Soli-Aktionen zu Genua in Bonn
Der Beitrag enthält eine Darstellung der Gedenkaktionen zur Ermordung des Genossen Carlo in Genua durch die Carabinieri in Bonn.
Am Samstag, den 21. Juli 2001 fanden in Bonn zwei Aktionen zu den Vorfällen in Genua statt. Um 12 Uhr gab es eine Demonstration vom Münsterplatz in der Bonner Innenstadt zum Maritim-Hotel im Süden von Bonn, wo zur Zeit der Weltklimagipfel tagt. Zu dieser Aktion folgt hier die Presseerklärung der Antifa Bonn/Rhein-Sieg:
Presseerklärung
Nach Totem bei G 8-Gipfel in Genua:
250 TeilnehmerInnen bei spontaner Solidaritäts-Demonstration in Bonn.
Am heutigen Samstag um 12.00 versammelten sich rund 250 Menschen auf dem Bonner Münsterplatz, um gegen die Polizeibrutalität in Genua zu protestieren und um sich mit dem Widerstand dort zu solidarisieren. Die Demonstration mit dem Fronttransparent "Möderisches Klima in Genua - Kapitalismus tötet" setzte sich dann in Richtung Tagungsort des Klimagipfels im Bonner Maritim-Hotel in Bewegung.
Obwohl die Demonstrierenden mit der Polizei dieselbe Demonstrationsroute wie die kurz zuvor gestartete Demonstration des BUND ausgehandelt hatten, wurde die Demonstration in Höhe des Auswärtigen Amtes gestoppt und konnte erst nach längeren Gesprächen auf einer anderen als der zugesicherten Route entlang der Bahnlinie in Richtung Maritim weiterziehen.
Weil die Polizei die zugesicherte Route weiterhin verwährte, wurde an der ehemaligen SPD-Baracke schließlich die Abschlußkundgebung abgehalten, auf der eine Sprecherin der Antifa Bonn/Rhein-Sieg ausführte: "Wir drücken heute unsere Trauer und unsere Wut über die Polizeibrutalität in Genua aus, mit der die Herrschenden versuchen, ihre Politik gegen die Politik der Menschen auf der Straße durchzusetzen und dabei auch kaltblütig Tote in Kauf nehmen. Wir drücken unsere Solidarität aus mit allen, die gegen den G-8-Gipfel in Genua protestieren. In diesem Sinne: No justice - no peace!"
Trotz Auflösung der Demonstration weigerte sich die Polizei, die Demonstranten ziehen zu lassen. Eine Vielzahl von ihnen gelangte trotz der Polizeikette dennoch auf die BUND-Demo, wo sie erneut ihr Anliegen lautstark zum Ausdruck brachten.
Antifa Bonn/Rhein-Sieg
Kontakt : c/o Buchladen le Sabot
Breite Str.76
53111 Bonn
Sofortiger Kontakt über:
E-Mail:
abrs@ziplip.com
Ende der Presseerklärung
Einen englischen Beitrag zu dieser Demo findet ihr unter
http://climate.indymedia.org/article.php3?sid=20010721213605
Ebenfalls am 21. Juli wurde um 21.30 Uhr von risingtide, der Gruppe die die Proteste gegen den Weltklimagipfel organisiert hatte, eine Kundgebung und ein Schweigemarsch mit Kerzen gegen die Polizeibrutalität in Genua veranstaltet. In einem Redebeitrag führte eine Genossin von der Antifa Bonn/Rhein-Sieg aus: "Gestern ist der 23jährige Carlo ermordet worden, es hätte aber genauso gut einen von uns treffen können. Der Ermordete starb für unsere Ziele, er starb im Kampf für eine bessere Welt. Denkt daran: Getroffen wurde er, aber gemeint sind wir alle, darum müssen wir zusammen kämpfen." Eine Aktivistin von risingtide erklärte: "Wir sind geschockt von der brutalen und gewalttätigen Vorgehensweise der italienischen Polizei. Es ist der traurige Höhepunkt einer seit Monaten eskalierende Polizeistrategie, mit dem Ziel, legitime Proteste zu unterdrücken." Anschließend beschwerte sich eine Vertreterin des BUND ("Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland") darüber, dass Gruppen wie die Antifa ihr das Recht auf gewaltfreie Demonstration nehme. Dies stiess bei einem Teil der KundgebungsteilnehmerInnen auf Zustimmung, bei einem ebenso grossen Teil aber auf entschiedene Ablehnung, da Militanz nicht bedeutet, dass gewaltfreie Aktionen grundsätzlich abgelehnt oder gar verhindert werden. Außerdem erwähnte die Rednerin merkwürdigerweise nicht, dass die stärksten Einschränkungen des Demonstrationrechts von den staatlichen Organen ausgehen. Der anschliessende Schweigemarsch dauerte etwa eine Stunde und verlief ohne Zwischenfälle. Die Aktion wurde mit einer Gedenkminute für den ermordeten Genossen beendet.
Presseerklärung
Nach Totem bei G 8-Gipfel in Genua:
250 TeilnehmerInnen bei spontaner Solidaritäts-Demonstration in Bonn.
Am heutigen Samstag um 12.00 versammelten sich rund 250 Menschen auf dem Bonner Münsterplatz, um gegen die Polizeibrutalität in Genua zu protestieren und um sich mit dem Widerstand dort zu solidarisieren. Die Demonstration mit dem Fronttransparent "Möderisches Klima in Genua - Kapitalismus tötet" setzte sich dann in Richtung Tagungsort des Klimagipfels im Bonner Maritim-Hotel in Bewegung.
Obwohl die Demonstrierenden mit der Polizei dieselbe Demonstrationsroute wie die kurz zuvor gestartete Demonstration des BUND ausgehandelt hatten, wurde die Demonstration in Höhe des Auswärtigen Amtes gestoppt und konnte erst nach längeren Gesprächen auf einer anderen als der zugesicherten Route entlang der Bahnlinie in Richtung Maritim weiterziehen.
Weil die Polizei die zugesicherte Route weiterhin verwährte, wurde an der ehemaligen SPD-Baracke schließlich die Abschlußkundgebung abgehalten, auf der eine Sprecherin der Antifa Bonn/Rhein-Sieg ausführte: "Wir drücken heute unsere Trauer und unsere Wut über die Polizeibrutalität in Genua aus, mit der die Herrschenden versuchen, ihre Politik gegen die Politik der Menschen auf der Straße durchzusetzen und dabei auch kaltblütig Tote in Kauf nehmen. Wir drücken unsere Solidarität aus mit allen, die gegen den G-8-Gipfel in Genua protestieren. In diesem Sinne: No justice - no peace!"
Trotz Auflösung der Demonstration weigerte sich die Polizei, die Demonstranten ziehen zu lassen. Eine Vielzahl von ihnen gelangte trotz der Polizeikette dennoch auf die BUND-Demo, wo sie erneut ihr Anliegen lautstark zum Ausdruck brachten.
Antifa Bonn/Rhein-Sieg
Kontakt : c/o Buchladen le Sabot
Breite Str.76
53111 Bonn
Sofortiger Kontakt über:
E-Mail:
abrs@ziplip.com Ende der Presseerklärung
Einen englischen Beitrag zu dieser Demo findet ihr unter
http://climate.indymedia.org/article.php3?sid=20010721213605 Ebenfalls am 21. Juli wurde um 21.30 Uhr von risingtide, der Gruppe die die Proteste gegen den Weltklimagipfel organisiert hatte, eine Kundgebung und ein Schweigemarsch mit Kerzen gegen die Polizeibrutalität in Genua veranstaltet. In einem Redebeitrag führte eine Genossin von der Antifa Bonn/Rhein-Sieg aus: "Gestern ist der 23jährige Carlo ermordet worden, es hätte aber genauso gut einen von uns treffen können. Der Ermordete starb für unsere Ziele, er starb im Kampf für eine bessere Welt. Denkt daran: Getroffen wurde er, aber gemeint sind wir alle, darum müssen wir zusammen kämpfen." Eine Aktivistin von risingtide erklärte: "Wir sind geschockt von der brutalen und gewalttätigen Vorgehensweise der italienischen Polizei. Es ist der traurige Höhepunkt einer seit Monaten eskalierende Polizeistrategie, mit dem Ziel, legitime Proteste zu unterdrücken." Anschließend beschwerte sich eine Vertreterin des BUND ("Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland") darüber, dass Gruppen wie die Antifa ihr das Recht auf gewaltfreie Demonstration nehme. Dies stiess bei einem Teil der KundgebungsteilnehmerInnen auf Zustimmung, bei einem ebenso grossen Teil aber auf entschiedene Ablehnung, da Militanz nicht bedeutet, dass gewaltfreie Aktionen grundsätzlich abgelehnt oder gar verhindert werden. Außerdem erwähnte die Rednerin merkwürdigerweise nicht, dass die stärksten Einschränkungen des Demonstrationrechts von den staatlichen Organen ausgehen. Der anschliessende Schweigemarsch dauerte etwa eine Stunde und verlief ohne Zwischenfälle. Die Aktion wurde mit einer Gedenkminute für den ermordeten Genossen beendet.
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(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)
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Ergänzungen
Was stimmt hier nicht?
Cappuccino
Bonn 12 Uhr Was war denn da los?
Cappuccino