Sturm auf Mariannenplatz - taktische "Panne"?
Handelte es sich beim Sturm auf den Mariannenplatz um eine "taktische Panne" der Polizei, wie die Medien derzeit berichten, oder um geplante Eskalation? imc präsentiert euch ein exklusives Video aus der Oranienstr.
Nachdem es auf Indymedia bereits kurz nach dem ersten Mai in Berlin verschiedene Berichte über den Polizeieinsatz in der Oranienstr. und am Heinrichplatz gab, die darauf hindeuteten, daß die Polizei eine nichtgenehmigte Ansammlung auch gewaltbereiter Personen bewußt von der Oranienstrasse auf den Mariannenplatz abgedrängt bzw. gejagdt hat (
http://de.indymedia.org/2001/05/1807.html sowie
http://de.indymedia.org/2001/05/1818.html ), wurde dieses Thema gestern abend auch vom sfb (
http://www.sfb.de ) und anderen Medien aufgegriffen.
Innensenator Wertebach bestritt anfangs in einem n-tv-Interview, dass die Polizei die Randalierer in Richtung des Strassenfestes gedrängt hat. Mit den Aufnahmen von B1 konfrontiert sagte er: "Das kann ich mir nicht erklären" (
http://de.news.yahoo.com/010502/40/1kmkg.html ) Einsatzleiter Gernot Piestert erklärte in derselben Sendung, "sollte dies tatsächlich so geschehen sein, sei dies aus polizeitaktischer Sicht "töricht"."
Uns stellt sich die Frage, ob der Einsatzleiter der Polizei und der verantwortliche Innensenator ernsthaft nichts von besagten Massnahmen gewußt haben können, oder ob nicht möglicherweise ganz bewußt "töricht" gehandelt wurde.
Unter (
http://www.edwaige.de/mai-2001/panne-gr.mov ) [ Im Moment leider 50 MB Quicktime, irgendwann demnächst folgen auf (
http://www.edwaige.de/mai-2001/film.html ) noch kleinere (Streaming-)Versionen] könnt ihr euch ein Video reinziehen, daß den Polizeieinsatz in der Oranienstrasse zwischen 16:27 Uhr und 17:19 Uhr ausführlich dokumentiert.
Darauf ist eine Polizeikette zu sehen, die nach einzelnen Steinwürfen die Oranienstr. Richtung Heinrichplatz auf halber Strecke unter weiteren Steinwürfen räumt. Zwischen 16:37 Uhr und 17:15 Uhr erfolgen bei beruhigter Lage insgesamt sechs Durchsagen, den Bereich Richtung Mariannenplatz einzeln oder in kleinen Gruppen zu verlassen, ansonsten werde Gewalt angewendet. (eine der Durchsagen auch als Ton unter:
http://www.edwaige.de/mai-2001/durchsage.mov ) Unterdessen ziehen immer mehr Polizeikräfte auf und die Anwesenden werden langsam weiter Richtung Heinrichplatz abgedrängt (von wo sie später zum Mariannenplatz gejagdt wurden, (siehe Foto) sowie in die Adalbertstrasse Richtung Mariannenplatz.
Dieser Einsatz war ganz offensichtlich gut koordiniert, kaum vorstellbar, daß Einsatzleiter Gernot Piestert im Lagezentrum davon keine Kenntnis gehabt haben will.
Ein Reporter der BZ-Berlin, der den Innensenator am ersten Mai durch Berlin begleitete, berichtet in einem Artikel der BZ am 2 Mai auf S. 7 über
"das Lagezentrum: Monitore an der Decke zeigen Bilder der Überwachungskameras (fünf fest, zwei mobil [sowie unseres Wissens eine Hubschrauberkamera] ), Großbildprojektoren werfen eingehende Meldungen und die Routen verschiedener Aufzüge an die Wand. Auf einmal Unruhe, die den eigenen Kollegen gilt. "Mensch, die sollen nicht auf ihren Autos hocken, sondern laufen.""
Die "Zeitung" BILD Berlin berichtet in der Ausgabe vom 2.Mai auf Seite 3 über das Lagezentrum:
"(..) Von hier aus koordinierte die Polizei gestern ihren Großeinsatz. In dem 50 Quadratmeter großen Raum sitzen 10 hochrangige Polizeibeamte. Jeder von ihnen hat eine gesonderte Aufgabe.
Der Informationsleiter: Er sammelt alle wichtigen Informationen über den Einsatz, gibt sie an die Polizeiführung und an die eingesetzten Beamten vor Ort weiter, um eine effiziente Arbeit zu gewährleisten.
Der Cheftechniker: (...)
Der Verpflegungschef: (...)
Der Vizechef: ZUSAMMEN MIT LANDESPOLIZEISCHUTZDIREKTOR GERNOT PIESTERT SITZT ER AN DER STIRNSEITE DES LEITUNGSSTABES, VERFOLGT AUF ZWEI LEINWÄNDEN DIE LIVE-BILDER DES EINSATZES.
Der Verkehrsleiter: (...)
Das Vierer-Taktik-team: Es steuert den kompletten Polizeieinsatz, hat die Verantwortung für die Sicherheit der Stadt und das Wohlergehen von 9000 Polizisten."
Diese Informationen der Springerpresse verbunden mit unserem Video werfen die Frage auf, ob LANDESPOLIZEISCHUTZDIREKTOR GERNOT PIESTERT (Einsatzleiter) im besagten Zeitraum zwischen 16:37 Uhr und 17:15 Uhr womöglich eine gute dreiviertelstunde auf dem Klo verbrachte, daß er, wie er gestern behauptete, die sicherlich auch auf Video ins Lagezentrum übertragene Einsatzsituation ernsthaft nicht mitbekommen haben kann...
Um aus unabhängiger Quelle mehr über Aufenthaltsort und Informationsstand des INNENSENATORS WERTHEBACH in diesem Zeitraum zu erfahren, telefonierten wir heute mittag mit dem BZ-Reporter, der Werthebach am 1. Mai begleiten durfte und erhielten als Reporter für "Indymedia Deutschland" freundlicherweise auch Auskunft. Demnach besuchte Werthebach zwischen 15 Uhr und dem Beginn der Krawalle am Mariannenplatz in seiner gepanzerten Limousine auch für einige Zeit das Lagezentrum der Polizei (der genaue Zeitraum ist dem Reporter leider entfallen), verschwand allerdings später in einen anderen Gebäudebereich, um wie in der BZ berichtet die Mannschaftsverflegung zu kosten: "Schnitzel mit Spätzle". Allerdings hatte Werthebach laut BZ-Artikel zuvor mit Eberhard Diepgen telefoniert und ihm gesagt: "Sobald etwas passiert, lasse ich Sie das wissen", was auf einen guten Informationsfluß hindeutet.
Der Mariannenplatz wurde übrigens laut BZ-Reporter von anfang an von der Polizei als wichtiger kritischer Brennpunkt beurteilt und gehandhabt, vieles deutet uns dort auf ausführliche Überwachung durch die Polizei hin. So befanden sich auf dem Dach des Bethanien (Ex-Rauchhaus) schon gegen Mittag (wie auf dem Video zu Beginn zu sehen) "die Schlapphüte, wie auch schon in den letzten Jahren" (Veranstalterin Mariannenplatzfest am Mittag, die einem Demobeobachter abriet, im Bethanien zu fragen, ob vom Dach aus dokumentiert werden könne) und filmten offenbar schon lange vor Beginn der Krawalle munter alle möglichen Gäste des friedlichen Festes.
Außerdem soll Werthebach auf einer Pressekonferenz nach dem ersten Mai (wenn unsere Informationen stimmen) geäußert haben, daß sich die "Straftäter", die sich am 1. Mai auf dem Mariannenplatz befanden und sich derzeit noch in Sicherheit wägten (so sie denn nicht zusammen mit harmlosen Gaffern und z.T. Kindern gegen Abend in die beiden Kessel geprügelt wurden), "sich noch wundern werden", da umfangreiches Filmmaterial von der Polizei angefertigt wurde und weiterhin ausgewertet wird...
===>
Unser persönliches Fazit hinsichtlich der sogenannten "polizeitaktischen Panne":
Offensichtlich kam es der Polizeiführung (zumindest überwachungs- und überblickstechnisch) nicht ungelegen, daß die Situation auf dem Mariannenplatz eskalierte, unglaubwürdig erscheint uns das Statement von GERNOT PIESTERT (Einsatzleiter), bei all der polizeilichen Professionalität (siehe Lagezentrum) nichts vom Einsatz auf der Oranienstrasse gewußt zu haben, es sei denn, er hatte in besagter Zeit z.B. schwersten Durchfall...
Dem Innensenator Werthebach, der immer wieder gebetsmühlenartig eine Verschärfung des Versammlungsrechtes fordert, so auch direkt nach dem 1. Mai ( siehe
http://de.news.yahoo.com/010501/12/1kjv7.html ), wäre ein Unterbleiben von Ausschreitungen bestimmt gelegen gekommen, um seine Demonstrationsverbote als sinnvoll zu evaluieren, allerdings kann auch auf der anderen Seite davon ausgegangen werden, daß besonders schwere Ausschreitungen die Forderung nach einer Verschärfung des Versammlungsgesetzes in den konservativen Politik- und Medienwelten ebenfalls bekräftigen. Ein isoliertes Geplänkel auf der Oranienstrasse wäre allerdings nichts halbes und nichts ganzes gewesen...
Am Montag soll nach unserem Kenntnisstand die sogenannte "Polizeipanne" im Innenausschuß des berliner Abgeordnetenhauses angesprochen werden, bleibt zu hoffen, daß die (hier sehr breitgetretenen *sorry*) Ereignisse bis dahin transparenter gemacht werden und sich somit politischer Druck aufbaut, der verhindert, daß alles wie schon so oft wieder unter den tagespolitischen Teppich gekehrt wird.
Keine Verschärfung des Versammlungsrechts, keine Demoverbote, (SCHILLY,) WERTHEBACH und PIESTERT sollten abtreten!
P.S.: Falls ihr noch detailierte Dokus vom ersten Mai mit relevanten Informationen habt, das K. für Grundrechte und Demokratie sowie die AG gegen Polizeigewalt ( verlinkt auf
http://www.polizeigewalt.de ) sind bestimmt daran interessiert (kein Müll!) und auch Hans-Christian Stroebele scheint nach seiner hier von irgendwem geposteten Presseerklärung zumindest nicht desinteressiert...
http://de.indymedia.org/2001/05/1807.html sowie
http://de.indymedia.org/2001/05/1818.html ), wurde dieses Thema gestern abend auch vom sfb (
http://www.sfb.de ) und anderen Medien aufgegriffen. Innensenator Wertebach bestritt anfangs in einem n-tv-Interview, dass die Polizei die Randalierer in Richtung des Strassenfestes gedrängt hat. Mit den Aufnahmen von B1 konfrontiert sagte er: "Das kann ich mir nicht erklären" (
http://de.news.yahoo.com/010502/40/1kmkg.html ) Einsatzleiter Gernot Piestert erklärte in derselben Sendung, "sollte dies tatsächlich so geschehen sein, sei dies aus polizeitaktischer Sicht "töricht"." Uns stellt sich die Frage, ob der Einsatzleiter der Polizei und der verantwortliche Innensenator ernsthaft nichts von besagten Massnahmen gewußt haben können, oder ob nicht möglicherweise ganz bewußt "töricht" gehandelt wurde.
Unter (
http://www.edwaige.de/mai-2001/panne-gr.mov ) [ Im Moment leider 50 MB Quicktime, irgendwann demnächst folgen auf (
http://www.edwaige.de/mai-2001/film.html ) noch kleinere (Streaming-)Versionen] könnt ihr euch ein Video reinziehen, daß den Polizeieinsatz in der Oranienstrasse zwischen 16:27 Uhr und 17:19 Uhr ausführlich dokumentiert. Darauf ist eine Polizeikette zu sehen, die nach einzelnen Steinwürfen die Oranienstr. Richtung Heinrichplatz auf halber Strecke unter weiteren Steinwürfen räumt. Zwischen 16:37 Uhr und 17:15 Uhr erfolgen bei beruhigter Lage insgesamt sechs Durchsagen, den Bereich Richtung Mariannenplatz einzeln oder in kleinen Gruppen zu verlassen, ansonsten werde Gewalt angewendet. (eine der Durchsagen auch als Ton unter:
http://www.edwaige.de/mai-2001/durchsage.mov ) Unterdessen ziehen immer mehr Polizeikräfte auf und die Anwesenden werden langsam weiter Richtung Heinrichplatz abgedrängt (von wo sie später zum Mariannenplatz gejagdt wurden, (siehe Foto) sowie in die Adalbertstrasse Richtung Mariannenplatz. Dieser Einsatz war ganz offensichtlich gut koordiniert, kaum vorstellbar, daß Einsatzleiter Gernot Piestert im Lagezentrum davon keine Kenntnis gehabt haben will.
Ein Reporter der BZ-Berlin, der den Innensenator am ersten Mai durch Berlin begleitete, berichtet in einem Artikel der BZ am 2 Mai auf S. 7 über
"das Lagezentrum: Monitore an der Decke zeigen Bilder der Überwachungskameras (fünf fest, zwei mobil [sowie unseres Wissens eine Hubschrauberkamera] ), Großbildprojektoren werfen eingehende Meldungen und die Routen verschiedener Aufzüge an die Wand. Auf einmal Unruhe, die den eigenen Kollegen gilt. "Mensch, die sollen nicht auf ihren Autos hocken, sondern laufen.""
Die "Zeitung" BILD Berlin berichtet in der Ausgabe vom 2.Mai auf Seite 3 über das Lagezentrum:
"(..) Von hier aus koordinierte die Polizei gestern ihren Großeinsatz. In dem 50 Quadratmeter großen Raum sitzen 10 hochrangige Polizeibeamte. Jeder von ihnen hat eine gesonderte Aufgabe.
Der Informationsleiter: Er sammelt alle wichtigen Informationen über den Einsatz, gibt sie an die Polizeiführung und an die eingesetzten Beamten vor Ort weiter, um eine effiziente Arbeit zu gewährleisten.
Der Cheftechniker: (...)
Der Verpflegungschef: (...)
Der Vizechef: ZUSAMMEN MIT LANDESPOLIZEISCHUTZDIREKTOR GERNOT PIESTERT SITZT ER AN DER STIRNSEITE DES LEITUNGSSTABES, VERFOLGT AUF ZWEI LEINWÄNDEN DIE LIVE-BILDER DES EINSATZES.
Der Verkehrsleiter: (...)
Das Vierer-Taktik-team: Es steuert den kompletten Polizeieinsatz, hat die Verantwortung für die Sicherheit der Stadt und das Wohlergehen von 9000 Polizisten."
Diese Informationen der Springerpresse verbunden mit unserem Video werfen die Frage auf, ob LANDESPOLIZEISCHUTZDIREKTOR GERNOT PIESTERT (Einsatzleiter) im besagten Zeitraum zwischen 16:37 Uhr und 17:15 Uhr womöglich eine gute dreiviertelstunde auf dem Klo verbrachte, daß er, wie er gestern behauptete, die sicherlich auch auf Video ins Lagezentrum übertragene Einsatzsituation ernsthaft nicht mitbekommen haben kann...
Um aus unabhängiger Quelle mehr über Aufenthaltsort und Informationsstand des INNENSENATORS WERTHEBACH in diesem Zeitraum zu erfahren, telefonierten wir heute mittag mit dem BZ-Reporter, der Werthebach am 1. Mai begleiten durfte und erhielten als Reporter für "Indymedia Deutschland" freundlicherweise auch Auskunft. Demnach besuchte Werthebach zwischen 15 Uhr und dem Beginn der Krawalle am Mariannenplatz in seiner gepanzerten Limousine auch für einige Zeit das Lagezentrum der Polizei (der genaue Zeitraum ist dem Reporter leider entfallen), verschwand allerdings später in einen anderen Gebäudebereich, um wie in der BZ berichtet die Mannschaftsverflegung zu kosten: "Schnitzel mit Spätzle". Allerdings hatte Werthebach laut BZ-Artikel zuvor mit Eberhard Diepgen telefoniert und ihm gesagt: "Sobald etwas passiert, lasse ich Sie das wissen", was auf einen guten Informationsfluß hindeutet.
Der Mariannenplatz wurde übrigens laut BZ-Reporter von anfang an von der Polizei als wichtiger kritischer Brennpunkt beurteilt und gehandhabt, vieles deutet uns dort auf ausführliche Überwachung durch die Polizei hin. So befanden sich auf dem Dach des Bethanien (Ex-Rauchhaus) schon gegen Mittag (wie auf dem Video zu Beginn zu sehen) "die Schlapphüte, wie auch schon in den letzten Jahren" (Veranstalterin Mariannenplatzfest am Mittag, die einem Demobeobachter abriet, im Bethanien zu fragen, ob vom Dach aus dokumentiert werden könne) und filmten offenbar schon lange vor Beginn der Krawalle munter alle möglichen Gäste des friedlichen Festes.
Außerdem soll Werthebach auf einer Pressekonferenz nach dem ersten Mai (wenn unsere Informationen stimmen) geäußert haben, daß sich die "Straftäter", die sich am 1. Mai auf dem Mariannenplatz befanden und sich derzeit noch in Sicherheit wägten (so sie denn nicht zusammen mit harmlosen Gaffern und z.T. Kindern gegen Abend in die beiden Kessel geprügelt wurden), "sich noch wundern werden", da umfangreiches Filmmaterial von der Polizei angefertigt wurde und weiterhin ausgewertet wird...
===>
Unser persönliches Fazit hinsichtlich der sogenannten "polizeitaktischen Panne":
Offensichtlich kam es der Polizeiführung (zumindest überwachungs- und überblickstechnisch) nicht ungelegen, daß die Situation auf dem Mariannenplatz eskalierte, unglaubwürdig erscheint uns das Statement von GERNOT PIESTERT (Einsatzleiter), bei all der polizeilichen Professionalität (siehe Lagezentrum) nichts vom Einsatz auf der Oranienstrasse gewußt zu haben, es sei denn, er hatte in besagter Zeit z.B. schwersten Durchfall...
Dem Innensenator Werthebach, der immer wieder gebetsmühlenartig eine Verschärfung des Versammlungsrechtes fordert, so auch direkt nach dem 1. Mai ( siehe
http://de.news.yahoo.com/010501/12/1kjv7.html ), wäre ein Unterbleiben von Ausschreitungen bestimmt gelegen gekommen, um seine Demonstrationsverbote als sinnvoll zu evaluieren, allerdings kann auch auf der anderen Seite davon ausgegangen werden, daß besonders schwere Ausschreitungen die Forderung nach einer Verschärfung des Versammlungsgesetzes in den konservativen Politik- und Medienwelten ebenfalls bekräftigen. Ein isoliertes Geplänkel auf der Oranienstrasse wäre allerdings nichts halbes und nichts ganzes gewesen... Am Montag soll nach unserem Kenntnisstand die sogenannte "Polizeipanne" im Innenausschuß des berliner Abgeordnetenhauses angesprochen werden, bleibt zu hoffen, daß die (hier sehr breitgetretenen *sorry*) Ereignisse bis dahin transparenter gemacht werden und sich somit politischer Druck aufbaut, der verhindert, daß alles wie schon so oft wieder unter den tagespolitischen Teppich gekehrt wird.
Keine Verschärfung des Versammlungsrechts, keine Demoverbote, (SCHILLY,) WERTHEBACH und PIESTERT sollten abtreten!
P.S.: Falls ihr noch detailierte Dokus vom ersten Mai mit relevanten Informationen habt, das K. für Grundrechte und Demokratie sowie die AG gegen Polizeigewalt ( verlinkt auf
http://www.polizeigewalt.de ) sind bestimmt daran interessiert (kein Müll!) und auch Hans-Christian Stroebele scheint nach seiner hier von irgendwem geposteten Presseerklärung zumindest nicht desinteressiert...
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(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)
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Ergänzungen
Danke und Bite an alle User/innen hier
Das Video ist leider Schrott
sorry, falscher titel eben
die polizei sagte heute:
03.05.01, 17:10 Uhr
Polizei weist Pannen-Vorwurf zurück
Berlin (ddp-bln). Die Berliner Polizei weist den Vorwurf einer Einsatzpanne am 1. Mai in Kreuzberg zurück. Die Aufforderung, sich in Richtung Mariannenplatz zu entfernen, habe sich an Teilnehmer einer zu Ende gegangenen PDS-Demonstration in der Oranien- Ecke Adalbertstraße gerichtet, betonte eine Polizeisprecherin am Donnerstag. Diese Personen seien «ganz offensichtlich» nicht dem «Störer-Potenzial» zuzurechnen gewesen. Sie verhielten sich völlig friedlich und standen außer Verdacht, sich später an strafbaren Handlungen zu beteiligen. Von einer Räumung könne in diesem Zusammenhang keine Rede sein. Ein zeitlicher, räumlicher und personeller Zusammenhang mit den Ausschreitungen am Mariannenplatz eine Stunde später sei auszuschließen, betonte die Sprecherin.
(c) ddp
Bis auf die Aussage, daß die Leute friedlich waren, stimmt ja gar nichts an dieser Darstellung, zumal es gestern ja noch hieß: "Polizeipräsident Hagen Saberschinsky hatte zuvor erklärt, unter die Teilnehmer des friedlichen Familienfestes auf dem Mariannenplatz hätten sich Gewalttäter gemischt. Die Polizei habe dort wegen zahlreicher Frauen und Kindern nicht zielgerichtet vorgehen können. Augenzeugen berichteten dagegen, die Polizei habe die Teilnehmer einer verbotenen Demonstration zum Mariannenplatz gedrängt. "
Eben habe ich den Kontraste Bericht gesehen - mir ist fast schlecht geworden.:(
Kinkkong
Echte Helden
Kopien des Videos + Nachtrag
Ihr müsst euch also mit dem schlechten Quicktime zufriedengeben, allerdings wurden alle Sicherheitskopien, die wir zuvor angefertigt hatten, an verschiedene Personen und Institutionen weitergereicht, die damit vielleicht sinnvolles anstellen können (oder auch nicht).
Das Polizeidementi erscheint uns auch merkwürdig, erinnert ihr euch noch, was verschiedene hohe Herren zuvor über PDS und Grüne gesagt haben, von wegen sie decken die Chaoten, erinnert ihr euch noch, was Werthebach über Ersatzveranstaltungen der Verbotenen AAB-Demo gesagt hat, erinnert ihr euch noch, das die Lausitzer-Platz-Demo darum auf 13.00Uhr vorverlegt wurde? und jetzt dieser 180 Grad-Schwenk in der Beurteilung der TeilnehmerInnen, dann hätte ja eigentlich auch die 18:00 Uhr-Demo stattfinden können, oder?
Im übrigen zeigt daß Video ja auch, daß die Polizei, die Anfangs nur auf der Kreuzung Oranienstr./Adalbertstr. steht, vereinzelt mit Wurfgeschossen eingedeckt wird, ganz friedlich wars auch nicht, aber mit der "PDS-Demo" hatte die Situation längst nichts mehr zu tun, die war längst beendet! Somit kann auch niemand nachträglich Belege liefern, daß es sich bei den im Polizeidementi erwähnten angeblich "friedlichen TeilnehmerInnen einer zu Ende gegangenen PDS-Demonstration" um gewalttätige TeilnehmerInnen einer PDS-Demo" handelte, was weiteren Verboten Vorschub leisten könnte, besagte Demo war zu diesem Zeitpunkt längst an einem anderen Ort beendet worden!
Unser Band ist echt nur ein kleines PuzzleStückchen in der Flut der Dokumentationen, denkt an all die JournalistInnen auf dem Platz und etliche Augenzeugen, an das was gerade in der Presse abgeht, also indymedia-Berichte nicht überbewerten! Falls ihr selbst entscheidende Schlüsselsituationen beobachtet habt und es euch nicht vor Öffentlichkeit graust, lasst den Stoff oder eure Gedächtnissprotokolle doch einfach Leuten zukommen, die da was draus machen können! Wird sich bestimmt beim Zusammensetzen des Puzzles herausstellen, wer für was verantwortlich war, was stimmt und was nicht..
Tschüß
albern
das ist doch nun wirklich nicht besonders neu, das die bullen die action in x-berg provozieren. jeder, der da hingeht, weiss das vorher. das interesse autoritaerer politiker an den riots zu beweisen koennt ihr offenbar diesmal ja dem sfb ueberlassen, wie in manchen jahren vorher auch die buergerlichen medien darueber berichteten. und ob werthebach nun zuruecktritt, spielt auch keine rolle, kommt halt ein anderer schoenbohm.
viel wichtiger waere es, die angeblich stattgefundene diskussion ueber eine veraenderung der events weiterzufuehren (ich finde es durchaus legitim, sich zu wehren, aber der 1.mai ist doch langweilig). ich selber war am 1.5. in london, wo quer ueber das stadtzentrum verteilt aktionen zu verschiedensten themen (von 3.weltschulden ueber privatisierung des oeffentlichen raums bis radikaler tierschutz) stattgefunden haben. trotz intensivster medienkampagne zur kriminalisierung der demonstrierenden haben laut der umfrage einer rechten tageszeitung um 70% der londoner die demonstrationsziele unterstuetzt! das in london 9000 bullen letztendlich das demonstrationsrecht voellig untergraben haben, hat nicht verhindern koennen, das selbst die buergerlichen medien den anti-globalisierungsdiskurs aufnehmen mussten. fand ich "revolutionaerer" als x-berg in all den jahren vorher.
gruss von ueber dem tellerrand
Wirklich so abwegig?
durchsage jetzt hier
Tipp: Achte auf den Traffic!
sinnlos und gefährlich
Video weg..
Hey choke!
Du zeigst ganz deutlich:
Unwissenheit ist Stärke
Wenn ihr indymedia nicht mögt, kauft euch doch ne Bild oder BZ, obiger Artikel zeigt, daß das manchmal ja ganz aufschlußreich sein kann ;-p
filmen können die bullen
polizist: "hier, sehen sie, die polizei zieht sich sogar vor dem mariannenplatz in richtung heinrichplatz zurück" - leider fehlte wohl der teil des videos, bei dem die polizei vorher in richtung mariannenplatz stürmt und die leute zwischen heinrich - und mariannenplatz zum mariannenplatz jagt
auch sonst wohl übelste wegschnitte, dafür ganz viele szenen von hausdächern aus gefilmt. nur leider keine autonomen drauf zu sehen.