angriff auf IMC und GSF - aufruf

kanalB 22.07.2001 04:06
italienische polizei besezt IMC/GSF und zwingt die mitarbeiterInne ihre arbeit einzustellen
genua, 22.7.2001 01:00

soeben ist italienische polizei in das independent media center in genua eingedrungen und zwang die mitarbeiterInnen der unabhaengigen medien ihre arbeit zu beenden. einrichtungen und pressematerial wurde zerstoert. ein unglaublicher verstoss gegen die pressefreiheit! wir koennen und werden eine derartige verletzung demokratischer grundrechte nicht hinnehmen. ich bitte alle, entsprechenden druck auf die italienischen behoerden auszuueben! mailt an die italienischen botschaften eurer laender! jetzt ist kreativer widerstand gefragt!

kanalB
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Ergänzungen

... stand auf der kanalb - seite

22.07.2001 - 04:51
22.07.2001 02:00 demokratie in europa:
demonstrantInnen versuchen die stadt zu
verlassen, aus angst der polizei in die haende zu
fallen! 00:00 soeben ist die polizei ins independent
media center eingedrungen und zwang die
mitarbeiterInnen der unabhaengigen medien ihre
arbeit einzustellen. ca 40 verletzte bei
durchsuchung im indymedia center und
gegenueber in der schule - ueberall ist blut. die
stimmung ist aeusserst angespannt. dieser
unglaubliche angriff auf buergerrechte und
pressefreiheit darf nicht hingenommen werden!
mail an die italienische botschaft deines landes!
die polizei agierte schon am nachmittag
unglaublich brutal!

Kreativ Peinlich

Sitzenbleiber 22.07.2001 - 07:19
Wir sind nur zu zweit, um die Zeit?!
Haben gerade in Dresden eine Straßenblockade gemacht. Wurden von Bullen weggetragen. Haben drei Streifenwagen gebunden. Anzeige wegen gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr. Strategiewechsel.

los steht endlich auf

luna 22.07.2001 - 09:25
nochmals... die situation eskaliert von stunde zu stunde. in leipzig wurden alle aktionen zur globalisierung verboten.
recht, gesetz und ihre macherInnen und hüterInnen drehen durch.

ich fühle wahrhaft wut und trauer. ich habe angst um die menschen in genua. fast zum erbrechen brachte mich gestern der n-tv-beitrag zu genug. klischeehaft und diffamierend. "der friedliche teil der globalisierungsgegnerInnen"???? diese werden positiv wahrgenommenn, deren reformistische forderungen wohl bald in irgendwelche papiere der herrschenden einbezogen. gebt acht und lasst euch nicht darauf ein!
gewalt ist das einzige wirksame mittel gegen die staatliche allmacht diese kapitalistischen mächte, diese rassistischen, repressiven nationalstaaten, die sich vernetzen und somit ihre macht stärken, sind strukturell gewalttätig und werden solange existent immer gewalttätig bleiben. diese systeme funktionieren abgelöst von den interessen der menschen, weiter noch, sie machen sich die menschen zu sklaven und die meisten merken es nicht einmal. schaut euch den arbeitsfetisch an! wer keiner lohnarbeit nachgehen kannwill usw. ist nix wert. das problem ist, dass viel zu wenige ein bewusstsein für diese missstände entwickeln. ich denke dass eine unserer aufgaben, als antikapitalistische linke, ist, dieses bewusstsein hinauszutragen, stetig und massiv. gewalt ist dabei ein legitimes mittel. "Gewalt erzeugt gegengewalt...". es tut mir leid, aber wer dieses geheule über "randalierer, krawalle, polit-hooligans..." mitträgt und für schönebunte etc. proteste wirbt, die ausschließlich gewaltfrei sein sollen, ist nE reformistischeR träumerIn. das system KAPUTTMACHEN! wirksame aktionen gegen die staatliche gewalt entwickeln!
formuliert eine fundierte kapitalismuskritik und steht auf! lasst uns das system/ die systeme, die sich vernetzen und PERVERS und erhaben über die entschuldung der sog. "3.welt", über die neuordnung von gesundheits-, bildungs-,...wesen debattieren, angreifen. wir dürfen nicht zulassen, dass sich die systeme weiter über die menschlichen interessen erheben. lasst uns die menschen zurückgewinnen für die gestaltung einer emanzipatorischen gesellschaft. gegen entfremdung, gegen institutionen (nehmt euch in acht vor parteien, arbeitgebern etc.)! entwickelt ein kritisches bewusstsein. hinterfragt die funktionsweise des kapitalistischen systems! redet mit menschen!

Hi luna

Desi 22.07.2001 - 14:05
Du Verfechter des wahren Kampfes - was willst Du anstelle des "Systems" setzen? Und wie willst Du da überleben?

22.07.2001 - 15:21
Lassen wir uns nicht durch Provokationen spalten! Das ist es, worauf die Strategen hinarbeiten: Spaltung! Sie wollen, daß sich verschiedene "Flügel" hassen und sorgen dafür, daß Gräben aufreißen. Einige schreien hier bei Indymedia, andere sorgen dafür, daß entsprechende Berichte in die Medien kommen (so sorgte die Berichterstattung in Genua dafür, daß Militante die "scheiß reformisten" und die Fridlichen, die "scheiß gewalttätigen" hassen - alles inszeniert)

präzisierung

luna 23.07.2001 - 01:21
liebe desi,

das ist genau die frage die "normalbürgerInnen" immer stellen. der horizont geht gar nicht soweit, eine gesellschaft ohne verordnungen, vorgesetzte und entfremdende regeln und normen zu erträumen... wahrgenommen wird eben nicht, dasz dieses system, dessen logik auf verwertung und unterdrückung basiert&dasz vorrangig seine groszmachtstellung "in der welt" stärken will, keine (öffentlich artikulierten) visionen zulässt. was ist der ausweg?
ich wollte phantasievollen, friedlichen protest keineswegs diffamieren. letzte nacht war für mich, die ich mir nahe menschen in genua wéisz, eine tortur. ich hatte angst.
ich will für eine radikale kritik der gesellschaftl. verhältnisse einstehen und werben. und habe ein interesse daran, dasz diese radikale kapitalismus- und gesellschaftskritik eben auch die basis für aktionen bildet. leider nehme ich von ngo`s oder anderen, eher kulturellen alternativen gruppen, eine tendenz der angepasstheit, eine fehlende wahrnehmung bzw. analyse der systeminternen zusammenhänge wahr.

in leipzig haben die bullen echt angst vor den zu-hause-gebleibenen aktivistInnen. wie schon erwähnt gibt es verbote für aktionen, die sich auf genua und globalisierung beziehen. so konnte eine protestkundgebung in der leipziger city (100 leute) zwar stattfinden, eine demo wurde uns allerdings verwährt.
FREIHEIT, selbstbestimmung, desi, sind meine träume, dies sind keine schlagwörter!!!

Hallo luna

23.07.2001 - 14:37
Schön, wenn Du fundamentale Kritik übst. Aber fundamentale Kritik an einem System und jemand anderem einen Stein überwerfen oder Autos anzünden sind zwei paar Schuhe. Und ich schätze Mal, dass 90 Prozent der Demonstranten in Genua diese radikale Sicht nicht teilen, besonders was Gewalt angeht. Die kommen halt durch solche Aktionen nicht zu Wort.

Du sprichst von himmelschreienden Ungerechtigkeiten im bestehenden System und willst sie nur durch neue ersetzen. Das, was man mit solchen Maßnahmen aufbaut klingt doch sehr nach Recht des Stärkeren und Terrorherrschaft.

Man nehme sich ein Beispiel an Greenpeace-Einsätzen. Die haben unbestreitbar viel geändert.

Kurz und simpel: Bevor man nichts besseres zu bieten hat, soll man niemandem auf den Kopf hauen. Und wenn man etwas besseres hat, braucht man auch niemandem mehr auf den Kopf zu hauen.