KANAK ATTAK in Berlin
Die Volksbühne war ausverkauft, so ausverkauft, dass die, die um 18 Uhr noch Karten kaufen wollten (und zwar zu DM 25/DM 18 ermäßigt!) auf 20 Uhr vertröstet wurden, "falls noch Leute ihre Karten nicht abholen". KANAK ATTAK war DAS Event, das Sehen-und-Gesehen-Werden der AntiRa und sonstigen linken Szene der Stadt Freitag abend.
Das Programm "Dieser Song gehört uns" fand parallel auf drei Bühnen und im Sternfoyer statt und begann um 18 Uhr mit einem Gespräch über Antisemitismus und Gegenwehr nach 1945 im Roten Salon. Leider waren die Salons zu klein, oder die Volksbühne zu voll, es war die ganze Nacht hindurch auf jeden Fall nur mit viel Durchhaltevermögen zu schaffen, einen Sitzplatz zu ergattern. Bei einem Programm, dass sich angekündigtermaßen über 11 Stunden erstrecken sollte, setzt das beim Publikum ausgeprägtes Interesse voraus. Konsequenz war, dass viele die Zeit mit Gesprächen in den Foyers verbrachten. Und damit ein wirklich gutes Programm verpasst haben.
Haupt-Act war die "Kanak HistoryRevue: OpelPitbullAutoput", die die Geschichte der Einwanderung in die BRD seit der ‚Gastarbeiteranwerbung' in den 50ern per gespielter Szenen, Dias, Filmsequenzen und Musik darstellte samt dem Widerstand gegen schikanöse Arbeits- und Lebensbedingungen, den es zwar gab, von dem aber kaum jemand weiß. Streiks gegen Unterbringung in ehemaligen Zwangsarbeiterlagern - schon mal gehört? Betten, die aus Protest aus dem Fenster geschmissen wurden? Erfolgreiche Aktionen gegen Lohngruppe 1 für MigrantInnen? Fünf Wasserhähne für 8oo Menschen - im Gedächtnis haben die meisten zur Geschichte der ArbeitsmigrantInnen in der BRD wahrscheinlich nur Foto des etwas gezwungene Lächeln des So-und-so-vielten, der von irgendwelchen Bürokraten medienwirksam ein Mofa geschenkt kriegte. Leider war die Atmosphäre im Theater ziemlich kühl: das Publikum saß, das Publikum klatschte höflich, aber der Funke sprang nicht über. Das Anspruch war auf jeden Fall auch sehr groß - es gelingt ja doch eher selten, hippe Darstellung mit politisch-korrekten Inhalten zu verbinden. Das es möglich ist, sich zu wehren und dass das die Idee des Programms war, ist aber wohl bei allen angekommen.
In den Salons wurden derweil Filme gezeigt und viel diskutiert - mal mit dem Pubikum, mal vor dem Publikum, mal am Publikum vorbei. Als Vassilis Tsianos aufgefordert wurde, seine abstrakte Moderation des Panels "Rassismus und Migration in Almanya" ein bisschen verständlicher zu gestalten, gelang das nicht ohne reichliches Verwenden diskurshafter Deskriptionen zur Analyse von transformatorischen...
Verschiedene aktuelle Kampagne wurden vorgestellt: Deportation Class, die Kampagne gegen Abschiebungen durch Lufthansa und andere Fluglinien von kein mensch ist illegal, die Kampagne gegen die Residenzpflicht von The VOICE Africa Forum, zu der es in Berlin vom 17.-19.5 Aktionstage geben wird.
Auf den Fluren gab es den obligatorischen Bücherstand, gut sortiert von b_books und selbstverständlich wurden vielfältige Zettel verteilt, z.b. von Sorglos, FrauenLesben-Bündnis zur Unterstützung von Migrantinnen ohne Papiere (Spenden an Förderverein Netzwerk Selbsthilfe e.V., Stichwort "sorglos", Kto.-Nr. 30 233 01, Bank für Sozialwirtschaft AG, BLZ 100 205 00, steuerlich absetzbar!) - der AntiRa-Bauchladen für jeden Bedarf wurde noch vervollständigt durch Vorträge und Podien zur Arbeitsmigration aus Osteuropa, zu "European Kanak Resistance", zu "Kanak Chic in der Berliner Republik" und auch "Can You Kick It?" - Rassismus und Amateurfussball.
Nicht zuletzt gab es viel Musik - morgens um halb fünf noch auf drei Floors. Die sehnsüchtig erwarteten Goldenen Zitronen allerdings kamen nicht. Kommentar von Cornelius Yufanyi, Aktivist von THE VOICE aus Kamerun: "Schade, dass sie nur Techno spielen - niemand will meine Salsa-CDs." In Berlin nicht wirklich verwunderlich, ganz im Gegensatz zu der Tatsache, dass es ihm einige Stunden zuvor gelungen war, mindestens den halben Roten Salon dazu zu bewegen, "We shall overcome" zu singen. Ich hätte einiges dagegen gewettet...
Das Programm "Dieser Song gehört uns" fand parallel auf drei Bühnen und im Sternfoyer statt und begann um 18 Uhr mit einem Gespräch über Antisemitismus und Gegenwehr nach 1945 im Roten Salon. Leider waren die Salons zu klein, oder die Volksbühne zu voll, es war die ganze Nacht hindurch auf jeden Fall nur mit viel Durchhaltevermögen zu schaffen, einen Sitzplatz zu ergattern. Bei einem Programm, dass sich angekündigtermaßen über 11 Stunden erstrecken sollte, setzt das beim Publikum ausgeprägtes Interesse voraus. Konsequenz war, dass viele die Zeit mit Gesprächen in den Foyers verbrachten. Und damit ein wirklich gutes Programm verpasst haben.
Haupt-Act war die "Kanak HistoryRevue: OpelPitbullAutoput", die die Geschichte der Einwanderung in die BRD seit der ‚Gastarbeiteranwerbung' in den 50ern per gespielter Szenen, Dias, Filmsequenzen und Musik darstellte samt dem Widerstand gegen schikanöse Arbeits- und Lebensbedingungen, den es zwar gab, von dem aber kaum jemand weiß. Streiks gegen Unterbringung in ehemaligen Zwangsarbeiterlagern - schon mal gehört? Betten, die aus Protest aus dem Fenster geschmissen wurden? Erfolgreiche Aktionen gegen Lohngruppe 1 für MigrantInnen? Fünf Wasserhähne für 8oo Menschen - im Gedächtnis haben die meisten zur Geschichte der ArbeitsmigrantInnen in der BRD wahrscheinlich nur Foto des etwas gezwungene Lächeln des So-und-so-vielten, der von irgendwelchen Bürokraten medienwirksam ein Mofa geschenkt kriegte. Leider war die Atmosphäre im Theater ziemlich kühl: das Publikum saß, das Publikum klatschte höflich, aber der Funke sprang nicht über. Das Anspruch war auf jeden Fall auch sehr groß - es gelingt ja doch eher selten, hippe Darstellung mit politisch-korrekten Inhalten zu verbinden. Das es möglich ist, sich zu wehren und dass das die Idee des Programms war, ist aber wohl bei allen angekommen.
In den Salons wurden derweil Filme gezeigt und viel diskutiert - mal mit dem Pubikum, mal vor dem Publikum, mal am Publikum vorbei. Als Vassilis Tsianos aufgefordert wurde, seine abstrakte Moderation des Panels "Rassismus und Migration in Almanya" ein bisschen verständlicher zu gestalten, gelang das nicht ohne reichliches Verwenden diskurshafter Deskriptionen zur Analyse von transformatorischen...
Verschiedene aktuelle Kampagne wurden vorgestellt: Deportation Class, die Kampagne gegen Abschiebungen durch Lufthansa und andere Fluglinien von kein mensch ist illegal, die Kampagne gegen die Residenzpflicht von The VOICE Africa Forum, zu der es in Berlin vom 17.-19.5 Aktionstage geben wird.
Auf den Fluren gab es den obligatorischen Bücherstand, gut sortiert von b_books und selbstverständlich wurden vielfältige Zettel verteilt, z.b. von Sorglos, FrauenLesben-Bündnis zur Unterstützung von Migrantinnen ohne Papiere (Spenden an Förderverein Netzwerk Selbsthilfe e.V., Stichwort "sorglos", Kto.-Nr. 30 233 01, Bank für Sozialwirtschaft AG, BLZ 100 205 00, steuerlich absetzbar!) - der AntiRa-Bauchladen für jeden Bedarf wurde noch vervollständigt durch Vorträge und Podien zur Arbeitsmigration aus Osteuropa, zu "European Kanak Resistance", zu "Kanak Chic in der Berliner Republik" und auch "Can You Kick It?" - Rassismus und Amateurfussball.
Nicht zuletzt gab es viel Musik - morgens um halb fünf noch auf drei Floors. Die sehnsüchtig erwarteten Goldenen Zitronen allerdings kamen nicht. Kommentar von Cornelius Yufanyi, Aktivist von THE VOICE aus Kamerun: "Schade, dass sie nur Techno spielen - niemand will meine Salsa-CDs." In Berlin nicht wirklich verwunderlich, ganz im Gegensatz zu der Tatsache, dass es ihm einige Stunden zuvor gelungen war, mindestens den halben Roten Salon dazu zu bewegen, "We shall overcome" zu singen. Ich hätte einiges dagegen gewettet...
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Ergänzungen
Kanak Attak
um baldige Wiederholung wird gebeten!