EU-Fahndungstechnik im Praxistest

Göthe-Smasher 14.06.2001 23:09 Themen: Repression
Wie es funktioniert:
BGS weist an, Schweden weist aus.
Ein Bus aus Berlin mit 44 AktivistInnen an Board wird an der Grenze von Dänemark nach Schweden aufgehalten.
das Gepäck wird mit einer Röntgenanlage auf Waffen geprüft und jede/jeder muss sich einzeln einer Leibesvisitation unterziehen.
Gefunden wird nichts verbotenes oder gesuchtes. Trotzdem werden die AktivistInnen an der Grenze 6 Std. festgehalten mit der Begründung, dass die detaillierten Informationen vom BGS noch nicht angekommen seien.
Nach 4 Std. begeben sich die Businsassen in das Zollhaus, werden dort aber mit Androhung von Festnahmen vor die Tür verwiesen.
Nach 6 std. dürfen sie ihren Weg nach Schweden fortsetzen.
Ca. 10 km vor Göteborg wird der Bus mit mehreren Polizeiautos gestoppt. Der Busfahrer wird aufgefordert, den Bus zur nächsten Polizeiwache zu fahren, verweigert aber dies. Daraufhin fordert die Polizei alle insassen auf, in einen Polizeibus umzusteigen, um damit ins nächste Revier gefahren zu werden. Als dieser Aufforderung auch nicht Folge geleistet wird, dringen die Beamten in den Bus ein. Sie fahnden nach 10 Personen, die sie in einer Liste mit Namen aller Insassen markiert hatten(Die "detaillierten Infos" vom BGS).
Sie werfen diesen Personen vor, sich in der Vergangenheit gewalttätig gegen die Polizei verhalten zu haben, was in vielen Fällen nicht stimmt oder kein Urteil vorliegt. Auf Nachfrage behaupten sie, sich auf die schwedischen Immigrationsgesetze zu beziehen und kündigen an, die Gefangenen nach Deutschland auszuweisen. Bei einer Nachfrage in der Polizeistation weichen sie von diesem Standpunkt nicht ab, obwohl die Belastung auf einige der Inhaftierten nachweislich nicht zutrifft.
Es findet eine Pressekonferenz mit einer Gegendarstellung statt.
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Ergänzungen

ED-Behandlung und Ausweisung

Fernseher 14.06.2001 - 23:30
der zdf-videotext berichtet das zehn deutsch ed-mißhandelt wurden und vier aus schweden ausgewiesen wurden

http://switzerland.indymedia.org/display.php3

15.06.2001 - 01:47
10 der 44 polnischen und berliner AktivistInnen wurden, nachdem der Bus an der Grenze zu Malmö 6 Stunden aufgehalten wurde, kurz vor Göteborg verhaftet, und bekamen jetzt ihre Ausweisung nach Deutschland bescheinigt. 8 der Leute sitzen in miesen Bedingungen auf der Polizeistation in Göteborg, 2 in einem freudlich ausgestatteten Abschiebegefängnis. Gruende: Das Schengen-Informations-System (SIS) spuckte sämtliche Einträge die jemals in Deutschland an Anzeigen ob Eingestellt, Freispruch oder völlig nichtig, aus. Diese reichen sämtlich fuer eine Ausweisung, da es in Schweden ein neues? Migrationsgesetz gibt. Die Ausweisung soll voraussichtlich morgen (15.) nach Kiel erfolgen.

Nähere Info

Einige KielerInnen 15.06.2001 - 15:05
Hi,

ist es möglich eine genauere Info zu bekommen, wann und ob die AktivistInnen wirklich nach Kiel abgeschoben werden ? Wir könnten uns vorstellen sie hier in Empfang zu nehmen, um Schlafplätze oder dringend Benötigtes zu besorgen.

Solidarische Grüße aus Kiel

nach Hamburg ausgeflogen

nach 15.06.2001 - 19:21
laut telephonischer auskunft eines betroffenen wurden heute nachmittag (freitag) 10 festgenommene aus dem abschiebeknast heraus in einer Sondermaschine mit 10 Begleidpolizisten nach Hamburg ausgeflogen. allen geht es soweit gut.

Köpi-Bus

15.06.2001 - 21:44
Der Busfahrer des Köpi-Busses soll im Knast sein, ausserdem rückt die schwedische Polizei den Bus-Schlüssel nicht mehr raus und die Leute kommen nicht an ihre Sachen!
Wer persönliche Kontakte hat, bitte Alternativ-Reisen (Berlin) in Kenntnis setzen (sind telefonisch nicht erreichbar), vielleicht können die sich irgendwie für Busfahrer und Schlüssel einsetzen!

alle drausen

xxx 16.06.2001 - 00:16
die 10 inhaftierten sind mit einer chartermaschine und zehn begleitpersonen gegen ca. 16 uhr nach hamburg abgeschoben worden und ca. eine Stunde später dort gelandet. bei der einreise nach deutschland gab es keine probleme und allen betroffenen geht es gut. solidarische grüsse an die aktivistInnen nach göteborg.

haftbedingung hinter schwedischen gardinen

faldsverkare 16.06.2001 - 23:06
ich bin einer der verhafteten, von der deutschen polizei als gewalttäter bezichtigten businsassen, die nach hamburg abgeschoben wurden.
wir wurden wie in den anderen artikeln richtig dargestellt do. früh verhaftet und ins gö.bu. polishus gefahren
-wärend der fahrt wurde ich am telefonieren gehindert
-ich mänlich, dann von frau ohne kommentar von frau abgetastet/durchsucht
-in einzelle gespert
-tel. mit anwalt wurde verweigert
-vom zeitpunkt der verhatung bis mittags keine auskunft über vorwürfe,außer "imigrationlaw"
-dann gegen mittag erste erklärung mir gegnüber das ich auf deutscher spärliste vermerkt und nun abgeschoben würde-nach tel. mit anwalt und deutschem konsulat wurde uns gesagt wir würden in einem anderm knast mit den anderen busgenossen zusammengelgt
-von nun an zu zweit mit einem genossenen in einer einzelle mit einer eine-person-matraze, auf steinboden eingespert
-teilweise 1h warten um auf klo gehen zu können -keine auskünfte über weiteres verfahren mit uns
-essen wie immer nur für allesfresser kaum was zutrinken
-in der nacht bekammen wir gnädiger weise eine decke(eigentlich war das´n handtuch)für uns zwei
-nach 32 stunden kanst(davon 28h zu zweit in einzelzelle) abschiebung mit fensterplatz
so viel zum thema menschenrechte und reisefreiheit in schengen

solidariche grüße an alle pol.gefangenen
und von den bullen verletzten und mißhandelten

hi indymediea
kürzt ruhig noch ein wenig das is mein gedachtnis protkoll
-eure arbeit is supergeil weita so !!!!!!!