Vorschlag: Aktion des ziv. Ungehorsams nach Genua

21.05.2001 12:33 Themen: Globalisierung
Nach den Aktionstagen in Berlin, trafen sich mehrere Gruppen und Individuen die zu Genua mobilisieren. Ein Vorschlag von The Voice wird aufgegriffen: Organisation einer massiven Aktion des zivilen Ungehorsams um nach Genua zu kommen. Treffen in Freiburg 9-12 Juni um es zu diskutieren.
Die Aktionstage in Berlin gegen die Residenzpflicht und für
Bewegungsfreiheit waren eine Inspiration für viele. Siehe Berichte unter
 http://de.indymedia.org . Hunderte, fast Tausend Flüchtlinge haben gegen das
Residenzpflichtgesetz verstossen und sind durch zivilen Ungehorsam nach
Berlin gekommen um dort ihren Protest auf die Strasse zu tragen. Sie haben
der Regierung einen Brief überreicht und angekündigt dass sie das Gesetz
nicht anerkennen und nicht mehr respektieren werden.

Aber das war nur der Anfang. Organisationen wie The Voice haben in Berlin
angekündigt, dass sie nach Genua zu den anti G8 Proteste gehen
möchten/werden und dafür bereit sind nochmal zivilen Ungehorsam zu leisten
(gegen Schengen und Residenzpflicht verstossen) und Recht auf
Bewegungsfreiheit zu fordern. Sie haben zur Unterstützung aufgerufen.

Am Samstag und Sonntag gab es ein Koordinations- und Austauschtreffen von
herrschaftskritischen Gruppen bundesweit die nach Genua mobilisieren. Hier
wurde eine Idee aufgegriffen die bereits in Mailand auf dem PGA Treffen
angesprochen wurde und folgender VORSCHLAG ist daraus entstanden:

Die Organisation einer massiven Aktion des zivilen Ungehorsams um die
Teilnahme von so viel Flüchtlinge wie möglich an den Protesten in Genua zu
ermöglichen. (Karawane, Zug oder ähnlich)

Um eine solche Aktion zu organisieren und in der Öffentlichkeit
anzukündigen, wird vorgeschlagen dass Flüchtlingsgruppen und nach Genua
mobilisierenden Gruppen nach Freiburg kommen, im Rahmen der Proteste gegen
den Deutsch-Französischen Regierungsgipfel, vom 9-12 Juni. Dort soll dann
die Aktion diskutiert werden und während der Aktionstage auf der Strasse
angekündigt werden. Gruppen aus der Schweiz, Italien und Frankreich werden
auch angesprochen.

Das ist bislang der Vorschlag. Er wird zur Zeit in Freiburg diskutiert. Am
26. Mai auf dem Auswertungstreffen der Aktionstage gegen die
Residenzpflicht in Berlin soll dann ein offizieller Aufruf entstehen.

Reaktionen auf der Vorschlag willkommen.


Mehr Infos zu Freiburg: www.knack-den-gipfel.de
Aktionen gegen Residenzpflicht:
 http://www.humanrights.de
 http://www.freespeech.org/inter/residenz
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Ergänzungen

Unglaublich!

Atlas 21.05.2001 - 13:47
Wieder einmal kommt der entscheidenne Impuls von außen. 1994 zeigen uns die Zapatistas und 2001 die Flüchtlinge in Dumpfland, wie der Hase läuft. Es bleibt nur zu hoffen, daß die selbstbezogene Linke aus Deutschland (meist Ein-Punktbezogene) endlich aufwacht und sich anschließt! Ich bin auf jeden Fall dabei!!!

Verbinden mit der Gratiszug-Idee?

Jörg 22.05.2001 - 00:00
Die Aktion könnte schon hier beginnen ... nämlich durch eine Verbindung mit der Idee des Gratiszuges (Überlegung ist, von Amsterdam oder aus dem RUhrpott, auf jeden Fall aber über Bonn zu fahren - weil da die Klimakonferenz läuft ... oder auch nicht, wo die Luft zur Ware gemacht werden soll und Aktionen geplant sind).

Die Idee eines Gratiszuges ist ja auch mit der Forderung nach ungehinderter Mobilität gut verbindbar.

Mehr unter der angegebenen www-adresse.

Gruß ... Jörg

zugbesetzung

redrat 22.05.2001 - 17:54
die idee, zusammen und nach möglichkeit umsonst mit einem zug nach genua zu reisen, finde ich natürlich gut. leider hängt es auch von der kraft und entschlossenheit der beteiligten ab; wir haben in deutschland derzeit keine zusammenhänge, die in der lage sind, ein schutzkonzept wie das der tute bianche zu organisieren und durchzuführen. von daher halte ich es für ratsam, gerade auch im hinblick auf die den vielleicht mitfahrenden flüchtlingen drohenden strafen, gewerkschaften und parteien zu bitten, einen solchen zug zu organisieren. das könnte einiges an streß ersparen (und natürlich neuen erzeugen), ist aber im hinblick auf das ziel, nämlich nach genua zu kommen, sicher zu überlegen.
ansonsten:
sitzplätze für alle - sonst gibts krawalle!

kein Gratiszug

antihierarchisch 25.05.2001 - 17:02
Der Vorschlag entstand bei einem Treffen bei dem es um herrschaftskritische Aktionsformen und Herangehensweisen ging. Eine Verbindung mit der Gratiszug-Idee, die vor allem von hierarchischen Organisationen verfolgt wird, wäre daher eher ungünstig.

Fahrrad und Bauwagenkarawane nach Genua

Ditsche 04.06.2001 - 23:40
Eine Möglichkeit, Druck zu machen und kollektiv die Einreise nach Italien zu erzwingen und wenn dies nicht geht, an der Grenze durch Aktionen auf die Thematik hinzuweisen, bersteht an der Teilnahme Teilnahme an der Fahrrad und Bauwagenkarawane nach Genua. Sie startet am 22. Juni vom Anti A 33 Hüttendorf, fährt übern Ruhrpott den Rhein hinunzter Köln, Frankfurt(29.6), Tübingen, Freiburg, Basel(8.7), Zürich, Milano, Genua. Bei Interesse bitte melden. 0179/6268785 o. 05425/270  o.Huettendorf.a33@web.de

Warum ist der Gratiszug hierarchisch?

ahnungslos? 05.06.2001 - 15:20
Seit wann ist der Gratiszug eine hierarchische Angelegenheit? Im Netz habe ich nur Hinweise gefunden, daß Linksruck evtl. einen Zug chartern will -- meinst Du das?
Ich kann mir kaum vorstellen, wie Leninismus und direkte Aktion zusammenpassen...
Und selbst wenn Linksruck mit irgendeiner ideologischen Verrenkung dazu kommt, daß direkte Aktion & Vernetzung von unten für sie okay sind (Lenin wird sich im Grab umdrehen): Warum bedeutet das, daß das Thema dann ein Tabu für alle "anständigen" Linken ist?