Berlin: Nächtlicher Botschaftsbesuch
Vor der italienischen Botschaft in der Dessauer Str. entrollten einige Nachtschwärmerinnen soeben ein Transparent um gegen den Mord in Genua zu protestieren. Die sofort eingeleitete Polizeifahndung nach den flugs wieder Verschwundenen brachte nur ein paar RaverInnen vom Lande zutage, die sich offensichtlich in Berlin Mitte verlaufen hatten.
Kommt morgen alle um 16h zur Botschaft!
Kommt morgen alle um 16h zur Botschaft!
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Ergänzungen
Freiheit
Morgen (oder heute)
Noch mehr Infos zur 16 uhr aktion
- Folgende Infos gehen gerade durch Netz. Ich habe sie mal kurz zusammengestellt. Bitte leitet sie weiter (per Fon, Fax, email, SMS...) und kommt morgen zahlreich! Mehr Infos gibt's bei
> Open your eyes, time to wake up
> Enough is enough is enough is enough
> Open your eyes, time to wake up
> Enough is enough is enough is enough (Chumbawamba)
>>> Samstag 21.7.01, 16.00 Uhr! >>> Kommt alle zur Italienischen Botschaft! >>> Dessauer Str. 28/29, U-Bhf. Mendelssohn-Bartholdy-Park
Kerzen, Blumen, Kreide, Transpis, Schilder, Plakate mitbringen! Aufgrund des traurigen Anlasses wird um angemessene schwarze Kleidung gebeten.
Kanzler Schröder hat heute die Härte der italienischen Polizei begrüßt - wir nicht!
Lassen wir nicht zu, daß sie noch mehr von uns umbringen!
Bitte kommt zahlreich, bitte informiert andere Leute! Wir müssen viele sein und unsere Wut und unsere Trauer gemeinsam zeigen!
Die Eskalation wurde damit von der Polizei, wie schon in Göteborg, ohne Rücksicht auf Verlust auf die Spitze getrieben. Es wird hingenommen, dass für die Zusammenkunft der Vertreter der mächtigsten Industrienationen der Welt Menschen erschossen werden.
Der Protest gegen die neue Weltordnung wurde über Jahre hinweg ignoriert. Man glaubte, mit ein paar Gesprächsangeboten jede Kritik zahm zu machen. Dieses Konzept ist nicht aufgegangen. Es gibt keinen Gipfel, kein EU-Treffen mehr, an dem sich der internationale Protest gegen den Kapitalimus nicht lautstark zu Wort meldet. Die Antwort ist Repression, Diffarmierung von politischem Protest als Hooliganismus, Aufkündigen des Schengener Abkommen aufgrund genehmigter Demonstrationen, Ausreiseverbote etc. Der Polizei-Mord von Genua ist nun trauriger Höhepunkt der Hetzte und Kriminalisierung gegen die Bewegung.
Doch die Proteste gegen den Kapitalimus sind keine verrückten Taten einiger, sondern Ausdruck der Unzufriedenheit immer mehr Menschen überall auf der Welt.
In Genua sind über 150.000 Menschen auf der Strasse um gegen das G8 Treffen zu protestieren. Der Versuch, die komplette Absperrung der Innenstadt nicht hinzunehmen wurde schon lange angekündigt. Niemand braucht sich angesichts der Festung, die in Genua aufgebaut wurde zu wundern, dass der Protest sich davon nicht abhalten lässt. Niemand braucht zu behaupten, es gäbe nur sinnlose Gewalt, denn die Aktionen am Freitag reihen sich ein in verschiedene Demonstrationen, z.B. am Donnerstag als 50.000 Menschen für die Rechte von MigrantInnen auf die Strasse gegangen sind.
Polizei und Staatsvertreter werden versuchen, auch diese Schüsse und den Mord an einem Aktivisten in eine "Notwehr-Situation" um zu deuten, wie zuvor schon in Göteborg die Schüsse auf Demonstranten gerechtfertigt wurden. Doch Notwehr ist nicht, wenn eine bis an die Zähne bewaffnete Polizei einen Demonstranten erschießt. Notwehr ist, wenn die Menschen auf die Strasse gehen, weil ihnen die erbärmlichen Lebensbedingungen die ihnen angeboten werden, ihre Zurichtung und Verwertung im Kapitalismus nicht mehr passen.
Unsere Solidarität gilt den DemonstrantInnen in Genua!
Schluss mit Polizeiterror und Repression gegen DemonstrantInnen.
Wir fordern die Entwaffnung der Polizei, die Abschaffung der Treffen der Kapitalismusverwalter!
Wir fordern die Gipfeldelegationen auf, sofort den Gipfel zu verlassen. Einen Gipfel, der nur durch die Mißachtung von elementaren Grundrechten der Menschen abgehalten werden kann. Die Ermordung des 23-jährigen ist die nächste Stufe der Gewalt der Herrschenden gegen ihre Untertanen, die mit Reiseverboten, Verunglimpfungen von und Angriffen auf politisch aktive Menschen ihren Anfang nahm.
Kapitalismus abschaffen!