A 20 in Greifswald
Auch in Greifswald fand anläßlich des Global Action Days ein Aktion statt. Rund zehn Leute veranstalteten eine Performance in der Greifswalder Innenstadt
Think global - act local! Global Action Day auch in Greifswald
Auch wenn es bereits einige Tage her ist und nur ein leichtes Säuseln durch den deutschen Blätterwald ging, haben die Menschen in der Welt und auch in Greifswald den Tod von Carlo Giuliani am 20. Juli und den brutalen Polizeieinsatz zum Weltwirtschaftsgipfel in Genua nicht vergessen. Während in deutschen Medien zuerst ausgiebigst über Zerstörungen und Gewalt durch GlobalisierungsgegnerInnen und den imaginären "black bloc" berichtet wurde, verschwanden die Nachrichten aus der Mittelmeerstadt wieder sehr schnell, als immer mehr Berichte über brutale Gewaltexzesse der Polizei auftauchten. Die Ereignisse während der "chilenischen Nacht" in der Diaz-Schule, so benannt in Anlehnung an brutale Polizeigewalt in der ehemaligen südamerikanischen Militärdiktatur Chile, war den meisten Zeitungen nur noch zwei Sätze wert. In dieser Nacht hatte eine Polizeisondereinheit schlafende GlobalisierungsgegnerInnen in einer Schule überfallen und schwer misshandelt. Viele wurden schwer verletzt. So gut wie niemand verließ das Gebäude auf eigenen Beinen, sondern mußte auf einer Bahre hinausgetragen werden.
Ganz anders in Italien selbst. 800.000 Menschen gingen in den letzten Wochen auf die Strasse und in der Öffentlichkeit werden die Ereignisse in Genua diskutiert. Viele der Berichte von Misshandlungen wurden von Polizisten bestätigt. Grund genug also nicht so ohne weiteres zur Tagesordnung überzugehen. Für den 20. August wurde deshalb international zum "Global Action Day" aufgerufen, um an die Ereignisse zu erinnern und eine Aufklärung anzumahnen.
Bereits am Tag nach dem Tod von Carlo gab es eine spontane Demonstration in Greiswald und auch heute fanden sich in der Greifswalder Innenstadt einige Menschen zu eine Aktion zusammen. An verschieden Stellen wurden die Schüsse und die Polizeigewalt szenisch in einer Performance dargestellt. Dazu wurden erschütternde Berichte von TeilnehmerInnen an den Protesten in Genua vorgelesen und Flugblätter verteilt. Die Reaktionen der PassantInnen reichten von geschäftiger Ignoranz und verwundertem Interesse. Alles in allem aber ein Erfolg, denn in dieser Stadt und dieser Region mit ihrer zähen Lethargie ist ein Engagement im globalen Sinne leider keine Selbstverständlichkeit.
Auch wenn es bereits einige Tage her ist und nur ein leichtes Säuseln durch den deutschen Blätterwald ging, haben die Menschen in der Welt und auch in Greifswald den Tod von Carlo Giuliani am 20. Juli und den brutalen Polizeieinsatz zum Weltwirtschaftsgipfel in Genua nicht vergessen. Während in deutschen Medien zuerst ausgiebigst über Zerstörungen und Gewalt durch GlobalisierungsgegnerInnen und den imaginären "black bloc" berichtet wurde, verschwanden die Nachrichten aus der Mittelmeerstadt wieder sehr schnell, als immer mehr Berichte über brutale Gewaltexzesse der Polizei auftauchten. Die Ereignisse während der "chilenischen Nacht" in der Diaz-Schule, so benannt in Anlehnung an brutale Polizeigewalt in der ehemaligen südamerikanischen Militärdiktatur Chile, war den meisten Zeitungen nur noch zwei Sätze wert. In dieser Nacht hatte eine Polizeisondereinheit schlafende GlobalisierungsgegnerInnen in einer Schule überfallen und schwer misshandelt. Viele wurden schwer verletzt. So gut wie niemand verließ das Gebäude auf eigenen Beinen, sondern mußte auf einer Bahre hinausgetragen werden.
Ganz anders in Italien selbst. 800.000 Menschen gingen in den letzten Wochen auf die Strasse und in der Öffentlichkeit werden die Ereignisse in Genua diskutiert. Viele der Berichte von Misshandlungen wurden von Polizisten bestätigt. Grund genug also nicht so ohne weiteres zur Tagesordnung überzugehen. Für den 20. August wurde deshalb international zum "Global Action Day" aufgerufen, um an die Ereignisse zu erinnern und eine Aufklärung anzumahnen.
Bereits am Tag nach dem Tod von Carlo gab es eine spontane Demonstration in Greiswald und auch heute fanden sich in der Greifswalder Innenstadt einige Menschen zu eine Aktion zusammen. An verschieden Stellen wurden die Schüsse und die Polizeigewalt szenisch in einer Performance dargestellt. Dazu wurden erschütternde Berichte von TeilnehmerInnen an den Protesten in Genua vorgelesen und Flugblätter verteilt. Die Reaktionen der PassantInnen reichten von geschäftiger Ignoranz und verwundertem Interesse. Alles in allem aber ein Erfolg, denn in dieser Stadt und dieser Region mit ihrer zähen Lethargie ist ein Engagement im globalen Sinne leider keine Selbstverständlichkeit.
Indymedia ist eine Veröffentlichungsplattform, auf der jede und jeder selbstverfasste Berichte publizieren kann. Eine Überprüfung der Inhalte und eine redaktionelle Bearbeitung der Beiträge finden nicht statt. Bei Anregungen und Fragen zu diesem Artikel wenden sie sich bitte direkt an die Verfasserin oder den Verfasser.
(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)
(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)
Ergänzungen
Kommentar zum Kommentar
Nur weil die herkömmlichen Medien Vorpommern zur Hochburg des Rechtsextremismus hochstilisieren, womit sie jedoch auch recht haben, heißt es noch lange nicht, daß sich die Menschen dort alles gefallen lassen. Das gilt für Rechtsextremismus, Globalisierung oder Castor.
Bei den Medien ist es nur "chic" über Negativschlagzeilen aus dieser Region zu berichten. Medien sind rein subjektiv und somit gefährlich. "Ein Wunder...", so wie Du es formulierst, kann es also nicht sein. Die Menschen sind politischer als Du denkst.
Mach Dir mal ein eigenes Bild von politisch aktiven Menschen im Nordosten.
Nächste Gelegenheit: 1. September, dem Weltfriedenstag, wenn Nazis in die Stadt Greifswald einmarschieren.
Das Motto des Bürgerforums "Freitagsrunde" der Stadt:
Greifswald stellt sich in den Weg!
Ich glaub´es sagt schon viel aus, über das, was an Gegendemonstrationen geplant ist.
Jojo