Danke für die Unterstützung!
Die Einschränkung der Grundrechte schreitet fort: neuestes Repressionsmittel ist das Ausreiseverbot, unterstützt in den Tagesthemen von 22.30 Uhr
Tendenz zur Einschränkung von Grundrechten
Dass man im Moment sich nicht eines Ausbaus der Grundrechte erfreuen kann wissen wir. Unlängst konnte man lesen, dass das Justizministerium das Recht auf Online-Demonstrationen verneint [1].
Otto Schily freut sich darüber, wie sehr sich das Ausreiseverbot für deutsche "Hooligans" bewährt hat und fordert, das Ausreiseverbot auch auf "Gewalttäter" auszudehnen, "die mit schwerkriminellen Anschlägen die internationale Zusammenarbeit demokratischer Staaten" stören. [2] Ungeheuerlich genug.
Die Ausdehnung des Ausreiseverbotes
Im Grundrechte-Report 2001 [3], herausgegeben von der Humanistischen Union, der Gustav-Heinemann-Stiftung, dem Komitee für Grundrechte und Demokratie sowie des Bundesarbeitskreises kritischer Juragruppen zeigt Reinhard Mokros im Abschnitt "Ausreiseverbot für Hooligans?" was mit solchen Maßnahmen auch erreicht werden kann: man kann politisch unliebsame Meinungen mundtot machen. Konkret genannt wird der Fall des Kommunal- und Landespolitikers Wilhelm Elfes, dem 1953 die Verlängerung seines Reisespasses verweigert worden war, weil er es wagte, mitten im Kalten Krieg an einer internationalen Friedenskonferenz im Ausland teilnehmen zu wollen. Stein des Anstoßes war die Vermutung, die Konferenz sei von der Sowjetunion gesteuert.
Ich bin prinzipiell kein Freund von Diskreditierungen von Dingen durch das Weiterdenken der Dinge in ein Extrem. Doch die angekündigte Absicht, zu prüfen, ob man nicht dem Ausreiseverbot für "Hooligans", das man nach den "zweifellos schrecklichen" Ereignissen 1998 in Frankreich erlassenen hatte, eines für "Gewalttäter" folgen lassen sollte, zeigt, wie man die Ausdehnung dieses zweifelhaften Repressionsmittels betreibt. Dabei reicht es nicht, dass von Regierungskreisen die Einschränkung der Grundrechte gefordert wird. Nein, auch die Medien beteiligen sich an dieser Campagne.
Schützenhilfe von den Medien: Die ARD Tagesthemen vom 18.06.2001
Heute Abend begannen die Tagesthemen[4] mit einem Bericht über den "Gewalttätertourismus". Beispiele waren Dresden und Göteborg. Und die armen Genuesen könnten folgen!
Es gab Hinweise, dass man ja alles für die Entwicklung der Stadt Dresden tue. Keine besetzten Häuser mehr. Wer wolle dort also tatsächlich noch Randale machen, die Leute haben doch keine Probleme. Der Dresdener Oberbürgermeister hatte das Problem selbstverständlich erkannt: Zugereiste "Krawallmacher" waren es natürlich, welche seine schöne Stadt überfallen hatten. Es folgten "Experten": Einer von einem Institut für Gewaltforschung, der Bekundete, dass es den jungen Leuten heute ja nicht mehr um politisches geht, sondern nur noch um die Krawalle der Krawalle willen. Ein weiterer "Experte" war dann ein minutenlanges Dahingestammel eines anonymen, unkenntlich gemachten jungen Mannes in Kaputzenpulli, der aussprach, was man hören wollte. Weitere Behauptungen zum "Gewalttätertourismus" folgten, gestützt unter anderem durch Einschätzungen unseres geliebten Verfassungsschutzes. Die vollkommene Unterschätzung der Gefahren durch die schwedische Polizei wurde gebrandmarkt. Es wurde darauf hingewiesen, wie man sich durch "Handy und Internet" organisiere, Bilder von Publikationen von Indymedia wurden mit Kommentaren über Gewaltaufrufe von "linksextremen Antifas" versehen. Aus welchem Grund als um Gewalt zu wollen berichte man sonst über die Stärke der schwedischen Polizei?
Solche parteiliche Berichterstattung ist schlimm genug, könnte aber ertragen werden, wenn sie durch Gegenpositionen relativiert würde. Dem geschah aber nicht so. Der Kommentar setzte noch eins drauf und forderte, den ersten Schritt zu tun, und endlich die Sache beim Namen zu nennen: nicht mehr "Chaoten" sondern "Verbrecher" solle man diejenigen nennen, die "in Bussen durch ganz Europa gekarrt" würden. Der Kommentator empörte sich, dass man nicht schon längst dasselbe mit diesen "Verbrechern" mache, was man mit den Hooligans mache: sie mit einem Ausreiseverbot belegen. Jede Gewalt müsse an den Pranger gestellt werden, die gegen Ausländer, am Schulhof, in Computerspielen und im Internet.
Kritik der Berichterstattung
Zum einen ist die mangelnde Geschlossenheit der Argumentation traurig. Zum einen sind die Täter "linksextremen Antifas" zum anderen sind sie es nicht, denn die "Gewalttäter" sind unpolitisch, ihnen geht es um nichts als Gewalt.
Es mag sein, dass wir es unter anderem mit so etwas ähnlichem zu tun haben, was der Sozialpsychologe Erik H. Erikson ein Moratorium für Jugendliche nannte, einem "Aufschub erwachsener Verpflichtungen oder Bindungen", einer "provokativen Verspieltheit seitens der Jugend": "Ich möchte tatsächlich annehmen, dass eine gewisse Kriminalität in bestimmten Teilen unserer Gesellschaft seit langer Zeit ein relativ institutionalisiertes Moratorium gewesen ist, und daß sie sich jetzt nur Zugang zu unserem Bewusstsein erzwingt, weil sie sich für zu viele Jugendliche gleichzeitig als zu anziehend und unwiderstehlich erweist."[5] Die Frage ist natürlich auch, warum sie unwiderstehlich sei, wobei dann auch das " in der Berichterstattung total ausgeblendete! " System in den Blickpunkt geraten würde. (Eine Antwort hat James T. Prescott bereits 1975 in einer Ethnologischen gegeben [6]).
Selbst wenn dem so wäre "jugendliche Provokation ohne politische Motive als Grundlage des Handels" bleiben immer noch die geforderten Lösungen zu kritisieren. Denn dem Kommentator fällt nichts als Verbieten ein, nichts als Repression. Danke für diese hervorragende Lösung. Danke für die Unterstützung bei der Einschränkung der Grundrechte.
Torsten Biel ist Student der Politikwissenschaften, Soziologie und Philosophie im 4. Semester an der Justus-Liebig-Universität Giessen.
-----------------
Anmerkungen:
[1] Krempl, Stefan: Justizministerium verneint Recht zur Online-Demo, Telepolis 18.06.2001,
http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/te/7907/1.html [18.06.2001]
[2] dpa-Meldung: Schily prüft Ausreiseverbot für Gewalttäter, in: Netzeitung 17. Jun 2001 20:40,
http://www.netzeitung.de/servlets/page?section=2&item=148252 [18.06.2001]
[3] Siehe hierzu auch die Seite beim Bundesarbeitskreis kritischer Juragruppen,
http://www.math.uni-goettingen.de/fachschaft/bg-jura/bakj-seite/publikationen/grundrechtereport/main.html
[4] Siehe hierzu auch die Webseite der Tagesthemen,
http://www.tagesthemen.de/. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt gibt es dort noch keine Veröffentlichungen zum erwähnen Teil der Sendung.
[5] Erikson, Erik H.: Jugend und Krise. Die Psychodynamik im sozialen Wandel, 2.Auflage, Stuttgart 1994, S. 164
[6] Prescott, James T.: Körperliche Lust und die Ursprünge der Gewalttätigkeit, aus "The Bulletin of The Atomic Scientists", November 1975, S. 10-20, online unter
http://www.violence.de/prescott/bulletin/article-d.html [18.06.2001]
.
Video aus den Tagesthemen:
http://www.tagesthemen.de/archiv/2001/06/18/sendung/tt-2230/videos/dresden.ram
Dass man im Moment sich nicht eines Ausbaus der Grundrechte erfreuen kann wissen wir. Unlängst konnte man lesen, dass das Justizministerium das Recht auf Online-Demonstrationen verneint [1].
Otto Schily freut sich darüber, wie sehr sich das Ausreiseverbot für deutsche "Hooligans" bewährt hat und fordert, das Ausreiseverbot auch auf "Gewalttäter" auszudehnen, "die mit schwerkriminellen Anschlägen die internationale Zusammenarbeit demokratischer Staaten" stören. [2] Ungeheuerlich genug.
Die Ausdehnung des Ausreiseverbotes
Im Grundrechte-Report 2001 [3], herausgegeben von der Humanistischen Union, der Gustav-Heinemann-Stiftung, dem Komitee für Grundrechte und Demokratie sowie des Bundesarbeitskreises kritischer Juragruppen zeigt Reinhard Mokros im Abschnitt "Ausreiseverbot für Hooligans?" was mit solchen Maßnahmen auch erreicht werden kann: man kann politisch unliebsame Meinungen mundtot machen. Konkret genannt wird der Fall des Kommunal- und Landespolitikers Wilhelm Elfes, dem 1953 die Verlängerung seines Reisespasses verweigert worden war, weil er es wagte, mitten im Kalten Krieg an einer internationalen Friedenskonferenz im Ausland teilnehmen zu wollen. Stein des Anstoßes war die Vermutung, die Konferenz sei von der Sowjetunion gesteuert.
Ich bin prinzipiell kein Freund von Diskreditierungen von Dingen durch das Weiterdenken der Dinge in ein Extrem. Doch die angekündigte Absicht, zu prüfen, ob man nicht dem Ausreiseverbot für "Hooligans", das man nach den "zweifellos schrecklichen" Ereignissen 1998 in Frankreich erlassenen hatte, eines für "Gewalttäter" folgen lassen sollte, zeigt, wie man die Ausdehnung dieses zweifelhaften Repressionsmittels betreibt. Dabei reicht es nicht, dass von Regierungskreisen die Einschränkung der Grundrechte gefordert wird. Nein, auch die Medien beteiligen sich an dieser Campagne.
Schützenhilfe von den Medien: Die ARD Tagesthemen vom 18.06.2001
Heute Abend begannen die Tagesthemen[4] mit einem Bericht über den "Gewalttätertourismus". Beispiele waren Dresden und Göteborg. Und die armen Genuesen könnten folgen!
Es gab Hinweise, dass man ja alles für die Entwicklung der Stadt Dresden tue. Keine besetzten Häuser mehr. Wer wolle dort also tatsächlich noch Randale machen, die Leute haben doch keine Probleme. Der Dresdener Oberbürgermeister hatte das Problem selbstverständlich erkannt: Zugereiste "Krawallmacher" waren es natürlich, welche seine schöne Stadt überfallen hatten. Es folgten "Experten": Einer von einem Institut für Gewaltforschung, der Bekundete, dass es den jungen Leuten heute ja nicht mehr um politisches geht, sondern nur noch um die Krawalle der Krawalle willen. Ein weiterer "Experte" war dann ein minutenlanges Dahingestammel eines anonymen, unkenntlich gemachten jungen Mannes in Kaputzenpulli, der aussprach, was man hören wollte. Weitere Behauptungen zum "Gewalttätertourismus" folgten, gestützt unter anderem durch Einschätzungen unseres geliebten Verfassungsschutzes. Die vollkommene Unterschätzung der Gefahren durch die schwedische Polizei wurde gebrandmarkt. Es wurde darauf hingewiesen, wie man sich durch "Handy und Internet" organisiere, Bilder von Publikationen von Indymedia wurden mit Kommentaren über Gewaltaufrufe von "linksextremen Antifas" versehen. Aus welchem Grund als um Gewalt zu wollen berichte man sonst über die Stärke der schwedischen Polizei?
Solche parteiliche Berichterstattung ist schlimm genug, könnte aber ertragen werden, wenn sie durch Gegenpositionen relativiert würde. Dem geschah aber nicht so. Der Kommentar setzte noch eins drauf und forderte, den ersten Schritt zu tun, und endlich die Sache beim Namen zu nennen: nicht mehr "Chaoten" sondern "Verbrecher" solle man diejenigen nennen, die "in Bussen durch ganz Europa gekarrt" würden. Der Kommentator empörte sich, dass man nicht schon längst dasselbe mit diesen "Verbrechern" mache, was man mit den Hooligans mache: sie mit einem Ausreiseverbot belegen. Jede Gewalt müsse an den Pranger gestellt werden, die gegen Ausländer, am Schulhof, in Computerspielen und im Internet.
Kritik der Berichterstattung
Zum einen ist die mangelnde Geschlossenheit der Argumentation traurig. Zum einen sind die Täter "linksextremen Antifas" zum anderen sind sie es nicht, denn die "Gewalttäter" sind unpolitisch, ihnen geht es um nichts als Gewalt.
Es mag sein, dass wir es unter anderem mit so etwas ähnlichem zu tun haben, was der Sozialpsychologe Erik H. Erikson ein Moratorium für Jugendliche nannte, einem "Aufschub erwachsener Verpflichtungen oder Bindungen", einer "provokativen Verspieltheit seitens der Jugend": "Ich möchte tatsächlich annehmen, dass eine gewisse Kriminalität in bestimmten Teilen unserer Gesellschaft seit langer Zeit ein relativ institutionalisiertes Moratorium gewesen ist, und daß sie sich jetzt nur Zugang zu unserem Bewusstsein erzwingt, weil sie sich für zu viele Jugendliche gleichzeitig als zu anziehend und unwiderstehlich erweist."[5] Die Frage ist natürlich auch, warum sie unwiderstehlich sei, wobei dann auch das " in der Berichterstattung total ausgeblendete! " System in den Blickpunkt geraten würde. (Eine Antwort hat James T. Prescott bereits 1975 in einer Ethnologischen gegeben [6]).
Selbst wenn dem so wäre "jugendliche Provokation ohne politische Motive als Grundlage des Handels" bleiben immer noch die geforderten Lösungen zu kritisieren. Denn dem Kommentator fällt nichts als Verbieten ein, nichts als Repression. Danke für diese hervorragende Lösung. Danke für die Unterstützung bei der Einschränkung der Grundrechte.
Torsten Biel ist Student der Politikwissenschaften, Soziologie und Philosophie im 4. Semester an der Justus-Liebig-Universität Giessen.
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Anmerkungen:
[1] Krempl, Stefan: Justizministerium verneint Recht zur Online-Demo, Telepolis 18.06.2001,
http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/te/7907/1.html [18.06.2001] [2] dpa-Meldung: Schily prüft Ausreiseverbot für Gewalttäter, in: Netzeitung 17. Jun 2001 20:40,
http://www.netzeitung.de/servlets/page?section=2&item=148252 [18.06.2001] [3] Siehe hierzu auch die Seite beim Bundesarbeitskreis kritischer Juragruppen,
http://www.math.uni-goettingen.de/fachschaft/bg-jura/bakj-seite/publikationen/grundrechtereport/main.html [4] Siehe hierzu auch die Webseite der Tagesthemen,
http://www.tagesthemen.de/. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt gibt es dort noch keine Veröffentlichungen zum erwähnen Teil der Sendung. [5] Erikson, Erik H.: Jugend und Krise. Die Psychodynamik im sozialen Wandel, 2.Auflage, Stuttgart 1994, S. 164
[6] Prescott, James T.: Körperliche Lust und die Ursprünge der Gewalttätigkeit, aus "The Bulletin of The Atomic Scientists", November 1975, S. 10-20, online unter
http://www.violence.de/prescott/bulletin/article-d.html [18.06.2001] .
Video aus den Tagesthemen:
http://www.tagesthemen.de/archiv/2001/06/18/sendung/tt-2230/videos/dresden.ram
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(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)
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Ergänzungen
Tagesthemen-Bericht jetzt online
Links gesetzt
Ich fand übrigens interessant, daß Verdrängung der "alten" Bevölkerung als was gutes gesehen wird. Ist auch in Berlin ein dickes Thema.
Nicht gerafft!
Grundsätzliches
Mehr Beteiligungsmöglichkeiten
Brüssel, 17. Juni (AFP) - Nach den gewaltsamen Ausschreitungen beim EU-Gipfel in Schweden hat EU-Kommissarin Viviane Reding am Sonntag einen verstärkten Dialog mit der Jugend angekündigt. Die für Jugendliche zuständige Politikerin erklärte am Sonntag, sie bereite ein Weißbuch über die Zukunft der Jugendpolitik auf der Grundlage von Vorschlägen der Jugendlichen selbst vor. Sie zeigte sich schockiert über die Ausschreitungen "bestimmter Provokotationsprofis" in Göteborg. Die große Mehrheit der Jugendlichen, die in Göteborg demonstrierte, habe dies friedlich tun wollen. Die jungen Europäer seien zwar "kritisch, aber positiv", erklärte sie weiter. Bei den Krawallen waren am Wochenende drei Menschen durch Schüsse verletzt worden, unter ihnen ein Deutscher.
© AFP
Anmerlung: 1) Schade, daß auch die Kommissarin den Schwachsin der "Ausschreitungen "bestimmter Provokotationsprofis"" übernommen hat.
2) Der Weißbuch-Prozeß läuft schon seit Anfang 2000, das Weißbuch soll September 2001 offiziell vorgestellt werden. Mehr Infos dazu:
3) Schade, daß diese positive Sache von keinem Medium berichtet wurde.
Vielen Dank
Nicht einen Kuchen, oder zwei...
Woher kommen eingentlich...
Zu Düse
Chaoten???????????
und den "Bürgern sagen warum die da alles kaputt gemacht haben, und das die bullen vieleicht selber daran schuld gewessen sein können (was höst warscheinlich ist) und das die randalen erst nach den schüssen richtig los gingen (verständlich)
LEUTE, ES WURDEN MENSCHEN FAST GETÖTET
UND DAS VON BULLEN BEI EINER DEMO IN "EUROPA"*
UND DAS WEGEN EIN PAAR STEINEN
(*soll nicht heißen das es woanders nicht so schlimm währe)
ORGANISIERT MAHNWACHEN verteilt flyer (vieleicht mal nicht ganz so radikal soll ja die "normal Bürger" ansprechen
C.U. KAMPF DEM KAPITALISMUS-FASCHISMUS-RASISMUS
zu düse
Die hätten das früher oder später auch so durchgesetzt, oder andere hätten als Sündenbock herhalten müssen. Insofern betreiben sie auch eine gewollte Spaltung innerhalb der verschiedenen Protestgruppen. Dies sind also meiner Meinung nach weniger die Militanten schuld (bitte keine Wertung zwischen den Zeilen lesen, darum geht es nicht), als der Zustand der Gesellschaft und die meiner Meinung nach so oder so absehbare Entwicklung. Die Militanten machen es dem Staat höchstens ein wenig leichter.
Grüße
Was hat uns Göteborg gebracht?
Ich selbst war in Göteborg und bin ziemlich schockiert, was hier einige Provokateure, Verbalradikale und
dogmatische Betonköpfen bei Indymedia ablassen.
Was hat uns der Protst in Göteborg gebracht? "Wir" haben eine Schlacht gegen Bullen gewonnen und Geschäfte
entglast. Mehr nicht.
Was hat es an Nachteile gebracht? Wir haben auf der ganzen Linie verloren. Die Polizisten werden wieder gesund,
dafür werden Gestze verschärft und Hass bleibt. An den kaputten Geschäften verdienen sich Versicherungen eine
goldene Nase.
In den skandinavischen Ländern haben die EU-Gegner sehr großen Einfluss. Überwiegend stammen sie aus
dem Lager der anarchosyndikalistischen SAC und den nichtdogmatischen Kommunisten. Im Vorfeld des Gipfels
haben sie es geschafft mit ihren Positionen in die Medien zu kommen. Grosse Proteste und Aktionen des zivilen
Ungehorsams hätten im Fall Schweden einen breiten Raum in den Medien eingenommen. Das haben "wir" kaputt
gemacht. Ich sage "wir", weil ich mich anfangs auch an Randale beteiligt habe. Wir haben mit iunseren Aktionen
geschafft, daß Inhalte schlagartig verdrängt wurden und die Action-Berichterstattung dominiert hat. Die
EU-Gegner haben Rückhalt verloren. Die Polizei hat von "uns" Hilfe für ihren Informations-Krieg bekommen. Warum
ist auch die Polizei an Eskalationen interessiert? Gestze werden geädert. Hass und Lügen mehr als zuvor in den
Medien verbreitet.
Und dann zu lesen, wie hier weltfremde Gewaltrechtfertiger das auch noch schön reden und Begründungen
herbeirethorisieren. Wir sind ijn keiner revolutionären Situation, in der die Massen sich dem Staat entgegenwerfen
könnten und wir gewinnen. Wir sind nur ein paar tausend. Eine kleine, gesellschaftlich isolierte Gruppe. Wenn wir
was erreichen wollen, müssen wir einfach step by step vorgehen. Und das erste was wir erreichen müssen sind die
Leute um uns herum. (Wahrscheinlich oute ich mich spätestens hier als Anarchist, denn dogmat. Kommunisten
wollen ja die Massen führen, nicht wecken. Für sie ist wer einen Schritt in die richtige Richtung getan hat ein
Gegner, der mehr verfolgt wird als ein "Normalbürger". Siehe wie Militante über X1000 herziehen. Die Militanten
würden eher mit Reaktionären zusammenarbeiten. (Auch Indymedia ist aus der Grassrootsbewegung geboren). Ich
selbst hätte keine Probleme mit militanten Gruppen (Obwohl für mich gilt: Soldaten sind Mörder), wenn diese
wenigstens strategisch arbeiten würden und nicht Gewalt als Allheimittel für die politische Auseinandersetzung
sehen würden. Dies Militanten gibt es auch - aber an Ortenn, wie Göteborg haben sie kaum Einfluss. Auch habe ich
kein Problem mit Selbstverteidigung oder symbolischen McDonalds-"Besuchen".
Die Frage ist jetzt, wie gehen diejenigen die inhaltliche Ziele haben damit um. Wie verhindern wir, daß die
Früchte unseres Kampfes nicht zerstört werden? Jahrelange Arbeit von EU-Kritikern in Schweden wurde an einem
einzigen Tag zerstört. In Genua steht jetzt viel mehr auf dem Spiel: Die Italienische Linke hat ebenfalls viel zu
verlieren. Schon jetzt werden Polizeistrategen überlegen, wie sie Randale anfachen können (Schliesslich sind
dogmat. Militante leicht zu steuern) und diese lenken können.
Die Frage ist: Wie können wir zu Genua europaweit Inhalte an die Leute bringen? Wie können wir den
Menschen bewußt machen, warum Protst not tut? Inwieweit sollte es in vielen Sädten Bestzungen und zivilen
Ungehorsam geben? Ich bitte die Militanten, die wirklich ehrlich ein politisches Ziel verfolgen mich nicht
rethorisch niederzudiskutieren oder sonstwie diese Diskussion "gewinnen" zu wollen, sondern sich ernsthaft zu
überlegen, wie die verschiedenen Widerstabdsformen nebeneinander existieren können - ohne daß die Arbeit von
inhaltlich fixierten Gruppen zerstört wird und Unbeteiligte zu Schaden kommen. Meist sind es die friedlichen Leute,
die als Schutzschild genommen werden, die aufs Maul bekommen.
Es liegt in Eurer Hand, ob die Isolation durchbrochen werden kann und wir unsere Positionen auch ausserhalb
der radikalen Linken verankern können!!! PS: Sorry für mehrfachposting - aber ich finde diese Gedanken
für entscheidend!
Zu "ihr spinnt doch Alle"
Es gibt keine Reisefreiheit !