Mayday - Tag des weltweiten Widerstandes
UPDATE 9.Mai 01.00 Uhr
Globaler Aktionstag: Weltweit gingen am 1. Mai Millionen Menschen gegen Kapitalismus auf die Straßen. In vielen Ländern werden die Protestierenden von Polizei angegriffen. Dieses Special versucht einen groben Überblick über die Ereignisse des Global Action Day zu geben.
Inhalt:
Weltweiter Überblick: 1.Mai - a GLOBAL day of action
Zusammenfassung der Kreuzberger Ereignisse: 1.Mai: Die Lüge und der Knüppel
Augenzeugenbericht von Beginn der Riots
Chronologie: Breaking News vom 1. Mai in Berlin gesammelt
Einige Eindrücke der Medienarbeit: Infowar - Medien lügen für Werthebach
Links zu Texten, Erlebnisberichten, Fotos, Videos und mehr.
Viele Mayday-Fotos aus aller Welt auf der pga-Seite
Gesammelte Texte, Fotos, Videos: hier
1.Mai: Rechtliche Maßnahmen gegen Werthebach! - Formular für Opfer des Polizeiensatzes....
Globaler Aktionstag: Weltweit gingen am 1. Mai Millionen Menschen gegen Kapitalismus auf die Straßen. In vielen Ländern werden die Protestierenden von Polizei angegriffen. Dieses Special versucht einen groben Überblick über die Ereignisse des Global Action Day zu geben.
Inhalt:
Weltweiter Überblick: 1.Mai - a GLOBAL day of action
Zusammenfassung der Kreuzberger Ereignisse: 1.Mai: Die Lüge und der Knüppel
Augenzeugenbericht von Beginn der Riots
Chronologie: Breaking News vom 1. Mai in Berlin gesammelt
Einige Eindrücke der Medienarbeit: Infowar - Medien lügen für Werthebach
Links zu Texten, Erlebnisberichten, Fotos, Videos und mehr.
Viele Mayday-Fotos aus aller Welt auf der pga-Seite
Gesammelte Texte, Fotos, Videos: hier
1.Mai: Rechtliche Maßnahmen gegen Werthebach! - Formular für Opfer des Polizeiensatzes....
English: Summary of Mayday events in Germany
Feature im Vorfeld des Global Action Day: ist hier.
1.Mai - a GLOBAL day of action
Der erste Tag des Wonnemonats Mai - rund um die Erde versammeln sich unzählige von Menschen, um mit kreativen und kompromisslosen Aktionsformen gegen Ausbeutung und Unterdrückung, gegen Herrschaft und kapitalistische Verwertungslogik zu kämpfen. Sie kommen aus unterschiedlichen Zusammenhängen, wählen verschiedene Ausdrucksformen und haben doch eine gemeinsame Forderung nach einem freien, selbstbestimmten Leben.
Auch dieses Jahr war der 1. Mai wieder Internationaler Aktionstag - hier einige Berichte:
In London begann der MayDay bereits morgens um halb acht, als rund 1000 Critical Mass FahrradfahrerInnen die Innenstadt zeitweise in eine autofreie Zone verwandelten und dabei zum Teil grundlosen Polizeiuebergriffen ausgesetzt waren. Im Laufe des Tages veranstalteten Tausende von DemonstrantInnen dezentrale Aktionen zu verschiedenen Themen: TierrechtsaktivistInnen verteilten Gemüseburger vor McDonald's, anti-kapitalistische Sit-Ins fanden spontan in den städtischen Parks statt, ein News-Stand mit alternativer Medienberichterstattung wurde aufgestellt, vor den Weltbankgebäuden wurde für die Entschuldung der sogenannten Entwicklungslaender protestiert, Flüchtlingsorganisationen waren ebenso beteiligt wie Anti-Pelz-AktivistInnen, Gefängnissoliaktionen wie Beltane-Feiern konnten beobachtet werden.
In den britischen Medien wurde noch weitaus stäker als hier in Deutschland gegen die AktivistInnen gehetzt....Beispiel ist hier und bei telepolis.de.
Während des ganzen Tages bildete die Polizei immer wieder Kessel und wendete teilweise massive Gewalt an. 41 Leute wurden festgenommen.
Bei diesem MayDay tauchten diesmal die sog. Wombles auf - AktivistInnen, die von den Tute Bianches inspiriert sind. Im BBC-Fernsehen war eine interessante Szene zu sehen: Polizei will Demo stürmen. Die Leute stürmen jedoch ebenfalls auf die total perplexe Polizei zu.
Auch in London konnten Videoaufnahmen live im Netz bei Undercurrents betrachtet werden. Die Websites von unabhängigen MedienberichterstatterInnen Urban75 waren teilweise blockiert.
Größere Aktionen fanden auch in Bristol, Manchester, Leeds und Birmingham statt.
In Zürich gab es Straßenschlachten und mehrere hundert Verhaftungen.
Verschiedene Städte der USA beteiligten sich, unter ihnen Olympia mit einer Critical Mass Fahrradtour, San Francisco mit einer großen Reclaim The Streets Party, Chicago mit einer Demo in Solidarität mit den Gefangenen der Quebeccer FTAA Proteste (hier), Phoenix und Minneapolis unter anderem mit Auftritten der radical cheerleaders sowie Pittsburgh (Text bei Indymedia.org) mit einer RTS und einem Streik von WerftarbeiterInnen.
In Sydney blockierten rund 3000 Menschen bereits frühmorgens die Börse, auch in Melbourne kam es zu vielfältigen Aktionen, rund 9000 GewerkschaftlerInnen und andere marschierten durch die Innenstadt.
In Wellington, Neuseeland, versammelten sich Tausende von DemonstrantInnen, um Anti-Sweatshop-Aktionen durchzufuehren und, versorgt von Essen durch Food Not Bombs, den Carnival Against Capitalism zu zelebrieren.
In Vancouver waren ebenfalls mehrere tausend GewerkschaftlerInnen auf der Strasse , KommunistInnen und AnarchistInnen mischten sich darunter. Es kam zu Festnahmen sowie dem Einsatz von Tränengas.
In Athen nahmen Tausende an einer von der kommunistischen Partei organisierten Demonstration teil. In ganz Griechenland gab es Proteste gegen die Pläne der Regierung, das Sozialsystem zu verschlechtern. Es kam zum Generalstreik.
In Jonju, Südkorea bildeten mehrere hundert Menschen eine "Welle", um gegen Erdabtragungen und die Sprengung von Bergen zu protestieren.
In Seoul, Südkorea, forderten rund 20 000 Menschen den Rücktritt von Präsident Kim Dae-jung.
In Westbank protestierten palaestinensische GewerkschaftlerInnen gegen die israelische Besatzung und feierten zur Unterstuetzung der Intifada.
In Colombo, Sri Lanka fuehrten die radikalen MarxistInnen sowie GewerkschaftlerInnen einen Demonstrationszug an. Aus Angst vor moeglichen Rebellenangriffen riegelten bewaffnete Polizisten und Soldaten zahlreiche Strassen ab.
In Moskau marschierten zigtausend Menschen mit roten Fahnen durch die Stadt. Ebenso in anderen Städten des Landes.
Ein Generalstreik, ausgerufen von der Bolivian Central Union, wurde in Bolivien begonnen und soll für eine unbestimmte Zeit fortgesetzt werden, um die Regierung somit zur Anerkennung eines Forderungspapieres zu zwingen.
In Warschau gab es eine Maidemonstration, an der mehrere tausend AktivistInnen beteiligt waren. Einen Bericht dazu gibt es hier
Auch in Rawalpindi, Indien versammelten sich Hunderte von ArbeiterInnen um gegen das kapialistische System zu protestieren.
... selbstverständlich ist nach dem MayDay vor dem MayDay, und falls ein solcher denn wieder nötig sein sollte wird sich die weltweite Widerstandsbewegung auf das nächste Jahr vorbereiten - Let our resistance be as global as capital!
1.Mai: Die Lüge und der Knüppel...in Berlin nutzten die Gewalttäter ein Volksfest im Stadtteil Kreuzberg als Ausgangspunkt für ihre Randale ...
Berlin 1. Mai 2001
18Uhr Mariannenplatz
Meldung der Presseagentur Reuters:
Berlin (Reuters) - ... in Berlin nutzten die Gewalttäter ein Volksfest im Stadtteil Kreuzberg als Ausgangspunkt für ihre Randale ... Dutzende Personen wurden festgenommen. Zudem gab es zahlreiche Verletzte ...
Angesichts der Bestätigung des Verbots durch die Gerichte hatten die Autonomen ihre Anhänger dazu aufgerufen, andere Kundgebungen und Feste in Kreuzberg für ihre Aktionen zu nutzen. Darunter waren eine Demonstration, die weitgehend friedlich zu Ende ging, und auch das Fest auf dem Kreuzberger Mariannenplatz, aus dem heraus kurz vor 18.00 Uhr ein Steinhagel auf die mit einem Großaufgebot anwesende Polizei prasselte. Die Polizisten gingen mit Wasserwerfern und Schlagstöcken gegen die mehreren hundert zum Teil vermummten Steinewerfer vor. Nach gut einer Stunde verschoss die Polizei auch Tränengas ...
Die Angreifer, darunter auch gut gekleidete Bürger und Kinder, stürzten mehrere Autos um und züdeten ein Fahrzeug an. Sie lösten Pflastersteine aus den Straßen, um die Polizei in immer neuen Wellen anzugreifen. Zudem demolierten sie Marktstände, zündeten sie an und nutzten Stangen als Knüppel ...
Diese Meldung der Presseagentur Reuters begegnet dem arglosen Zeitungsleser in verschiedenen Versionen, jeweils ein wenig verändert in der Tagespresse. Hauptkonfliktpunkt und Herd waren immer das Fest auf dem Mariannenplatz. Die bösen Randalierer, die Autonomen, die Krawalltouristen schlichen sich also hinterlistig auf ein friedliches Fest um dort ihr übles, sinnloses, asoziales Werk im erschlichenen Schutze einer friedlich und unbesonnen feiernden Menschenmenge zu tun. Solchem Aggressionspotential konnten die Staatsbüttel natürlich nur mit Schlagstöcken, Wasserwerfern und Tränengas antworten, denn es gilt ja die öffentliche Ordnung aufrecht zu erhalten...
Interessant wird es nur, wenn man die Ereignisse in ihrem Zusammenhang betrachtet. Denn es ist durchaus interessant was eine Polizeikette so plötzlich am südlichen Ende eines friedlichen Festes so tut. Und warum mehrere Hundertschaften und Wasserwerfer schon eine halbe Stunde bevor es auf dem Mariannenplatz zu riots kommen sollte, rundherum zusammengezogen und in Kampfbereitschaft versetzt werden, ca. 30 Polizisten um die selbe Zeit plötzlich eben jenes Chaotenoutfit anlegen und natuerlich auch die Bewaffnung nicht vergessen. Warum selbst sogenannte Bürger, die ganz und gar nicht zugereist, und auch gar nicht wie herkoemmliche Chaoten aussahen ebenfalls der Räumung des Mariannenplatzes widersetzten, die Polizei, die doch nur für Ruhe und Ordnung sorgen will beschimpft und bei dem Auftanken ihrer Wasserwerfer ebenso bespritzt haben ...
Kurz vor dem erstem Mai bestätigte das Bundesverfassungsgericht das Verbot der alljährlichen 18:00 Demonstration des linksradikalen Spektrums am 1.Mai. Das folgte der Argumentation der Polizei, dass wenn schon eine gewaltbereite Organisation wie die AAB (Antifaschistische Aktion Berlin), zu dieser Demonstration aufruft, können Ausschreitungen nicht auszuschließen sein. Dass die Menschen ihre eigene Meinung demonstrieren und nicht die des Veranstalters, das scheint dem Bundesverfassungsgericht unbegreiflich zu sein. Den Faschisten hingegen sind eventuelle Ausschreitungen nicht zur Last zu legen, die gehen ja dann von den Gegendemonstranten aus. Soweit die Argumentation des Bundesverfassungsgerichtes, und soviel zum staatlichen Engagement gegen Faschisten, diesen nämlich wurde ein Ausweichtermin und eine Route nach der anderen angeboten.
Der erste Mai sollte mundtot gemacht und den Faschisten überlassen werden, soviel zur Stimmung.
Die Faschisten marschierten morgens mit 700 Teilnehmern unter Polizeischutz in Hohenschönhausen, 300 Gegendemonstranten. Gegen 14Uhr ist die NPD-Kundgebung beendet und die Nazis ziehen unter Polizeischutz wieder ab. So um zehn fand der Sternmarsch der Gewerkschaften statt, und dauerte auch bis ca 13/14 Uhr. Derweil sammelten sich in Kreuzberg tausende auf der Oranienstr, dem Oranienplatz, dem Mariannenplatz, auf verschiedenen Strassenfesten, und dem Lausitzer Platz..
Die Stimmung war gut, man hatte sich eingefunden, sich nicht verbieten zu lassen, den ersten Mai zu feiern. Gegen 14 Uhr verließ eine BündnisDemo gegen das Verbot der 18:00Uhr Demo, füer Versammlungsfreiheit den Lausitzer Platz Richtung Wrangelstr. Es drängten sich ca 4000 Menschen in dieser Demo. Die Polizei ließ sich ihr Spalier nicht nehmen, aber das beste Bild waren sicher 40 Bullen die einen Puff abschirmen. Die Demo verlief friedlich und erreichte den Lausitzer Platz wieder gegen 16Uhr.
Währendessen knüppelten allerdings Zivilpolizisten in die orthodox-kommunistische Demonstration Ecke Bethaniendamm/Leuschnerdamm, und erhielten auch sogleich Verstärkung von ihren uniformierten Kollegen. Die Leute wurden Richtung Kottbusser Tor getrieben.
Die Lausitzer Platz- Demo löste sich auf, die Menschen strömen Richtung O-Platz, Mariannenplatz. Die unter anderem von den Grünen und der PDS angemeldete Kundgebung Gemeinsam gegen Rechts auf dem O-Platz war noch bis 17:00 Uhr genehmigt, und 18:00 war der Termin an dem die vom BundesVormundschaftsGericht verbotene Demo stattfinden sollte. Die Stimmung war trotz der hoher Polizeipräsenz noch locker und gelassen, es waren Tausende die sich auf den Straßenfesten vergnügten oder einfach nur da waren. Auf der O-Straße selbst waren fast keine Polizisten zu sehen.
16:17 Uhr wurden Polizisten beim Anlegen von Waffen und Zivilkleidung beobachtet.Gegen halb fünf setzten sich einige Leute auf die O-Straße, begannen eine Sitzblockade oder eine Straßenbesetzung wenn Mensch so will. Kurz darauf tauchte die Polizei auf und forderte, dass die Strasse geräumt wird, dem kam aber niemand nach. Nach der vierten ignorierten Aufforderung begann die Polizei mit Wegtragen und dann Wegschubsen, um kurz darauf Knüppel einzusetzten. Woraufhin die Menge mit Flaschen und Steinen antwortete, es gab erste Verhaftungen, Wasserwerfer fuhren mit Blaulicht in die O-str.
16:41 Uhr: es kam zur ersten kleineren Straßenschlacht in der Oranienstraße, 16:47 ist die Kreuzung Adalbert/Oranienstr. Geräumt. Statt tausender Demonstranten waren nur noch Blaulicht und Wasserwerfer zu sehen.Die Straßenschlacht wurde nach Norden auf den HeinrichPlatz abgedrängt, die Polizei kontrollierte O-Platz und O-Straße.
17:12 werden ca 20 Zivilpolizisten nördlich des Mariannenplatzes beim Anlegen ihrer Autonomen-Tracht, Schusswaffen und natürlich Panzerung und Tonfas beobachtet. Mehrere Hundertschaften wurden um den Mariannenplatz zusammengezogen, all dies schon seltsamer Weise eine Dreiviertelstunde vor dem ersten Angriff auf den Mariannenplatz, auf welchem zu dieser Zeit zwar schon die Genehmigung abgelaufen war - das Fest war von 12 bis 16 Uhr angemeldet - dort war allerdings eher gemütliches auf der Wiese Faulenzen und den Konzerten, welche auf zwei Bühnen über den Platz dröhnten, lauschen angesagt. Die Stimmung dort war im wahrsten Sinne des Wortes, wie selbst die bürgerliche Presse zu berichten weiß, äußerst friedlich.
Die auf den HeinrichPlatz Abgedrängten Straßenbesetzer wurden allerdings über Lautsprecher aufgefordert den HeinrichPlatz zu verlassen und zwar in Kleingruppen Richtung Mariannenplatz. Wer nicht ging, wurde geknüppelt oder gespritzt. Der Konflikt erreichte den Mariannenplatz um 18:05 Uhr, ohne Vorwarnung (bzw. die Veranstalter winkten mit einem ja ja oh danke für diese Miteilung ab) wurde die südliche Hälfte des Mariannenplatzesmit vorrückender Polizei und sie zurückhaltenden vermummten "Steinewerfern" konfrontiert. Die Nordhälfte war zusehr einem Konzert der fickenden Turnschuhe verfallen.
Um 18:11 stürmte die Polizei bereits mit einer Hunderschaft auf den Mariannenplatz, begleitet von einem seitlich des Mariannenplatzes fahrenden Wasserwerfers. Die gesamte südliche Hälfte flüchtete, junge Randalierer ebenso wie Standinhaber, Familien. Eine besondere Glanzleistung der Polizei auf ihrer Mission für Ruhe und Ordung in Kampf gegen asoziale, selbstbestimmte Elemente war sicherlich der sofortige Einsatz von Tränengas, und der Beschuss von der aufblasbaren Hüpfburg durch den Wasserwerfer. Denn dass auch Kinder auf einem Familienfest sind, das ist dem pflichtbewussten Küeppelbullen wahrscheinlich zu abwegig. Dass man zur Räumung auffordern könnte und dass das das Gesetz auch vorschreibt ist wohl auch egal.
Kurz darauf stürmte die Polizei auch den Nordteil.
Alles rannte in Panik auseinander und es waren längst nicht mehr nur noch die Straßenbestzer, die aufgebracht waren. Wer nicht rannte bekam den Knüppel oder den Tritt, ein Anwohner hatte das Pech zu glauben dass er das Recht hätte vor seiner Haustuer zu stehen, nur weil er dort auch zu hause ist.
Die Verhaftungen waren willkürlich und brutal. Nördlich des Mariannenplatzes fällt ein Fliehender mit dem Zaun, den er überkletterte. Das ist Grund genug für drei gut gerüstete Polizisten, ihn gleich am Boden wo er lag kameradschaftlich zu dritt zusammenzutreten und anschließend abzuführen.
Eine weitere Beeindruckende Leistung unserer Bürger in Uniform war auch die Reaktion auf ein versprengtes, total verstoertes ca 8 Jahre altes Kind welches gerade vom Mariannenplatz gefohen war und seine Eltern verloren hatte. Die Damen und Herren Beamten von der Absperrkette waren nicht zuständig, irgendetwas zu tun, emfahlen ihm bei ihnen zu bleiben, das sei das Sicherste, das Kind traute ihnen allerdings nicht mehr...
Ein Teil des von Mariannenplatzes floh nach Norden zur Köpenicker Straße, wo er sich einer von der Polizei "gesicherten" Brücke wiederfand. Um sich der Verfolgung zur Wehr zu setzten, begannen einige Menschen auf der Köpenickerstraße Barrikaden zu bauen.
19:06 Uhr: Die Polizei begann ihre Einsatzkräfte nördlich des Mariannenplatzes zu sammen und suchte der Situation mit Wasserwerfern Herr zu werden. Währenddessen erholte man sich auf dem Mariannenplatz langsam von dem ersten Schreck und stellte fest, dass die verbliebenen Polizisten viel zu weniger waren, als die auf dem Platz verbliebenen Ex-Festbesucher. Langsam füllte dieser sich wieder. br> Gegen 20:00 Uhr versuchte die Polizei erneut von Süden her den Mariannenplatz zu räumen, traf allerdings auf erbitterte Gegenwehr. Die Wasserwerfer manöverierten in die Muskauerstr, um den Mariannenolatz besser unter Beschuß nehmen zu können, da er ansonsten durch eine Baumreihe abgeschirmt ist. Auf dem Mariannenplatz befinden sich jetzt wieder etwa tausend Leute, wenn auch vermummte Jugendliche die Polizei mit Steinwuerfen in Schach halten, standen hinter ihnen wie eine Wand Menschen aller Schichten und jeden Alters. Die Polizei schoß ihren Wassertank leer ohne vorrücken zu können, eher wurden sie immer weiter zurückgedraengt, zogen sich schließlich in die in die Muskauerstr zurück, gefolgt vom Mob. Der sich allerdings dann wieder auf den Mariannenplatz zurückzog und die wieder vorrückende Polizei, SEK und Wasserwerfer, mit brennenden Barrikaden aufzuhalten suchte, wozu einige umgedrehte Autos herhalten mussten.
Die Schlacht zog sich lange hin, allerdings wurde derzeit, das gesamte Areal um den Mariannenplatz vonEinsatzkräften eingekreist und abgeriegelt. Dann stürmten die Bullen in zwei Hundertschaften von hinten, bzw. Norden auf den Mariannenplatz und jagten die Leute nach Süden. Wer Glück hatte, entkam in Richtung der angreifenden Bullen und konnte sie umlaufen. Der Rest wurde eingekesselt oder nach Süden zum Heinrichplatz gejagt, um dort allerdings in eine Straße geleitet zu werden in der ein Wasserwerfer genau das Gegenteil durchsetzte. Westlich, östlich, südlich und auf dem Mariannenplatze wurden Kessel gebildet.
20:54 die Suche nach "Straftätern": die wollte man ja nun ausfindig machen mit den ganzen Kesseln, das brachte mit sich, dass das Recht auf Pressefreiheit von den Gesetzeshütern nicht mehr respektiert wurde, Presseausweise wurden nicht anerkannt, Pressemenschen durchsucht oder sogar der Zutrit verweigert mit den Worten -Pressefreie Zone-.
Vielleicht meinte Herr Werthebach ja mit der offensiven Haltung, welche die Polizei dieses Jahr einnehmen werde, dass sie das Recht brechen muß auf der Suche nach Rechtsbrechern. Oder durch die Stiefeltritte?Weiterhin beschloß die Polizei gegen Abend, dass sie die Demo-Beobachter, vom Komitee für Grundrechte und Demokratie, nicht mehr respektiert. Am Görlitzer Bahnhof wurden willkürlich Passanten "aufgegriffen", in die Wanne gezogen, z.T verhört und ihre Personalien aufgenommen.
An der Ecke Wienerstr./Skalitzerstr. ist eine Gefangenensammelstelle der Polizei. Dort wurde gesehen, wie die Beamten einen gefangenen Punk zusammentreten und anschließend in eine Wanne verfrachteten.21:30 am Kottbusser Tor kommt es noch einmal zu Zusammenstößen, als die Polizei versucht den Kotti von der Nordseite zu nehmen, 21:45 wurde er geräumt die Leute Richtung Neukölln abgedrängt.
Später in der Nacht gab es noch Auschreiteungen entlang des Kottbusser Dammes Richtung Neukölln, und später wieder am Kotti - dann waren überwiegend verzweifelte und empörte Anwohner beteiligt. Hubschrauber suchten die Dächer ab, und die riots flammten noch bis tief in die Nacht immer wieder vereinzelt auf. Zivilpolizisten treten in größeren Gruppen auf, als wir ein Kamerateam ansprachen, sie sollten doch mal ein Auge auf die seltsam breitschultrigen Herren haben, lehnten diese ab, sie hätten sie letztes Jahr gefilmt und waren dafürzusammengeknüppelt worden, das lassen sie lieber.
That is what democracy looks like.
br> Berlin (Reuters) - ...in Berlin nutzten die Gewalttäter ein Volksfest im Stadtteil Kreuzberg als Ausgangspunkt für ihre Randale... Dutzende Personen wurden festgenommen. Zudem gab es zahlreiche Verletzte...
Ein weiterer Augenzeugenbericht, der als Kommentar gepostet wurde:
Durch Zufall habe ich die Eskalation der Lage mitbekommen. Sie entstand nicht an der Sraßenkreuzung wo Personen aufgefordert worden zum Marianenplatz zu gehen. Eine Straßenkreuzung weiter (auf der anderen Seite der Polizeiabsperung), warfen 2-3 Betrunkene ( für die der 1.Mai wahrscheinlich nicht der Tag ist ,an dem man und Frau gegen die Menschen- und Naturverachtenen Praktiken des Kapitalismus demonatrieren ,sie sahen aus wie Hooligans) Flaschen auf eine Wanne. Daraufhin pügelten Polizisten wahrlos auf Personen ein, die an dieser Kreuzung standen. Von dort aus trieben die Polizisten die Leute zum Marianenplatz, dabei kam es zu Steinwürfen, die eindeutig durch das agressive Verhalten der Polizei provoziert wurden.
Am Marianenplatz angekommen ging die Polizei wahrlos, mit Wasserwerfern und Schlagstock gegen Passanten vor. Die Bullen stürmten gewalttätig auf den Marianenplatz, daß dieses jeden der Anwesenden bis aufs Blut reitzte ist leicht nachvollziehbar und manch einer, denke ich, schmiß Steine der sonst keine geschmissen hätte. Der Hammer war noch, daß die Bullen den Marianenplatz schon " erobert" hatten, sich aber wieder so an die umliegenden Straßenkreuzungen zurückzogen, das es sich als eine Einladung für die erhitzten Gemüter darstellte, ihren Frust zu entladen. Für mich ist der Sachverhalt eindeutig, die Bullen die diese Einsätze leiten sind gut geschult, sie wissen warum und wann solche Situationen eskalieren, mit der gefahrenden Taktik hat man Ausschreitungen bewußt provoziert.
SchinderHannes
Weitere Augenzeugenberichte sind hier
Chronologie:Breaking News vom 1. Mai in Berlin gesammelt
02.05.2001 tagsüber
Wethebach sieht sich bestätigt, zukünftig will er mehr linke Demos verbieten. Die Polizeigewerkschaft will mehr Personal. Bis in den Morgen gab es immer wieder Zusammenstöße und Brände. In den Straßen liegen Negativ-Filme, die Polizisten aus Fotoapparaten gerissen haben um eigene Straftaten zu decken.
02.05.2001 02:21
Mehr als 600 Verhaftungen bis in die Nacht....ab 2.00 Uhr: Siegerparade der Polizei durch Kreuzberg.
02.05.2001 02:17
Nach Mitternacht verlagerten sich die letzten Auseinandersetzungen in Berlin zum Hermannplatz. Gegen 2.00 Uhr immer noch 100 Menschen am Mariannenplatz eingekesselt. Es ist kalt, die meisten frieren, keine/r wird gehen gelassen. Kreuzberg gleicht Heerlager
02.05.2001 00:08
Berlin: Weiterhin Kessel um Strassenzüge beim Mariannenplatz, mehrere hundertLeute am Kottbusser Tor, massive Polizeigewalt, bis jetzt insg. 200 Festnahmen;Autokontrollen. U-Bahn hält nicht am Kottb. Tor.
01.05.2001 22:07
Am Kottbuser Tor tauchen Hundestaffeln auf. Zivilpolizei zieht durch die Straßen undschlägt wahllos Leute zusammen.
01.05.2001 21:34
Görlitzer Bahnhof in der lezten Stunde: Polizei nimmt in einigen Abständen wahllosPassanten fest...immer je ein paar...500 Leute sammeln sich am Kotti....Viele Kesselin Kreuzberg, je mehrere Straßenblöcke gro. Die meisten Straen sind gekesselt.
01.05.2001 20:54
Riesen Kessel um das Areal Mariannenplatz. Polizei beginnt jetzt Helm-Nummernabzudecken.... Medienlügen heftig: Zu den Angriffen auf ein friedliches Straßenfest schreibt Reuters: Die Angreifer, darunter auch gut gekleidete Bürger undKinder, stürzten...
01.05.2001 20:26
Mariannenplatz: Nach Räumung füllt er sich wieder. 2 Kessel auf dem Platz. Mehrere1000 Menschen in der Umgebung. Noch keine Befreiungsaktionen. Polizei hat nichtgenügend Kräfte vor Ort und ruft Verstärkung.
01.05.2001 19:12
Auch in London nach Polizeiangriffen an mehreren Stellen Riots. Polizeikessel.Ausbruchsversuche bisher erfolglos. Außerdem: Australien, Polen (Warschau), Russland, Italien (Turin), Griechenland, Korea (Seoul), Neuseeland, NL (Amsterdam),mehrere Städte
01.05.2001 19:06
Marianenplatz geräumt. Barrikaden an der Köpenicker Straße. In der Naunystraßebrennt eine Barrikade.
01.05.2001 18:47
Sturm auf Straßenfest ohne Vorwarnung. Kinderhüpfburg von Wasserwerferangegriffen!!! Anwohner werden verhaftet. Die ersten Barrikaden werden errichtet.
01.05.2001 18:11
Polizei greift jetzt grundlos friedliches Straßnfest am Mariannenplatz an.Wasserwerfer, Knüpelorgien, Menschen rennen in Panik üerall hin.
01.05.2001 18:05
Massives Polizeiaufgebot bewegt sich bewaffnet Richtung friedliches Straßnfest amMariannenplatz.
01.05.2001 17:12
Zivilpolizei vermummt sich, legt Waffen an. Journalisten von ZDF und anderenMedien, die angesprochen werden weigern sich zu berichten, da sie wie es hiesseinen anderen Schwerpunkt häten.
01.05.2001 16:47
Kreuzung Adalbertstr./Oranienstr. wird geräumt, vierte Aufforderung.Schlagstockeinsatz erstmal vorbei, zwei DemonstrantInnen festgenommen
01.05.2001 16:41
Wasserwerfer und Räumpanzer fahren mit Blaulicht in die Oranienburger Strasse,dort bisher noch tausende DemonstrantInnen und kaum Polizei.
01.05.2001 16:17
Mehrere Tausend Leute gehen Richtung Oranienplatz. Zivilpolizei legt Waffen an undzieht bunte Kapuzenpullis über.
01.05.2001 16:10
Ecke Bethaniendamm/Leuschnerdamm, KommunistInnendemo: Zivilpolizistenbeginnen grundlos zu knüppeln, Leute werden Richtung Kottbusser Tor getrieben,Hundertschaften ziehen auf
01.05.2001 15:42
Demo wieder am Lausitzer Platz angekommen. Überall Polizei...
01.05.2001 15:22
Route der 13.00.Uhr Demo geändert jetzt über Schlesisches Tor, mittlerweile 6000!!!Leute und Polizei-Spallier. Im Moment biegt sie in die Eisenbahnstraße ab.
01.05.2001 14:50
Tausende in der Oranienstraße unterwegs - Chaos. 2000 auf dem Oranienplatz beiRIM-Demo. Mehrere 1000 bei den StraÃYenfesten. Erste gundlose ÃÜergriffe und willkürliche Verhaftungen. Mehrere Hundertschaften Prügelpolizei aus Magdeburgunterwegs.
01.05.2001 14:30
13.00.Uhr-Demo startet vom Lausitzer Platz Richtung WrangelstraÃYe. ca. 4000Menschen.
01.05.2001 13:52
Die NPD-Kundgebung ist beendet, Nazis gehen unter Polizeischutz RichtungS-Bahnhof Hohenschönhausen, ca 700 Gegendemonstranten vor Ort.
NPD-Demo in Hohenschönhausen:
Nazi-Route wurde geändert und verkürzt . Die Grevesmühlener Str. undVincent-van-Gogh-Str. wurden zuvor von Abschleppwagen von parkierendenAutos geräumt. Polizei schritt am Anfang der Demo gegen zweiAnti-Nazi-Transparente ein, es gab ein Gerangel. Bevor die Demo mit 700 Nazislosging, wurde eine Person festgenommen.
Die Gegendemonstrierenden wurden vom massiven Polizeiaufgebot von direkterKonfrontation mit den Nazis abgehalten und suchten sich Wege um dieHäuserblocks. Zum Teil wurde selbst das Halten von Transpis verboten. Fette Kettevon Polizei und Zivilbeamten riegelt die NPD-Demo ab, Nazis trugen aufgrund derAuflagen Fahnen aus Brandenburg, Sachsen-Anhalt und von Deutschland. 5 Nazishielten sich mit NPD-Fahne im Park auf (Falkenberger/ Ecke Pablo Picasso Str.) undwurden mit lauten Nazis Raus!-Rufen bedacht.
Infowar - Medien lügen für Werthebach
Bereits im Vorfeld wurde von Senat, Polizei und den bürgerlichen Medien eine Hetzkampagne gestartet, wie sie in Berlin noch nicht gesehen wurde. So wurden Ideen für zivilen Ungehorsam zum Anlaß genommen, Behauptungen aufzustellen, die "Chaoten" wollten ganz Berlin in Schutt und Asche legen, den Reichstag anzünden (braucht die Regierung einen einen Reichstagsbrand?), Notrufzentralen lahmzulegen, Häuser anzünden und so weiter. Zeitungen des Gruner und Jahr Verlages schrieben Sätze wie "Die Chaoten wollen Polizisten mit Kameras abschiessen" (Satz bitte zweimal lesen). Die Stimmung wurde so aufgeheizt, daß viele Normalbürger Verständnis aufbrachten, daß zwar Nazis marschieren dürften, aber Linke mit Versammlungsverbot belegt wurden. Die Linke und die Bevölkerung aus Kreuzberg kochte vor Wut.
Eine erste Entladung der angestauten Wut begann dann am Vorabend des 1.Mai. Nach mehrfachen Provokationen von BGS und Polizei am Boxhagener Platz startete eine mehrstündige Straßenschlacht, in deren Verlauf mehrere mitrandalierende Zivilpolizisten enttarnt wurden, die sich als Festbesucher getarnt hatten. Was neben den üblichen Auslassungen auf der einen Seite sowie den Übertreibungen und Erfindungen auf der anderen Seite auffiel, war die Bezeichnung der bunt gemsichten Festteilnehmer als "Demonstranten" oder "Linke Gruppen" in sämtlichen Nachrichtenagenturen. Auch hier ganz klar Stimmungsmachung. Während des Festes zogen viele Kameraleute und Fotografen über den Platz, wobei einige dazu übergingen, Feiernde zu beschimpfen.
Die Große Stunde der Medienmanipulatoren schlug dann am Abend des ersten Mai. Schon am Morgen wurden immer wieder Passanten im "Kiez" von Polizei provoziert. Es gab willkürliche Verhaftungen. Als die Polizei am frühen Abend den Heinrichplatz mit Gewalt räumen wollte, da ab 18.00 sämtliche Menschenansammlungen außerhalb der Straßenfeste verboten wurden, kam es zu ersten "Ausschreitungen". Die Polizei drängte die Leute auf den Mariannenplatz. Kurze Zeit später wurde das dortige Fest ohne Vorwarnung von Polizei angegriffen. Neben dem "schwarzen Block" und "Randale Kiddies" waren es auch normale Bürger, die sich gegen den Angriff wehrten. Die Nachrichtenagenturen, die wie immer Polizeimeldungen übernehmen (obwohl diese selbst Konfliktpartei ist) schrieben anfangs gewohnt einseitig: "Nach dem Ende der Kundgebung der PDS und der "Revolutionären 1.Mai Demonstration" hatten sich etwa 3000 Teilnehmer auf der Oranienburger Straße versammelt..."(kein Fehler von uns, dort steht wirklich Oranienburger statt Oranienstraße)"...Nach der Aufforderung der Polizei, den Ort zu räumen eskalierte die Situation. Während die Ordnungshüter versuchten, die Demonstranten fortzutragen, flogen Steine und Flaschen..." (dpa 17.50 Uhr)
Als sich einige Zeit später durch den Angriff auf den Mariannenplatz heftige Straßenschlachten entzünden, greift die Polizei mit Wasserwerfern und Tränengas das Fest und auch geziehlt eine Kinderhüpfeburg und Anwohner an. Die Polizisten werden mit Steinen beworfen, ein Auto wird umgeworfen. Zwei Stunden später brennen Autos. Die Nachrichtenagentur dpa schreibt plötzlich (wie die anderan Agenturen ab 20.00 Uhr) : "...Autos wurden in Brand gesetzt. Als Reaktion folgten Wasserwerfer und Tränengas..." Diese Lüge kann nicht mit Falschinformation seitens der Polizei entschuldigt werden - es waren zuviele Journalisten da, die den Verlauf der Auseinandersetzungen mitverfolgten. Mehrere Kamerateams von ZDF und anderen Medien weigerten, sich mögliche Agent Provokateurs der Polizei zu dokumentieren.
Was wie jedes Jahr ist: Die "Journalisten" schreiben Presserklärungen der Polizei ab, fügen noch einige typische Satzbausteine hinzu, "verdrängen" eigene Erlebnisse. Die Zeitungen wiederum schreiben Meldungen der Nachrichtenagenturen ab. Tagesspiegel von der Pro7-Agentur ddp, die Berlier Zeitung von dpa - schließlichwerden die Meldungen noch etwas "aufgepeppt" und auf Linie gebracht.
Werthebachs ,,Trick": Gibt es weiniger Randale als im Vorjahr, ist es der Beweis, daß das Abschaffen der Demonstrationsfreiheit der richtige Weg ist. Gibt es mehr Randale, heißt es jetzt muß es erst recht weg. Die GDP fordert bereits angesichts 160 (überwiegend leicht verletzter) Polizisten viel mehr Stellen.
Aus einer Reuters-Meldung: ,,...Berlins Regierender Bürgermeister Diepgen sagte dagegen, die linksautonomen Gewalttäter hättenunter Beweis gestellt, dass die von Werthebach verfolgte Linie der Demonstrationsverbote richtig sei.Sie werde gegenüber extremistischen Ausschreitungen linker und rechter Herkunft weiter verfolgtwerden.Werthebach kündigte an, die so genannte revolutionäre 1.-Mai- Demonstration auch im kommendenJahr wieder zu verbieten. Nach seiner Überzeugung werden die Ausschreitungen über die Jahreabnehmen."
George Orwell "1984": "Wir befanden uns noch nie im Krieg mit Eurasien..."
Für eigene weitergehende Recherchen: Paperball ist eine Zeitungssuchmaschine, hier können Meldungen verglichen werden. Außerdem empfiehlt es sich, verschiedene Meldungen der Nachrichtenagenturen von verschiedenen Uhrzeiten zu lesen. www.polizei.de wäre auch noch zu nennen.
Links zu mehrTexte zu den Naziaufmärschen:
Frankfurt/M.: NPD unter Polizeischutz
NPD-Demo in Essen beendet
Zusammenfassung Essen-Demo
Bilder Von der Antifa Demo in Essen
npd-demostration in dresden
Erlebnisbericht aus Frankfurt
NPD in Berlin-Hohenschönhausen
Nazi-Demo in Mannheim gestoppt!
Walpurgisnacht in Friedrichshain und 1.Mai in Kreuzberg:
Strassenschlacht in Berlin-Friedrichshain - Erlebnisbericht
1.Mai in Berlin aus sicht eines Berliners
1.Mai in Kreuzberg - Bericht
Breaking News vom 1.Mai in Berlin gesammelt
Situation heute 1.5.2001 in kreuzbergwo sind die autonomen Chaoten
Polizeitaktik fördert Krawalle
1.Mai Berlin 7 Stunden und x im PolizeikesselVideos von KanalB
Presserklärung der AG gegen Polizeigewalt/Grundrechtekomitee
1.Mai Kreuzberg: "schwere Einsatzpanne"
Wohl doch keine "Panne" beim Einsatz. Mit Video
Berichte von Augenzeugen am 1.Mai in Berlin
Die Inszenierung des revolutionären 1.Mai
Sonderseite des Stressfaktor
Viele Fotos
Noch mehr Fotos
Fotos von Leftwing
Bilder vom Umruch-Bildarchiv
Videos von KanalB
Weitere Städte in Deutschland:
30.04. Demo in Erfurt
NPD-Demo in Essen beendet
Mai Demo in Oldenburg
Global Action Day in Leipzig
Andere Länder:
Links zu den lokalen Indymedias in aller Welt befinden sich auf der Startseite....
Eine interessante Diskussion:Versuch einer Vision für die Zukunft (1. Mai)Eine detaillierte Zusammenfassung der Ereignisse (mit Multimedia, Grundsatzurteil und "was die Polizei dazu sagt")---wurde gelöscht vom Provider, neue Adresse: siehe Zusammenfassung oben...
Weitere Berichte aus aller Welt bei Indymedia.Schweiz
Feature im Vorfeld des Global Action Day: ist hier.
1.Mai - a GLOBAL day of action
Der erste Tag des Wonnemonats Mai - rund um die Erde versammeln sich unzählige von Menschen, um mit kreativen und kompromisslosen Aktionsformen gegen Ausbeutung und Unterdrückung, gegen Herrschaft und kapitalistische Verwertungslogik zu kämpfen. Sie kommen aus unterschiedlichen Zusammenhängen, wählen verschiedene Ausdrucksformen und haben doch eine gemeinsame Forderung nach einem freien, selbstbestimmten Leben.
Auch dieses Jahr war der 1. Mai wieder Internationaler Aktionstag - hier einige Berichte:
In London begann der MayDay bereits morgens um halb acht, als rund 1000 Critical Mass FahrradfahrerInnen die Innenstadt zeitweise in eine autofreie Zone verwandelten und dabei zum Teil grundlosen Polizeiuebergriffen ausgesetzt waren. Im Laufe des Tages veranstalteten Tausende von DemonstrantInnen dezentrale Aktionen zu verschiedenen Themen: TierrechtsaktivistInnen verteilten Gemüseburger vor McDonald's, anti-kapitalistische Sit-Ins fanden spontan in den städtischen Parks statt, ein News-Stand mit alternativer Medienberichterstattung wurde aufgestellt, vor den Weltbankgebäuden wurde für die Entschuldung der sogenannten Entwicklungslaender protestiert, Flüchtlingsorganisationen waren ebenso beteiligt wie Anti-Pelz-AktivistInnen, Gefängnissoliaktionen wie Beltane-Feiern konnten beobachtet werden.
In den britischen Medien wurde noch weitaus stäker als hier in Deutschland gegen die AktivistInnen gehetzt....Beispiel ist hier und bei telepolis.de.
Während des ganzen Tages bildete die Polizei immer wieder Kessel und wendete teilweise massive Gewalt an. 41 Leute wurden festgenommen.
Bei diesem MayDay tauchten diesmal die sog. Wombles auf - AktivistInnen, die von den Tute Bianches inspiriert sind. Im BBC-Fernsehen war eine interessante Szene zu sehen: Polizei will Demo stürmen. Die Leute stürmen jedoch ebenfalls auf die total perplexe Polizei zu.
Auch in London konnten Videoaufnahmen live im Netz bei Undercurrents betrachtet werden. Die Websites von unabhängigen MedienberichterstatterInnen Urban75 waren teilweise blockiert.
Größere Aktionen fanden auch in Bristol, Manchester, Leeds und Birmingham statt.
In Zürich gab es Straßenschlachten und mehrere hundert Verhaftungen.
Verschiedene Städte der USA beteiligten sich, unter ihnen Olympia mit einer Critical Mass Fahrradtour, San Francisco mit einer großen Reclaim The Streets Party, Chicago mit einer Demo in Solidarität mit den Gefangenen der Quebeccer FTAA Proteste (hier), Phoenix und Minneapolis unter anderem mit Auftritten der radical cheerleaders sowie Pittsburgh (Text bei Indymedia.org) mit einer RTS und einem Streik von WerftarbeiterInnen.
In Sydney blockierten rund 3000 Menschen bereits frühmorgens die Börse, auch in Melbourne kam es zu vielfältigen Aktionen, rund 9000 GewerkschaftlerInnen und andere marschierten durch die Innenstadt.
In Wellington, Neuseeland, versammelten sich Tausende von DemonstrantInnen, um Anti-Sweatshop-Aktionen durchzufuehren und, versorgt von Essen durch Food Not Bombs, den Carnival Against Capitalism zu zelebrieren.
In Vancouver waren ebenfalls mehrere tausend GewerkschaftlerInnen auf der Strasse , KommunistInnen und AnarchistInnen mischten sich darunter. Es kam zu Festnahmen sowie dem Einsatz von Tränengas.
In Athen nahmen Tausende an einer von der kommunistischen Partei organisierten Demonstration teil. In ganz Griechenland gab es Proteste gegen die Pläne der Regierung, das Sozialsystem zu verschlechtern. Es kam zum Generalstreik.
In Jonju, Südkorea bildeten mehrere hundert Menschen eine "Welle", um gegen Erdabtragungen und die Sprengung von Bergen zu protestieren.
In Seoul, Südkorea, forderten rund 20 000 Menschen den Rücktritt von Präsident Kim Dae-jung.
In Westbank protestierten palaestinensische GewerkschaftlerInnen gegen die israelische Besatzung und feierten zur Unterstuetzung der Intifada.
In Colombo, Sri Lanka fuehrten die radikalen MarxistInnen sowie GewerkschaftlerInnen einen Demonstrationszug an. Aus Angst vor moeglichen Rebellenangriffen riegelten bewaffnete Polizisten und Soldaten zahlreiche Strassen ab.
In Moskau marschierten zigtausend Menschen mit roten Fahnen durch die Stadt. Ebenso in anderen Städten des Landes.
Ein Generalstreik, ausgerufen von der Bolivian Central Union, wurde in Bolivien begonnen und soll für eine unbestimmte Zeit fortgesetzt werden, um die Regierung somit zur Anerkennung eines Forderungspapieres zu zwingen.
In Warschau gab es eine Maidemonstration, an der mehrere tausend AktivistInnen beteiligt waren. Einen Bericht dazu gibt es hier
Auch in Rawalpindi, Indien versammelten sich Hunderte von ArbeiterInnen um gegen das kapialistische System zu protestieren.
... selbstverständlich ist nach dem MayDay vor dem MayDay, und falls ein solcher denn wieder nötig sein sollte wird sich die weltweite Widerstandsbewegung auf das nächste Jahr vorbereiten - Let our resistance be as global as capital!
1.Mai: Die Lüge und der Knüppel...in Berlin nutzten die Gewalttäter ein Volksfest im Stadtteil Kreuzberg als Ausgangspunkt für ihre Randale ...
Berlin 1. Mai 2001
18Uhr Mariannenplatz
Meldung der Presseagentur Reuters:
Berlin (Reuters) - ... in Berlin nutzten die Gewalttäter ein Volksfest im Stadtteil Kreuzberg als Ausgangspunkt für ihre Randale ... Dutzende Personen wurden festgenommen. Zudem gab es zahlreiche Verletzte ...
Angesichts der Bestätigung des Verbots durch die Gerichte hatten die Autonomen ihre Anhänger dazu aufgerufen, andere Kundgebungen und Feste in Kreuzberg für ihre Aktionen zu nutzen. Darunter waren eine Demonstration, die weitgehend friedlich zu Ende ging, und auch das Fest auf dem Kreuzberger Mariannenplatz, aus dem heraus kurz vor 18.00 Uhr ein Steinhagel auf die mit einem Großaufgebot anwesende Polizei prasselte. Die Polizisten gingen mit Wasserwerfern und Schlagstöcken gegen die mehreren hundert zum Teil vermummten Steinewerfer vor. Nach gut einer Stunde verschoss die Polizei auch Tränengas ...
Die Angreifer, darunter auch gut gekleidete Bürger und Kinder, stürzten mehrere Autos um und züdeten ein Fahrzeug an. Sie lösten Pflastersteine aus den Straßen, um die Polizei in immer neuen Wellen anzugreifen. Zudem demolierten sie Marktstände, zündeten sie an und nutzten Stangen als Knüppel ...
Diese Meldung der Presseagentur Reuters begegnet dem arglosen Zeitungsleser in verschiedenen Versionen, jeweils ein wenig verändert in der Tagespresse. Hauptkonfliktpunkt und Herd waren immer das Fest auf dem Mariannenplatz. Die bösen Randalierer, die Autonomen, die Krawalltouristen schlichen sich also hinterlistig auf ein friedliches Fest um dort ihr übles, sinnloses, asoziales Werk im erschlichenen Schutze einer friedlich und unbesonnen feiernden Menschenmenge zu tun. Solchem Aggressionspotential konnten die Staatsbüttel natürlich nur mit Schlagstöcken, Wasserwerfern und Tränengas antworten, denn es gilt ja die öffentliche Ordnung aufrecht zu erhalten...
Interessant wird es nur, wenn man die Ereignisse in ihrem Zusammenhang betrachtet. Denn es ist durchaus interessant was eine Polizeikette so plötzlich am südlichen Ende eines friedlichen Festes so tut. Und warum mehrere Hundertschaften und Wasserwerfer schon eine halbe Stunde bevor es auf dem Mariannenplatz zu riots kommen sollte, rundherum zusammengezogen und in Kampfbereitschaft versetzt werden, ca. 30 Polizisten um die selbe Zeit plötzlich eben jenes Chaotenoutfit anlegen und natuerlich auch die Bewaffnung nicht vergessen. Warum selbst sogenannte Bürger, die ganz und gar nicht zugereist, und auch gar nicht wie herkoemmliche Chaoten aussahen ebenfalls der Räumung des Mariannenplatzes widersetzten, die Polizei, die doch nur für Ruhe und Ordnung sorgen will beschimpft und bei dem Auftanken ihrer Wasserwerfer ebenso bespritzt haben ...
Kurz vor dem erstem Mai bestätigte das Bundesverfassungsgericht das Verbot der alljährlichen 18:00 Demonstration des linksradikalen Spektrums am 1.Mai. Das folgte der Argumentation der Polizei, dass wenn schon eine gewaltbereite Organisation wie die AAB (Antifaschistische Aktion Berlin), zu dieser Demonstration aufruft, können Ausschreitungen nicht auszuschließen sein. Dass die Menschen ihre eigene Meinung demonstrieren und nicht die des Veranstalters, das scheint dem Bundesverfassungsgericht unbegreiflich zu sein. Den Faschisten hingegen sind eventuelle Ausschreitungen nicht zur Last zu legen, die gehen ja dann von den Gegendemonstranten aus. Soweit die Argumentation des Bundesverfassungsgerichtes, und soviel zum staatlichen Engagement gegen Faschisten, diesen nämlich wurde ein Ausweichtermin und eine Route nach der anderen angeboten.
Der erste Mai sollte mundtot gemacht und den Faschisten überlassen werden, soviel zur Stimmung.
Die Faschisten marschierten morgens mit 700 Teilnehmern unter Polizeischutz in Hohenschönhausen, 300 Gegendemonstranten. Gegen 14Uhr ist die NPD-Kundgebung beendet und die Nazis ziehen unter Polizeischutz wieder ab. So um zehn fand der Sternmarsch der Gewerkschaften statt, und dauerte auch bis ca 13/14 Uhr. Derweil sammelten sich in Kreuzberg tausende auf der Oranienstr, dem Oranienplatz, dem Mariannenplatz, auf verschiedenen Strassenfesten, und dem Lausitzer Platz..
Die Stimmung war gut, man hatte sich eingefunden, sich nicht verbieten zu lassen, den ersten Mai zu feiern. Gegen 14 Uhr verließ eine BündnisDemo gegen das Verbot der 18:00Uhr Demo, füer Versammlungsfreiheit den Lausitzer Platz Richtung Wrangelstr. Es drängten sich ca 4000 Menschen in dieser Demo. Die Polizei ließ sich ihr Spalier nicht nehmen, aber das beste Bild waren sicher 40 Bullen die einen Puff abschirmen. Die Demo verlief friedlich und erreichte den Lausitzer Platz wieder gegen 16Uhr.
Währendessen knüppelten allerdings Zivilpolizisten in die orthodox-kommunistische Demonstration Ecke Bethaniendamm/Leuschnerdamm, und erhielten auch sogleich Verstärkung von ihren uniformierten Kollegen. Die Leute wurden Richtung Kottbusser Tor getrieben.
Die Lausitzer Platz- Demo löste sich auf, die Menschen strömen Richtung O-Platz, Mariannenplatz. Die unter anderem von den Grünen und der PDS angemeldete Kundgebung Gemeinsam gegen Rechts auf dem O-Platz war noch bis 17:00 Uhr genehmigt, und 18:00 war der Termin an dem die vom BundesVormundschaftsGericht verbotene Demo stattfinden sollte. Die Stimmung war trotz der hoher Polizeipräsenz noch locker und gelassen, es waren Tausende die sich auf den Straßenfesten vergnügten oder einfach nur da waren. Auf der O-Straße selbst waren fast keine Polizisten zu sehen.
16:17 Uhr wurden Polizisten beim Anlegen von Waffen und Zivilkleidung beobachtet.Gegen halb fünf setzten sich einige Leute auf die O-Straße, begannen eine Sitzblockade oder eine Straßenbesetzung wenn Mensch so will. Kurz darauf tauchte die Polizei auf und forderte, dass die Strasse geräumt wird, dem kam aber niemand nach. Nach der vierten ignorierten Aufforderung begann die Polizei mit Wegtragen und dann Wegschubsen, um kurz darauf Knüppel einzusetzten. Woraufhin die Menge mit Flaschen und Steinen antwortete, es gab erste Verhaftungen, Wasserwerfer fuhren mit Blaulicht in die O-str.
16:41 Uhr: es kam zur ersten kleineren Straßenschlacht in der Oranienstraße, 16:47 ist die Kreuzung Adalbert/Oranienstr. Geräumt. Statt tausender Demonstranten waren nur noch Blaulicht und Wasserwerfer zu sehen.Die Straßenschlacht wurde nach Norden auf den HeinrichPlatz abgedrängt, die Polizei kontrollierte O-Platz und O-Straße.
17:12 werden ca 20 Zivilpolizisten nördlich des Mariannenplatzes beim Anlegen ihrer Autonomen-Tracht, Schusswaffen und natürlich Panzerung und Tonfas beobachtet. Mehrere Hundertschaften wurden um den Mariannenplatz zusammengezogen, all dies schon seltsamer Weise eine Dreiviertelstunde vor dem ersten Angriff auf den Mariannenplatz, auf welchem zu dieser Zeit zwar schon die Genehmigung abgelaufen war - das Fest war von 12 bis 16 Uhr angemeldet - dort war allerdings eher gemütliches auf der Wiese Faulenzen und den Konzerten, welche auf zwei Bühnen über den Platz dröhnten, lauschen angesagt. Die Stimmung dort war im wahrsten Sinne des Wortes, wie selbst die bürgerliche Presse zu berichten weiß, äußerst friedlich.
Die auf den HeinrichPlatz Abgedrängten Straßenbesetzer wurden allerdings über Lautsprecher aufgefordert den HeinrichPlatz zu verlassen und zwar in Kleingruppen Richtung Mariannenplatz. Wer nicht ging, wurde geknüppelt oder gespritzt. Der Konflikt erreichte den Mariannenplatz um 18:05 Uhr, ohne Vorwarnung (bzw. die Veranstalter winkten mit einem ja ja oh danke für diese Miteilung ab) wurde die südliche Hälfte des Mariannenplatzesmit vorrückender Polizei und sie zurückhaltenden vermummten "Steinewerfern" konfrontiert. Die Nordhälfte war zusehr einem Konzert der fickenden Turnschuhe verfallen.
Um 18:11 stürmte die Polizei bereits mit einer Hunderschaft auf den Mariannenplatz, begleitet von einem seitlich des Mariannenplatzes fahrenden Wasserwerfers. Die gesamte südliche Hälfte flüchtete, junge Randalierer ebenso wie Standinhaber, Familien. Eine besondere Glanzleistung der Polizei auf ihrer Mission für Ruhe und Ordung in Kampf gegen asoziale, selbstbestimmte Elemente war sicherlich der sofortige Einsatz von Tränengas, und der Beschuss von der aufblasbaren Hüpfburg durch den Wasserwerfer. Denn dass auch Kinder auf einem Familienfest sind, das ist dem pflichtbewussten Küeppelbullen wahrscheinlich zu abwegig. Dass man zur Räumung auffordern könnte und dass das das Gesetz auch vorschreibt ist wohl auch egal.
Kurz darauf stürmte die Polizei auch den Nordteil.
Alles rannte in Panik auseinander und es waren längst nicht mehr nur noch die Straßenbestzer, die aufgebracht waren. Wer nicht rannte bekam den Knüppel oder den Tritt, ein Anwohner hatte das Pech zu glauben dass er das Recht hätte vor seiner Haustuer zu stehen, nur weil er dort auch zu hause ist.
Die Verhaftungen waren willkürlich und brutal. Nördlich des Mariannenplatzes fällt ein Fliehender mit dem Zaun, den er überkletterte. Das ist Grund genug für drei gut gerüstete Polizisten, ihn gleich am Boden wo er lag kameradschaftlich zu dritt zusammenzutreten und anschließend abzuführen.
Eine weitere Beeindruckende Leistung unserer Bürger in Uniform war auch die Reaktion auf ein versprengtes, total verstoertes ca 8 Jahre altes Kind welches gerade vom Mariannenplatz gefohen war und seine Eltern verloren hatte. Die Damen und Herren Beamten von der Absperrkette waren nicht zuständig, irgendetwas zu tun, emfahlen ihm bei ihnen zu bleiben, das sei das Sicherste, das Kind traute ihnen allerdings nicht mehr...
Ein Teil des von Mariannenplatzes floh nach Norden zur Köpenicker Straße, wo er sich einer von der Polizei "gesicherten" Brücke wiederfand. Um sich der Verfolgung zur Wehr zu setzten, begannen einige Menschen auf der Köpenickerstraße Barrikaden zu bauen.
19:06 Uhr: Die Polizei begann ihre Einsatzkräfte nördlich des Mariannenplatzes zu sammen und suchte der Situation mit Wasserwerfern Herr zu werden. Währenddessen erholte man sich auf dem Mariannenplatz langsam von dem ersten Schreck und stellte fest, dass die verbliebenen Polizisten viel zu weniger waren, als die auf dem Platz verbliebenen Ex-Festbesucher. Langsam füllte dieser sich wieder. br> Gegen 20:00 Uhr versuchte die Polizei erneut von Süden her den Mariannenplatz zu räumen, traf allerdings auf erbitterte Gegenwehr. Die Wasserwerfer manöverierten in die Muskauerstr, um den Mariannenolatz besser unter Beschuß nehmen zu können, da er ansonsten durch eine Baumreihe abgeschirmt ist. Auf dem Mariannenplatz befinden sich jetzt wieder etwa tausend Leute, wenn auch vermummte Jugendliche die Polizei mit Steinwuerfen in Schach halten, standen hinter ihnen wie eine Wand Menschen aller Schichten und jeden Alters. Die Polizei schoß ihren Wassertank leer ohne vorrücken zu können, eher wurden sie immer weiter zurückgedraengt, zogen sich schließlich in die in die Muskauerstr zurück, gefolgt vom Mob. Der sich allerdings dann wieder auf den Mariannenplatz zurückzog und die wieder vorrückende Polizei, SEK und Wasserwerfer, mit brennenden Barrikaden aufzuhalten suchte, wozu einige umgedrehte Autos herhalten mussten.
Die Schlacht zog sich lange hin, allerdings wurde derzeit, das gesamte Areal um den Mariannenplatz vonEinsatzkräften eingekreist und abgeriegelt. Dann stürmten die Bullen in zwei Hundertschaften von hinten, bzw. Norden auf den Mariannenplatz und jagten die Leute nach Süden. Wer Glück hatte, entkam in Richtung der angreifenden Bullen und konnte sie umlaufen. Der Rest wurde eingekesselt oder nach Süden zum Heinrichplatz gejagt, um dort allerdings in eine Straße geleitet zu werden in der ein Wasserwerfer genau das Gegenteil durchsetzte. Westlich, östlich, südlich und auf dem Mariannenplatze wurden Kessel gebildet.
20:54 die Suche nach "Straftätern": die wollte man ja nun ausfindig machen mit den ganzen Kesseln, das brachte mit sich, dass das Recht auf Pressefreiheit von den Gesetzeshütern nicht mehr respektiert wurde, Presseausweise wurden nicht anerkannt, Pressemenschen durchsucht oder sogar der Zutrit verweigert mit den Worten -Pressefreie Zone-.
Vielleicht meinte Herr Werthebach ja mit der offensiven Haltung, welche die Polizei dieses Jahr einnehmen werde, dass sie das Recht brechen muß auf der Suche nach Rechtsbrechern. Oder durch die Stiefeltritte?Weiterhin beschloß die Polizei gegen Abend, dass sie die Demo-Beobachter, vom Komitee für Grundrechte und Demokratie, nicht mehr respektiert. Am Görlitzer Bahnhof wurden willkürlich Passanten "aufgegriffen", in die Wanne gezogen, z.T verhört und ihre Personalien aufgenommen.
An der Ecke Wienerstr./Skalitzerstr. ist eine Gefangenensammelstelle der Polizei. Dort wurde gesehen, wie die Beamten einen gefangenen Punk zusammentreten und anschließend in eine Wanne verfrachteten.21:30 am Kottbusser Tor kommt es noch einmal zu Zusammenstößen, als die Polizei versucht den Kotti von der Nordseite zu nehmen, 21:45 wurde er geräumt die Leute Richtung Neukölln abgedrängt.
Später in der Nacht gab es noch Auschreiteungen entlang des Kottbusser Dammes Richtung Neukölln, und später wieder am Kotti - dann waren überwiegend verzweifelte und empörte Anwohner beteiligt. Hubschrauber suchten die Dächer ab, und die riots flammten noch bis tief in die Nacht immer wieder vereinzelt auf. Zivilpolizisten treten in größeren Gruppen auf, als wir ein Kamerateam ansprachen, sie sollten doch mal ein Auge auf die seltsam breitschultrigen Herren haben, lehnten diese ab, sie hätten sie letztes Jahr gefilmt und waren dafürzusammengeknüppelt worden, das lassen sie lieber.
That is what democracy looks like.
br> Berlin (Reuters) - ...in Berlin nutzten die Gewalttäter ein Volksfest im Stadtteil Kreuzberg als Ausgangspunkt für ihre Randale... Dutzende Personen wurden festgenommen. Zudem gab es zahlreiche Verletzte...
Ein weiterer Augenzeugenbericht, der als Kommentar gepostet wurde:
Durch Zufall habe ich die Eskalation der Lage mitbekommen. Sie entstand nicht an der Sraßenkreuzung wo Personen aufgefordert worden zum Marianenplatz zu gehen. Eine Straßenkreuzung weiter (auf der anderen Seite der Polizeiabsperung), warfen 2-3 Betrunkene ( für die der 1.Mai wahrscheinlich nicht der Tag ist ,an dem man und Frau gegen die Menschen- und Naturverachtenen Praktiken des Kapitalismus demonatrieren ,sie sahen aus wie Hooligans) Flaschen auf eine Wanne. Daraufhin pügelten Polizisten wahrlos auf Personen ein, die an dieser Kreuzung standen. Von dort aus trieben die Polizisten die Leute zum Marianenplatz, dabei kam es zu Steinwürfen, die eindeutig durch das agressive Verhalten der Polizei provoziert wurden.
Am Marianenplatz angekommen ging die Polizei wahrlos, mit Wasserwerfern und Schlagstock gegen Passanten vor. Die Bullen stürmten gewalttätig auf den Marianenplatz, daß dieses jeden der Anwesenden bis aufs Blut reitzte ist leicht nachvollziehbar und manch einer, denke ich, schmiß Steine der sonst keine geschmissen hätte. Der Hammer war noch, daß die Bullen den Marianenplatz schon " erobert" hatten, sich aber wieder so an die umliegenden Straßenkreuzungen zurückzogen, das es sich als eine Einladung für die erhitzten Gemüter darstellte, ihren Frust zu entladen. Für mich ist der Sachverhalt eindeutig, die Bullen die diese Einsätze leiten sind gut geschult, sie wissen warum und wann solche Situationen eskalieren, mit der gefahrenden Taktik hat man Ausschreitungen bewußt provoziert.
SchinderHannes
Weitere Augenzeugenberichte sind hier
Chronologie:Breaking News vom 1. Mai in Berlin gesammelt
02.05.2001 tagsüber
Wethebach sieht sich bestätigt, zukünftig will er mehr linke Demos verbieten. Die Polizeigewerkschaft will mehr Personal. Bis in den Morgen gab es immer wieder Zusammenstöße und Brände. In den Straßen liegen Negativ-Filme, die Polizisten aus Fotoapparaten gerissen haben um eigene Straftaten zu decken.
02.05.2001 02:21
Mehr als 600 Verhaftungen bis in die Nacht....ab 2.00 Uhr: Siegerparade der Polizei durch Kreuzberg.
02.05.2001 02:17
Nach Mitternacht verlagerten sich die letzten Auseinandersetzungen in Berlin zum Hermannplatz. Gegen 2.00 Uhr immer noch 100 Menschen am Mariannenplatz eingekesselt. Es ist kalt, die meisten frieren, keine/r wird gehen gelassen. Kreuzberg gleicht Heerlager
02.05.2001 00:08
Berlin: Weiterhin Kessel um Strassenzüge beim Mariannenplatz, mehrere hundertLeute am Kottbusser Tor, massive Polizeigewalt, bis jetzt insg. 200 Festnahmen;Autokontrollen. U-Bahn hält nicht am Kottb. Tor.
01.05.2001 22:07
Am Kottbuser Tor tauchen Hundestaffeln auf. Zivilpolizei zieht durch die Straßen undschlägt wahllos Leute zusammen.
01.05.2001 21:34
Görlitzer Bahnhof in der lezten Stunde: Polizei nimmt in einigen Abständen wahllosPassanten fest...immer je ein paar...500 Leute sammeln sich am Kotti....Viele Kesselin Kreuzberg, je mehrere Straßenblöcke gro. Die meisten Straen sind gekesselt.
01.05.2001 20:54
Riesen Kessel um das Areal Mariannenplatz. Polizei beginnt jetzt Helm-Nummernabzudecken.... Medienlügen heftig: Zu den Angriffen auf ein friedliches Straßenfest schreibt Reuters: Die Angreifer, darunter auch gut gekleidete Bürger undKinder, stürzten...
01.05.2001 20:26
Mariannenplatz: Nach Räumung füllt er sich wieder. 2 Kessel auf dem Platz. Mehrere1000 Menschen in der Umgebung. Noch keine Befreiungsaktionen. Polizei hat nichtgenügend Kräfte vor Ort und ruft Verstärkung.
01.05.2001 19:12
Auch in London nach Polizeiangriffen an mehreren Stellen Riots. Polizeikessel.Ausbruchsversuche bisher erfolglos. Außerdem: Australien, Polen (Warschau), Russland, Italien (Turin), Griechenland, Korea (Seoul), Neuseeland, NL (Amsterdam),mehrere Städte
01.05.2001 19:06
Marianenplatz geräumt. Barrikaden an der Köpenicker Straße. In der Naunystraßebrennt eine Barrikade.
01.05.2001 18:47
Sturm auf Straßenfest ohne Vorwarnung. Kinderhüpfburg von Wasserwerferangegriffen!!! Anwohner werden verhaftet. Die ersten Barrikaden werden errichtet.
01.05.2001 18:11
Polizei greift jetzt grundlos friedliches Straßnfest am Mariannenplatz an.Wasserwerfer, Knüpelorgien, Menschen rennen in Panik üerall hin.
01.05.2001 18:05
Massives Polizeiaufgebot bewegt sich bewaffnet Richtung friedliches Straßnfest amMariannenplatz.
01.05.2001 17:12
Zivilpolizei vermummt sich, legt Waffen an. Journalisten von ZDF und anderenMedien, die angesprochen werden weigern sich zu berichten, da sie wie es hiesseinen anderen Schwerpunkt häten.
01.05.2001 16:47
Kreuzung Adalbertstr./Oranienstr. wird geräumt, vierte Aufforderung.Schlagstockeinsatz erstmal vorbei, zwei DemonstrantInnen festgenommen
01.05.2001 16:41
Wasserwerfer und Räumpanzer fahren mit Blaulicht in die Oranienburger Strasse,dort bisher noch tausende DemonstrantInnen und kaum Polizei.
01.05.2001 16:17
Mehrere Tausend Leute gehen Richtung Oranienplatz. Zivilpolizei legt Waffen an undzieht bunte Kapuzenpullis über.
01.05.2001 16:10
Ecke Bethaniendamm/Leuschnerdamm, KommunistInnendemo: Zivilpolizistenbeginnen grundlos zu knüppeln, Leute werden Richtung Kottbusser Tor getrieben,Hundertschaften ziehen auf
01.05.2001 15:42
Demo wieder am Lausitzer Platz angekommen. Überall Polizei...
01.05.2001 15:22
Route der 13.00.Uhr Demo geändert jetzt über Schlesisches Tor, mittlerweile 6000!!!Leute und Polizei-Spallier. Im Moment biegt sie in die Eisenbahnstraße ab.
01.05.2001 14:50
Tausende in der Oranienstraße unterwegs - Chaos. 2000 auf dem Oranienplatz beiRIM-Demo. Mehrere 1000 bei den StraÃYenfesten. Erste gundlose ÃÜergriffe und willkürliche Verhaftungen. Mehrere Hundertschaften Prügelpolizei aus Magdeburgunterwegs.
01.05.2001 14:30
13.00.Uhr-Demo startet vom Lausitzer Platz Richtung WrangelstraÃYe. ca. 4000Menschen.
01.05.2001 13:52
Die NPD-Kundgebung ist beendet, Nazis gehen unter Polizeischutz RichtungS-Bahnhof Hohenschönhausen, ca 700 Gegendemonstranten vor Ort.
NPD-Demo in Hohenschönhausen:
Nazi-Route wurde geändert und verkürzt . Die Grevesmühlener Str. undVincent-van-Gogh-Str. wurden zuvor von Abschleppwagen von parkierendenAutos geräumt. Polizei schritt am Anfang der Demo gegen zweiAnti-Nazi-Transparente ein, es gab ein Gerangel. Bevor die Demo mit 700 Nazislosging, wurde eine Person festgenommen.
Die Gegendemonstrierenden wurden vom massiven Polizeiaufgebot von direkterKonfrontation mit den Nazis abgehalten und suchten sich Wege um dieHäuserblocks. Zum Teil wurde selbst das Halten von Transpis verboten. Fette Kettevon Polizei und Zivilbeamten riegelt die NPD-Demo ab, Nazis trugen aufgrund derAuflagen Fahnen aus Brandenburg, Sachsen-Anhalt und von Deutschland. 5 Nazishielten sich mit NPD-Fahne im Park auf (Falkenberger/ Ecke Pablo Picasso Str.) undwurden mit lauten Nazis Raus!-Rufen bedacht.
Infowar - Medien lügen für Werthebach
Bereits im Vorfeld wurde von Senat, Polizei und den bürgerlichen Medien eine Hetzkampagne gestartet, wie sie in Berlin noch nicht gesehen wurde. So wurden Ideen für zivilen Ungehorsam zum Anlaß genommen, Behauptungen aufzustellen, die "Chaoten" wollten ganz Berlin in Schutt und Asche legen, den Reichstag anzünden (braucht die Regierung einen einen Reichstagsbrand?), Notrufzentralen lahmzulegen, Häuser anzünden und so weiter. Zeitungen des Gruner und Jahr Verlages schrieben Sätze wie "Die Chaoten wollen Polizisten mit Kameras abschiessen" (Satz bitte zweimal lesen). Die Stimmung wurde so aufgeheizt, daß viele Normalbürger Verständnis aufbrachten, daß zwar Nazis marschieren dürften, aber Linke mit Versammlungsverbot belegt wurden. Die Linke und die Bevölkerung aus Kreuzberg kochte vor Wut.
Eine erste Entladung der angestauten Wut begann dann am Vorabend des 1.Mai. Nach mehrfachen Provokationen von BGS und Polizei am Boxhagener Platz startete eine mehrstündige Straßenschlacht, in deren Verlauf mehrere mitrandalierende Zivilpolizisten enttarnt wurden, die sich als Festbesucher getarnt hatten. Was neben den üblichen Auslassungen auf der einen Seite sowie den Übertreibungen und Erfindungen auf der anderen Seite auffiel, war die Bezeichnung der bunt gemsichten Festteilnehmer als "Demonstranten" oder "Linke Gruppen" in sämtlichen Nachrichtenagenturen. Auch hier ganz klar Stimmungsmachung. Während des Festes zogen viele Kameraleute und Fotografen über den Platz, wobei einige dazu übergingen, Feiernde zu beschimpfen.
Die Große Stunde der Medienmanipulatoren schlug dann am Abend des ersten Mai. Schon am Morgen wurden immer wieder Passanten im "Kiez" von Polizei provoziert. Es gab willkürliche Verhaftungen. Als die Polizei am frühen Abend den Heinrichplatz mit Gewalt räumen wollte, da ab 18.00 sämtliche Menschenansammlungen außerhalb der Straßenfeste verboten wurden, kam es zu ersten "Ausschreitungen". Die Polizei drängte die Leute auf den Mariannenplatz. Kurze Zeit später wurde das dortige Fest ohne Vorwarnung von Polizei angegriffen. Neben dem "schwarzen Block" und "Randale Kiddies" waren es auch normale Bürger, die sich gegen den Angriff wehrten. Die Nachrichtenagenturen, die wie immer Polizeimeldungen übernehmen (obwohl diese selbst Konfliktpartei ist) schrieben anfangs gewohnt einseitig: "Nach dem Ende der Kundgebung der PDS und der "Revolutionären 1.Mai Demonstration" hatten sich etwa 3000 Teilnehmer auf der Oranienburger Straße versammelt..."(kein Fehler von uns, dort steht wirklich Oranienburger statt Oranienstraße)"...Nach der Aufforderung der Polizei, den Ort zu räumen eskalierte die Situation. Während die Ordnungshüter versuchten, die Demonstranten fortzutragen, flogen Steine und Flaschen..." (dpa 17.50 Uhr)
Als sich einige Zeit später durch den Angriff auf den Mariannenplatz heftige Straßenschlachten entzünden, greift die Polizei mit Wasserwerfern und Tränengas das Fest und auch geziehlt eine Kinderhüpfeburg und Anwohner an. Die Polizisten werden mit Steinen beworfen, ein Auto wird umgeworfen. Zwei Stunden später brennen Autos. Die Nachrichtenagentur dpa schreibt plötzlich (wie die anderan Agenturen ab 20.00 Uhr) : "...Autos wurden in Brand gesetzt. Als Reaktion folgten Wasserwerfer und Tränengas..." Diese Lüge kann nicht mit Falschinformation seitens der Polizei entschuldigt werden - es waren zuviele Journalisten da, die den Verlauf der Auseinandersetzungen mitverfolgten. Mehrere Kamerateams von ZDF und anderen Medien weigerten, sich mögliche Agent Provokateurs der Polizei zu dokumentieren.
Was wie jedes Jahr ist: Die "Journalisten" schreiben Presserklärungen der Polizei ab, fügen noch einige typische Satzbausteine hinzu, "verdrängen" eigene Erlebnisse. Die Zeitungen wiederum schreiben Meldungen der Nachrichtenagenturen ab. Tagesspiegel von der Pro7-Agentur ddp, die Berlier Zeitung von dpa - schließlichwerden die Meldungen noch etwas "aufgepeppt" und auf Linie gebracht.
Werthebachs ,,Trick": Gibt es weiniger Randale als im Vorjahr, ist es der Beweis, daß das Abschaffen der Demonstrationsfreiheit der richtige Weg ist. Gibt es mehr Randale, heißt es jetzt muß es erst recht weg. Die GDP fordert bereits angesichts 160 (überwiegend leicht verletzter) Polizisten viel mehr Stellen.
Aus einer Reuters-Meldung: ,,...Berlins Regierender Bürgermeister Diepgen sagte dagegen, die linksautonomen Gewalttäter hättenunter Beweis gestellt, dass die von Werthebach verfolgte Linie der Demonstrationsverbote richtig sei.Sie werde gegenüber extremistischen Ausschreitungen linker und rechter Herkunft weiter verfolgtwerden.Werthebach kündigte an, die so genannte revolutionäre 1.-Mai- Demonstration auch im kommendenJahr wieder zu verbieten. Nach seiner Überzeugung werden die Ausschreitungen über die Jahreabnehmen."
George Orwell "1984": "Wir befanden uns noch nie im Krieg mit Eurasien..."
Für eigene weitergehende Recherchen: Paperball ist eine Zeitungssuchmaschine, hier können Meldungen verglichen werden. Außerdem empfiehlt es sich, verschiedene Meldungen der Nachrichtenagenturen von verschiedenen Uhrzeiten zu lesen. www.polizei.de wäre auch noch zu nennen.
Links zu mehrTexte zu den Naziaufmärschen:
Frankfurt/M.: NPD unter Polizeischutz
NPD-Demo in Essen beendet
Zusammenfassung Essen-Demo
Bilder Von der Antifa Demo in Essen
npd-demostration in dresden
Erlebnisbericht aus Frankfurt
NPD in Berlin-Hohenschönhausen
Nazi-Demo in Mannheim gestoppt!
Walpurgisnacht in Friedrichshain und 1.Mai in Kreuzberg:
Strassenschlacht in Berlin-Friedrichshain - Erlebnisbericht
1.Mai in Berlin aus sicht eines Berliners
1.Mai in Kreuzberg - Bericht
Breaking News vom 1.Mai in Berlin gesammelt
Situation heute 1.5.2001 in kreuzbergwo sind die autonomen Chaoten
Polizeitaktik fördert Krawalle
1.Mai Berlin 7 Stunden und x im PolizeikesselVideos von KanalB
Presserklärung der AG gegen Polizeigewalt/Grundrechtekomitee
1.Mai Kreuzberg: "schwere Einsatzpanne"
Wohl doch keine "Panne" beim Einsatz. Mit Video
Berichte von Augenzeugen am 1.Mai in Berlin
Die Inszenierung des revolutionären 1.Mai
Sonderseite des Stressfaktor
Viele Fotos
Noch mehr Fotos
Fotos von Leftwing
Bilder vom Umruch-Bildarchiv
Videos von KanalB
Weitere Städte in Deutschland:
30.04. Demo in Erfurt
NPD-Demo in Essen beendet
Mai Demo in Oldenburg
Global Action Day in Leipzig
Andere Länder:
Links zu den lokalen Indymedias in aller Welt befinden sich auf der Startseite....
Eine interessante Diskussion:Versuch einer Vision für die Zukunft (1. Mai)Eine detaillierte Zusammenfassung der Ereignisse (mit Multimedia, Grundsatzurteil und "was die Polizei dazu sagt")---wurde gelöscht vom Provider, neue Adresse: siehe Zusammenfassung oben...
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Ergänzungen
Demo Bericht
Verschärfung des Demo-Rechts abwehren
1. Mai - Krawalle : Statt Änderung des Versammlungsgesetzes unabhängige Aufklärung der Ereignisse und Konsequenzen für die Verantwortlichen
Zum Verlauf der 1. Mai Aktionen in Berlin und zu den Forderungen nach Verschärfung des Versammlungsrechts erklärt Hans-Christian Ströbele, MdB :
Der Versuch des Berliner Innensenators, mit den Ereignissen am 1. Mai in Berlin die von ihm seit langem betriebene Verschärfung des Versammlungsrechts zu begründen, ist gescheitert. Seine Demoverbotspolitik hat nicht zur Vermeidung von gewalttätigen Auseinandersetzungen beigetragen. Ganz im Gegenteil. Das Verbot der Demonstration in Kreuzberg und das unverantwortliche Gerede des Innensenators im vorhinein haben die Stimmung angeheizt. Keine einzige Ausschreitung der letzten Nachte wäre mit einem geänderten Versammlungsrecht verhindert worden. Eine Änderung des Versammlungsgesetzes kommt nicht in Betracht. Gesetzesänderungen sind kein geeignetes Mittel um die gescheiterte Politik des CDU-Innensenators zu ersetzen, die er zum Schaden der Bevölkerung und einzelner Polizisten ohne Rücksicht auf Verluste durchgezogen hat.
Der Beginn Polizeieinsatz auf dem Festgelände des Mariannenplatzes war grob rechtswidrig, unsinnig und gemeingefährlich. Ich fordere eine unabhängige Untersuchung der Ereignisse von gestern Abend auf dem Mariannenplatz in Berlin-Kreuzberg, die zu den gewalttätigen Auseinandersetzungen geführt haben. Die Verantwortlichen müssen zur Rechenschaft gezogen werden.
Die Krawall-mäßige Gleichsetzung von Grünen mit "terroristischem Pöbel" durch Herrn Landowsky entlarvt sich von allein und fällt auf ihren Urheber zurück.
Ich selbst war von ca. 16.00 Uhr bis 19.00 auf dem Maifest auf dem Mariannenplatz an-wesend. Ich habe mich vor dem Stand von Bündnis 90/Die Grünen zusammen mit anderen Abgeordneten und Funktionsträgern der Partei aufgehalten. Das Fest war genehmigt und nach Auskunft der Veranstalter gab es eine Zusage der Polizeiführung, auf gar keinen Fall den Festplatz zu stürmen. Bis 18.00 Uhr verlief das Fest völlig ruhig und friedlich. Mehrere tausend Männer Frauen und Kinder lagerten in der Maisonne auf dem Rasen und aßen und tranken vor den Verkaufsständen, unterhielten sich und hörten Musik. Vom Festgelände aus gab es vor 18.00 Uhr keine Würfe auf Polizisten und Polizeiautos.
Ohne jede Vorankündigung liefen kurz nach 18.00 Gruppen von 20 bis 30 Polizisten in Kampfanzügen mit runtergeklapptem Visier und Schlaggeräten aus südlicher Richtung zwischen den Verkaufständen auf den Festplatz und überrumpelten die dort feiernden Menschen. Der Polizeieinsatz schien völlig ziellos. Die Polizeibeamten rannten über den Platz, rempelten Personen an und schlugen vereinzelt auf Rumstehende. Die Menschen gerieten in Panik und rannten durcheinander. Eltern liefen mit ihren Kindern Richtung Kirche, um sie in Sicherheit zu bringen. Die Polizisten verschwanden zwischen Verkaufständen und kamen nach wenigen Minuten zurück, um erneut über den Platz zu laufen. Einzelne Polizisten schienen völlig orientierungslos und verwirrt. In meiner unmittelbaren Nähe sah ich einen vermummten Polizisten, der gegen Rumstehende lief und plötzlich wild um sich trat und schlug. Ich habe keinen einzigen Festnahmeversuch gesehen.
Einzelne Personen begannen nach den Polizisten zu werfen, was sie in der Hand hatten : Becher, aber auch Flaschen und andere Gegenstände. Die Polizisten zogen sich an den Parkausgang vor der Muskauer Straße zurück. Inzwischen hatten Jugendliche Steine auf den Wegen ausgegraben und warfen damit nach den vorgefahrenen Polizeifahrzeugen und nach Polizisten. Als die Steinwürfe immer massiver wurden, zog sich die Polizei zurück, um dann verstärkt und mit Wasserwerfern zurückzukommen.
Vor dem Auftauchen der Gruppen von Polizeibeamten hatte es keinerlei Warnung, Aufforderung oder Hinweise an die Festbesucher oder die Menschen an den Ständen gegeben. Auch dies belegt die auf Eskalation angelegte Einsatztaktik der Polizei und bedarf nachdrücklicher Aufklärung.
Politiker
wenn werthebach so weiter macht...
Werthebach
First May - never die(s)!
Solln nur kommen!!!
Stroebele - Beitrag
- Abgeordnetenmandat unter Verweis auf Polizeieinsatz und manipulierte öffentliche Meinung niederlegen - wäre ne angemessene Reaktion - wird er nicht machen, oder wäre er sonst in der beschriebenen Situation (vergl. Beitrag und Stroebele-Kommentar) vom Mariannenplatz abgehauen ??!!!!!!
1mai ? das geht ja nie vorbei ... ;-)
anstatt uns so auf den 1.mai zu fixieren,
sollten wir es lieber schaffen auch zu anderen
demos so eine menge leude zusammenzukriegen !
denn würden wir beispielsweise bei der sylvesterdemo
mit 10000 leuden demonstrieren würden, könnten sich die bullen ihre spiele dort nichtmer erlauben !
nochbesser wäre allerdings spontaner zu sein so wie
am 30.4.00 in hamburg ...
ZEIGT DEM STAAT DAS IHR IHN NICHT LIEBT !! (/-)
Kommentar zu Max