Black Bloc infiltriert PazifistInnen

Radio Z 13.08.2001 22:42 Themen: Repression
Am Freitag konkretisierten RichterInnen auf 6 Din A 4 Seiten bei einem Haftprüfungstermin das Konstrukt eines "Black Bloc". Auf dessen Basis könnten in Genua Verhaftete als Mitglieder einer kriminellen Vereinigung verurteilt werden. Im folgenden eine Zusammenfassung der richterlichen "Erkenntnisse".
Black Bloc: Zerstörung von Privateigentum und Infiltration von Pazifisten

Zehn Menschen aus Berlin, Bremen und Oberhausen wurden zwei Tage nach den Demonstrationen gegen den G8-Gipfel 40 km außerhalb Genuas in der Nähe eines Campingplatzes von Carabinieris kontrolliert und sofort festgenommen.

Der Grund der Verhaftung war eben unter anderem der Besitz mehrerer schwarzer Pullis. Vorgeworfen wird den Festgenommenen die Zugehörigkeit zum Black Bloc, der nach den italienischen Terrorgesetzen zu einer kriminellen Vereinigung erklärt wurde. Bei 2 Haftprüfungsterminen wurde für die 7 Frauen und drei Männer jeweils Haftfortdauer angeordnet.

Am Freitag konkretisierten die RichterInnen auf 6 Din A 4 Seiten das Konstrukt eines "Black Bloc". Auf dessen Basis könnten diese 10 Gefangenen und andere als Mitglieder einer kriminellen Vereinigung verurteilt werden. Im folgenden eine Zusammenfassung der richterlichen "Erkenntnisse":

Der "Schwarze Block" repräsentiert eine bewaffnete Vereinigung, die in einer nicht-hierarchischen, dafür aber horizontalen Form organisiert ist. Er setzt sich aus unabhängigen Gruppen zusammen, ohne einen einzigen Chef oder Kopf zu haben.

Diese Strukur versetzt den "Schwarzen Block" in die Lage, sehr dynamisch zu agieren. Er ist fähig passende Strategien zu entwickeln, schnelle und kollektive Entscheidungen mit grossem Echo zu treffen, wobei die einzelnen Gruppen stets autonom bleiben.

Der "Black Bloc" hat eine politische Reife erreicht, die ihn zu einer realen Kraft werden lässt.

Charakteristisch für den "Schwarzen Block" ist, dass sich in ihm Gruppen in einer Gemeinschaft zu kriminellen Zielen und gemeinsamen Interessen zusanmmenfinden.

Zu diesen Zielen gehört unter Anderem die Zerstörung von Privateigentum und die Infiltration von Pazifisten - Ziele, die als programmierte Verbrechen definiert werden müssen.

- Die Struktur des "Black Bloc" gliedert sich in drei Ebenen auf: Die oberste Ebene ist für die theoretische Planung der Ideologie, der Identifikation und der Strategie zuständig.

- Die zweite Ebene plant bereits präventiv Aktionen für mögliche politische Ereignisse.

- Die dritte Ebene besteht aus Einsatzkommandos, die diese Planungen in die Tat umzusetzen haben, wie es eben in Genua geschehen ist.

Dieser letzten Ebene der Einsatzkommandos sollen auch die 10 Betroffenen angehören.
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Ergänzungen

Sowas gibts Wirklich!

E T 14.08.2001 - 00:04
gleich mal die Suchmaschinen anwerfen, gibts das nur in Italien.

changing times

ich+du-dinger 14.08.2001 - 05:03
verrückt: in den 80ern lief der diskurs von linker seite teilweise so: wir sind keine rzs, keine rafs, also keine terroristische vereinigung. wir sind friedfertige militante. wir sind doch bloß der schwarze block. joseph fischer: hört auf mit dem ballern, nehmt die politik der steine wieder auf.
(siehe: die hunde bellen. von a bis (r)z, autonome lupusgruppe)
wer setzt den maßstab für miltanz und kriminalität?

Der Mythos des Schwarzen Blocks!

Gbranarchist 14.08.2001 - 06:18
Die bürgerliche Hetzkampagne scheint Fuß gefasst zu haben! Vorher war die Anklage gegen den Black Block Agent Provocateurs, Polizei und Faschisten zu infiltrieren. Die Jetzt infiltrierten sind Pazifistinnen! Die Anklagen sind einfach lächerlich! Und trotzdem beteiligten sich in Berlin viele linken (Vor allem) marxistischen Gruppierungen in der Hexenjagd auf Anarchisten und Black Block, damit schufen sie ein Back up nicht nur in der Linken gegen die Gefangenen! Freiheit für alle linken politischen Gefangenen! Verteidigt Anarchisten und Black Block! Stoppt die Hexenjagd!

ja die leute

bäh 14.08.2001 - 06:41
die sind lustig - ja die leute die haben spaß. fragt doch mal, ob harald schmidt euch einstellt. könnt ihr ein bißchen geld für die bewegung sammelen.

Zur Diskussion....

Jasper Jaspersen 14.08.2001 - 14:06
Ich wollte mich auch gerade daran machen, was zu schreiben... dann bin ich aber auf einem Kommentar irgendwo auf der "AlleBeiträge"-Seite gestoßen, den ich hier einfach zitieren will:
"In den meisten Fällen gehöre ich auch zum sogenannten "Schwarzen Block". Ich verteidige auch das Recht auf
Selbstverteidigung und finde das zerstören bestimmter Symbole des Kapitalismus gut. Es muss aber auch
unterschieden werden in welcher Situation was angebracht ist. Und viele der Aktionen, die ich Genua von
"gewalttätigen" mitbekommen habe, waren schlecht und kontraproduktiv. Es war klar wo sich welche Leute /
Blöcke mit welchen Konzepten treffen und da ist es einfach Scheiße wenn sich "Autonome" einfach bei den
CObas (Basisgewerkschaften) treffen, die ganz klar ein anderes Konzept hatten und dann versuchen dort die
Randale zu starten. Außerdem war es eine Bündnisdemo mit bestimmten Absprachen und es war kontraproduktiv
von vielen "Autonomen" sich nicht daran zu halten und sie offen zu missachten. Da finde ich es auch etwas
lächerlich, wenn sich dann auf "Solidarität" berufen wird. Die "mit Gewalt agierenden" haben sich selten
solidarisch mit dem Rest der Demo verhalten, geschweige denn mit der Bevölkerung in Genua verhalten. Von
den gleichen Leuten kriegen hier DemonstrantInnen die sich nicht an die Bündnisabsprachen halten ganz
schnell auf´s Maul. (Bei Demos der M durfte ja nicht einmal am Rand gesprüht werden...). Die Stärke der
Militanten drückt sich nicht darin aus, dass immer mit Gewalt zugeschlagen wird. Vielleicht solltet ihr euch
einfach mal anschauen wie das so war als der Schwarze Block noch eine große Stärke hatte und warum das so
war! Damals ging es keineswegs um Randale immer, sondern es ging auch stark darum die Demo zu schützen. In
Hamburg rund um den Hafen hat es in den 80ern genug Demos gegeben bei denen 5-10.000 Leute mit Helmen
und Knüppeln aufgetreten sind ohne das irgend etwas passiert ist. Es ging darum Entschlossenheit zu
demonstrieren und klar zu machen dass man/ frau sich von den Bullen nichts sagen lässt. Wenn aber wie in
Genua die Randale politisch erwünscht war, dann ist es einfach blöde mit offenen Augen in die Falle zu rennen
und nachher noch alles zu verteidigen. Entweder es ist möglich den EInsatz von Gewalt zu diskutieren und auch
kritisch zu sein oder die Spaltung ist schon da: von Seiten derer die den Einsatz von Gewalt befürworten, aber
nicht bereit sind zu diskutieren, strategisch und taktisch zu denken, auf andere Aktionsformen acht zu nehmen
und sich in Bündnisse zu bewegen. Auch der Schwarze Block der 80er (der an Stärke und Militanz weit über das
hinaus geht, was es heute gibt) hat sich an Bündnissen beteiligt." Mein Nachtrag: Ich denke, es betrifft besonders die Unreflektierten Antifas. (Siehe Erklärung der M, die nicht mal auf Kritik eingehen) - (Das ist jetzt nich als diss gemeint.)

infiltrationsvorwurf

Andreas Rockstein 14.08.2001 - 16:48
der Vorwurf dass der Schwarze Block von Faschos und Zivis infiltriert war ist doch nicht gegen ihn gerichtet sondern gegen die Polizeistrategie!

@Jasper Jaspersen

Göttinger 16.08.2001 - 13:18
Wieso geht die M nicht auf Kritik ein? So wie ich gesehen hab, steht überm Assassini!-Text, den du ja wohl meinst "Diskussionsbeitrag", was ich erstmal ne korrekte Herangehensweise finde und gar nicht nach "wir haben als einzige Plan" klingt. Da hat sich schon einiges bewegt, find ich und aus Gesprächen in Göttingen schließe ich,daß da sehr wohl ne Reflektion sttatt findet. Schaun wer mal.
PS.: immerhin haben die Buchstaben sich als eine von wenigen "autonomen" Gruppen überhaupt geäußert. Schöner-Leben und co lassen mit ner Erklärung zu genua hier noch ganz schon (schlecht) auf sich warten,spart mensch sich natürlich auch die Feuilleton-Kritik . . .

na ja, wenn das meinung ist ok!

bobble 18.08.2001 - 02:20
oben im Text: "Der Grund der Verhaftung war eben unter anderem der Besitz mehrerer schwarzer Pullis...."

was ist das denn? wer schreibt so was?