Ein nicht nur virtueller Schlag im Flügel des Kranich
Ein nicht nur virtueller Schlag im Flügel des Kranichs
Um die nicht wirklich beflügelten Aktienkurse der deutschen Lufthansa AG ging es der Mehrzahl der Besucher der jährlichen Hauptversammlung.
Dem Straßentheater vor dem Eingang wurde noch freundliches Befremden entgegengebracht. Blau-gelbe Stewardessen wandelten neben der Abschiebung eines Flüchtlings die übliche Sicherheitsgymnastik in eine elegante Aufforderung zum aktiven Eingreifen gegen diese Praxis um. Ihre Kolleginnen verteilten Zeitungen und Infopakete zur Lufthansakampagne von Kein Mensch ist illegal. Den AktionärInnen blieb jedoch wenig Zeit, sich mit den Informationen zur Abschiebepraxis ihres Unternehmens zu beschäftigen, da diese ihnen gleich beim Sicherheitscheck am Eingang wieder abgenommen wurden. "Die Zeitung geht gegen das Firmeninteresse der Lufthansa, und wir haben die Anweisung, sie zu konfiszieren. Was genau drinsteht, weiß ich auch nicht." So der Kommentar einer security-Angestellten. Die Sicherheitsmaßnahmen am Eingang waren massiv. Taschen wurden durchleuchtet, man musste Magnetschranken passieren. Nagelscheren wurden konfisziert. Doch Transparente wurden nicht entdeckt. Während die AktionärInnen sich im Rundgang der Kölnarena bei Schnittchen und Mineralwasser sammelten, wurden immer wieder von außen Transparente an die Scheibe gehalten, welche auf die teilweise tödlich endenden Abschiebungen von Flüchtlingen durch Lufthansamaschinen ansprachen. Die security wurde nervös und funkte permanent herum.
Um 10:15 eröffnete der Versammlungsleiter, Herr Schlede vom Aufsichtsrat, die Veranstaltung. Er wies gleich zu Beginn darauf hin, dass er für einen reibungslosen Ablauf des Programms sorgen werde, und dass Chaoten, die auch vor kriminellen Handlungen nicht zurückschrecken würden, gleich des Saales verwiesen würden. Die Lufthansa wäre nicht der richtige Ansprechpartner für Proteste gegen Abschiebungen, das läge im Verantwortungsbereich der Bundesregierung. Im übrigen hätten solche "Partikularinteressen" (ja, das hat er wirklich gesagt!!!) auf einer Aktionärsversammlung nichts zu suchen.
Was die Entschädigungszahlungen für ehemalige ZwangsarbeiterInnen betrifft, so wäre die Rechtslage ja inzwischen geklärt, so dass nun endgültig ein Schlussstrich unter dieses "dunkle Kapitel" gezogen werden müsse.
Als er zur Geschäftsordnung übergehen wollte, erhoben sich die ersten AktivistInnen und entrollten vor dem Rednerpult ein Transparent mit der Aufschrift "Stop deportation.class. Abschiebung ist Mord". Bis die security letztendlich eingriff und die Leute abführte, hatte die Presse genug Zeit, dies festzuhalten.
Als Herr Weber, Vorstandsvorsitzender der Kraniche, zu seinem Jahresbericht ansetzte, wurde das nächste Transparent entrollt. "Stoppt das Geschäft mit den Abschiebungen" wurde lauthals gefordert. Die Stimmen verloren sich in den Kellergeschossen, in die die AktivistInnen abgeführt wurden. Herr Weber setzte gerade wieder an, da erhob sich aus einer anderen Ecke eine Gruppe von AbschiebungsgegnerInnen. Die Buh-Rufe der AktionärInnen verwandelten sich in Beifall, als auch diese abgeführt wurden. "Es genügen nicht die Transparente, die Leute müssen auch raus!" hieß es vom Podium. "Immer draufhauen auf die Chaoten!" kam es aus dem Publikum. Und: "Die Chaoten müssen die Asylanten ja nicht bezahlen, wenn die hierbleiben". Ob angeheizt durch die Stimmung der AktionärInnen oder auf Anweisung von oben, jedenfalls wurden die Eingriffe immer brutaler, die Stimmung gereizter, die AktionärInnen genervter. Beim 5. Transparent wurde ein Aktivist wortwörtlich die Stimme abgewürgt. Eine Frau wurde mit der Faust aufs Jochbein geschlagen, eine andere so wüst abgeführt, dass ihr der Rock über die Hüfte rutschte. Bei der letzten Gruppe wurde das Eingreifen der Sicherheitskräfte bereits durch die drumherum sitzenden Aktionäre vorweggenommen. Sie rissen sofort das Transparent mit den Todesdaten der auf Lufthansaflügen umgekommenen Flüchtlinge an sich. Der Sicherheitsdienst führte die Aktivistinnen unter lauten Forderungen zum Ende des Abschiebegeschäftes ab.
Nachdem die Personalien festgestellt worden sind, wurden alle aus dem Veranstaltungsort herausbefördert.
Dem Straßentheater vor dem Eingang wurde noch freundliches Befremden entgegengebracht. Blau-gelbe Stewardessen wandelten neben der Abschiebung eines Flüchtlings die übliche Sicherheitsgymnastik in eine elegante Aufforderung zum aktiven Eingreifen gegen diese Praxis um. Ihre Kolleginnen verteilten Zeitungen und Infopakete zur Lufthansakampagne von Kein Mensch ist illegal. Den AktionärInnen blieb jedoch wenig Zeit, sich mit den Informationen zur Abschiebepraxis ihres Unternehmens zu beschäftigen, da diese ihnen gleich beim Sicherheitscheck am Eingang wieder abgenommen wurden. "Die Zeitung geht gegen das Firmeninteresse der Lufthansa, und wir haben die Anweisung, sie zu konfiszieren. Was genau drinsteht, weiß ich auch nicht." So der Kommentar einer security-Angestellten. Die Sicherheitsmaßnahmen am Eingang waren massiv. Taschen wurden durchleuchtet, man musste Magnetschranken passieren. Nagelscheren wurden konfisziert. Doch Transparente wurden nicht entdeckt. Während die AktionärInnen sich im Rundgang der Kölnarena bei Schnittchen und Mineralwasser sammelten, wurden immer wieder von außen Transparente an die Scheibe gehalten, welche auf die teilweise tödlich endenden Abschiebungen von Flüchtlingen durch Lufthansamaschinen ansprachen. Die security wurde nervös und funkte permanent herum.
Um 10:15 eröffnete der Versammlungsleiter, Herr Schlede vom Aufsichtsrat, die Veranstaltung. Er wies gleich zu Beginn darauf hin, dass er für einen reibungslosen Ablauf des Programms sorgen werde, und dass Chaoten, die auch vor kriminellen Handlungen nicht zurückschrecken würden, gleich des Saales verwiesen würden. Die Lufthansa wäre nicht der richtige Ansprechpartner für Proteste gegen Abschiebungen, das läge im Verantwortungsbereich der Bundesregierung. Im übrigen hätten solche "Partikularinteressen" (ja, das hat er wirklich gesagt!!!) auf einer Aktionärsversammlung nichts zu suchen.
Was die Entschädigungszahlungen für ehemalige ZwangsarbeiterInnen betrifft, so wäre die Rechtslage ja inzwischen geklärt, so dass nun endgültig ein Schlussstrich unter dieses "dunkle Kapitel" gezogen werden müsse.
Als er zur Geschäftsordnung übergehen wollte, erhoben sich die ersten AktivistInnen und entrollten vor dem Rednerpult ein Transparent mit der Aufschrift "Stop deportation.class. Abschiebung ist Mord". Bis die security letztendlich eingriff und die Leute abführte, hatte die Presse genug Zeit, dies festzuhalten.
Als Herr Weber, Vorstandsvorsitzender der Kraniche, zu seinem Jahresbericht ansetzte, wurde das nächste Transparent entrollt. "Stoppt das Geschäft mit den Abschiebungen" wurde lauthals gefordert. Die Stimmen verloren sich in den Kellergeschossen, in die die AktivistInnen abgeführt wurden. Herr Weber setzte gerade wieder an, da erhob sich aus einer anderen Ecke eine Gruppe von AbschiebungsgegnerInnen. Die Buh-Rufe der AktionärInnen verwandelten sich in Beifall, als auch diese abgeführt wurden. "Es genügen nicht die Transparente, die Leute müssen auch raus!" hieß es vom Podium. "Immer draufhauen auf die Chaoten!" kam es aus dem Publikum. Und: "Die Chaoten müssen die Asylanten ja nicht bezahlen, wenn die hierbleiben". Ob angeheizt durch die Stimmung der AktionärInnen oder auf Anweisung von oben, jedenfalls wurden die Eingriffe immer brutaler, die Stimmung gereizter, die AktionärInnen genervter. Beim 5. Transparent wurde ein Aktivist wortwörtlich die Stimme abgewürgt. Eine Frau wurde mit der Faust aufs Jochbein geschlagen, eine andere so wüst abgeführt, dass ihr der Rock über die Hüfte rutschte. Bei der letzten Gruppe wurde das Eingreifen der Sicherheitskräfte bereits durch die drumherum sitzenden Aktionäre vorweggenommen. Sie rissen sofort das Transparent mit den Todesdaten der auf Lufthansaflügen umgekommenen Flüchtlinge an sich. Der Sicherheitsdienst führte die Aktivistinnen unter lauten Forderungen zum Ende des Abschiebegeschäftes ab.
Nachdem die Personalien festgestellt worden sind, wurden alle aus dem Veranstaltungsort herausbefördert.
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Ergänzungen
Immer das gleiche
gähn
Prinzessin...
Kacken war ich schon
Fuer prinzessin
Selbsternannte revolluzer schaden der sache mehr als Verraeter in den eigene Reihen - eine alte revolutionaere Wahrheit, die heute keiner mehr wissen will.
Wer nicht wirtschaftlich denkt, wird immer nur ein mieser, feiger und daemlicher Revoluzzer beleiben - das an die Adresse derer, die immer noch nichts begriffen haben und hier sachliche Kritik niedermachen wollen!
Ihr habt ja noch nicht einmal begriffen, was indymedia wirklich ist, ihr Revoluzzer!
hahahahaha
gute demo