"Chaoten" mit der Polizei aussortieren?
Europa-Polizeigewerkschafter Lutz äußerst sich zur "undemokratischen Polizeistruktur" in -natürlich- Italien (anläßlich Genuas) und plaudert dabei interessante Informationen über den Polizeieinsatz beim Gipfel ´99 in Köln aus
In der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ) vom Dienstag, den 24.7.2001 plaudert der Vorsitzende der Europäischen Polizeigewerkschaft, Hermann Lutz, von seinem Sessel aus dem fernen Deutschland aus dem Nähkästchen: Er spricht dabei über den sozusagen mißlungenen Polizeieinsatz in Genua (betrachtet diesen sogar als nicht de-eskalierend...o-ho!), wirklich Wissenswertes fördert der gestandene Polizist dabei aber -so ganz nebenbei- über die Kooperation friedlicher Veranstalter von Demonstrationen mit der Polizei zwecks Auslese mißliebiger Demonstranten bei den Protesten gegen den (EU?-)Gipfel ´99 in Köln zu Tage. Hier ein Auszug des Berichtes der WAZ:
Italiens Ministerpräsident Berlusconi richtet schwere Vorwürfe an die Organisatoren der Demonstrationen. Sie hätten militanten Anarchisten Deckung gegeben. Die Polizei habe keine Chance gehabt.
Das jedoch sieht der Vorsitzenden der Europäischen Polizei-Gewerkschaft, Hermann Lutz, anders. Die Polizei, so sein Vorwurf, habe längst nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft, um eine solche Eskalation der Gewalt zu verhindern.
Wie dies funktioniert, habe die deutsche Polizei 1999 beim Gipfeltreffen in Köln bereits praktiziert. Drei Monate vor dem Gipfel hätten Polizei und friedliche Gipfelgegner Kontakte geknüpft und sich über die Grenzen des Protestes verständigt. Über Handy habe man sich dann im Verlauf der Gipfelproteste über Krawallmacher informiert und sie "aussortiert". "Wir wollen nicht Kooperation um jeden Preis, aber man sollte Grenzen einhalten."
Ein Teil der italienischen Carabinieri, so der Chef der Europäischen Polizeigewerkschaft, habe jedoch selbst wenig Erfahrung mit innerpolizeilicher Demokratie. "Sie sind dem Verteidigungsminister unterstellt, werden als Soldaten behandelt und haben keine Gewerkschaft." Wer selbst kaum Demokratie erfahre, habe weniger Verständnis für Bürger, die friedlich vom Demonstrationsrecht Gebrauch machten."
[ganzer artikel:
http://www.waz.de ->politik->hintergründe (geht vermutlich nur heute)]
Über die Formen und Chancen von Demokratie innerhalb eines nach Befehl und Gehorsam funktionierenden Staatsapparates möchte ich jetzt hier nicht näher eingehen.
Wissens-(und veröffentlichs-)wert fände ich aber, ob jemand etwas darüber weiß, wie sich das vor zwei Jahren denn so abgespielt hat - Sind Personen herausgegriffen worden - Hat jemand die Übergriffe beobachtet - Wie ging das von statten - Ist das deren Ernst, die Polizei per Handy zu informieren?
Postet, wenn Ihr Euch erinnern könnt.
Ob friedlich oder militant, wichtig ist....
.....die Reinheit des Gefühls
Italiens Ministerpräsident Berlusconi richtet schwere Vorwürfe an die Organisatoren der Demonstrationen. Sie hätten militanten Anarchisten Deckung gegeben. Die Polizei habe keine Chance gehabt.
Das jedoch sieht der Vorsitzenden der Europäischen Polizei-Gewerkschaft, Hermann Lutz, anders. Die Polizei, so sein Vorwurf, habe längst nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft, um eine solche Eskalation der Gewalt zu verhindern.
Wie dies funktioniert, habe die deutsche Polizei 1999 beim Gipfeltreffen in Köln bereits praktiziert. Drei Monate vor dem Gipfel hätten Polizei und friedliche Gipfelgegner Kontakte geknüpft und sich über die Grenzen des Protestes verständigt. Über Handy habe man sich dann im Verlauf der Gipfelproteste über Krawallmacher informiert und sie "aussortiert". "Wir wollen nicht Kooperation um jeden Preis, aber man sollte Grenzen einhalten."
Ein Teil der italienischen Carabinieri, so der Chef der Europäischen Polizeigewerkschaft, habe jedoch selbst wenig Erfahrung mit innerpolizeilicher Demokratie. "Sie sind dem Verteidigungsminister unterstellt, werden als Soldaten behandelt und haben keine Gewerkschaft." Wer selbst kaum Demokratie erfahre, habe weniger Verständnis für Bürger, die friedlich vom Demonstrationsrecht Gebrauch machten."
[ganzer artikel:
http://www.waz.de ->politik->hintergründe (geht vermutlich nur heute)] Über die Formen und Chancen von Demokratie innerhalb eines nach Befehl und Gehorsam funktionierenden Staatsapparates möchte ich jetzt hier nicht näher eingehen.
Wissens-(und veröffentlichs-)wert fände ich aber, ob jemand etwas darüber weiß, wie sich das vor zwei Jahren denn so abgespielt hat - Sind Personen herausgegriffen worden - Hat jemand die Übergriffe beobachtet - Wie ging das von statten - Ist das deren Ernst, die Polizei per Handy zu informieren?
Postet, wenn Ihr Euch erinnern könnt.
Ob friedlich oder militant, wichtig ist....
.....die Reinheit des Gefühls
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Ergänzungen
Gezielte Gerüchte...
meines wissens unsinn
ich denke daher, lutz macht hier im nachhinein stimmung, ohne daß da was inhaltliches hintersteckt.
im vorfeld von köln 99 gab es zwar spaltungen in den gegenstrukturen (so gab es jeweils auf bundesdeutscher und auf kölner ebene je zwei verschiedene bündnisse), aber ich bezweifle doch sehr, daß sich da leute gegenseitig den bullen ans messer geliefert haben. anhand der festnahmen läßt sich das meiner meinung nach klar verneinen.
vielleicht kann der ea köln ja dazu noch was sagen.
- laßt euch nicht von den bullen verschaukeln oder spalten!!
solidarität mit allen gefangenen der genova-proteste!!!
was dran sein könnte
Das bestätigt noch lange nicht, was der Oberbulle da vom Stapel lässt. Ich glaube eher, dass die Gerüchteküche am besten dazu geeignet ist, unsolidarisches Verhalten zu fördern. Fragt lieber direkt nach und lassen wir uns nicht spalten!
NEVER TRUST A SMILING COP
Lutz redet Unsinn
nicht gegeneinander
don´t cooprate with government& cop´s
NIE im sinne des WIDERSTANDES seien kann.
Deine Behauptung, nur Leute aus dem Umfeld des schwarzen Blocks haetten in den politischen Kaempfen der letzten Jahren etwas bewirkt, ist zumindest in Bezug auf die Castor-Blockaden barer Unsinn. Die Unterstuetzung grosser Teile der lokalen Bevoelkerung haben wir dem Mut all derjeniger zu verdanken, die zivilen Ungehorsam ausueben, ohne sich auf polizeiliche Provokationen einzulassen.
Im uebrigen hoere ich oft das Argument, die Gewalt des Systems sei so gross, dass jegliche Aktionen unsererseits im Vornherein gerechtfertigt seien. Das System ist in der Tat gewalttaetig - viel zu gewalttaetig, um den Kampf dagegen in Maennlichkeitsrituale und blinde Gewalt verkommen zu lassen. Wir muessen uns entscheiden, ob wir feiern wollen, dass wir auf der richtigen Seite stehen, oder ob wir wirklich etwas veraendern wollen. Alle, die fuer letzteres einstehen, moegen Gewalt wenn ueberhaupt gezielt und zur rechten Zeit einsetzen, und nicht dann, wenn sie gerade Lust auf Extremsport haben.
Gewalt...
Deine Behauptung, nur Leute aus dem Umfeld des schwarzen Blocks haetten in den politischen Kaempfen der letzten Jahren etwas bewirkt, ist zumindest in Bezug auf die Castor-Blockaden barer Unsinn. Die Unterstuetzung grosser Teile der lokalen Bevoelkerung haben wir dem Mut all derjeniger zu verdanken, die zivilen Ungehorsam ausueben, ohne sich auf polizeiliche Provokationen einzulassen.
Im uebrigen hoere ich oft das Argument, die Gewalt des Systems sei so gross, dass jegliche Aktionen unsererseits im Vornherein gerechtfertigt seien. Das System ist in der Tat gewalttaetig - viel zu gewalttaetig, um den Kampf dagegen in Maennlichkeitsrituale und blinde Gewalt verkommen zu lassen. Wir muessen uns entscheiden, ob wir feiern wollen, dass wir auf der richtigen Seite stehen, oder ob wir wirklich etwas veraendern wollen. Alle, die fuer letzteres einstehen, moegen Gewalt wenn ueberhaupt gezielt und zur rechten Zeit einsetzen, und nicht dann, wenn sie gerade Lust auf Extremsport haben.