Stellungnahme zum Staatsterrorismus beim Genueser Weltwirtschaftsgipfel
Es kommt darauf an, der Umwandlung des dem Recht und der Demokratie verpflichteten Staatsapparats in einen Terrorapparat der Herrschenden entgegenzutreten.
Ich bin der Vater von Katharina Zeuner, die am Morgen des 22. Juli 01 in der Schule Armando Diaz Opfer eines geplanten und brutalen Polizeiüberfalls auf friedliche und schlafende ProtestiererInnen gegen den Genueser Weltwirtschaftsgipfel wurde. Ich habe bis heute, Mittwoch, keinen Kontakt zu ihr bekommen, und ich hoffe, dass sie - entsprechend den Prognosen des Mailänder Konsulats der BRD - bald freigelassen wird.
Zugleich bin ich Professor für Politikwissenschaft und ein politisch engagierter Mensch.
Ich habe gestern bei der Pressekonferenz des Berliner Ermittlungsausschusses in beiden Rollen Stellung genommen, und bin gebeten worden, meine mündliche und spontane politische Stellungnahme nachträglich aufzuzeichnen. Das tue ich gerne:
Ich lese - zufällig - in diesen Tagen Sebastian Haffners Frühwerk „Geschichte eines Deutschen“. Darin wird besonders eindringlich beschrieben, wie sich im März 1933 bei fast unverändertem Alltag die Koordinaten des Privatlebens durch die Umwandlung des preußisch-deutschen Staats in eine antihumane Terrororganisation verändert haben. Es wird auch der mangelnde Widerstand der deutschen Bevölkerungsmehrheit und ihrer Führungsgruppen aus Parteien und Gewerkschaften gegen diese Umwandlung beschrieben.
Ohne die gegenwärtige Situation mit 1933 gleichsetzen zu wollen, was selbstverständlich unhistorischer Unfug wäre, scheint mir eine Gemeinsamkeit festhaltenswert: Es kommt darauf an, der Umwandlung des dem Recht und der Demokratie verpflichteten Staatsapparats in einen Terrorapparat der Herrschenden entgegenzutreten.
Wenn Polizisten, wenn Spezialeinheiten der Polizei es sich herausnehmen, politisch unliebsame Personen, wie in Genua geschehen, mitten in der Nacht zu überfallen und brutal, ja lebensgefährlich zu verprügeln, dann ist es zu Folterkellern wie denen der SA im Deutschland von 1933 nur noch ein Schritt. Wer den Überfall auf die Diaz-Schule in Genua als irgendwie entschuldbar durchgehen lässt, leistet Beihilfe zu einer schleichenden Faschisierung der Gesellschaft. Der italienische Innenminister Scajola hat erklärt: „Die Sicherheitskräfte verhielten sich mit beispielhafter Würde und können nicht dem Spott preisgegeben werden.“ Dies ist exakt die Sprache von Hitler und Göring aus dem Jahr 1933. Wenn Herr Scajola nicht abgelöst wird, wenn diese Denkweise sich durchsetzt, sind wir - in Italien und in Europa insgesamt - auf dem Weg in eine andere Republik.
Neben der Parallele zu 1933 sehe ich eine andere, im Ergebnis tröstlichere, die zum Sommer 1967 in Deutschland u d insbesondere in West-Berlin. Ein wildgewordener Polizist namens Kurras erschoss am 2. Juni 1967 beim von Demonstrationen begleiteten Schah-Staatsbesuch den friedlichen Demonstranten Benno Ohnesorg. Der West-Berliner Staatsapparat unter dem Regierenden Bürgermeister Heinrich Albertz stellte sich damals sofort und reflexartig voll hinter die Polizei einschließlich des tötenden Polizisten Kurras, Herr Albertz rief die Berliner auf, sich gegen den „Terror“ der demonstrierenden Studenten zu wehren. Der Polizeipräsident Dünsing rechtfertigte seinen brutalen, Hunderte von Verletzten produzierenden Knüppeleinsatz gegen Anti-Schah-Demonstranten vor der Deutschen Oper Berlin mit dem „Leberwurst-Prinzip“: Man müsse in die Mitte hineinstechen, damit es am Ende herausquillt. - Ein paar Wochen später waren Dünsing und Albertz nicht mehr im Amt, und Albertz sagte noch Etwas später, er sei nie so schwach gewesen wie an dem Tag, an dem er sich hinter seine Prügelpolizei gestellt habe.
Wie kam dieser Wandel? Durch beharrliche Demonstration gegen Staatsterror, durch mutiges Eintreten ganz vieler Menschen, vor allem StudentInnen, auf der Straße und in den Medien für Menschenrechte, durch beharrliche Untersuchungen eines - schon damals bestehenden! - Ermittlungsausschusses gegen Übergriffe der Polizei, durch massenhafte Aufklärung gegen die damals herrschende Mediengewalt (vor allem "Springer-Presse").
Auch wenn wir wissen, dass sich die Geschichte nicht wiederholt, können wir aus ihr lernen. Es gibt Dinge, die gleich bleiben und es gibt Neues. Gleich geblieben ist die Unmenschlichkeit von absoluter Herrschaft und eines entfesselten Kapitalismus. Gleich geblieben ist zum Glück auch die Fähigkeit der Menschen auf der ganzen Welt, sich gegen diese Unmenschlichkeit zu wehren. Neu ist unsere Chance, uns über internet zuzammenzutun. Neu ist, dass wir es nicht mehr mit einem deutschen, sondern mit einem italienischen, ja einem europäischen und tendenziell weltweiten Problem einer wild gewordenen Staatsgewalt zu tun haben. Neu und ermutigend ist, dass der Widerstand gegen globalisierte Ungleichheit und Ungerechtigkeit selber international geworden ist.
Der antidemokratische und bürgerfeindliche Staatsapparat des Berlusconi (und seiner Brüder im Geiste wie Schröder, Schily, Bush, Blair u.a.) ist nicht so leicht zu konterkarieren und zu deligitimieren wie der des Heinrich Albertz in West-Berlin 1967/68 (obwohl auch das uns damals viel Mühe kostete). Aber es lohnt sich, und es ist nicht chancenlos: Italien muss wieder ein Rechtsstaat werden. Und: Weder in Italien noch anderswo darf der Staatsapparat einfach so machen, was die gerade Herrschenden wollen. Und: Ohne eine demokratisch-rechtsstaatliche Regulierung des weltweiten Kapitalismus geht die Menschheit zu Grunde. Wir brauchen nicht weniger, sondern mehr Treffen von Politikern. Aber diese Politiker müssen demokratische Politik machen und sich gegenüber dem wildgewordenen Kapital durchzusetzen versuchen.
P.S. Ich finde, dass seitens der in Genua angetretenen Gegner dieses Weltwirtschaftsgipfels zu wenig Kritik an dem ihnen aufgedrückten Etikett „Globalisierungsgegner“ geübt worden ist. Meine Tochter z.B. hat im letzten Jahr viel Zeit in Mexiko, Kuba und USA verbracht; für September hat sie ein Austauschprogramm mit Studentinnen aus Sibirien mit organisiert. Globaler geht’s doch kaum. Wogegen sie eintritt - und ich auch eintrete - , ist die spezifische, kapitalistische, die Konkurrenz intensivierende, die Verelendung der Verlierergruppen und die Spaltung von Gesellschaften verschärfende Form der „Globalisierung“. Wie wäre es also, wenn die Presse statt von „Globalisierungsgegnern“ einfach von „Internationalisten“ sprechen würde?
Zugleich bin ich Professor für Politikwissenschaft und ein politisch engagierter Mensch.
Ich habe gestern bei der Pressekonferenz des Berliner Ermittlungsausschusses in beiden Rollen Stellung genommen, und bin gebeten worden, meine mündliche und spontane politische Stellungnahme nachträglich aufzuzeichnen. Das tue ich gerne:
Ich lese - zufällig - in diesen Tagen Sebastian Haffners Frühwerk „Geschichte eines Deutschen“. Darin wird besonders eindringlich beschrieben, wie sich im März 1933 bei fast unverändertem Alltag die Koordinaten des Privatlebens durch die Umwandlung des preußisch-deutschen Staats in eine antihumane Terrororganisation verändert haben. Es wird auch der mangelnde Widerstand der deutschen Bevölkerungsmehrheit und ihrer Führungsgruppen aus Parteien und Gewerkschaften gegen diese Umwandlung beschrieben.
Ohne die gegenwärtige Situation mit 1933 gleichsetzen zu wollen, was selbstverständlich unhistorischer Unfug wäre, scheint mir eine Gemeinsamkeit festhaltenswert: Es kommt darauf an, der Umwandlung des dem Recht und der Demokratie verpflichteten Staatsapparats in einen Terrorapparat der Herrschenden entgegenzutreten.
Wenn Polizisten, wenn Spezialeinheiten der Polizei es sich herausnehmen, politisch unliebsame Personen, wie in Genua geschehen, mitten in der Nacht zu überfallen und brutal, ja lebensgefährlich zu verprügeln, dann ist es zu Folterkellern wie denen der SA im Deutschland von 1933 nur noch ein Schritt. Wer den Überfall auf die Diaz-Schule in Genua als irgendwie entschuldbar durchgehen lässt, leistet Beihilfe zu einer schleichenden Faschisierung der Gesellschaft. Der italienische Innenminister Scajola hat erklärt: „Die Sicherheitskräfte verhielten sich mit beispielhafter Würde und können nicht dem Spott preisgegeben werden.“ Dies ist exakt die Sprache von Hitler und Göring aus dem Jahr 1933. Wenn Herr Scajola nicht abgelöst wird, wenn diese Denkweise sich durchsetzt, sind wir - in Italien und in Europa insgesamt - auf dem Weg in eine andere Republik.
Neben der Parallele zu 1933 sehe ich eine andere, im Ergebnis tröstlichere, die zum Sommer 1967 in Deutschland u d insbesondere in West-Berlin. Ein wildgewordener Polizist namens Kurras erschoss am 2. Juni 1967 beim von Demonstrationen begleiteten Schah-Staatsbesuch den friedlichen Demonstranten Benno Ohnesorg. Der West-Berliner Staatsapparat unter dem Regierenden Bürgermeister Heinrich Albertz stellte sich damals sofort und reflexartig voll hinter die Polizei einschließlich des tötenden Polizisten Kurras, Herr Albertz rief die Berliner auf, sich gegen den „Terror“ der demonstrierenden Studenten zu wehren. Der Polizeipräsident Dünsing rechtfertigte seinen brutalen, Hunderte von Verletzten produzierenden Knüppeleinsatz gegen Anti-Schah-Demonstranten vor der Deutschen Oper Berlin mit dem „Leberwurst-Prinzip“: Man müsse in die Mitte hineinstechen, damit es am Ende herausquillt. - Ein paar Wochen später waren Dünsing und Albertz nicht mehr im Amt, und Albertz sagte noch Etwas später, er sei nie so schwach gewesen wie an dem Tag, an dem er sich hinter seine Prügelpolizei gestellt habe.
Wie kam dieser Wandel? Durch beharrliche Demonstration gegen Staatsterror, durch mutiges Eintreten ganz vieler Menschen, vor allem StudentInnen, auf der Straße und in den Medien für Menschenrechte, durch beharrliche Untersuchungen eines - schon damals bestehenden! - Ermittlungsausschusses gegen Übergriffe der Polizei, durch massenhafte Aufklärung gegen die damals herrschende Mediengewalt (vor allem "Springer-Presse").
Auch wenn wir wissen, dass sich die Geschichte nicht wiederholt, können wir aus ihr lernen. Es gibt Dinge, die gleich bleiben und es gibt Neues. Gleich geblieben ist die Unmenschlichkeit von absoluter Herrschaft und eines entfesselten Kapitalismus. Gleich geblieben ist zum Glück auch die Fähigkeit der Menschen auf der ganzen Welt, sich gegen diese Unmenschlichkeit zu wehren. Neu ist unsere Chance, uns über internet zuzammenzutun. Neu ist, dass wir es nicht mehr mit einem deutschen, sondern mit einem italienischen, ja einem europäischen und tendenziell weltweiten Problem einer wild gewordenen Staatsgewalt zu tun haben. Neu und ermutigend ist, dass der Widerstand gegen globalisierte Ungleichheit und Ungerechtigkeit selber international geworden ist.
Der antidemokratische und bürgerfeindliche Staatsapparat des Berlusconi (und seiner Brüder im Geiste wie Schröder, Schily, Bush, Blair u.a.) ist nicht so leicht zu konterkarieren und zu deligitimieren wie der des Heinrich Albertz in West-Berlin 1967/68 (obwohl auch das uns damals viel Mühe kostete). Aber es lohnt sich, und es ist nicht chancenlos: Italien muss wieder ein Rechtsstaat werden. Und: Weder in Italien noch anderswo darf der Staatsapparat einfach so machen, was die gerade Herrschenden wollen. Und: Ohne eine demokratisch-rechtsstaatliche Regulierung des weltweiten Kapitalismus geht die Menschheit zu Grunde. Wir brauchen nicht weniger, sondern mehr Treffen von Politikern. Aber diese Politiker müssen demokratische Politik machen und sich gegenüber dem wildgewordenen Kapital durchzusetzen versuchen.
P.S. Ich finde, dass seitens der in Genua angetretenen Gegner dieses Weltwirtschaftsgipfels zu wenig Kritik an dem ihnen aufgedrückten Etikett „Globalisierungsgegner“ geübt worden ist. Meine Tochter z.B. hat im letzten Jahr viel Zeit in Mexiko, Kuba und USA verbracht; für September hat sie ein Austauschprogramm mit Studentinnen aus Sibirien mit organisiert. Globaler geht’s doch kaum. Wogegen sie eintritt - und ich auch eintrete - , ist die spezifische, kapitalistische, die Konkurrenz intensivierende, die Verelendung der Verlierergruppen und die Spaltung von Gesellschaften verschärfende Form der „Globalisierung“. Wie wäre es also, wenn die Presse statt von „Globalisierungsgegnern“ einfach von „Internationalisten“ sprechen würde?
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Ergänzungen
Titel ergänzt
Eine mögliche Antwort
Viel Kraft und Mut Euch/Uns allen!!!
sröbele ziemlich deutliche worte
Italien in Faschistischer Epoche
rechtsstaat?
ich denke auch, dass dieses statement hier auf wenig widerspruch treffen wird, es also in anderen medien viel mehr kontroversen "anrichten" könnte, um so mehr leute zum nachdenken und diskutieren anzuregen...
meine solidarität mit den gefangenen und verletzten aktivistInnen in genua!!
Begriffe
Freie Marktwirtschaft
Dies spielt sich ab, weil den Herrschenden sehr wohl klar ist, was in den nächsten Jahren kommen wird. Nicht die schöne, neue Welt, wo uns die Technik zu einem ach so tollen Leben verhilft wird es sein. Dieser Kapitalismus droht zu platzen wie ein aufgeblähter Windbeutel. Wegen der ökologischen Katastrophe. Wegen dem uferlos ausgereizten Finanzmarkt. Wegen einer planlosen Politik, die jahrzehntelang den Profit über jedes vernünftige Konzept gestellt hat. Genua war für sie nur ein kleiner Schritt in die Zukunft, ein Test für kommende Rebellionen.
Was kommt ist schon seit langer Zeit absehbar. Es stand z.B. in der Studie Global 2000 in den 80er Jahren und es verläuft genau so, wie vorhergesagt. Die Macht kapselt sich ab und will nichts davon wissen. Wir müssen uns mit anderen Gedanken vertraut machen. In unserem Land:
- Abschaffung des Deutschen Bundestages unter eventueller Beibehaltung des Bundesrats und der Länderparlamente als föderatives Instrument.
- Räteversammlungen, die aus den sozialen Bewegungen, der Gewerkschaft, der NGOs heraus gebildet werden und teilweise Regierungsverantwortung übernehmen.
- Vergesellschaftung der Schlüsselindustrien
- Dezentralisierung, die globalen Strukturen nutzen uns am meisten, wenn sie vorrangig informeller Natur sind
- Säuberung von Polizei und Militär von totalitären Seilschaften, evtl. neue Einheiten.
- Die Liste ist noch endlos lang.
Natürlich soll das nicht heißen, gleich die Maschinenpistole auszupacken und Revolution zu spielen, aber wir sollten uns auch mit diesem Gedanken befassen. Das Ganze klingt für Menschen, die sich im wohlbehüteten Rechtsstaat wähnen absurd. Aber das da keiner lacht! Nicht nur ich sehe pessimistisch in die Zukunft und wir haben nur eine Chance, diese zu bestehen, wenn sie denn tatsächlich so schwarz kommt: wohl vorbereitet zu sein.
Je mehr Menschen sich entscheiden, gemeinsam in einem Boot zu sitzen und je entschiedener sie es tun, desto einfacher werden wir das Desaster, in das uns der Kapitalismus führt, durchstehen. Laßt uns darüber diskutieren, nicht über das, was uns trennt.
auch eine mögliche antwort
es wird noch genug zeit sein die richtigen antworten zu finden.
ScheißaufdummeWörterdiealleszueinfachmachen
Aber nein! Wir sind nicht gegen Fortschritt und das Zusammenwachsen der Welt. Wir sind POSITIV, KONSTRUKTIV und FORWÄRTSGEWANDT! Wir müssen verhindern, dass unsere Werte einfach als antiquiert abgetan werden können. Und deshalb sind wir KEINE GLOBALISIERUNGSGEGNER!!!!
Internationale Solidarität - Smash capitalism!
Gefangene aus Voghera frei gesprochen
Begriffsverwirrung
Wesentliche Merkmale des Faschismus sind Nationalismus und Führerprinzip, des weiteren ist eine faschistische Gesellschaftsordnung nicht ohne weiteres mit Kapitalismus vereinbar.
Kommentar gelöscht
bitte keine internationalisten
"Globalisierungsgegner"?
Um ehrlich zu sein wundert es mich immer wieder, warum der Begriff "Globalisierungsgegner" verwendet wird. Mancher wird sich fragen: Was kann schlimm an Globalisierung sein? Und mit Unverständnis reagieren.
Ist es nicht viel treffender, alle sog. "Globalisierungsgegner" als "Antikapitalisten" zu benennen? Immerhin geht es ja um die Kritik an dem kapitalistischen System und seine fatalen (globalen) Auswirkungen auf die Menschheit.
Ich könnte mir vorstellen, dass mehrere 0815-Bürger eher Solidarität denen zollen, die gegen Kapitalismus kämpfen.
Herr Zeuner!
Ich bedaure, dass Ihre Tochter in die Gewalt der Polizei geraten ist. Ich bin mir sicher, Sie werden Ihren Zorn nicht hinunter schlucken, sondern aktiv gegen solche Verhältnisse informieren!
M.
und unsere bundesregierung?
Schröder von Haider zu Berlusconi
Mein Gott ist das piefig !
hegel und Adorno
In der Tradition der Philosophie Hegels und des deutschen Idealismus gibt es die Unterscheidung zwischen "partikular" und "universell".
So bedeutet zum Beispiel "die Herrschaft des Partikularen", dass begrenzte, eingeengte Vorstellungen von Menschen im Medium von Machtausübung über andere Menschen dominieren, ihre Entfaltung zu einem universellen Wesen unterdrücken.
Was wir in den letzten Jahren, insonderheit seit 1989, erleben, ist die Herrschaft des Partikularen als globale Herrschaft, das heißt, die Herrschaft rücksichtsloser Profitmaximierung über alle anderen Aspekte und Möglichkeiten des Menschseins.
Globalisierung ist der Versuch, die weltweite Herrschaft kapitalorientierten Denkens durchzusetzen.
Dagegen richtet sich die Globalisierungskritik.
Es gibt in der Tradition Hegels noch einen weiteren nützlichen Begriff, der in den sechziger Jahren sehr häufig zu lesen war: den der bestimmten Negation.
Ich bin in diesem Sinne nicht gegen Globalisierung, aber gegen die globale Unterwerfung menschlichen Daseins unter den partikularen Aspekt des Geldes, der Gewinnmaximierung zu Lasten vieler Menschen.
Was wir erleben, ist die Globalisierung des Partikularen, aber nicht die Globalisierung einer universellen Humanität.
Bestimmte Negation meint: die inhumanen Auswüchse der Globalisierung zu verneinen und die positiven Aspekte der Globalisierung zu bejahen.
Das ist zwar selber noch relativ abstrakt gesprochen und ist allenfalls im Sinne einer vorläufigen Differenzierung zu verstehen.
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"Globalisierungsgegner"?
führt zu einem hervorragenden Artikel in der TAZ, der deutlich macht, daß der Begriff "Globalisierungsgegner"
in irreführender Weise verwendet wird.
sie haben recht!!!
gut ist auch der vorschlag, sich nicht als globalisierungsgegner bezeichnen zu lassen, denn es geht gegen DIESE globalisierung der g-8. ich weise in meinen berichten und kommentaren auch immer wieder darauf hin, aber angesichts des medienmainstreams ist es ein kampf gegen windmühlen....