wären. Für uns gibt es keine Rassen und Wertunterschiede zwischen Menschen. Wir kämpfen gegen Unterdrückung jeglicher Form und da ist egal von wem sie ausgeht. Wir führen es auf den Menschen zurück, nicht auf Rasse, Geschlecht, Religion etc.
Ich hoffe, dass ist geklärt.
Und noch was:
Wäre nett, wenn du vorher nachdenkst/nachfragst bevor du solche denunzierenden Äusserungen ablässt, die nicht grade förderlich für eine effektive Arbeit sind.
Momentan ist sowieso die totale Paranoya ausgebrochen. Vorsicht und Aufmerksamkeit ist ja richtig und wichtig, damit sich nicht sexistische, rassistische, antisemitische und derartige Sprüche in den Widerstand schleichen können und Bullen es nicht allzu einfach haben, aber momentan fangen bei jedem unklaren Wort sofort mind. 5 Leute an zu schreien:"Bulle!" "Fascho!" "Provokateur!"
Mit anarchistischem Gruß