Göteborg - Erste Bilanz
Die Ereignisse der vergangenen Tage in Göteborg werfen viele Fragen auf. Dieser Text versucht, Antworten auf diese Fragen zu finden.
Um es gleich vorweg zu sagen: Ich war nicht in Göteborg. Aber gerade deshalb denke ich, die besten Vorrausetzungen zum Ziehen einer (Zwischen)bilanz der vergangenen zwei Tag zu haben: Ich habe die Vorkommnisse fast nur in den Massenmedien mitbekommen – wie so ziemlich jeder andere EU-Bürger auch. Insofern habe ich die „wirklichen“ Vorkommnisse mitbekommen, den die Wahrheit ist im Medienzeitalter fast untrennbar mit den Massenmedien verknüpft. Lediglich die IMCs in Deutschland und Schweden (ich verstehe etwas schwedisch) standen mir als halbwegs brauchbarer Gegenstandpunkt zur Verfügung.
Egal wie ich die Ereignisse der vergangenen Tage auch drehe und wende, es bleibt ein mehr als schlechter Geschmack zurück. Das Schlimmste waren nicht mal die Schüsse vom Freitagabend selbst, sondern die absolut unglaublichen Reaktionen der Massenmedien darauf. Ich hatte ständig das Gefühl, DDR1 zu sehen. Der Unterschied zwischen Bild und Kommentar sprach für jemanden, der sich aktiv mit den Berichten auseindersetzte Bände: Da wurde Menschen – ob gerechtfertig oder nicht – in den Rücken geschossen und die Kommentatoren plaudern munter was von „Notwehr“. Was aber ist mit den Menschen, für die die Nachrichten der Nachtisch zum Abendessen sind? Für die dürften die Ereignisse klar sein: Marodierende Autonome (das ist so eine Lebensform, die nur in Symbiose mit den Massenmedien leben kann) ziehen plündernd und brandschatzend durch Göteborg. Als 200 von ihnen (mindestens!) versuchen wollen, einen Polizisten zu lynchen, schiessen diese in Notwehr.Es ist egal, was wirklich passiert ist – denn die Wirklichkeit ist für die meisten Menschen heute das was im Fernsehen kommt oder in der Zeitung steht.
Mir bleibt als vorläufige Schlussfolgerung nur, festzustellen, daß so ziemlich alle versagt haben.
Allen voran die Massenmedien. Konnte man bisher noch die Hoffnung hegen, daß zumindest einige wichtige Medien (z.B. Tagesschau) ein Interesse an neutraler Berichterstattung hätten, haben die letzten Tage das Gegenteil gezeigt. Es bleibt zu Befürchten, daß die Massenmedien auch in Zukunft schlimmere Ereignisse dieser Art mit gewollter oder ungewollter Berichterstattung verschleiern werden (Samstag ab 14 Uhr wurde übrigens in praktisch keinem Fernsehsender mehr über die Schüsse berichtet – wer also zwischen 22 und 14 Uhr nicht vor der Glotze saß, hat garnichts mitbekommen). Ich denke, diese Frage muß in der kommenden Auseinandersetzungen einen zentralen Punkt einnehmen – wie schafft man es, die Medienmonopole zu brechen. Indymedia ist ein Anfang, aber auch nicht mehr.
Daß die Polizei versagt hat, steht wohl außer Frage. Aber hier muß ich gleich ein entschiedenes „aber“ einfügen. Man muss wissen, das Schweden seit dem 2. Weltkrieg keinerlei Erfahrungen mit Massenprotesten oder gar Strassenschlachten gehabt hat. Für die Schweden sind die letzten Tage Hiroshima uns Vietnam zusammen und das ist vielleicht nicht einmal eine Übertreibung. Die Tätigkeit von schwedischen Polizisten beschränkt sich in der Regel auf Verkehrskontrollen, die Überwachung des Prostitutionsverbots und ählich gefährliche Aufgaben. Was mag wohl in deren Köpfen vorgegangen sein, als ein wilder Mob (anders will ich es auch nicht bezeichnen) durch Göteborg zog? Insofern sind die Schüsse keinesfalls entschuldbar aber nachvollziehbar. Das Schlimme an den Schüssen aber ist der Tabubruch. Das erste mal seit zig Jahrzehnten hat die Polzizei in Nordeuropa offen auf Demonstranten geschossen. Wir werden uns wohl an solche und ähnliche Bilder gewöhnen müssen. Was glaubt Ihr, wie geil z.B. einige Berliner Polizeieinheiten jetzt schon auf den nächsten Einsatz z.B. in Gorleben sind? Ich halte es jetzt für ein durchaus realistisches Szenario, daß einzelne Polizisten kamikazeartig in Aktionsgruppen hineinrennen um sich dann – in Notwehr natürlich – von den Kollegen freischiessen lassen. Auch die europaweite Einführung neuer Aufstandsbekämpfungswaffen dürfte jetzt wohl nur noch eine Frage der Zeit sein. Und das das Ausreiseverbot für Hooligans auch auf Politische ausgeweitet wird ist wohl so gut wie sicher.
Aber auch die militanten Demonstranten haben mehr denn je versagt. Natürlich kann man ein paar Barrikaden bauen, um das Interesse der Medien auf die Proteste zu lenken. Aber muss man die Schwäche der schwedischen Polizei dermaßen hemmungslos ausnutzen? Macht es Sinn, die halbe Innenstadt in einen Kriegsschauplatz zu verwandeln? Was für ein Bild vermitteln wohl knüppelschwingende Vermummte den „normalen“ Menschen vor den Fernsehbildschirmen? Es drängt sich mir abermals der Eindruck auf, daß die Motivation für einen nicht unerheblichen Teil der militanten Demonstranten weniger der Protest gegen die EU ist als vielmehr die Geilheit auf „wilde Action“ – wie man diversen Kommentaren bei indymedia wohl entnehmen kann. Und selbst wenn ein „ehrbares“ Motiv vorhanden ist: Welchen Sinn macht es, einen Bürgerkrieg vom Zaun zu brechen, wenn man noch nicht einmal ein ungefähres Gegenmodell zum jetzigen EU-Gesellschaftssystem hat? Und mit so einem Gegenentwurf meine ich bestimmt nicht irgendwelche kuriosen kommunistischen, sozialistischen oder anarchistischen Ideen vom Müllhaufen der Geschichte. Nein, ich meinte eigentlich etwas Konkretes und Realistisches.
Nicht von der Hand zu weisen ist jetzt wohl auch die Gefahr, daß der Linksterrorismus wieder Anhänger findet, weniger in Form einer neuen RAF als viel mehr in der Form militanter Kleingruppen wie in den Achtzigern. Das wäre das schlimmste, was den noch verbliebenen libertären Linken in Europa widerfahren könnte. Die gesellschaftliche Ächtung aller links von Neoliberalismus liegenden Gesellschaftsentwürfe wäre für ein weiteres Jahrzehnt perfekt und unumstösslich.
Egal wie man zur Gewaltfrage steht: In der jetzigen Situation ist exessive Gewalt wie in Göteborg mehr als kontraproduktiv. Sie spielt vielmehr unseren Gegner in die Hände. Es müssen also Strukturen gebildet werden, die das Ausufern von gewalttätigen Aktionen (ich benutze diesen Ausdruck jetzt auch einfach mal für Sachbeschädigungen) verhindern können. Und ich habe keine Lust, diesen Part irgenwelchen barfuß laufenden, militanten Hippies zu überlassen. Es sollte einfach möglich sein, daß – möglichst vorher demokratisch legitimierte - Leute auf Aktionen sagen: „OK, das Ziel wurde erreicht, alle Massenmedien berichten vom Protest gegen diesen Kongress, es macht also keinen Sinn, die Lage weiter eskalieren zu lassen“ oder auch „OK, das Ziel wurde nicht erreicht, aber wenn wir weitermachen besteht die Gefahr, daß es Schwerverletzte oder gar Tote gibt“.
Um solche Sätze vermittlen zu können, ist es auch nötig, vor solchen Aktionen intern ein klares Ziel zu definieren. „Kippt den Gipfel“ ist z.B. ein toller Kampfspruch für Öffentlichkeitsarbeit, kann aber kein ernstzunehmender Anspruch an die Aktion selbst sein. Erklärtes Ziel solcher Aktionen sollte es vielmehr sein, die Öffentlichkeit auf den Gipfel (beispielsweise) und die dahinter stehenden Probleme aufmerksam gemacht werden. Und diese Öffentlich muss dann vielmehr genutzt werden als bisher. Bloße Anwesenheit in den Massenmedien transportiert noch keine Inhalte. Ein gutes Beispiel für erfolgreiche Medienarbeit war das Transparent in Seattle auf dem ein Pfeil zur WTO und ein entgegengesetzter Richtung Demokratie zeigte. Dieses Transparent brachte die ganze Diskussion auf einen Punkt und war in allen Nachrichten zu sehen. Warum habe ich nichts vergleichbares in Göteborg gesehen? Die EU hatte doch wenige Tage vorher geradezu eine Steilvorlage geliefert, indem sie das Votum der irischen Bevölkerung gegen die EU-Osterweiterung entgegen den eigenen Grundsätzen schlichtweg ignorierte (ein unglaublicher Vorgang und keinen interessiert es)!
Welche Folgen es hat, wenn solche Ziele intern nicht klar definiert werden, kann man phantastisch am Beispiel Gorleben verfolgen. Dort riskieren Leute bei von Transport zu Transport waghalsigeren Aktionen Leben und Gesundheit – und das nur, um einen Transport für ein paar Stunden aufzuhalten, der ohnehin früher oder später im Endzwischenlager eintrifft.
Der wichtigste Punkt ist und bleibt aber die inhaltliche Arbeit zur konkreten Aktion und der Entwurf eines freien und demokratischen Gesellschaftsmodells. Es doch kein Wunder, daß auf Demos meist nicht mehr gerufen wird als „hoch die internationale...“, wenn die meisten Teilnehmer nicht einmal wissen (um auf den aktuellen Fall zurück zu kommen), welche Länder eigentlich in der EU sind – von anderen Details ganz zu schweigen. Dieses unbestimmte „Einfachdagegensein“ und die meistens schwachsinnigen (und zum Glück kaum ernsthaft vertretene) Gegenentwürfe zur aktuellen Gesellschafts- und Wirtschaftsordnung sin unsere Achillesferse. Wenn wir daran nicht energisch arbeiten, können wir noch so viele Gipefel stürmen wie wir wollen – es wird nichts ändern.
Jens
P.S. Und hier knüpft sich auch ein ganz konkreter Vorschlag für indymedia an: Einige Monate vor großen Aktionen wie Göteborg oder demnächst Genua sollten zum jeweiligen Thema ein Channel eingerichtet werden, in den Factsheets, Analysen usw. gepostet werden können und wo man in einem Forum über das Thema diskutieren kann. Angesichts der Reichweitenstärke von indymedia könnte so vielen Leuten ein ausreichendes Grundwissen vermittelt werden. Noch wichtiger wäre natürlich ein Channel nur zum Thema „Theorie und Diskussion“, aber dazu ist auf jeden Fall erst einmal umfangreiche Konzeptionsarbeit nötig, um ein produktives Umfeld zu schaffen.
Egal wie ich die Ereignisse der vergangenen Tage auch drehe und wende, es bleibt ein mehr als schlechter Geschmack zurück. Das Schlimmste waren nicht mal die Schüsse vom Freitagabend selbst, sondern die absolut unglaublichen Reaktionen der Massenmedien darauf. Ich hatte ständig das Gefühl, DDR1 zu sehen. Der Unterschied zwischen Bild und Kommentar sprach für jemanden, der sich aktiv mit den Berichten auseindersetzte Bände: Da wurde Menschen – ob gerechtfertig oder nicht – in den Rücken geschossen und die Kommentatoren plaudern munter was von „Notwehr“. Was aber ist mit den Menschen, für die die Nachrichten der Nachtisch zum Abendessen sind? Für die dürften die Ereignisse klar sein: Marodierende Autonome (das ist so eine Lebensform, die nur in Symbiose mit den Massenmedien leben kann) ziehen plündernd und brandschatzend durch Göteborg. Als 200 von ihnen (mindestens!) versuchen wollen, einen Polizisten zu lynchen, schiessen diese in Notwehr.Es ist egal, was wirklich passiert ist – denn die Wirklichkeit ist für die meisten Menschen heute das was im Fernsehen kommt oder in der Zeitung steht.
Mir bleibt als vorläufige Schlussfolgerung nur, festzustellen, daß so ziemlich alle versagt haben.
Allen voran die Massenmedien. Konnte man bisher noch die Hoffnung hegen, daß zumindest einige wichtige Medien (z.B. Tagesschau) ein Interesse an neutraler Berichterstattung hätten, haben die letzten Tage das Gegenteil gezeigt. Es bleibt zu Befürchten, daß die Massenmedien auch in Zukunft schlimmere Ereignisse dieser Art mit gewollter oder ungewollter Berichterstattung verschleiern werden (Samstag ab 14 Uhr wurde übrigens in praktisch keinem Fernsehsender mehr über die Schüsse berichtet – wer also zwischen 22 und 14 Uhr nicht vor der Glotze saß, hat garnichts mitbekommen). Ich denke, diese Frage muß in der kommenden Auseinandersetzungen einen zentralen Punkt einnehmen – wie schafft man es, die Medienmonopole zu brechen. Indymedia ist ein Anfang, aber auch nicht mehr.
Daß die Polizei versagt hat, steht wohl außer Frage. Aber hier muß ich gleich ein entschiedenes „aber“ einfügen. Man muss wissen, das Schweden seit dem 2. Weltkrieg keinerlei Erfahrungen mit Massenprotesten oder gar Strassenschlachten gehabt hat. Für die Schweden sind die letzten Tage Hiroshima uns Vietnam zusammen und das ist vielleicht nicht einmal eine Übertreibung. Die Tätigkeit von schwedischen Polizisten beschränkt sich in der Regel auf Verkehrskontrollen, die Überwachung des Prostitutionsverbots und ählich gefährliche Aufgaben. Was mag wohl in deren Köpfen vorgegangen sein, als ein wilder Mob (anders will ich es auch nicht bezeichnen) durch Göteborg zog? Insofern sind die Schüsse keinesfalls entschuldbar aber nachvollziehbar. Das Schlimme an den Schüssen aber ist der Tabubruch. Das erste mal seit zig Jahrzehnten hat die Polzizei in Nordeuropa offen auf Demonstranten geschossen. Wir werden uns wohl an solche und ähnliche Bilder gewöhnen müssen. Was glaubt Ihr, wie geil z.B. einige Berliner Polizeieinheiten jetzt schon auf den nächsten Einsatz z.B. in Gorleben sind? Ich halte es jetzt für ein durchaus realistisches Szenario, daß einzelne Polizisten kamikazeartig in Aktionsgruppen hineinrennen um sich dann – in Notwehr natürlich – von den Kollegen freischiessen lassen. Auch die europaweite Einführung neuer Aufstandsbekämpfungswaffen dürfte jetzt wohl nur noch eine Frage der Zeit sein. Und das das Ausreiseverbot für Hooligans auch auf Politische ausgeweitet wird ist wohl so gut wie sicher.
Aber auch die militanten Demonstranten haben mehr denn je versagt. Natürlich kann man ein paar Barrikaden bauen, um das Interesse der Medien auf die Proteste zu lenken. Aber muss man die Schwäche der schwedischen Polizei dermaßen hemmungslos ausnutzen? Macht es Sinn, die halbe Innenstadt in einen Kriegsschauplatz zu verwandeln? Was für ein Bild vermitteln wohl knüppelschwingende Vermummte den „normalen“ Menschen vor den Fernsehbildschirmen? Es drängt sich mir abermals der Eindruck auf, daß die Motivation für einen nicht unerheblichen Teil der militanten Demonstranten weniger der Protest gegen die EU ist als vielmehr die Geilheit auf „wilde Action“ – wie man diversen Kommentaren bei indymedia wohl entnehmen kann. Und selbst wenn ein „ehrbares“ Motiv vorhanden ist: Welchen Sinn macht es, einen Bürgerkrieg vom Zaun zu brechen, wenn man noch nicht einmal ein ungefähres Gegenmodell zum jetzigen EU-Gesellschaftssystem hat? Und mit so einem Gegenentwurf meine ich bestimmt nicht irgendwelche kuriosen kommunistischen, sozialistischen oder anarchistischen Ideen vom Müllhaufen der Geschichte. Nein, ich meinte eigentlich etwas Konkretes und Realistisches.
Nicht von der Hand zu weisen ist jetzt wohl auch die Gefahr, daß der Linksterrorismus wieder Anhänger findet, weniger in Form einer neuen RAF als viel mehr in der Form militanter Kleingruppen wie in den Achtzigern. Das wäre das schlimmste, was den noch verbliebenen libertären Linken in Europa widerfahren könnte. Die gesellschaftliche Ächtung aller links von Neoliberalismus liegenden Gesellschaftsentwürfe wäre für ein weiteres Jahrzehnt perfekt und unumstösslich.
Egal wie man zur Gewaltfrage steht: In der jetzigen Situation ist exessive Gewalt wie in Göteborg mehr als kontraproduktiv. Sie spielt vielmehr unseren Gegner in die Hände. Es müssen also Strukturen gebildet werden, die das Ausufern von gewalttätigen Aktionen (ich benutze diesen Ausdruck jetzt auch einfach mal für Sachbeschädigungen) verhindern können. Und ich habe keine Lust, diesen Part irgenwelchen barfuß laufenden, militanten Hippies zu überlassen. Es sollte einfach möglich sein, daß – möglichst vorher demokratisch legitimierte - Leute auf Aktionen sagen: „OK, das Ziel wurde erreicht, alle Massenmedien berichten vom Protest gegen diesen Kongress, es macht also keinen Sinn, die Lage weiter eskalieren zu lassen“ oder auch „OK, das Ziel wurde nicht erreicht, aber wenn wir weitermachen besteht die Gefahr, daß es Schwerverletzte oder gar Tote gibt“.
Um solche Sätze vermittlen zu können, ist es auch nötig, vor solchen Aktionen intern ein klares Ziel zu definieren. „Kippt den Gipfel“ ist z.B. ein toller Kampfspruch für Öffentlichkeitsarbeit, kann aber kein ernstzunehmender Anspruch an die Aktion selbst sein. Erklärtes Ziel solcher Aktionen sollte es vielmehr sein, die Öffentlichkeit auf den Gipfel (beispielsweise) und die dahinter stehenden Probleme aufmerksam gemacht werden. Und diese Öffentlich muss dann vielmehr genutzt werden als bisher. Bloße Anwesenheit in den Massenmedien transportiert noch keine Inhalte. Ein gutes Beispiel für erfolgreiche Medienarbeit war das Transparent in Seattle auf dem ein Pfeil zur WTO und ein entgegengesetzter Richtung Demokratie zeigte. Dieses Transparent brachte die ganze Diskussion auf einen Punkt und war in allen Nachrichten zu sehen. Warum habe ich nichts vergleichbares in Göteborg gesehen? Die EU hatte doch wenige Tage vorher geradezu eine Steilvorlage geliefert, indem sie das Votum der irischen Bevölkerung gegen die EU-Osterweiterung entgegen den eigenen Grundsätzen schlichtweg ignorierte (ein unglaublicher Vorgang und keinen interessiert es)!
Welche Folgen es hat, wenn solche Ziele intern nicht klar definiert werden, kann man phantastisch am Beispiel Gorleben verfolgen. Dort riskieren Leute bei von Transport zu Transport waghalsigeren Aktionen Leben und Gesundheit – und das nur, um einen Transport für ein paar Stunden aufzuhalten, der ohnehin früher oder später im Endzwischenlager eintrifft.
Der wichtigste Punkt ist und bleibt aber die inhaltliche Arbeit zur konkreten Aktion und der Entwurf eines freien und demokratischen Gesellschaftsmodells. Es doch kein Wunder, daß auf Demos meist nicht mehr gerufen wird als „hoch die internationale...“, wenn die meisten Teilnehmer nicht einmal wissen (um auf den aktuellen Fall zurück zu kommen), welche Länder eigentlich in der EU sind – von anderen Details ganz zu schweigen. Dieses unbestimmte „Einfachdagegensein“ und die meistens schwachsinnigen (und zum Glück kaum ernsthaft vertretene) Gegenentwürfe zur aktuellen Gesellschafts- und Wirtschaftsordnung sin unsere Achillesferse. Wenn wir daran nicht energisch arbeiten, können wir noch so viele Gipefel stürmen wie wir wollen – es wird nichts ändern.
Jens
P.S. Und hier knüpft sich auch ein ganz konkreter Vorschlag für indymedia an: Einige Monate vor großen Aktionen wie Göteborg oder demnächst Genua sollten zum jeweiligen Thema ein Channel eingerichtet werden, in den Factsheets, Analysen usw. gepostet werden können und wo man in einem Forum über das Thema diskutieren kann. Angesichts der Reichweitenstärke von indymedia könnte so vielen Leuten ein ausreichendes Grundwissen vermittelt werden. Noch wichtiger wäre natürlich ein Channel nur zum Thema „Theorie und Diskussion“, aber dazu ist auf jeden Fall erst einmal umfangreiche Konzeptionsarbeit nötig, um ein produktives Umfeld zu schaffen.
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(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)
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Ergänzungen
Vor allem die Idee eines Infoforums bei indymedia find ich echt gut.
Denn ich merk auch, wie wenig manche Leute wissen, und wie komplex manche Sachen sind, so dass sie mit einem Dina5- Flugi auch nicht verständlich werden.
Leider bin ich selbst computertechnisch nicht so fit, aber vielleicht findet sich ja jemand, der so etwas installieren, ins Netz stellen kann/oder will.
Also,macht auch auf die Socken und werdet aktiv.
Ich selbst hätte auch Lust, Infos zu sammeln, Bericht zu erstellen....
Info-Forum, was haltet ihr davon?
Vor allem die Idee eines Infoforums bei indymedia find ich echt gut.
Denn ich merk auch, wie wenig manche Leute wissen, und wie komplex manche Sachen sind, so dass sie mit einem Dina5- Flugi auch nicht verständlich werden.
Leider bin ich selbst computertechnisch nicht so fit, aber vielleicht findet sich ja jemand, der so etwas installieren, ins Netz stellen kann/oder will.
Also,macht auch auf die Socken und werdet aktiv.
Ich selbst hätte auch Lust, Infos zu sammeln, Bericht zu erstellen....
Inhalte durchaus vorhanden
Hierzu muß natürlich auch auf die Gegengipfel u.ä. verwiesen werden. Die "bürgerlichen" Medien werden diese selten erwähnen, einerseits ihrer (gewollt oder auch unbewußten) politischen Ausrichtung, aber auch der Sensation wegen.
So waren ja die militanten Auseinandersetzungen, wie ich es aus den verschiedenen Meldungen im Fernsehen / Radio und auf linken Internetseiten, Folge der polizeilichen Stürmung des Convergence Centers. Und als Folge der Schüsse auf DemonstrantInnen kam es zu keinen weiteren größeren militanten Aktionen am Sonnabend.
Daß die Herrschenden, einschließlich ihrer Medien, auf solche Kleinigkeiten niemals eingehen werden, liegt doch in ihrem Denken als auch Interesse.
Wer sich jedoch für Politik interessiert, wird vielleicht von einigen wenigen Bildern, die im TV Inhalte vermitteln, dazu gelockt, sich mehr mit diesen zu beschäftigen. Und stößt dann vielleicht auf Seiten wie die der FAU, nadir oder indymedia.
Oder er bekommt einen Flugi in die Hand gedrückt, was auch "normale" Bürger zum Nachdenken animieren könnte. Und solche Sachen müssen wir selber machen.
Bevor ich mich jetzt noch mehr verzettel, mach ich lieber Schluß. Nur abschließend noch: Militanz sollte von uns zwar diskutiert, nicht aber denunziert werden. In der Unbeherrschtheit liegt unsere Stärke.
Nicht das erste mal . . .
keineswegs das erste mal...
Überflüssig zu erwähnen das die von der Bunten Hilfe eingereichte Anzeige gegen den Cop zu keinem Ergebniss führte, da der Arme ja nach Ansicht der Staatsanwaltschaft in Gefahr für sein Leben nur ein paar Warnschüsse in den Frankfurter Abendhimmel abgegeben hätte! Eine Behauptung die jeder Person die dort anwesend war und verdammte Angst um unser Leben hatten heute noch den Schreck in die Glieder treibt.
Leider sind durchgeknallte Bullen die auf Demos mit Schiesseisen rumfuchteln kein Einzelfall und es ist nichts Neues das die im Notfall auch damit rumballern...
"Um solche Sätze vermitteln zu können, ist es auch nötig, vor solchen Aktionen intern ein klares Ziel zu definieren. ""-
Ich glaube, Du machst da einen Denkfehler! Es ist, auch wenn es vielleicht so scheint, keinesfalls so, daß Massenprotesten ein tiefgehender inhaltlicher und strategischer Konsens zugrunde gelegt werden kann. Das wünschen sich vielleicht viele, aber es ist meiner meinung nach eine Illusion. Du kannst sagen: "Alle sind gegen den Castor" oder "Alle sind gegen die Globalisierung" und das als inhaltlichen Konsens verkaufen, warum die Leute aber gegen Castor oder Globalisierung sind, mit welchen Strategien sie ihre Ziele umsetzen wollen, das ist doch alles in diesem Konsens nicht enthalten! Massenproteste sind nun mal ein Spektakel, der eigentlich revolutionäre Akt ist vielleicht, trotz dieser Erkenntnis weiter zu machen...
Auf jeden Fall halte ich es für verdammt schwierig und auch gar nicht für allzu wünschenswert "demokratisch" oder sonstwie legetimierte Einzelpersonen für irgendwelche Proteste sprechen und Entscheidungen treffen zu lassen, wenn der inhaltliche Konsens nur im (wie auch immer gearteten) Widerstand an sich liegt...
bla...
Och naja...
Dennoch muss mensch sich doch mal ernsthaft fragen, wie es ein doitscher Außenminister mit einschlägiger Vergangenheit hinbekommt, den EU-Imperialismus und die blutige Reaktion der Riotcops (aktuell in Schweden) zu rechtfertigen (zumindest durch seinen Kanzler, der ja auch mal ein "Wilder" war).
Sein Protest damals war wohl schon ganz OK, aber die Geschichte hat dann wohl gezeigt, dass alle legitimen Forderungen "von damals" erfüllt wurden, beziehungsweise unsinnig waren.
Soso...
Ich denke, hier kann sozialistische Politik ansetzen, indem wir deutlich auf die Verbrechen des heutigen Imperlialismus verweisen und seinen repressiven Charakter vor der liberalen Öffentlichkeit anklagen.
Heute ist der 17. Juni. Ein Tag an dem 1953 ein schwerer Riot in Berlin statt fand. Warum sollen wir nicht die reaktionären Thesen der Neonazis und Neoliberalen auf den Kopf stellen und ihnen vorhalten, dass die Forderungen der Menschen damals wie heute legitim sind?
Viva la Revolution!
Militante Hippies?
Ich mein in Göteburg und auch in Berlin am 1. Mai waren viele rechte Krawalltouristen, die sich unter die "Autonomen" gemengt haben...(von ihrgendwelchen Verschwörungstheorien mit irgendwelchen Geheimdienstspitzeln, die sich in die Masse mischen und die ersten Steine werfen, will ich erst garnicht reinspekulativ anfangen)
Sicherlich ist momentan eine echte Erruption der Gewalt auf Demos zu spüren von grün-gepanzerter(oder sonstiger uniformierter) Seite und auch von in "schwarzter Autonomenuniform" gekleideter...
Aber seit wann gibt es Hippies, die irgendwas mit dieser Krawallszene zu tun haben? Mal abgesehen davon das viele Hippies allein durch ihre religöse Weltaschauung Pazifisten sind, sind auch nicht buddhistische Hippies gewaltfrei...
insofern ist die Formulierung "militante Hippies" ziemlich daneben...
aber sonst finde ich ahn deiner "Bilanz" nicht viel zu bemäkeln, und es bleibt zu hoffen das deine spekulativen Horrorszenarien nicht Wirklichkeit werden...
lieber Gruß ein schwarzvermummter Nichtkrawaoll-Hippie
Zu den miltitanten Hippies...
typisch
1 Kommentator
Infos aus bürgerlichen Medien...
[apx]
moderne, classic
deine Kritik an den militanten Aktionen in Göteborg teile ich nicht. Was an "überbordender" Gewalt unsererseits ist denn passiert? Entglastes McDoof?, verbranntes Cafehaus-Mobiliar?, verletzte Polizeipferde?, eingeschüchterte Bürger?. Das ist meiner Meinung nach mehr als gerechtfertigt.
Sehr begrüße ich dagegen dein Hinweis auf die ideellen Defizite der linksradikalen Bewegungen, auf die herrschenden Medien als eins unserer Hauptprobleme und dein Vorschlag für die Einrichtung eines "Channels" bei indymedia für eine inhaltliche Diskussion. Somit fordere auch ich die Einrichtung eines Forums mit dem Ziel die Diskussion (die bereits in mehreren linksradikalen Organisationen begonnen hat)über ein gemeinsames theoretisches Grundgerüst, zu erweitern!
ps. Der Ausdruck "Militante Hippies" trifft das Problem sehr gut.
@ hans und co
warum bist du dann nicht hooligan? oder bulle? wenn du letzteres machst, bekommst du dafür sogar geld! - mal im ernst: es geht doch euch doch gar nicht um ziele und inhalte. ihr bekommt doch schon das kotzen, wenn ihr an eine bessere welt ohne krieg denkt. jeder, der nicht dafür ist blind alles zu zerstören und nur ein bischen nachdenken will, ist für euch ein hippie und gehört verprügelt. scheiss faschos. für sowas wie euch aufs maul zu hauen ist mein pazifismus-begriff immer noch dehnbar genug.
Wir wollen alles kaputt machen!
Alternativen
Kommentar zu Calestino und CO
Backen halten, Parlamentarist!
Also was soll dein Genöle, du weisst um diese Dinge doch ganz genau!
Die verleumdest einfach auf dümmlichste Art und Weise militanten Widerstand - und damit wirst du der Funktion der PDS in diesem Land ja auch voll und ganz gerecht:
Die Unzufriedenen 'von links', sag ich mal, auf Parlamentarismus einschwören, einen Schuss völkisches in Ostdeutschland, einen Schuss Klassenkampf im Westen, und das ganze dann als 'Alternative zum 'System verkaufen...
Eine -offene!- revolutionäre Bewegung, die von vorne herein, quasi freiwillig, auf die Möglichkeit militanter Aktionen verzichtet, wird doch einfach nur harmlos und ungefährlich für die Regierenden.
@E T
hans und co
Und zu den "gewalttätigen" Demonstranten, ich halte es eher für lächerlich, das verbrennen einiger Stühle und das Werfen von Gegenständen auf vollkommen zugepanzerte Bullen wirklich als Brutalität zu bezeichnen. Das Problem ist schon, dass jede "gewalttätige" Aktion von den Medien instrumentalisiert wird, um uns alle unglaubwürdig zu machen. Aber wenn das nicht von selbst passiert, wirds halt provoziert werden. Ganz einfach, indem zum Beispiel ein paar Cops in eine Menschenmenge rennen, ein wenig knüppeln und eigentlich kann man schon das aus einer "richtigen" Perspektive aufnehmen, um die Gewalt der Demonstranten darzustellen. Ich habe den leisen Verdacht, dass die militantesten Hippie-Dogmaten einfech noch nie auf einer Demo von der Polizei angegriffen worden sind, und deshalb auch die Dynamik, die sowas haben kann einfach nicht verstehen. Wenn man unverschuldet von ferngesteuerten Kampfrobotern duch die Gegend geschobst und geknüppelt, mit Wasserkanonen, Tränengas und Pfefferspray und nun auch wieder mir scharfer Munition beschossen wird, fängt man irgendwann an, sich wehren zu wollen, auch wenn die Kräfteverhältnisse momentan so sind wie sie sind, und wir eigentlich auf militanter Ebene nur verlieren können. Aber ich glaub ja auch nicht, dass wir dieses Scheiss-System auf dieser Ebene besiegen wollen. Der eigentliche Kampf findet woanders statt und zwar täglich und überall. Bakunin hat gesagt "Überall, wo es knallt und stinkt, müssen wir dabei sein". Aber vor allem müssen wir da dabei sein, wo es noch nicht knallt und stinkt. Solidarität ist unsere wichtigste Waffe, seid wachsam!
Gabauch schon vor 2001 Randale in Schweden
Hmmm Militante Hippies
Also ich würde mich weder feige unter gewaltfreie DemonstrantInnen mischen und Steine aus der Menge herraus schmeissen, noch würde ich irgendwelchen Automaten die Vermummung runtereißen und sie den Bullen als LandesfriedensbrecherInnen auf dem Präsentierteller übergeben...
Aber trotzallem finde ich es noch krasser durch feige Steinewürfe aus der Menge(wie an der Essowiese in Dannenberg geschehen) Polizeigewalt auf gewaltfreie DemonstrantInnen zu ziehen, als die "militante Aktion" der Hippies, die du im Wendland erlebt hast..
An die denkenden
Ich würde mit diesen Typen (sind ja überwiegend Macker) gar nicht groß diskutieren. Ich lehne Militanz nicht
grundlegend ab, finde aber sie sollte überlegt werden und nicht blind sein. Wem nutzt blinde Gewalt? Warum
zettelt Polizei so oft Riots an? Die Antworten sind klar. Diejenigen, die hier für blinde Gewalt sprechen und jedes
Nachdenken hassen und Andersdenkende beschimpfen können nur Bullen, Faschos oder Kranke sein. Willst Du
wirklich mit denen diskutieren? Spar Deine Zeit und mach was sinnvolles! PS: Kommt es Dir nicht
spanisch vor warum diese Typen hier es ABLEHNEN, daß Menschen aufwachen, sich engagieren, subversuve
Ideen verbreitet werden, wir mehr werden, die Linke nicht isoliert wird, daß jemand nachdenkt?
Kommentarfunktion klemmt
Ich kann leider nicht auf die Kommentare antworten, da die Kommentarfunktion beharrlich Beitraege über 10 Zeilen Laenge abweist. Wer meine Antworten lesen moechte, kann sich per e-Mail an mich wenden, Adresse steht unterm Text.
Gruss, Jens
Vielleicht klappt es jetzt
Zu Grisu:
(O-Text Grisu Anfang)Wer sich jedoch fuer Politik interessiert wird vielleicht von einigen wenigen Bildern, die im TV Inhalte vermitteln, dazu gelockt, sich mehr mit diesen zu beschaeftigen. Und stoesst dann vielleicht auf Seiten wie die der FAU, nadir oder indymedia. Oder er bekommt einen Flugi in die Hand gedrueckt, was auch normale Buerger zum Nachdenken animieren koennte. (O-Text Grisu Ende)
Schoen waere es, aber die Sache laeuft doch so rum: Du drueckst jemanden ein Flugblatt in die Hand (macht aber auch fast keiner mehr, ich nehme mich da garnicht aus) und der denkt sich "das sind doch die Leute, die Goeteborg, Seattle usw. in Schutt und Asche gelegt haben" und wirft das Flugi in den naechsten Muell. Selbst wenn er es liest, wird der Inhalt wahrscheinlich nie die Schere in seinem Kopf ueberwinden, weil er staendig die Bilder von einem randalierendem Mob vor Augen hat.
(O-Text Grisu Anfang) Und solche Sachen muessen wir selber machen. (O-Text Griso Ende)
Darum geht es mir.
(O-Text Grisu Anfang) Militanz sollte von uns zwar diskutiert, nicht aber denunziert werden.
Also Diskussionen sollten schon ergebnisoffen gefuehrt werden koennen. Aber es ist auch keineswegs meine Absicht, Militanz zu denuzieren. Aber sie darf nicht zum Selbstzweck verkommen. Man muss sagen koennen, warum man zu welchem Zweck militante Mittel einsetzt. Und man muss vor allem wissen, wann man ueber das Ziel hinaus schiesst (man bemerke die Doppeldeutigkeit ;-) und kontraproduktiv wird.
(O-Text Grisu Anfang) In der Unbeherrschtheit liegt unsere Staerke.
Militaerisch vielleicht. Setzt man allerdings vorraus, dass wir eigentlich gesellschaftliche Siege erringen wollen, wird aus der Staerke schnell eine Schwaeche, weil jeder Heinzi sich hinstellen und fuer "die Bewegung" eine Pressekonferenz halten kann - was auch immer er an Quatsch zu erzaehlen hat.
Zu Olaf und Frankfurter: Gut, da gebe ich mich geschlagen. Es war also nicht das erste Mal seit... aber ich halte es trotzdem fuer einen Tabubruch. Es ging hier nicht um eine Hausbesetzung oder den 1.Mai, sondern um einen EU-Gipfel. Das hat schon eine gewisse Brisanz.
Zu Namenlos: (O-Text Namenlos Anfang) Ich glaube, Du machst da einen Denkfehler! Es ist, auch wenn es vielleicht so scheint, keinesfalls so, dass Massenprotesten ein tiefgehender inhaltlicher und strategischer Konsens zugrunde gelegt werden kann. (O-Text Namenlos Ende)
Mir geht es nicht um die Massenproteste, sondern vor allem um die Leute, die man gemeinhin als "Autonome" bezeichnet (und zu denen ich mich bis vor ein, zwei Jahren auch gezaehlt habe). In diesen Kreisen scheint es bei vielen eine regelrechte Gewaltgeilheit ohne Sinn und Verstand zu geben. Ich weiss aber auch, dass das bei weitem nicht auf alle zutrifft und deshalb mein Vorschlag, solche Aktionen strategischer durchzufuehren. Bei diesen Leuten kann man sehr wohl ein - wenn auch diffuses Ziel - vorrausetzen. Ich wuerde mir wuenschen, dass sich dort die Strategie durchsetzt, Abenteurer aus den eigenen Reihen zu entfernen, ihnen bei Aktionen keine Deckung zu bieten und vor allem Militanz nur nach zweckbestimmt und mit klarer Zielvorstellung anzuwenden. Klar, ich will die eierlegende Wollmilchsau finden, aber irgendwann muessen wir ja mal den Anfang machen.
Zu Riotgrrl: (O-Text Riotgrrl Anfang) Da sind noch die meisten Leutchen in Goeteborg und schon behelligt uns jemand, der ja nun offensichtlich nicht da war mit einer Auswertung.(O-Text Riotgrrl Ende)
Wenn Du es fuer typisch haelst, dass nach solchen Aktionen Bilanz gezogen wird, bist Du wohl noch nicht allzu lange dabei. Sorry, aber ich waere froh gewesen, wenn man mich in den letzten Jahren mal mit Bilanzen "behelligt" haette. Sattdessen sonnte man sich im eigenen Glanze, "es dem Staat mal richtig gegeben" zu haben. Und gerade fuer jemanden der dabei war, sollte eine Auswertung ueber die Aussenwirkung mehr als interessant sein.
Zu E.T.: (O-Text E.T. Anfang) wenn du den Zynismus im Wort Notwehr nicht erkannt hast (O-Text E.T. Ende)
Ich glaube, den Zynismus hast Du Dir reingetraeumt. Welcher Sender soll denn das gewesen sein? Und was die Videos angeht: Die ersten Videos von den Schuessen wurden gegen 14.00 Uhr gesendet, oft ging der Kommentator garnicht auf die Schuesse ein, sondern erzaehlte munter was von der Osterweiterung etc. Diese Videos hatten wenigstens ein Gutes: Es wurde doch noch nach 14 Uhr ueber die Proteste berichtet. Mal davon ab: Es kommt bei diesen Aufnahmen nicht darauf an, was DU siehst, sondern was der Durschnittsbuerger von den Protesten denkt. Die denken sich naemlich "endlich", wenn sie die Schuesse sehen. Und man kann es Ihnen ja auch nicht ganz verdenken, wenn man bedenkt, was die "Autonomen" in den letzten Jahren so geleistet haben, bzw. wie sie es "vermittelt" haben.
Gruss, Jens
zu SchwarzRotkäppchen
Wenn man auf militante Aktionsformen zurückgreift, die ja per se erst mal immer undemokratisch sind (egal wie gerechtfertig), dann soltte man sich sehr wohl Gedanken um die eigene Legitimation machen. Wenn man dann meint, dass militante Mittel gerechtfertigt sind, muss man sich klar machen, welches Ziel man erreichen - und wo Schluss ist. Ich kann es nur wiederholen: Es kotzt mich an, dass einige Leute anscheinend bereit sind, Tote zu riskieren, wo man noch nicht einmal ein ungefähres Ziel hat, einfach "nur so aus einem Bauchgefühl heraus". Und selbst wenn man diese Zielvorstellung dann irgendwann hat, sollte man militante Mittel doch immer wieder hinterfragen und nach Alternativen suchen.
(O-Ton SchwarzRotkäppchen Anfang) ...da tun die Herrschenden ja wirklich alles...(O-Ton SchwarzRotkäppchen Ende)
Nur um das mal in Erinnerung zu rufen: Wir kämpfen gegen ein Gesellschaftssystem, die "Herrschenden" sind darin auch nur Marionetten.
(O-Ton SchwarzRotkäppchen Anfang)Die verleumdest einfach auf dümmlichste Art und Weise militanten Widerstand(O-Ton SchwarzRotkäppchen Ende)
Bist Du sicher, meine Text gelsen zu haben? Es muss Dir doch aufgefallen sein, dass ich Militanz nicht grundsätzlich ablehne. Aber ich meine, sie muss gerechtfertigt, problem- und zielorientiert und vor allem kontrolliert sein. Das Ding ist doch, daß hier einige Leute als Mob durch die Strasssen ziehen und das mit einer zusammengeschustersten und dümmlichen Ideologie begründen. So müsste es ablaufen: Man erkennt ein Problem und sucht nach Lösungen, wenn nichts anderes hilft auch nach militanten. Im Moment läuft es aber so: Man sucht nach Problemen, auf die man vermeintlich gerechtfertig mit Militanz reagieren kann. Wenn Du das gut findest, stehst Du für eindeutig auf der anderen Seite.
(O-Ton SchwarzRotkäppchen Anfang)... auf Parlamentarismus einschwören... (O-Ton SchwarzRotkäppchen Ende)
Du hast meinen Text scheinbar wirklich nicht durchgelesen.
(O-Ton SchwarzRotkäppchen Anfang) Eine -offene!- revolutionäre Bewegung, die von vorne herein, quasi freiwillig, auf die Möglichkeit militanter Aktionen verzichtet, wird doch einfach nur harmlos und ungefährlich für die Regierenden.(O-Ton SchwarzRotkäppchen Ende)
Tip: Den Text nochmal lesen. Es ging an keiner Stelle um den Verzicht auf militanten Aktionsformen. Mich wundert aber immer wieder, wie sehr einige diesen Text auf "Gewalt ja/nein" runterreden wollen. Da steht noch eine Menge mehr drin. Werr sich damit nicht auseinandersetzen will, kann sich gerne weiter im Kreis drehen und selber für sein Gutmenschsein auf die Schulter klopfen.
An alle Pseudopazifisten ...
Auweia...
Steck Dir deine Rethorik, oder bist Du womöglich so ein Karriere-Ex-Millie wie Joschka Fischer? Störer entfernen, (militärisch) militanz zweckbestimmt anwenden...
Argkh..
zu Namenlos 2 und Steineschmeisser
Und was den zweiten Namenlosen angeht: Ist auch nur einer meiner Sätze in Dein Hirn vorgedrungen? Wie wäre es mit einer inhaltlichen Auseinandersetzugn statt dümmlicher Polemik? Wenn ich mir diverse Kommentare in dieser Seite ansehe, glaube ich langsam, meiune Meinung über Militante korrigieren zu müssen. Es sind nicht nur einige total verbohrt, sondern die große Mehrheit. Wenn Du schon meinst, unreflektiert und unkontrolliert Gewalt anwenden zu müssen - meinst Du nicht, der heimische Sandkasten wäre für Dich der bessere Ort?
Leute, ich habe konkrete Vorschläge gemacht und dazu will ich konkrete Antworten hören. Und bezeichnenderweise kam bisher kaum eine intelligente Antwort aus dem Kreise der Militanzbefürworter an die sich dieser Text eigentlich richtete. Nur Beleidigungen, Polemik und Erbsenzählerei. Und im allgemeinen: Wenn Militanz wirklich so erfolgreich ist, WARUM VERDAMMTE SCHEISSE EXESTIERT DIESES SYSTEM DANN NOCH? Haben hier echt so viele aus fast 35 Jahren "militanter Politik" nichts gelernt? Habt Ihr noch nicht gemerkt, daß das System noch nie so unangreifbar war wie heute? Und daß Militanz in den letzten Jahren mehr Öl als Sand im Getriebe war? Schily will übrigens jetzt die Reisefreiheit für Politische einschränken. Glückwunsch!
Militanz ja, aber nicht ohne Ziel und ohne Konzept und schon garnicht mit nichtdenkenden Idioten in den eigenen Reihen.
Was ist unser Ziel?
mal kurz verschnaufen und zuruecktreten.
und nachdenken.. was ist unser ziel?
ne anarchie/basisdemokratie/sozialismus/
freiheit/nichtkapitalistische gesellschaft
(zutreffendes ankreuzen)
und jetzt ueberlegt, ob der kapitalismus
verschwindet, selbst wenn wir es schaffen
sollten, alle gipfel lahmzulegen...
die proteste koennen nur symbole sein!
symbole sind sehr wichtig - aber
die befreiung selbst muss im alltag geschehen..
deshalb bringt es ueberhaupt nichts,
sich militaerisch mit den herrschenden
und ihren armeen einzulassen..
auf _dem_ schlachtfeld werden sie uns besiegen..
..wenn wir nicht endlich anfangen, die
alternative im alltag zu leben!
deshalb baut kommunen auf, schliesst euch kooperativen an, macht tauschringe auf, unterstuetzt kulturprojekte, gruendet alternativschulen, schafft euer eigenes geld..
aber tut etwas, was die selbstorganisation vorantreibt!
mit liebertaeren gruessen
@ jens
reagieren nur noch in reflexen auf jede kritik. wer weiss, wieviele von denen provos sind, die anheizen wollen.
Antwort an JENS
das mit den "Hirnlosen" habe ich in dem aktuelleren Göteborgartikel gelesen, alles andere und Vergleichliches findes Du hier aber auch, z.B. in einem Artikel mit dem Titel "@ hans und co" oder in dem Artikel von "Yope". Wie gesagt: Diese Beschimpfungen sind für mich auch schon pure Gewalt, völlig destruktiv und gehen überwiegend von den Pseudopazifisten aus. Ich finde, wir können uns gerne gegenseitig kritisieren - das ist ja gerade die Stärke der Linken - aber grundsätzlich sollte jeder die Protestform des anderen respektieren. Natürlich können wir versuchen, uns gegenseitig von unseren Strategien zu überzeugen, aber ich würde niemals auf einer Demonstration zu jemanden hingehen und ihm die Trillerpfeife oder sein Plakat aus der Hand reißen, weil ich diese Form des Protestes ablehne. Von uns Steinewerfern wirst Du so ein Verhalten noch nicht erlebt haben, umgekehrt hingegen findet so etwas des öfteren statt, siehe "Militante Hippies" (übrigens eine treffende Bezeichnung, werde ich mir merken!) Wenn es zur Gewalt kommt versuchen wir (d.h. Autonome und andere gewaltbereite Gruppen) uns aus der Menge der friedlichen Demonstranten zu isolieren (wir gehen ja ohnehin schon meist in extra Blöcken) damit andere nicht unfreiwillig in das Geschehen involviert werden. Diese klare Trennung der Strategien ist auch für die Medienvertreter deutlich erkennbar, allerdings sind die an einer objektiven und differenzierten Berichterstattung gar nicht interessiert. Unter diesem Aspekt ist es auch völlig egal, auf welche Art protestiert wird.
Ich stimme Dir übrigens zu, dass dieses System noch nie so angreifbar war, wie heute. Allerdings aus einer anderen Perspektive: Noch nie gab es eine so grosse Verdummung der Masse, die völlig entpolitisiert und desinteressiert ist. Dies ist unter anderem ein Erfolg der pazifistischen Linken mit ihren anstrengenden endlosen Diskussionen, die den meisten Leuten in der Bevölkerung seit Mitte der 70er unglaublich auf die Nerven gehen. Diskussionen sind wichtig und hinter jedem Protest muss ein inhaltliches Konzept stehen. Wenn jedoch vor lauter Theorie der Pragmatismus verloren geht und gleichzeitig die Zustände immer aussichtsloser und brutaler werde, ist eine zunehmende Gewaltbereitschaft dringend von nöten. Grüsse an Alle!
Grüsse an Alle!
Korrektur und Kommentar
2. Zu xxx: Da ist ja wieder derjenige, der das Wort "hirnlos" so gerne benutzt. Wer ist hier der Provokateur ???
3. Zu Anarchist: Diese ganzen Projekte und alternativen Lebensformen habe ich schon lange hinter mir. Für mich und für die Weltrevolution war das nix, aber für einige ist das sicherlich eine Möglichkeit sich sinnvoll zu betätigen.
Yo, Jens,
Re: Jens
Ich will Dich jetzt echt nicht beleidigen, aber warum glaubst Du, eine total heterogene (Unmuts-)"Bewegung, in der sich zwangsläufig auch Leute mit anderen "falschen" Ansichten bewegen, auf eine "intelligente" Linie bringen zu können? Castor, Globalisierungsdemos, verdammt viele Demonstrationen, all das... das sind Spektakel, Happenings, deren Inhalt notwendigerweise meist ziemlich reduziert ist. Klar gibt es auch Demos, politische Sozialisationen, wo alle auf einer Linie sind, die bleiben aber klein, weil diese Linie eben nicht über Diskussion sodern meist nur über aktive oder passive Aus- bzw. Eingrenzung von TeilnehmerInnen erreicht wird.
Ich denke, daß der "Konsens" bei all den Events, die uns bewegen, meist nur in dem "Dagegensein" an Sich begründet liegt und somit bestenfalls eine gemeinsame Aktion begünstigt (wobei es auch hier ständig Dispute über die Strategien gibt). Weiter reicht das aber nicht. "Wir", das ist eine heterogene Suppe, die (ich finde zum Glück) relativ unkontrolliert in alle Richtungen schwappt. Ja, dabei läuft jede Menge schief, aber das ist nicht so simpel zu lösen.
Erwartest Du allen Ernstes von heute auf morgen eine gemeinsame inhaltliche Position, die über das konstituierende Moment der Aktion hinausgeht? Gegen "Globalisierung" kann mensch aus den verschiedensten Gründen sein, Umweltproblematik, Herrschaftsfeindlichkeit, Kritik an Politik, Wunsch nach Durchsetzung eigener Reformkonzepte, gegen Neoliberalismus usw., aber auch gegen Entstaatlichung, für den Erhalt des eigenen Nationalstaates, Stärkung der eigenen Nationalökonomie usw. Zudem ist das Thema verdammt komplex. Kennst Du alle politischen Vorgänge, alle Akteure, die in Sachen EU entscheidend sind? Ich nicht. Ich für meinen Teil mache es mir einfach, es reicht mir, einfach zu wissen, was ich NICHT will, an konkreteren Gegenkonzepten hätte ich erstmal gar kein Interesse, ist erstens nicht zu bewältigen und wird zweitens womöglich bloß als kleine Reform von den entsprechenden an sozialer Befriedung interessierten Akteuren assimiliert, andere mögen das anders sehen...
Wie auch immer, es ist verdammt schwierig, komplexere gemeinsame Inhalte zu erlangen, ohne auf Dominanz, Gleichschaltung, Instrumentalisierung ect. zurückzugreifen. Letztere Methoden lehne ich ab, wer sie als probates Mittel in ausserparlamentarischen Bewegungen anerkennt, sollte sich nicht wundern, wenn daß nicht alle mittragen und es zu (von mir aus auch primitiven unkonstruktiven) Konflikten kommt. Wenn ich solche Methoden akzeptieren würde, wäre ich in einer Partei oder anderswo. Wie aber sonst gemeinsame Inhalte erlangen? Diskussion... Tja, ernsthafte Diskussion ist nicht gerade ein hohes Gut in dieser (sprachlosen) Gesellschaft. Zudem sind Menschen nunmal keine "Borg", die sich irgendwie verkabeln können, wir leben alle in unseren eigenen Welten, haben eigene Erfahrungen, Vorurteile, verarbeiten Informationen unterschiedlich, ziehen andere Schlüsse. Es ist anstrengend, sich auf andere einzulassen, siehst Du möglicherweise auch daran, daß es jetzt bereits nervt, diesen langen Kommentar weiter zu lesen. Ihgh, was schreibt der so viel, will der sich produzieren, hat der nix besseres zu tun?
Nee, Inhalte, politisch was erreichen (was immer das ist), da muß mensch schon klarer die Bewegung als Phänomen und oftmals als Spektakel verstehen. Ich denke, Du kannst politisch als eine Möglichkeit (die mir eher nicht sympatisch ist) die Bewegungsereignisse instrumentalisieren, kannst zB. die Polizei "seriös" kritisieren, so daß das von herrschenden Medien, die Meinungen machen, übernommen wird, kannst Dich interviewen lassen von Medienfuzzies, die (widersprüchlicherweise) immer nach Sprachrohren von heterogenen Bewegungen suchen (auch Jochen Stay von Xtausend macht sowas), kannst Themen in irgendwelche parlamentarischen Klüngelnetze einbringen, kannst manipulieren, kannst inszenieren (siehe dazu
Die andere Möglichkeit ist, tiefergehende Inhalte über ersthafteres Engagement in Bewegungen zur Diskussion zu stellen, kannst zB bei indymedia schreiben, Infoveranstaltungen durchführen, Diskussionen organisieren, Bücher lesen und Texte schreiben, Sachverhalte analysieren und "öffentlich" machen, selbst mehr auf andere eingehen...
Ne, die Forderung nach gemeinsamen Inhalten von heute auf morgen, die lässt sich von allen Stellen, die Herausforderung ist es aber, etwas dafür zu tun und nicht vor Sprachlosigkeit zu kapitulieren... Ich kapituliere für heute...
Verändert die Gesellschaft, nicht Euch
Ich finde die Gewalt-Diskussion sehr spannend, obwohl oder gerade weil ich auf der einen Seite Gewalt ablehne (ein herschaftsfreies System mit Gewalt zu "erkämpfen" finde ich Paradox), auf der anderen Seite aber Leute verstehen kann, die in bestimmten Situationen Gewalt als Reaktion anwenden. Alleine am ersten Mai 2001 in Kruezberg - 200 Bullen rennen auf Dich zu, das kostet richtig viel Kraft, in so einer Situation *keinen* Stein zu werfen. [Was ich überhaupt nicht abkann sind Leute, die bewußt und geplant Gewalt ausüben (Berliner Szene-Leute, die beim letzten Gorleben Castor die Autos der Polizei demoliert haben, während wir an der Straße standen und versuchten, den Castor zublockieren).]
Lest mal die Kommentare auf sweden.indymedia.org oder
Und gerade bei Nazi-Aufmärschen schadet Militanz viel mehr, als sie nützt. Eine gewaltfreie StraßenSITZTblockade z.B., bunt und fantasievoll bringt mehr, als sich Gefechte mit der Bullerei zu liefern.
Nachdenken vor aktionen ist angesagt: der bulle, der dir gegenüber steht mag dumm sein, mag ein autoritärer arsch sein - aber er ist ein mensch, der von einem verbogenen System zu diesem dummen Bullen gemacht wurde (nicht jedem liegt es, gegen den Strom zu schwimmen und sich eine eigene Meinung zu bilden, obwohl anpassung, unterwerfung und selbstversklavung angesagt sind).
und deshalb wünsche ich mir aktionsformen, die die polizei miteinbeziehen: spontantheater, verständliche Flugis an Polizisten verteilt, polizeiwagen verzieren (nicht: zerstören) - das problem ist doch, daß der undemokratische ungeist in der polizei systemimmanent ist, und dem muß man begegnen.
und die zweite große gruppe, die komplett undemokratisch organisiert ist, sind die medien: schlecht bis gar nicht ausgebildete, schlecht bezahlte handlanger, die von demokratischer einstellung noch nie was gehört haben, chefredaktionen und verlage, die aus wirtschaftlichem interesse "meinung machen", im kungel-Schulterschluß mit Politik und Konzernbossen - dazu als hauptberichterstatter einige wenige erzkonservative Presseagenturen, die so gut wie alle Bild, Ton, Print und Web-Medien (inclusive Videotexte der Fernsehsender) beliefern und von diesen 1:1 übernommen werden. eine Schnittstelle zum Leser, ein Anlaß zum selber recherchieren - nicht vorgesehen.
mein Traum: alle Büros von dpa, reuters, afp, ddp sind mal für drei Tage gewaltfrei besetzt und können keinen Info-Schrott mehr in die Redaktionen schicken: 80% der "News" der bürgerlichen Presse könnten nicht produziert werden.
Warum ich nichts über Politiker schreibe? was soll es bringen, diese Marionetten der Lobbyisten und der Wirtschaftsbosse werden "mächtig" genannt, haben aber absolut nichts zu sagen und sind in ihrer jetzigen Struktur eine
Fazit: 1) Lassen wir es nicht zu, daß sie uns mit der Gewaltdiskussion lähmen und spalten. 2) Lassen wir uns nicht provozieren - Gewaltfreie Aktionen bringen viel mehr, und wenn ihre Medien nicht drüber berichten, scheiß drauf, dann berichten wir eben selbst - Infostände sind immerhin ein Anfang...
die hälfte meines Kommentares oben fehlt..
Bunt und vielfältig