1. Mai Berlin Kessel an der Thomaskirche
Pressefreiheit und Anwohnerinnenrechte wurden mit Füssen getreten. Ein Bericht aus dem Kessel am Mariannenplatz.
Ca. 130 Menschen befanden sich ab ca. 19.30 Uhr in dem größeren der beiden Kessel vor der Thomaskirche neben dem Mariannenplatz, nachdem dieser geräumt wurde. Unter den Eingekesselten befanden sich auch PressevertreterInnen, AnwohnerInnen, und Menschen die auf dem Familienfest am Mariannenplatz gewesen sind und sich vor den heranstürmenden Bullen in Sicherheit bringen wollten, darunter auch einige Kinder. Eine Stunde später wurden etwa 30 Menschen aus den Kessel nach gründlicher Durchsuchung aus dem Kessel herausgelassen und aufgefordert sich unverzüglich zu entfernen. Für den Rest war es jedoch bis ca. 24.00 Uhr unklar wie es mit ihnen weitergehen sollte.
Unter den Eingekesselten waren auch einige AnwohnerInnen, denen es trotz langer Diskussion mit den Bullen und vorzeigen des Ausweises nicht gelang den Kessel zu verlassen. Auch sie wurden nachher verhaftet und eingefahren.
PressevertreterInnen wurden mehrere Stunden festgehalten und nur einige von ihnen nach endlosen Diskussionen mit der Einsatzleitung herausgelassen. Auf dem Straßenboden lagen herausgezogene Filmrollen die gezielt abgenommen wurden, fast jegliche Bestandsaufnahme innerhalb des Kessels wurde somit willkürlich verhindert.
Die Eingekesselten blieben fast während der ganzen Zeit ohne Informationen. Die Devise der Einsatzleitung an die ausführenden Bullen musste wohl gewesen sein nicht mit den DemonstrantInnen zu sprechen. Mit dem Einsetzen der Dunkelheit begannen die Gefangenen zu frieren und auch einige Decken , die hereingeworfen wurden konnten keinen ausreichenden Schutz vor der Kälte bieten. Während der gesamten Dauer des Kessels gab es außer wenigen Keksen und Tee, der jedoch längst nicht für alle reichte, nichts zu essen oder zu trinken. So kam für einige nach der Ungewissheit Hunger, Durst und Kälte hinzu und ließ einen Demonstranten fast durchdrehen.
Kurz nach Mitternacht kam die Durchsage, dass von allen die Personalien aufgenommen und die Gefangenen abtransportiert werden sollten. Gegen 2.00 Uhr nachts war dann der halbe Kessel in gewahrsam genommen worden und einige Leute wurden von übermüdeten Bullen in die Hallen des tempelhofer Flughafens gebracht, wo eine provisorische Gesa eingerichtet worden war.
Allgemeine Ratlosigkeit auch bei den bearbeitenden BeamtInnen welche die Personalienfeststellung machten. Nach einer schon 44 Stunden andauernden Schicht stürmten sie unwirsch in die Wannen und schrieen die Verhafteten im Kasernenton an um möglichst schnell den Papierkram hinter sich zu bringen. Da aber weder die für den Transport zuständigen Einheiten, noch die SachbearbeiterInnen wussten, was der Grund der Festnahme war und ob es sich um Festnahmen, Gewahrsamnahmen, Sicherheitsgewahrsam oder sonstiges handelte wurde die ganze Prozedur noch weiter verzögert. Die Verantwortung wurde von einer Beamtin/ einem Beamten auf die andere/ den anderen, von einer Einheit zur nächsten abgeschoben und es ist demnach sicher nicht verwunderlich wenn grobe „Fehler“ in den Personalienbögen auftauchen, zum Nachteil für alle Verhafteten.
Nachdem dann einige der Verhafteten wegen Überfüllung der provisorischen Gefangenenunterkünfte am Flughafen Tempelhof von den Bullen in Berlin ausgesetzt wurden, mussten die Transporteinheiten, nach Angaben eines Beamten, ihre bis dahin 24 stündige Schicht fortsetzen.
Kesselkind
Unter den Eingekesselten waren auch einige AnwohnerInnen, denen es trotz langer Diskussion mit den Bullen und vorzeigen des Ausweises nicht gelang den Kessel zu verlassen. Auch sie wurden nachher verhaftet und eingefahren.
PressevertreterInnen wurden mehrere Stunden festgehalten und nur einige von ihnen nach endlosen Diskussionen mit der Einsatzleitung herausgelassen. Auf dem Straßenboden lagen herausgezogene Filmrollen die gezielt abgenommen wurden, fast jegliche Bestandsaufnahme innerhalb des Kessels wurde somit willkürlich verhindert.
Die Eingekesselten blieben fast während der ganzen Zeit ohne Informationen. Die Devise der Einsatzleitung an die ausführenden Bullen musste wohl gewesen sein nicht mit den DemonstrantInnen zu sprechen. Mit dem Einsetzen der Dunkelheit begannen die Gefangenen zu frieren und auch einige Decken , die hereingeworfen wurden konnten keinen ausreichenden Schutz vor der Kälte bieten. Während der gesamten Dauer des Kessels gab es außer wenigen Keksen und Tee, der jedoch längst nicht für alle reichte, nichts zu essen oder zu trinken. So kam für einige nach der Ungewissheit Hunger, Durst und Kälte hinzu und ließ einen Demonstranten fast durchdrehen.
Kurz nach Mitternacht kam die Durchsage, dass von allen die Personalien aufgenommen und die Gefangenen abtransportiert werden sollten. Gegen 2.00 Uhr nachts war dann der halbe Kessel in gewahrsam genommen worden und einige Leute wurden von übermüdeten Bullen in die Hallen des tempelhofer Flughafens gebracht, wo eine provisorische Gesa eingerichtet worden war.
Allgemeine Ratlosigkeit auch bei den bearbeitenden BeamtInnen welche die Personalienfeststellung machten. Nach einer schon 44 Stunden andauernden Schicht stürmten sie unwirsch in die Wannen und schrieen die Verhafteten im Kasernenton an um möglichst schnell den Papierkram hinter sich zu bringen. Da aber weder die für den Transport zuständigen Einheiten, noch die SachbearbeiterInnen wussten, was der Grund der Festnahme war und ob es sich um Festnahmen, Gewahrsamnahmen, Sicherheitsgewahrsam oder sonstiges handelte wurde die ganze Prozedur noch weiter verzögert. Die Verantwortung wurde von einer Beamtin/ einem Beamten auf die andere/ den anderen, von einer Einheit zur nächsten abgeschoben und es ist demnach sicher nicht verwunderlich wenn grobe „Fehler“ in den Personalienbögen auftauchen, zum Nachteil für alle Verhafteten.
Nachdem dann einige der Verhafteten wegen Überfüllung der provisorischen Gefangenenunterkünfte am Flughafen Tempelhof von den Bullen in Berlin ausgesetzt wurden, mussten die Transporteinheiten, nach Angaben eines Beamten, ihre bis dahin 24 stündige Schicht fortsetzen.
Kesselkind
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Ergänzungen
...
anwohner mit perso wurden oft nichtmal durch gewöhnliche bullensperren gelassen. kommentad der bullen:
" geh doch zum polizeipräsident... "
Ein Kessel Buntes
03.05.2001 01:58
Hi, ich war auch drin im Kessel hinter der Thomaskirche. Gegen 3 Uhr wurden wir abtransportiert (nach mehr als 7 Stunden...), die Bullen haben sich tierisch über ihre Einsatzleitung aufgeregt, fanden das selbst unm**glich. Erst wurden wir zum T-Damm gebracht - fehlanzeige, falscher Ort. Dann Friesenwache - wieder nix. Dann zurück zum T-Damm, Dekra-Sammelstelle/Gesa. Dort standen 127(!) Wannen in einer Schlange, jeweils mit 6-8 Verhafteten. Da ist "unserem" Gruppenführer die Hutschnur geplatzt und er hat uns eigenmächtig zurück zur Friesenwache gekarrt. Dort dann noch mal mindestens 1 Stunde, Durchsuchung, Polaroid und auf dem
Fußboden sitzen und warten. Um 5 Uhr 15 bin ich rausgekommen, nach 10 Stunden! Vorwurf ? Fehlanzeige! Begrüdung war "gefahrenabwehr nach ASOG", bloß war die "Gefahr" seit spätestens 24 Uhr nicht mehr gegeben! Das meinten sogar die Bullen. Für mich stellt das ganze eine unbegründete, vollkommen haltlose Freiheitsberaubung dar, zumal der Grund des Festhaltens erst nach 4 Stunden über Lautsprecher mitgeteilt wurde, was auch klar illegal ist. In mehrfacher Hinsicht wurde gegen das Grundsatzurteil des
Bundesverfassungsgerichts zum "Hamburger Kessel" verstoßen - das wird sicher noch ein Nachspiel haben. Wenn Werthebach nicht über die Krawalle stolpert, dann hoffentlich über diese Maßnahme! Dafür frier ich gerne nochmal! Danke an alle, die zu uns durchkonnten und uns helfen konnten, danke auch an die Heilsarmee, das tat echt gut. Ich empfehle allen, die drin waren, sich an der Klage zu beteiligen. Meldet auch beim Ermittlungsausschu*ü, 030/6922222 (Name und Kontakt-Tel., falls Anrufbeantworter), und schickt Gedächtnisprotokolle (EA, c/o Mehringhof, Gneisenaustr. 2 a, Berlin - Kreuzberg)
ASOG
echt übel das asog
KESSEL
Den Terroristen in Grün in die Fresse treten! Wichtig! Am Donnerstag 10.05.01, 19 h ist ein Treffen der "Kesselopfer". Es geht ua. um eine Sammelklage gegen diese illegalen Kessel. Gemeinsam sind wir stark!
hans