Solikundgebung in Bremen

Bremer Solibündniss 27.07.2001 01:16 Themen: Globalisierung
Aufruf zur Solikundgebung in Bremen am Samstag, 11 Uhr, Ziegenmarkt

Solidarität mit den Inhaftierten in Genua !

Während des G8-Gipfels in Genua gingen Polizei und Armee mit unvorstellbarer Härte gegen die DemonstrantInnen vor. Ein Demonstrant wurde durch Kopfschüsse ermordet. Es gibt mindestens 500 Verletzte, viele davon schwer. In der Nacht von Samstag auf Sonntag überfielen Sonderkommandos der Polizei eine Schule, in der Leute übernachteten und prügelten wahllos auf die im Schlaf Überraschten ein. Etwa 60 wurden schwer verletzt. Die meisten der Verletzten wurden verhaftet oder in Krankenhäuser eingeliefert. Während und auch nach dem Gipfel machte die Polizei Jagd auf die GipfelkritikerInnen. Viele wurden in den Knästen brutal mißhandelt. Ein Teil der Gefangenen wurde inzwischen nach internationalem Druck wieder freigelassen oder wartet auf die Abschiebung in die Herkunftsländer.
Noch immer befinden sich jedoch ca. 280 Gefangene in den Knästen Genuas, darunter auch 15 aus Deutschland. Diese wurden - teilweise schon auf der Heimreise - willkürlich und brutal verhaftet.

Die italienische Justiz versucht, an ihnen ein Exempel zu statuieren, und hat Untersuchungshaft angeordnet. Ähnlich wie schon nach dem EU-Gipfel in Göteborg soll auch hier mit Hilfe von Hetzkampagnen in der Presse im In- und Ausland der Widerstand eingeschüchtert werden. Aber die Demonstrationen der letzten Tage haben gezeigt, daß diese Rechnung nicht aufgeht: Jeden Tag sind weltweit Zehntausende von Menschen auf der Straße, um gegen die Repression und die herrschenden Verhältnisse zu protestieren.

Das G8-Treffen schrieb sich scheinheilig das Thema "Armutsbekämpfung" sowie den "Ausbau der Schuldeninitiative" und die "Reform der Weltbank" auf die Fahnen. Für weite Teile der Bevölkerung bedeutet diese neoliberale Umstrukturierung der Wirtschaft jedoch mehr denn je eine drastische Verschlechterung ihrer sozialen Situation. Soziale Versorgungsstrukturen werden immer mehr verdrängt. Der Maßstab über allem ist die Wirtschaftlichkeit. Freihandel und grenzenloser Wettbewerb - das ist die Politik, die in Genua vorangetrieben wurde. Immer mehr Menschen werden dadurch ins Elend getrieben. Gleichzeitig werden die Grenzen um die Wohlstandsinseln für Menschen hermetisch abgeriegelt.

Auch wenn die folgenden Treffen der Herrschenden in die Rocky Mountains oder in die Wüste verlegt werden, auch wenn aus Sicherheitsgründen statt Tausenden nur noch Dutzende RepräsentantInnen entsandt werden, auch wenn immer neue Versuche der Kriminalisierung der Antiglobalisierungsbewegung unternommen werden - unser Widerstand wächst weiter!

Freiheit für die Gefangenen von Genua!
Schluss mit Polizeiterror und Repression!
Für die Globalisierung des Widerstandes!

Kundgebung: Samstag, 28. Juli 11 Uhr, am Ziegenmarkt
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Ergänzungen

Anschließend Soli-Brunch

einer aus Bremen 27.07.2001 - 19:06
Nach der Aktion am Ziegenmarkt wird es einen Soli-Brunch im Sielwallhaus, Sielwall 38 (nähe Ziegenmarkt) geben.
Kommt und schlagt Euch die Bäuche voll, und dann....HER MIT DER KOHLE!