Festnahme eines deutschen Journalisten!

anti-WEF 01.07.2001 13:53
Salzburg. Am frühen Freitagabend wurde W, ein deutscher Fotojournalist aus Berlin, von Beamten der Einheit Taurus vorübergehend festgenommen. W. (21) nimmt in Salzburg an einem Internationalem Medienseminar teil, auf dem die Ereignisse während des kommenden WEF-Treffens dokumentiert und medial verarbeitet werden sollen. Dafür war er zur Recherche mit dem Fahrrad in der Stadt unterwegs. Am Bahnhof wurde W. Zeuge, wie Polizeibeamte bei einem mutmaßlichen WEF-Gegner eine Personenkontrolle durchführten.
Der Journalist stieg von seinem Rad und photographierte mit seiner Digitalkamera die Personenkontrolle. Die Beamten hielten ihn daraufhin fest und holten Verstärkung. W. wies sich durch seinen DPV-Presseausweis (International anerkannter Ausweis des Deutschen Presseverbands) als Journalist aus. Die Polizei erklärte, dass sie es nicht kümmere ob er von der Presse sei und durchsuchten ihn. Sie nahmen Kamera, Diktiergerät und Mobiltelephon, weg und versuchten das Telephonnummernverzeichnis des Handys zu öffnen.

W. wurde von circa 20 Beamten umringt und massiv bedroht. So wurde ihm angekündigt, er werde gleich zusammengeschlagen. Dann wurde er auf einen Parkplatz geführt, in einer nichteinsehbaren Ecke wurde er weiterhin beleidigt und bedroht. Die Polizisten wiederholten mehrmals, dass die Presse
eh nur lügt und dass die Aufständischen endlich aufs Maul kriegen. Sie kündigten an, falls sie W. auf der (genehmigten) Kundgebung am Sonntag sähen, wäre er dran. Als W. nach dem Grund seiner Festnahme fragte, wurde ihm mitgeteilt, dass es verboten sei, in Österreich Polizisten zu photographieren.

Daraufhin wurde W. von drei Zivilbeamten des
Staatsschutzes abgeführt, dabei teilten ihm
uniformierte Beamten der Einheit Taurus mit: Wenn du rennst, bist du tot! W. wurde in die
Bundespolizeidirektion Alpenstrasse gebracht und dort verhört.

Am Ende des Verhörs musste W. ein Vordruck
unterschreiben. In dem Formular wurde ihm mitgeteilt, dass ein Schubhaftverfahren und ein Verfahren wegen Sachbeschädigung gegen ihn eingeleitet werde.

Nach weiteren Beschimpfungen wurde W. in eine Zelle gesperrt. Nach einiger Zeit betraten Beamten des Staatsschutzes die Zelle und teilten ihm mit, dass er bald entlassen werde. Sie versuchten ihn einzuschüchtern, indem sie ihm ankündigten, falls er Ärger mache, bekäme er 10 Jahre Österreich-Verbot.

Alle Fotos und Audioaufnahmen wurden von der Polizei gelöscht, Presse- und Personalausweis fotokopiert. Bei der Entlassung wurden W. sein Diktiergerät, Handy und seine Kamera wieder ausgehändigt. Der Journalist W. erwägt rechtliche Schritte
einzuleiten.
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Ergänzungen

10 Jahre Österreichverbot

Def. Izit 01.07.2001 - 17:21
finde ich gut. Aber bitte für alle EU- und andere Bürger, damit dieses Land endlich in aller Ruhe seinem eigenen Gestank verwesen kann.

Österreichverbot 2

tamo 01.07.2001 - 17:33
jawoll!
österreich verbieten! sofort! und deutschland am besten gleich auch.

Einfach alles!

Weischkopp 02.07.2001 - 02:43
Und die EU! Aber vor allem die Zahlen.

Ist Österreich je ein Rechtsstaat gewesen ?

jana 03.07.2001 - 02:38
Was da aus Österreich zu hören und zu lesen ist, das ist schon starker Tobak: Das sieht wie ein Polizeistaat aus...