Volxtheaterkarawane noborder.nonation
Die Volxtheaterkarawane nahm nach den Aktionstagen gegen den WEF-Gipfel in Salzburg am noborder-Camp in Petisovci (Slowenien) teil und beteiligte sich am 10. Juli an einer Aktion vor dem Detention Centre Siska in Ljubljana Presseaussendung
Für unsere Verhältnisse früh wurde am Dienstag 10.7. Frühstück zubereitet. Zwei Karawanenreisende warfen sich in "Schale" um als internationale Delegation um 10 Uhr 30 im Schubgefängnis vorzusprechen. Informationen über die Zustände im Gefängnis sollten eingeholt werden. Der andere Teil der Karawane bekleidete sich mit orange Overall und Helm und machte sich etwas später zum Abschiebehäfn Siska auf. Dort erwarteten uns schon FreundInnen aus Ljubljana und einige VertreterInnen der slowenischen Presse. Zwei TV und drei Radiostationen waren anwesend. Die internationale Delegation in Schale kam nicht sehr weit, bereits beim Portier des Gefängnisses war Endstation. Um ca. 11 Uhr begann die Kundgebung auf dem Vorplatz des Häfns an der ungefähr 35 Personen teilnahmen. Das Abschiebegefängnis Siska besteht aus zwei Teilen. In den oberen Stockwerken werden Asylsuchende festgehalten, die nur mit einem Erlaubnisschein das Gebäude verlassen dürfen. In den unteren Etagen befindet sich das eigentliche Abschiebegefängnis. Insgesamt befinden sich ca. 300 Leute im diesem Gebäude. Nach Angaben von Leuten aus Ljubljana soll dieser Schubhäfn in den nächsten Monaten geschlossen werden. Das bedeutet aber nur eine örtliche Verlagerung an den Rand der Stadt um das "Stadtbild" nicht zu stören. Ironischer Weise befindet sich neben dem Häfn eine MacDonalds-Filiale. An der prekären Situation der Asylsuchenden und Schubhäftlinge ändert die Verlagerung nichts, eher bedeutet dies eine Verschlechterung, da ausserhalb der Stadt noch weniger Menschen davon Notiz nehmen werden.
Leute von der Karawane versuchten einen aus alten Autoschläuchen geformten Alien über die Eingangsstiegen in das Gefängnis zu bringen. Die anwesenden PolizistInnen verhinderten dies. Mit dieser Aktion sollte symbolisch ausgedrückt werden, dass die wahren Aliens sich nicht im Gefängnis befinden sondern die Konstruktion des Fremden auf konstruierten Symboliken beruht. In verschieden Sprachen (slowenisch, slowakisch, englisch, deutsch, spanisch, französisch) wurde "Bewegungsfreiheit" also "Freedom of movement" gefordert. Die GefängnisinsassInnen anworteten ebenfalls mit Sprechchören. Insgesamt war die Aktion von der Erkenntnis geprägt, dass wir die Leute im Abschiebehäfn (darunter viele Kinder) nicht wirklich unterstützen können. Unterstützung kann ihnen nur auf politischer, medialer und symbolischer Ebene geboten werden. Während der Kundgebung wurden zig beschriebene Zettel und Zeichnungen, auch Origami-Kraniche und andere kunstvolle Faltblätter aus den Fenstern geworfen, immer mit der Bitte um Hilfe. Nach ungefähr eineinhalb Stunden wurde die Aktion beendet, die Karawane zog sich unter Polizeibegleitung wieder ins Metelkova zurück. Die PolizistInnen teilten uns mit, dass sie den Auftrag hätten uns bis zum Verlassen des slowenischen Staatsgebiets zu verfolgen. Wollen uns wohl loswerden, oder was?
Die Karawane wurde dann auch von der slovenischen Exekutive bis an die Grenze eskordiert und dort von der oesterreichischen uebernommen. Nach laengerem Aufenthalt konnte sie die Grenze dann um ca. 21:35 passieren.
Der naechste Stopp ist Kaernten. Via Tourtagebuch berichten die AktivistInnen ueber das laufende Geschehen. Direkte Aktionen gegen das europaeische Grenzregime, Agieren im öffentlich-kulturellen Raum, Vernetzungsarbeit und Indymediaberichterstattung sind Beitraege zur Thematisierung der Freiheit von Bewegung.
Am 7. Juli beteiligte sich die Karawane am internationalen noborder-Aktionstag: Berichte von 4 gleichzeitig stattfinden Aktionen wurden via Streaming auf noborder.org uebertragen.
Es gibt mittlerweile auch schon einige Audio und Videofiles der Karawane im Netz:
Audio:
Interview vonRadio Helsinki
Interview with a member of the Publixtheatre-Caravan
Taegliche Berichte um 19:00 Uhr auf Radio Orange in Wien auf UKW 94.00 oder via livestreamVideo:
Tourstart
Monster
Strassenfestl
Bordercamp Petisovci
Alles weitere findet ihr aufwww.no-racism.net
(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)
Ergänzungen
vernetzen muss praktisch werden
warum war im Vorfeld davon nichts zu hören, sollte sich keinEr anschließen ?
Diese vielen Karawanen, die es so gibt, es wäre doch cool, wenn sie auch Strecken zusammen fahren und agieren.
Na, in Frankfurt treffen sich jetzt zumindest schon drei.
Bis denn
Re: vernetzen muss praktisch werden
eingentlich war von der karawane im vorgfeld einiges zu hören. nur ist sie halt auf der de.indymedia.org ein wenig untergegenagen ob der vielen sommer-events. und bis dato haben die de-indys es nicht geschafft, die karawane in ihren terminkalender auf der startseite aufzunehmen. aber vielleicht klappt es ja noch (hey indys: nehmt euch doch als bsp uk.indymedia.org)...
noborder.nonation.stopdeportation
join the caravan
karawane verhaftet!!!!!!!
karawane verhaftet!!!!!!!