Zusammenfassung Essen-Demo

Bjö(A)n 01.05.2001 19:44 Themen: Antifa
Tja, leider wurde es wieder mal nicht geschafft, den Aufmarsch zu verhindern (ist ja auch irgendwie schwierig, wenn der Aufmarsch erst 20 Minuten vor Beginn genehmigt wird, und niemand weiß, wo er denn jetzt stattfindet), passiert ist aber doch einiges.
Die 'Autonome' Demo startete vom Frohnhauser Platz wenige Minuten nach der DGB-Demo, wobei beide Demos die gleiche Route nehmen sollten.
Zunächst sah es sehr mickrig aus, aber zeitweise beteiligten sich doch mehr als 500 Personen an der Demo. Eigentlich war zwar geplant mit der DGB-Demo zusammen zu laufen, das wurde aber aus unbekannten Gründen doch nicht gemacht.
Es ging von Frohnhausen in Richtung Innenstadt, da die Nazis sich ursprünglich am Saalbau treffen wollten.
Schon nach wenigen Minuten gab es den ersten Versuch die ursprüngliche Route zu verlassen, aber die Cops haben sofort gezeigt, daß mit ihnen heute nicht gut Kirschen essen war, und knüppelten sofort los.
Nachdem sich die Demo einige Meter zurückzog, um zurück auf die Route zu kommen beruhigte sich die Situation wieder.
Etwas weiter (ca. 2 km) sollte die Demo einen Umweg machen, der natürlich vermeiden werden wollte. Also wurde die doch etwas überrascht wirkende Bullenkette von einer kleinen, entschlossenen Gruppe überrannt. Leider wurden einige Personen festgehalten, aber durch die Aufregung konnte der Rest der Demo eben auf der anderen Seite der breiten Straße an den in diesem Moment doch überfordert wirkenden PolizistInnen vorbei. Die ursprünglich festgehaltenen DemonstrantInnen wurden auch nicht weiter behelligt.
Trotzdem bleibt festzuhalten, daß die Bullen sich auch in dieser Situation nicht mit dem Knüppel zurückhielten.
Weitere ca. 2 km später, am Bismarckplatz, geriet die Situation doch etwas außer Kontrolle, da die Bullen das Weitergehen Richtung Hauptbahnhof unterbinden wollten.
Es entstand eine Rangelei, bei der die Knüppel der PolizistInnen wiederum sehr locker saßen. (Kleine weiterführende Erklärung: Der Kessel wurde genau auf einem Grünstreifen am Bismarckplatz durchgesetzt, wo die DemonstrantInnen aufgrund des Buschwerks nicht schnell genug weglaufen konnten. Viele fielen hin und wurden von den übermotivierten PolizistInnen getreten und geschlagen.) Eine Person wurde mit einer Platzwunde ins Krankenhaus gebracht.
Dann war erstmal Warten angesagt. Während des Kessels ging die Info 'rum, daß die Nazi-Demo erlaubt wurde, und daß sich die Faschos genau in der Gegend sammeln, aus der wir losgelaufen waren.
Den PolizistInnen schien das zu reichen, also lösten sie ganz generös den Kessel ohne Personalienfeststellung auf, und leiteten die Demo zum Abschlusskundgebungsplatz der DGB.
Von dort lösten sich dann nochmal größere Gruppen, und es wurde versucht wieder nach Essen West zu kommen.
Leider lief das alles sehr zäh, so daß die wenigen Möglichkeiten, die sich boten in die Nähe der Nazis zu kommen leider nicht genutzt werden konnten.
Auch in dieser Situation zeigten sich die Bullen nicht sonderlich an der Gesundheit der DemonstrantInnen interessiert. Eine Gruppe lief eine Straße entlang und versperrte einer Wanne den Weg, was der Fahrer zum Anlaß nahm doch einfach mal einem der Demonstranten von hinten in die Beine zu fahren. Es ist ihm zum Glück nichts Ernstes passiert, aber hier wird wieder die 'Deeskalationstaktik' der Polizei deutlich.
Nachdem die Demo sich auf eine etwas größere Straße begab, raste die gleiche Wanne rücksichtslos durch eine ca. 3 Meter große Lücke in den Reihen der DemonstrantInnen, was glücklicherweise zu keinen weiteren Verletzungen führte.
Danach gab es noch ein stundenlanges, wildes Durcheinanderlaufen, was am Bahnhof Essen West sein vorläufiges Ende fand. Gerüchteweise sollten die Nazis nämlich von diesem Bahnhof abfahren. Die anwesenden Polizisten waren wieder einmal überrascht, aber nach wenigen Minuten war klar, daß sie wohl umdisponiert hatten, weil sie sich wieder zurückzogen.
Einige Zeit später wurde diese Vermutung bestätigt, als bekanntgegeben wurde, daß die Nazis zum Bahnhof Essen Steele-Ost gebracht wurden.
Einige liefen auch einfach durch Essen West, wobei es zu kleineren Rangeleien kam, jedoch nicht zu ernsten Auseinandersetzungen.
Am Essener Hauptbahnhof gab es dann wohl nochmal Streß mit 5 Gelsenkirchener Nazis, die Gerüchten zufolge einiges abgekriegt haben (Zunächst Schläge und Tritte, später, als sie schon von den Bullen geschützt wurden wohl auch noch Bierdosen).
Diese Situation nahmen die Bullen anschließend zum Anlaß den Bahnhof freizumachen, wobei eine Person wegen 'Widerstands' festgenommen wurde.
Kurz danach verließ ich auch schon den Ort des Geschehens, um mit meiner Gruppe gesund nach Hause zu kommen..., falls noch was passiert ist, einfach einen Kommentar anfügen oder einen eigenen Artikel schreiben ;-)!
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Ergänzungen

Noch was...!

Bjö(A)n 01.05.2001 - 20:24
Wärend der 'Umstellung' am Bismarckplatz wurde in der Nähe ein Auto von 4 offensichtlichen Faschos komplett entglast und ein wenig verbeult...!

Reformisten

01.05.2001 - 20:30
Kleine Ergänzung: Als am Bismarckplatz gekesselt wurde, informierten Leute die vorbeiziehende DGB-Demo über den Kessel. Jusos, Falken, Grüne, PDS und das restliche reformistische Gesindel, waren absolut desinteressiert. Einzig einige Leute von der DKP kamen mit zum Bismarckplatz. Auch nach der DGB-Abschlußkundgebung am Kennedyplatz sah sich niemand der "anständigen Gutmenschen" genötigt, mit Richtung Faschos zu gehen. Der "Aufstand der Anständigen" fand stattdessen an den Würstchenbuden statt.

Wieviele Faschos waren denn da?

Helge 01.05.2001 - 20:34
wäre nett das zu erfahren. =)

Aus dem Inner Circle...

01.05.2001 - 20:38
Einigen Grüppchen ist es gelungen, hinter die Absperrungen einzusickern. Zu sehen gab es dort einen ziemlichen jämmerlichen "Aufmarsch" von ganzen 120 Nazis. Diese mußten sich bisweilen mit Eiern bekleckern lassen und sich ´"Nazis Raus"-Rufe anhören. Als Oberfascho Busse in einer Rede absonderte, dass "wenn Deutschland erst einmal judenfrei ist, wir kein Auschwitz mehr brauchen", wurde er von den Bullen kurzfristig zur Personalienfeststellung abgeführt. Nachdem die Nazis einmal unter massivem Bullenschutz um den menschenleeren Block laufen durften, wurden sie in Bussen der Essener Verkehrsbetriebe zum Bahnhof verfrachtet. Die Bullen gaben zu diesem Zeitpunkt an den Absperrungen die Falschinformation aus, die Nazis seien schon in kleinen Gruppen auf dem Heimweg.

Autonomer Mutle 01.05.2001 - 21:34
So an die 150 - 200... Habe ich zumindest so gehört...

Genenmigung

E T 01.05.2001 - 21:34
Die sponsoren die Braunen doch mit Allen Mitteln, ne Demo die zwanzig Minuten vorher genehmigt wird, wer soll denn das glauben?

120 handgezählt

01.05.2001 - 22:15
Tut zwar nix Entscheidendes zur Sache, aber dennoch: Es waren genau 122. Selber zählen ist halt besser als dpa...

an E T

Bjö(A)n 01.05.2001 - 22:23
schwer zu glauben, aber doch wahr...!
hier nochmal die bestätigung:

 http://de.indymedia.org/2001/05/1788.html

Kommentar zu Bjö(A)n

E T 01.05.2001 - 23:07
Das war Anders gemeint, wer soll denn das glauben, das die Braunen gestiefelt und gespornt da stehen, und bis zum Letzen Moment hoffen das ihre Demo genehmigt wird, ich halte das für Ablenkungs Manöver.

kleine ergänzung bzg. bullengewalt

h 02.05.2001 - 00:43
auf dem weg zum bhf essen west, wurde unsere gruppe von ca. 20 leuten von völlig wildgewordenen bgs´lern mit kötern angegriffen. einige konnten entwischen, andere wurden festgehalten, kurz nachher im chaos aber wieder laufen gelassen. die bekloppte begründung war, dass die leute aufn gleisen gewesen sein sollten, allerdings kam die gruppe aus der entgegengesetzten richtung, also totaler schwachsinn!

Festnahmen???

Bloodfist(ausser Bild) 02.05.2001 - 02:01
Weiss jemand etwas über die Zahl der Festnahmen, die es am heutigen Tage gab? Ich hab davon nur sehr wenig mitbekommen und hatte eher den Eindruck, das die Polizei wenig interesse hatte, Leute einzufahren, sondern vielmehr drauf aus war Leute zu verprügeln und zu verletzen.
Wer genauere Zahlen hat, bitte auschreiben

Keine Gefangenen...!

Bjö(A)n 02.05.2001 - 12:02
Ich hab' nur von einer Festnahme mitbekommen, sogar der im Kessel am Bismarckplatz Verletzte wurde nicht weiter von den Bullen behelligt, nachdem er ins Krankenhaus gebracht wurde. Ich würde diese Stimmung bei den Bullen durch meine Erfahrungen bestätigen! Es wurde massiv geknüppelt, aber festgenommen wurde meines Wissens nach kaum.
Da diese Situationen immer wieder vorkamen muß wohl davon ausgegangen werden, daß dieses Vorgehen tatsächlich Polizeitaktik war.

Nich ganz....

03.05.2001 - 15:00
waren nur zwei Fashos in der Karre.

Viersen

I.Stegal 03.05.2001 - 19:06
Wer's wissen will, der später entglaste Ford Escort mit den Faschos drin kam aus Viersen.