Weltweite Proteste gegen FTAA-Treffen in Quebec

Mr. Burns 19.04.2001 22:30 Themen: Weltweit
Am Wochenende traf sich die wirtschaftliche und politische Elite Amerikas in Quebec um das FTAA-Abkommen zu beschließen. Damit entsteht die größte Freihandelszone der Welt. Der erste Schritt zu FTAA wurde bereits 1994 mit dem NAFTA-Abkommen zwischen USA und Kanada getan, sowie dem MAI-Abkommen, welches Konzernen die Möglichkeit gibt, Staaten zu dominieren.
Die Auswirkungen von FTAA sind für die Menschen in Lateinamerika verheerend. FTAA ist ein wichtiger Schritt, die neoliberale Globalisierung voranzutreiben. Die Auswirkungen werden weltweit zu spüren sein. Das Zustandekommen selbst ist absolut antidemokratisch. Die negativen Auswirkungen sind auf der Seite stopftaa.org in englisch und in verschiedenen deutschen Artikeln zu erfahren: hier und hier. (Weitere deutschsprachige Texte: auch hier). Eine FTAA-Resource-Page mit vielen vielen Links ist hier, außerdem gibt es es eine FTAA-FAQ-Seite.

Aktuelle Informationen, Bilder, Videos über die Ereignisse in Quebec und weltweit gibt es bei den anderen Indymedias, besonders interessant: Indymedia-Quebec, Indymedia-Vancouver, Indymedia-San-Diego, Indymedia-Maine, San Francisco-Indymedia, Indymedia-Vermont, Indymedia-Brasilien und die Indymedia-Hauptseite. Der internationale Mobilisierungsaufruf ist hier zu lesen. Einige Indymedias haben für die Zeit einen "Breaking News"-Ticker eingerichtet. Im Newswire gibt es regelmässig übersetzte News von den amerikanischen IMCs.

Einen sehr interessanten Artikel über die Proteste in Quebec hat telepolis gestern (am Mo.) hier veröffentlicht.

Das letzte Update von Montag 23:00, incl. vieler Links zu Fotos, Videos und Breaking News in Englisch sind im Text.Der gastgebende kanadische Premierminister Jean Chretien bezeichnete den Amerika-Gipfel trotz der Proteste als Erfolg und lobte die Polizei für ihre "angemessene Zurückhaltung ".
In der Nacht zum Freitag formierten sich mehrere tausensend Aktivisten zu einer Demonstration in Quebec. Bereits Donnerstag gab es in Kanada und an der Grenze die ersten Aktionen. Eine Karawane erreichte das Akwesasne-Revervat an der Grenze. Ein Foto von der Demonstration ist hier zu sehen.
Freitag Mittag gab es überall in den USA und Kanada kleinere Aktionen, in Quebec einige Demonstrationszüge. Die Hauptaktionen wurden am frühen Abend (Ortszeit) erwartet. Es gelang den Zaun, der die Innenstadt hermetisch abriegeln sollte, an mehreren Stellen niederzureißen. Die Polizei reagierte wie üblich...Es gab viele Verletzte.
In Sao Paulo, Brasilien ging die Polzei äußerst brutal gegen 600 Demonstranten vor. Es gab etwa 70 Verhaftungen dort. Hier ist in heftiges Foto von dort.
In Quebec gab es am Freitag mehrere Kessel. Eröffnungszeremonie wurde um einige Stunden verschoben. Medien sind gleichgeschaltet.
Über Nacht brach das totale Chaos in Quebec aus. Überall Straßenschlachten und Blockaden. Gipfel konnte vorerst nicht wie geplant stattfinden. Morgens waren wieder mehrere tausend Menschen in Quebec aktiv.
14.00 Ortszeit setzte sich in Quebec ein riesiger Marsch mit etwa 50000 Menschen in Bewegung. Er wurde nach kurzer Zeit von der Polizei angegriffen.
In Detroit gab es eine Aktion mit 500 Leuten, in Portland waren es 1000, in Boston 300 und in Vermont 150. In der Bayarea waren es in mehreren Städten etwa 1000 Menschen. In Victoria, BC waren es 2000. An der Mexikanischen Grenze (bei San Diego) versammelten sich mehrere tausend Aktivisten. An verschiedenen Grenzübergängen zu Kanada waren es ebenfalls mehrere Tausend. Allein in Blaine, WA, waren es 5000. An vielen Stellen existierte die Grenze nicht mehr. Fotos hier und hier.
Es wurden mehr als 450 Menschen verhaftet...Um 13.00 Ortszeit gab es eine Pressekonferenz in Quebec zum Thema Menschenrechtsverletzung durch Staat und Polizei.
Aktuelle Videos sind hier . Der Haupt-Newswire ist hier. Pictures from Quebec here
Seit Monaten mobilisieren hunderte von Basisgruppen, NGOs, Gewerkschaften, Initiativen und so weiter zu Protesten in Quebec. An diesem Wochenende werden mehrere Zehntausend Menschen aus aller Welt in Quebec versuchen, mit Aktionen, Demonstrationen, Blockaden den Gipfel zu verhindern. Die Staatsmcht reagiert geradezu hysterisch; mehrere tausend Polizisten und Soldaten bewachen den Tagungsort, um den eine Bannmeile gezogen wurde, die mehrere Kilometer breit ist und mit einem drei Meter hohen Zaun umgeben wurde.. Hunderte Aktivisten aus anderen Ländern wurden bereits beim Versuch in Kanada einzureisen verhaftet. In Kanada selbst stehen Oppositionelle unter extremen Repressionsdruck. Eine Auftaktdemonstration in Montreal - anläßlich einer Cocktailparty der transnationalen Elite - bei der 75 Aktivisten teilnahmen, wurde von 500 "Robocops" abgedrängt. In Quebec selbst tagt seit einigen Tagen ein Gegengipfel mit tausenden Teilnehmern aus aller Welt. Infos dazu auf der Montreal-Mobilisierungsseite.

Außerdem wird der Freitag und Samstag zum Global Action Day - weltweit werden in den nächsten Tagen wieder Hundertausende Menschen auf die Straßen gehen und fantasievolle Aktionen starten. Besonders in den USA sind in jeder größeren Stadt und an der Grenze zu Mexiko viele Dinge geplant. Sogar in Deutschland wird es die eine oder andere kleine Aktion geben. In Berlin wird am Samstag um 14:00 am Wittenbergplatz mobilisiert. Aufruf dazu hier.

NAFTA und MAI=FTAA
In Quebec wird die mehrere Kilometer große "Bannmeile" mit einem 3 Meter hohen Zaun vor den Menschen "geschützt", über deren Zukunft in entschieden wird. Ein Bild gibt es hier und einen Text über die "Mauer von Quebec, (ebenfalls mit Fotos) hier.
Die Verhandlungen finden hinter verschlossenen Türen statt und nur ein Teil der Ergebnisse wird der Öffentlichkeit mtgeteilt werden...
Ein Comic zum Thema ist hier.
Die Indymedia-Berichterstattung teilt sich in drei (vier) Areas: Quebec City selbst, Grenze USA-Kanada, Grenze USA-Mexiko (und Südamerika insgesamt)

- Gruppe 1 ist Indymedia-Quebec (CMAQ), Global-Indymedia, Indymedia-Montreal, SF-Indymedia und wahrscheinlich Ontario-Indymedia.
- Gruppe 2 ist Buffalo-Indymedia, Hudson-Indymedia, Vermont-Indymedia und Maine-Indymedia.
- Group 3 ist San Diego-Indymedia- Aktivitäten in Lateinamerika werden hauptsächlich von Indymedia-Brasilien berichtet.

Die bürgerlichen Medien verbreiten bislang nur offizielle Verlautbarungen. Interessante Artikel erschienen in der Jungle World und der Jungen Welt.
Über die Falschmeldungen und Manipulationsversuche der amerikanischen Medien gibt es bei Indymedia-Vermont einen Artikel.Informationen über den "Gipfel der Völker", an dem mehrere tausend Menschen teilnehmen demnächst.


Artikel aus Jungle-World über FTAA anläßlich der Proteste in Buenos Aires vor zwei Wochen:

FTAA ist eine geplante Freihandelszone, die von Alaska bis Feuerland reichen soll, doch heute und morgenwird in Buenos Aires (Argentinien) dagegen protestiert. In Quebec soll vom 20. bis zum 22. April dieFreihandelszone beschlossen werden, mit der ab 2005 sämtliche Handelsschranken in Nord- undSüdamerika abgebaut werden für den grenzenlosen Kapitalverkehr, aber für die Menschen bleiben dieGrenzen bestehen.

Heute treffen sich im argentinischen Buenos Aires die Finanz- und Außenminister der 34 Staaten Nord- undSüdamerikas (mit Ausnahme Kubas) um die gesamtamerikanische Freihandelszone FTAA (spanisch ALCA)vorzubereiten. Zahlreiche argentinische Gruppen und Organisationen wollen heute und morgen protestieren gegendas Projekt eines gesamtamerikanischen Absatzgebietes für US-Konzerne, die sich noch mehr Billiglöhne undoptimale Verwertungsbedingungen in den sweatshops der Exportzonen erhoffen. Ziel der Freihandelszone ist derAbbau sämtlicher Handelsschranken, eine Ausweitung des Nordamerikanischen Freihandelsabkommens NAFTA.Nichtregierungsorganisationen (NGOs) sind sich einig, dass FTAA eine Kombination der schlimmsten Auswirkungendes NAFTA, des verhinderten Multilateralen Abkommens über Investitionen (MAI), das einst von der OECD geplantwar und der Pläne der Welthandelsorganisation (WTO), deren jüngste Verhandlungsrunde an den Seattle-Protestenscheiterte.
Bereits die Auswirkungen des Nordamerikanischen Freihandelsabkommens (NAFTA) zwischen den USA, Kanada undMexiko, die am 1.1.1994 begann, sind verheerend, die ökonomische Abhängigkeit von den USA wurde vergrößert.In weiser Vorahnung starteten deshalb die Zapatistas ihren Aufstand am Neujahrstag 1994.Der gemeinsame Markt von Alaska bis Feuerland (FTAA) soll vom 20. bis 22. April in Quebec beim Gipfel von 34amerikanischen Staaten feierlich beschlossen werden und im Jahr 2005 in Kraft treten. Vorgeschlagen wurde dieFreihandelszone 1991 vom damaligen US-Präsidenten Bush, die Aufnahme der Verhandlungen wurde auf einemGipfel im Dezember 1994 in Miami vereinbart.
Die Verhandlungsfortschritte gestalteten sich seither schleppend, weilder Zeitplan des Zollabbaus umstritten ist. Die südamerikanischen Staaten, allen voran Brasilien, pochen auf eineÖffnung der abgeschotteten US-Märkte vor allem für Agrarprodukte...........weiterlesen


Der folgende Text (Auszug) von a20.org zählt einen Teil der geplanten Aktionen auf:
Mobilizing Against the FTAA
... The demonstrations against the WTO in Seattle announced to the world the existence of an anti-capitalist resistance movement in Canada and the United States. The same spirit prevailed last April in Washington during the IMF and World Bank meetings, and in Windsor last June during the general assembly of the Organization of American States (which initiated the FTAA process). On each occasion, thousands took to the streets to refuse the free market fundamentalism of governments and business. These demonstrations did not emerge from nowhere, but were the result of many years of collective struggles against colonialism, poverty, police brutality and injustices of all kinds.
This April in Quebec City, working families, students, farmers, environmentalists, people of faith, animal rights activists and many others will participate in a large-scale grassroots mobilization against the FTAA. La Convergence des Luttes Anti-Capitalistes (CLAC) is organizing a Carnival against Capitalism that is to include events in Quebec City and Montreal over the month of April, and which culminates with the Day of Action on April 20. The Carnival will include conferences, teach-ins, concerts, cabarets, workshops, street theatre, protests and direct action. Operation SalAMI! is headed to Ottawa on April 1 to demand a copy of the secret draft FTAA documents, even planning to blockade the building if necessary. They are sponsoring a convergence (April 17-20), a teach-in (April 20) and a large demonstration - unifying and festive - on the 21st.
The Buffalo Activist Network is coordinating actions at both ends of the Peace Bridge, with street theater, a legal rally and more. The Vermont Action Network is planning actions, housing, and an independent media center at the border. Stop in at the Jackman, Maine "Hospitality/Convergence Center", full of friendly faces from April 19-22. The NYC Ya Basta! Collective is preparing a festive convoy to Quebec. Tijuana-San Diego StopFTAA (Espanol) is coordinating huge border mobilizations from California to Texas (Contacts). In Kansas City organizers are preparing a Midwest Convergence April 19-22. And in Seattle/Vancouver the Teamsters and Turtles are together again: Peace Arch Coalition. Other events are currently listed in 65 cities from Buenos Aires to Thunder Bay.

Aktionen gibt es unter anderen in: Canada: Montreal La GOMM, Antigonish, Calgary, Edmonton, Guelph, Kingston, Northumberland County, Ottawa, Toronto, Winnipeg, Vancouver, Other Canadian Cities,
USA: Austin, Boston, Buffalo, Central NY, Charlotte, Cincinnati, Chicago, Davis KS, Greencastle IN, Kansas City, Las Cruces NM, Lawrence KS, Los Angeles, Maine, Minneapolis, Morgantown WV, New Brunswick NJ, New Haven, New Jersey, New Orleans, New York City, Plattsburg NY, Providence, Richmond VA, San Francisco, Santa Cruz, Sacramento, Syracuse, San Diego, Seattle, Tennessee, Urbana IL, Vermont, Washington DC


Eine weitere Linksammlung zu Seiten über FTAA, Global Action Day, Proteste bei bei Freespeech.see some Pictures from Quebec here City
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Ergänzungen

Gegengipfel in Quebec

ap-meldung 20.04.2001 - 00:05
Dienstag 17. April 2001, 12:48 Uhr

Globalisierungskritiker beginnen Gegengipfel in
Quebec

Fordern stärkere Berücksichtung von Umweltaspekten und
Arbeiterrechten bei geplanter Freihandelszone

Quebec (AP) Wenige Tage vor dem Amerika-Gipfel, bei dem Staats-und
Regierungschefs fast aller Staaten des Kontinents in Quebec über die
Einrichtung einer Freihandelszone beraten, haben Tausende
Globalisierungskritiker einen Gegengipfel begonnen. Höhepunkt des so
genannten Volksgipfels der Amerikas ist ein Demonstrationszug am Samstag, zu dem in der
frankokanadischen Stadt 25.000 Teilnehmer erwartet werden. Rund 6.000 Sicherheitskräfte sollen
gewaltsame Ausschreitungen verhindern.

Die Kritiker des Gipfels bemängeln, dass die geplante Freihandelszone (FTAA) Rechte der
Arbeitnehmer und Umweltschutzaspekte nicht berücksichtige. Der Ministerpräsident von Quebec,
Bernard Landry, bezeichnete den Gegengipfel in einer Rede vor den Delegierten am Montag als «sehr
willkommene Ergänzung zu der Globalisierungsdebatte». Gegengipfelsprecher Richard Langlois
forderte mehr Transparenz bei den Beratungen über die geplante Freihandelszone (FTAA), eine
verstärkte Einbeziehung gesellschaftlicher Kräfte und die Erarbeitung einer «menschlicheren,
sozialeren» Alternative, die auch Umweltaspekte berücksichtige.

Der Bürgermeister von Quebec, Jean-Paul L'Allier, äußerte sich besorgt, dass der Stadt, die zum
Weltkulturerbe der UNESCO zählt, ähnliche Ausschreitungen drohen wie sie im Dezember 1999 bei
der Tagung der Welthandelsorganisation (WTO) in Seattle stattfanden. Andererseits dürften die
Sicherheitsmaßnahmen nicht dazu führen, dass die Menschen ihres Rechts zu demonstrieren beraubt
würden, sagte L'Allier. Globalisierungsgegner haben sowohl Demonstrationen angekündigt als auch
Aktionen zivilen Ungehorsams wie Sitzblockaden und direkte Versuche, den Gipfel zu stören.

Unterhändler aus 34 Staaten Nord-, Mittel- und Südamerikas einigten sich Anfang des Monats bereits
grundsätzlich auf die Bildung einer Freihandelszone, die bis zum Januar 2005 geschaffen werden und
ab Dezember desselben Jahres in Kraft treten soll. Diesem Termin müssen die Regierungen der
beteiligten Staaten noch formell zustimmen. Die Freihandelszone betrifft 784 Millionen Verbraucher
zwischen Alaska und Feuerland. Zu dem am Freitag beginnenden Gipfel werden 34 Staats- und
Regierungschefs aus der gesamten Region mit Ausnahme Kubas erwartet, darunter auch
US-Präsident George W. Bush.

Wusset Ihr schon...

20.04.2001 - 02:35
...dass diese Schweine die Verhandlungsergebnisse im Großen und Ganzen geheimhalten werden?
...daß fast der gesamte Prozess der FTAA-Entwicklung im geheimen ausgetüftelt wurde und kein Mensch, der nicht der Elite angehört Mitspracherecht hatte?
Kommt alle am Samstag zum Wittenbergplatz und macht morgen (am Freitag) Aktionen in Eurer Stadt! Hängt Plakate auf, sprüht Parolen, blockiert amerikanische Konzerne, Geschäfte und Konsulate!

Gefunden bei SF-IMC

... 20.04.2001 - 02:55
Indymedia beats quebec cops
by anonymous April 19 2001, Thu, 3:33pm


...Police confiscated a stack of "Autres voix"

a radical protest newspaper published at CMAQ called "autres voix" (another voice) was confiscated
by two quebec police officers. after being rushed by 2 audio teams and 2 photo teams, the cops
were forced to return the newspapers to the protesters. victory for indymedia!

Karawane an der Grenze

surfer 20.04.2001 - 14:52
habe gerade erfahren, daß die Karawane, die an der Grenze zu Kanada im Indianer-Reservat abgekommen ist noch nicht die Grenze paaiert hat. Nachdem die Grenzer einer Person den Übergang verweigert hat, blockierten die anderen 500 die Grenze und riefen u.a. "Einer oder Keiner"....Momentan gibt es einige Actions in der US-Grenzstadt...