Bremen: Es muß sich was ändern!
Ein Bericht vom Naziaufmarsch am 23.6.01
Mit dem Auto gings nach Bremen-Vegesack. Dort angekommen erstmal zur Gegenkundgebung (mit eigener Musikbühne), dann weiter Richtung Aufmarschplatz. Kurz vor der Route kamen dann die Absperrgitter und ein friedliches Weiterkommen war nich mehr möglich. Also an den Gitter stehen und bei Gelegenheit mal Lärm machen. Im Vergleich zu Hamburg standen die Gitter erst ganz kurz vor der Route der Nazis. Sie waren sogar zu sehen und hören. Was in Hamburg schon lange nicht mehr geht.
Eigentlich wollten die Nazis um 11 Uhr anfangen, aber da sie ja so sehr auf deutsche Tugenden wie z.B. Pünktlichkeit stehen sind sie erst mit einer halben Stunde Verspätung als Autokorso unter Polizeischutz eingefahren. Schnell gings in Aufstellung und eigentlich waren auch nur ihre Fahnen zu sehen, weil alles mit Bullen-Autos zugeparkt war. An Fahnen hatten sie alles dabei, was sie in ihren Mottenkisten gefunden haben (NPD, JN, schwarz-weiß-rot mit und ohne Eisernes Kreuz usw.). Das war schon merkwürdig, besonders da das Aktionsbüro Norddeutschland als Auflage vorher verkündet hatte, dass nur Bundes- und Länderfahnen zugelassen seien.
Irgendwann zogen sie dann los und fast aus jeder Seitenstraße schallte ihnen verbale Ablehnung entgegen. Was die Bullen veranlaßte noch stärker aufzuziehen. Waren echt verdammt viele von da. Aus Schwerin, Eutin, Gelsenkirchen, Braunschweig, Oldenburg, Bremen (vor allem die schwarz gekleideten BFE´s) und natürlich BGS.
Ein Grüppchen von 10 Leutenm, das in einer solchen Seitenstraße vor einem Absperrgitter saß, bekam einen Platzverweis. Begründung dafür gäbe des beim Einsatzleiter, dessen Aufenthaltsort leider gerade nicht bekannt sei. Die Absperrung wurde dann 50 m die Straße weiter runtergezogen. Vorhergegangen war dem ganzen eine Diskussion unter den Bullen, ob sich das Grüppchen in Wurfreichweite zur Route der Nazis befände oder nicht.
Nach dem Aufmarsch warteten noch 150 Leute am Bahnhof in Bremen-Vegesack ob die Bahnfahrer unter den Nazis wieder dort in den Zug steigen würden. Das taten dann aber nur drei, die es schafften 100 Leute und mindestens nochmal so viele BGSler in Bewegung zu bringen.
Es muß mal was neues her. Bei dem Großaufgebot, mit dem die Polizei die Aufmärsche durchsetzt, scheitern alle bisherigen Konzepte (Kleingruppen etc.). Eine direkte Konfrontation ist gegen die Übermacht an Polizei nicht zu gewinnen (aber heutzutage wird diese ja nicht mehr von vielen Leuten gesucht). Vielleicht sind die An- und Abfahrtswege eine Möglichkeit (Straßenblockaden im voraus, Bahnfahrten, ein Empfangskomitee am Heimatbahnhof usw.) Den Gedanken sind keine Grenzen gesetzt. Ausprobieren und gewinnen!
Eigentlich wollten die Nazis um 11 Uhr anfangen, aber da sie ja so sehr auf deutsche Tugenden wie z.B. Pünktlichkeit stehen sind sie erst mit einer halben Stunde Verspätung als Autokorso unter Polizeischutz eingefahren. Schnell gings in Aufstellung und eigentlich waren auch nur ihre Fahnen zu sehen, weil alles mit Bullen-Autos zugeparkt war. An Fahnen hatten sie alles dabei, was sie in ihren Mottenkisten gefunden haben (NPD, JN, schwarz-weiß-rot mit und ohne Eisernes Kreuz usw.). Das war schon merkwürdig, besonders da das Aktionsbüro Norddeutschland als Auflage vorher verkündet hatte, dass nur Bundes- und Länderfahnen zugelassen seien.
Irgendwann zogen sie dann los und fast aus jeder Seitenstraße schallte ihnen verbale Ablehnung entgegen. Was die Bullen veranlaßte noch stärker aufzuziehen. Waren echt verdammt viele von da. Aus Schwerin, Eutin, Gelsenkirchen, Braunschweig, Oldenburg, Bremen (vor allem die schwarz gekleideten BFE´s) und natürlich BGS.
Ein Grüppchen von 10 Leutenm, das in einer solchen Seitenstraße vor einem Absperrgitter saß, bekam einen Platzverweis. Begründung dafür gäbe des beim Einsatzleiter, dessen Aufenthaltsort leider gerade nicht bekannt sei. Die Absperrung wurde dann 50 m die Straße weiter runtergezogen. Vorhergegangen war dem ganzen eine Diskussion unter den Bullen, ob sich das Grüppchen in Wurfreichweite zur Route der Nazis befände oder nicht.
Nach dem Aufmarsch warteten noch 150 Leute am Bahnhof in Bremen-Vegesack ob die Bahnfahrer unter den Nazis wieder dort in den Zug steigen würden. Das taten dann aber nur drei, die es schafften 100 Leute und mindestens nochmal so viele BGSler in Bewegung zu bringen.
Es muß mal was neues her. Bei dem Großaufgebot, mit dem die Polizei die Aufmärsche durchsetzt, scheitern alle bisherigen Konzepte (Kleingruppen etc.). Eine direkte Konfrontation ist gegen die Übermacht an Polizei nicht zu gewinnen (aber heutzutage wird diese ja nicht mehr von vielen Leuten gesucht). Vielleicht sind die An- und Abfahrtswege eine Möglichkeit (Straßenblockaden im voraus, Bahnfahrten, ein Empfangskomitee am Heimatbahnhof usw.) Den Gedanken sind keine Grenzen gesetzt. Ausprobieren und gewinnen!
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Ergänzungen
sicherlich hast du recht
So erstmal die eigenen Erfahrungen ausbreiten - Die Bullen haben komplett Vegesack dicht gemacht und es gab nur an wenigsten stellen ein durchkommen - welches immer wieder sofort unterbunden wurde - Fakt ist - es gab keine nennenswerte Möglichkeiten auf die Route zu kommen. Kein Wunder bei 1600 Bullen (bei ca. 150 Nazis = fast 11 für einen Nazi!!!). Im übrigen gab es im und um den Bremer Bahnhof am Nachmittag noch kleine Scharmützel wo wieder ähnliches wie in Vegesack vollbracht wurde - Bullenkette um die Nazis - und Bahnhof abgesperrt - Einlass nur mit Fahrkarte und angemessenen Bahnfahrer Outfit.
Es ist sicher verdammt schwierig so viel anzustellen, damit 1600 Cops ins Schwimmen geraten. Heute ist es leider nicht gelungen - Aber wie lange wird es möglich sein jede Nazidemo in einem solchem (unvertretbaren!) martialischem Aufgebot zu schützen?! Abwarten und weitermachen!
So viele wie in Göteburg!
Hatte vorhin noch vergessen zu erwähnen, dass es am Bahnhof in Vegesack eine Fest- oder In-Gewahrsam-Name gab. Die Cops wußten es selbst nicht und der Gefangene wußte auch nicht warum. Als Gerüchte geisterten Vernmummung oder Beamtenbeleidigung durch die Menge.
Nicht nur buh rufen !
War Vermummung
Als ich aus dem Laden am Bahnhof rauswollte(richtung Gleise) sah ich ein massiges aufgebot von Bullen. Ich wollte zurück und ein Bulle packte mich am arm. Er schleuderte mich gegen den Stahlträger den ich auch noch leicht mit dem Gesicht schrammte. Ich brüllte zu ihm rüber was ich von ihm zu halten habe. Da ich das gefühl hatte zu bluten zog ich mein tuch hoch um abzutupfern. Kurz danach wurde ich überfallen.
An die am Bahnhof:
Ich muss mal was loswerden.
Ich finde es schwach nix auf die reihe zu bekommen oder jemanden zu unterstützen wenn er gecatcht wird. "Hey!!" Brüllen bringt nix!! besonders wenn es im Sozialarbeiter stil rüberkommt erst recht nix (Nix gegen Sozialarbeiter)
.
War Vermummung
Als ich aus dem Laden am Bahnhof rauswollte(richtung Gleise) sah ich ein massiges aufgebot von Bullen. Ich wollte zurück in den laden und den anderen Ausgang benutzen doch ein Bulle packte mich am Arm. Er schleuderte mich gegen den Stahlträger den ich auch noch leicht mit dem Gesicht schrammte. Ich brüllte zu ihm rüber was ich von ihm zu halten habe. Da ich das gefühl hatte zu bluten zog ich mein tuch hoch um abzutupfern. Kurz danach wurde ich überfallen.
An die am Bahnhof:
Ich muss mal was loswerden.
Ich finde es schwach nix auf die reihe zu bekommen oder jemanden zu unterstützen wenn er gecatcht wird. "Hey!!" Brüllen bringt nix!! Besonders wenn es im Sozialarbeiter stil rüberkommt erst recht nicht (Nix gegen Sozialarbeiter)
.
?
Noch mal ich
ALLES ZUM 23. JUNI
nächstes Mal...
Kanalisation als Ausweg
Ja Addi
zum reisekader
du schreibst,das sich am rande der nazi-route zahlreiche
personen befunden haben,und es trotzdem lediglich zu etwas "rumgewuppe" gekommen ist...obwohl wahrscheinlich deutlich mehr möglich gewesen wäre.wer kennt das nicht:naziaufmarsch,200-300 "relevante personen"(bullenjargon,ich weiss) sind am start,und trotzdem passiert den ganzen tag lang nichts.ich denke,einer der vielen gründe hierfür ist der,dass in der vor-und nachbereitung sowie in der mobilisierung zu solchen "events" militante aktionen -im wahrsten sinne des wortes-immer weniger zur sprache kommen.ich finde es schon sehr entäuschend,wenn mensch auf einer demo ausnamsweise mal was militantes gebacken bekommt,und dann später in der presseerklärung des veranstalters lesen darf,dass sich alle demo-teilnehmerInnen
lammfromm und unvermummt auf der angemeldeten route befunden hätten,als sie plötzlich ohne vorwarnung und hinterrücks von den bullen angegriffen wurden...ich will hier in keinster form auch nur einen einzigen bullenübergriff herunterspielen,rechtfertigen oder ähnliches!ich denke aber,wer seine eigene militanz verleugnet,wird früher oder später in die lage kommen,sie auch keinem anderen mehr vermitteln zu können,geschweige denn irgendwen zu militanten aktionen animieren zu können!selbst hier bei indymedia wechseln sich zu goetheborg die headlines "friedliche demonstranten von cops überfallen" und "coole riot-pics aus gbg" ab.im ganzen nicht sehr glaubwürdig,oder?
die übergriffe der cops waren in jedem fall absolut unverhältnismässig brutal und menschenverachtend,dass sollte aber kein grund sein,plötzlich die teilweise durchaus erfolgreichen militanten aktionen zu verleugnen,um in der öffentlichkeit besser dazustehen.selbst 10.000 randalierende würden den einsatz von schusswaffen nicht rechtfertigen.diese "verleugnungsstrategie" kann meiner meinung nach ganz massiv nach hinten losgehen,lässt sie doch für aussenstehende den schluss zu,dass es zwar nicht ok ist,die ja auschliesslich friedlichen, demonstranten solchen "polizeilichen maßnahmen" auszusetzen,wenn dann aber doch mal wer einen stein schmeisst,ist das ja was anderes...
wer militante aktionen zugunsten einer besseren presse leugnet,spaltet!!!
Vermittelbarkeit