Steigende Anspannung in Genua

Uebernommen von Indymedia Italy 18.07.2001 14:59 Themen: Globalisierung
Die Anspannung in Genua erhoeht sich. Die Polizei errichtet Barrikaden und schraenkt den Zutritt zur roten Zone ein.
Die Anspannung in Genua erhoeht sich.

Seit gestern sind die Arbeitskraefte der Stadt unter Polizeiaufsicht damit beschaeftigt, Absperrungen zu errichten.
Das Betreten der roten Zone wird noch nicht verwehrt, aber im Uebergagsbereich zur roten Zone halten sich viele Polizeikraefte auf, um event. Schlupfloecher zu beseitigen und den Ueberblick ueber die Situation zu behalten.
Ein weiterer Grund fuer die angestiegene Spannung in der Stadt sind diverse wirkliche oder von Polizeikraeften herbeigefuehrte Explosionen vermeintlicher Bomben in verschiedenen Teilen der Stadt. Am Montagmorgen explodierte eine Briefbombe in einer oertlichen Polizeistation und verletzte den diensthabenden Polizisten. Das Genua Social Forum (GSF) verurteilte den Anschlag, bezog aber gleichzeitig Stellung gegenueber der Terror-Strategie der Behoerden (des Geheimdienstes ?) , die darauf abzielt, die Bewegung zu kriminalisieren und ihren Zusammenhalt zu schwaechen. Die Vorgehensweise der Polizei ist schwer zu durchschauen. Am Nachmittag wurde nach einem vermeintlichen Bombenalarm
die Tuer eines Lieferwagens gesprengt und einige Stunden spaeter wurde das Areal um das Carlini Stadion ( wo sich zu der Zeit etwa 300 Aktivisten aufhielten) nach einer Bombenwarnung durchsucht. Gefunden wurde nur ein verlassener Koffer, in dem sich aber keine Bombe befand.
Am gleichen Morgen wurden einige AktivistInnen der Tutti Bianche nach Verlassen eines Ladens in dem sie Plexiglass zur Herstellung von Material zum Selbstschutz gekauft hatten von der Polizei aufgehalten. Diese hatte die Absicht das Material zu konfiszieren. Das unterliess sie zwar, nahm aber gleichzeitig einen Menschen der Gruppe mit auf die Wache. Dort wurde ihm/ihr das Recht auf die Benachrichtigung eines Rechtsanwalts verweigert, was aber die anderen Mitglieder der Gruppe erledigten. Der Rechtanwalt traf den festgesetzen Aktivisten allerdigs nicht mehr an, da ihn die Polizei mittlerweile aus dem Hinterausgang hinausgefuehrt hatte. Daraus resultierte dann eine erlogene Geschichte mit der die Tutti Bianche des Diebstahls diffamiert wurden, und so eine weiterere Aktion gegen das Stadion Carlini gerchtfertigt wurde. Die offensichtliche Luege wurde dank der Aussage des Ladeninhabers allerdigs aufgedeckt.
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Ergänzungen

Wer ist hier eigentlich kriminell?

... 18.07.2001 - 15:24
Diese Schweine arbeiten wirklich mit allen Mitteln. Die wahren Kriminellen sind die doch.

Und wieder eine Bombe...

FOX 18.07.2001 - 18:27
...und die Medien berichten wieder von einem Bombenanschlag. Diesmal auf einer Fernsehsender, der zu jenen von Berlusconi zählt. Und wieder erlitt die Person, die diesen Brief öffnete (diesmal eine Frau) LEICHTE Verletzungen. Wieder bekannte sich niemand zu dieser Tat, was aber üblich wäre, würde der Anschlag von linken Gruppen initiiert worden sein. Trotzdem behaupten die Medien jetzt dreist - wo man sich vor zwei Tagen damit eher zurückgehalten hat - dass die Bombe von "Gegnern der wirtschaftlichen Globalisierung" gebastelt wurde. Die Intention der Tat - nämlich das öffentliche Bild über Globalisierungsgegner weiter zu verzerren und die örtliche Alarmbereitschaft weiter anzukurbeln - lässt Rückschlüsse darauf ziehen, wer diese Tat tatsächlich begangen haben könnte. Mir eröffnen sich hier vier Möglichkeiten:

1. Es müssen schon sehr schwachsinnige Linke gewesen sein, wenn überhaupt, was eigentlich ausgeschlossen ist.
2. Es war die rechtsgerichtete Berlusconi-Regierung, was in Anbetracht der Auswirkungen (nicht der direkten körperlichen Schäden!) sehr plausibel ist.
3. Genauso plausibel wäre es für das Gesamtinteresse der G8-Staaten, die in diesem "Kampf" klar als Sieger in der Öffentlichkeit dastehen wollen, sowie stärkeren Schutz genießen wollen.
4. Etwas weniger plausibel, aber dennoch möglich ist, dass es außerparlamentarische rechte Gruppierungen getan haben, um dem stark angekratzten Image der Globalisierungsgegner weiter Schaden zuzufügen.

Nehmen wir einmal an, es hätte sich tatsächlich um einen linken "Terrorakt" gehandelt. Wieso sind dann die körperlichen Schäden der Opfer so geringfügig?
Ich finde es einfach traurig, wie leichtfertig die Medien mit ihren Informationen umgehen...

Der Kampf ist NICHT national!!

Akira 19.07.2001 - 13:00
Ich hoffe sehr, dass Deine 15 Freunde aus dem NW (=Nationaler Widerstand) so bloed sein werden und auf den Demos nationale Spruche rufen. Dann koennen sie naemlich leichter gefunden und aus der Demo geworfen werden.
Der Kampf ist INTERNATIONAL!! Keinen Platz den Nazis-auch in Genua nicht!!