Proteste in Maximiliansau erfolgreich
Am 26.03.2001 fanden unmittelbar nach Grenzübertritt des CASTOR-Sixpacks Protestaktionen statt. Diese können als erfolgreich gewertet werden.
Getreu dem Motto "Gorleben ist überall" sollten dieses Mal bereits unmittelbar nach Grenzübertritt des CASTOR-Sixpacks Protestaktionen erfolgen. Da es als sehr wahrscheinlich angesehen wurde, daß der Zug die deutsch-französische Grenze bei Lauterbourg überqueren würde, wurde der Protest in den Raum Wörth/Rhein bzw. Maximiliansau verlagert.
Am Samstag, 24.03.2001 wurde ein Wiederstandscamp am Freibad in Wörth errichtet. Zwar war das ursprünglich geplante Camp auf einer Wiese in der Nähe der Bahngleise durch die Stadt Wörth verboten worden, dennoch fanden sich circa 150 AtomkraftgegnerInnen im Camp ein. Leider erfolgte auch eine permanente Überwachung des Camps durch die Polizei, sowohl in Uniform als auch in Zivil.
Als erste Aktion war für Sonntag, den 25.03.2001, 14.00 Uhr, ein Sonntagsspaziergang geplant. Am Bahnhaltepunkt Maximiliansau-West fanden sich circa 200 DemonstrantInnen ein. Die Marschroute führte zunächst durch Maximiliansau, ehe am Ortsausgang auf die Schienen in Richtung Hagenbach abgezweigt wurde. Die Polizei akzeptierte dieses Schienenspaziergang anstandslos. Nach einer Pause mit Kaffee und Kuchen (Wie sich das für einen Sonntagsspaziergang gehört *g*) in Hagenbach ging es wiederum über die Schienen zurück nach Hagenbach.
Der Tag X aus Sicht der Demonstranten im Südwesten Deutschlands war dann Montag, der 26.03.2001. Wie dem veröffentlichten Fahrplan des CASTOR-Zuges zu entnehmen war, sollte er etwa gegen 23.00 Uhr die deutsch-französische Grenze bei Lauterbourg überqueren.
Bereits den ganzen Tag verriet ein enorm großes Polizeiaufgebot (es gibt hier widersprüchliche Aussagen; es dürften sich aber um min. 1.000 bis 2.000 Freunde in Grün gehandelt haben), daß der Zug wohl wirklich die Route über Lauterbourg nehmen würde.
Von Seiten der Ordnungsmacht fanden deutliche Provokationen statt. So wurde z.B. jeder Mensch, der mit dem Auto ins Wiederstandscamp am Wörther Freibad fahren wollte, nach seinem Ziel befragt. Außerdem wurde das Autokennzeichen notiert. Beim Abmarsch zur Kundgebung, welche um 19.00 am Bahnhaltepunkt Maximiliansau-West beginnen sollte, wurden die Fahrzeuge der AtomkraftgegnerInnen gefilzt.
Am Bahnhaltepunkt Maximiliansau-West fanden sich circa 400 DemostrantInnen ein. Nach einer kurzen Kundgebung führte der Weg zu den Bahngleisen. Dort wurden symbolisch die Gleise, über die später der CASTOR-Zug rollen würde, besetzt. Diverse Medien (Funk, Fernsehen, Presse) waren hierbei vor Ort, um unseren Protest zu dokumentieren. Die Besetzung der Schienen wurde durch die Ordnungsmacht nicht akzeptiert, so daß es zu einer Räumung der Schienen kam. Da die Trasse nicht freiwillig geräumt wurde, griff die Polizei zu härteren Maßnahmen und mußte diverse DemonstrantInnen wegtragen.
Daraufhin zog sich der Protestzug erst einmal zurück, um in einer kleinen Parkanlage in der Nähe des Ortsausganges in Richtung Hagenbach - und damit auch in der Nähe der Gleise - zu rasten und Kraft für das Kommende zu sammeln. Als bekannt wurde, daß der CASTOR-Zug an der Grenze angekommen sei, verteilten sich die DemonstrantInnen in mehreren Gruppen entlang der Gleise. Immer wieder wurden die Gleise besetzt; die Polizei führte mehrere Räumungen durch, wobei sowohl der Ton als auch die Aktivitäten deutlich rauer als bei der ersten, eher symbolischen Besetzung waren.
Trotz des massiven Aufgebotes der Ordnungsmacht gelang es einzelnen Gruppen immer wieder, die Gleise zu besetzen. Insgesamt gelang es, den Transport um circa 1 1/2 Stunden zu verzögern.
Circa 50 Menschen wurden von den Ordnungshütern eingekesselt; es wurden die Personalien festgestellt. Dann erfolgte ein Abtransport der Verhafteten. Im Laufe des nächsten Morgens wurden sie jedoch alle wieder auf freien Fuß gesetzt. Welche Vergehen ihnen zur Last gelegt wurden, ist nicht bekannt.
Nachdem die Strecke endgültig geräumt war, konnte der Zug den Bahnhof Wörth/Rhein anlaufen. Dort wurden diverse Rangierarbeiten durchgeführt. Bei der Weiterfahrt in Richtung Karlsruhe kam es kurz vor der Rheinbrücke noch einmal zu einer Blockade der Schienen.
Neben den circa 50 Festnahmen konnten 7 leichtere Verletzungen aufgrund von Gewalteinsatz der Polizei verzeichnet werden.
Aus Sicht der Demonstranten kann der Protest in Wörth bzw. Maximiliansau als voller Erfolg gewertet werden:
Es wurde deutlich gemacht, daß sich der Protest nicht nur auf das Wendland beschränkt, sondern daß es auch weitab von Gorleben viele Menschen gibt, die gegen die Atommafia kämpfen. Diese Aussage wurde durch Presse, Funk und Fernsehen von Maximiliansau aus in die Welt hinausgetragen.
Gleichzeitig konnten wir so unsere Solidarität mit den FreundInnen im Wendland zeigen; konnten ihnen klarmachen, daß sie nicht allein sind.
Gerade vor dem Hintergrund, daß leider mit einer Zunahme der CASTOR-Transporte zu rechnen ist, war es um so wichtiger, zu zeigen, daß sich auch der Südwesten Deutschlands querstellt, und zwar x-tausend Mal.
Gorleben ist überall! Wir stellen uns auch weiterhin quer!
Am Samstag, 24.03.2001 wurde ein Wiederstandscamp am Freibad in Wörth errichtet. Zwar war das ursprünglich geplante Camp auf einer Wiese in der Nähe der Bahngleise durch die Stadt Wörth verboten worden, dennoch fanden sich circa 150 AtomkraftgegnerInnen im Camp ein. Leider erfolgte auch eine permanente Überwachung des Camps durch die Polizei, sowohl in Uniform als auch in Zivil.
Als erste Aktion war für Sonntag, den 25.03.2001, 14.00 Uhr, ein Sonntagsspaziergang geplant. Am Bahnhaltepunkt Maximiliansau-West fanden sich circa 200 DemonstrantInnen ein. Die Marschroute führte zunächst durch Maximiliansau, ehe am Ortsausgang auf die Schienen in Richtung Hagenbach abgezweigt wurde. Die Polizei akzeptierte dieses Schienenspaziergang anstandslos. Nach einer Pause mit Kaffee und Kuchen (Wie sich das für einen Sonntagsspaziergang gehört *g*) in Hagenbach ging es wiederum über die Schienen zurück nach Hagenbach.
Der Tag X aus Sicht der Demonstranten im Südwesten Deutschlands war dann Montag, der 26.03.2001. Wie dem veröffentlichten Fahrplan des CASTOR-Zuges zu entnehmen war, sollte er etwa gegen 23.00 Uhr die deutsch-französische Grenze bei Lauterbourg überqueren.
Bereits den ganzen Tag verriet ein enorm großes Polizeiaufgebot (es gibt hier widersprüchliche Aussagen; es dürften sich aber um min. 1.000 bis 2.000 Freunde in Grün gehandelt haben), daß der Zug wohl wirklich die Route über Lauterbourg nehmen würde.
Von Seiten der Ordnungsmacht fanden deutliche Provokationen statt. So wurde z.B. jeder Mensch, der mit dem Auto ins Wiederstandscamp am Wörther Freibad fahren wollte, nach seinem Ziel befragt. Außerdem wurde das Autokennzeichen notiert. Beim Abmarsch zur Kundgebung, welche um 19.00 am Bahnhaltepunkt Maximiliansau-West beginnen sollte, wurden die Fahrzeuge der AtomkraftgegnerInnen gefilzt.
Am Bahnhaltepunkt Maximiliansau-West fanden sich circa 400 DemostrantInnen ein. Nach einer kurzen Kundgebung führte der Weg zu den Bahngleisen. Dort wurden symbolisch die Gleise, über die später der CASTOR-Zug rollen würde, besetzt. Diverse Medien (Funk, Fernsehen, Presse) waren hierbei vor Ort, um unseren Protest zu dokumentieren. Die Besetzung der Schienen wurde durch die Ordnungsmacht nicht akzeptiert, so daß es zu einer Räumung der Schienen kam. Da die Trasse nicht freiwillig geräumt wurde, griff die Polizei zu härteren Maßnahmen und mußte diverse DemonstrantInnen wegtragen.
Daraufhin zog sich der Protestzug erst einmal zurück, um in einer kleinen Parkanlage in der Nähe des Ortsausganges in Richtung Hagenbach - und damit auch in der Nähe der Gleise - zu rasten und Kraft für das Kommende zu sammeln. Als bekannt wurde, daß der CASTOR-Zug an der Grenze angekommen sei, verteilten sich die DemonstrantInnen in mehreren Gruppen entlang der Gleise. Immer wieder wurden die Gleise besetzt; die Polizei führte mehrere Räumungen durch, wobei sowohl der Ton als auch die Aktivitäten deutlich rauer als bei der ersten, eher symbolischen Besetzung waren.
Trotz des massiven Aufgebotes der Ordnungsmacht gelang es einzelnen Gruppen immer wieder, die Gleise zu besetzen. Insgesamt gelang es, den Transport um circa 1 1/2 Stunden zu verzögern.
Circa 50 Menschen wurden von den Ordnungshütern eingekesselt; es wurden die Personalien festgestellt. Dann erfolgte ein Abtransport der Verhafteten. Im Laufe des nächsten Morgens wurden sie jedoch alle wieder auf freien Fuß gesetzt. Welche Vergehen ihnen zur Last gelegt wurden, ist nicht bekannt.
Nachdem die Strecke endgültig geräumt war, konnte der Zug den Bahnhof Wörth/Rhein anlaufen. Dort wurden diverse Rangierarbeiten durchgeführt. Bei der Weiterfahrt in Richtung Karlsruhe kam es kurz vor der Rheinbrücke noch einmal zu einer Blockade der Schienen.
Neben den circa 50 Festnahmen konnten 7 leichtere Verletzungen aufgrund von Gewalteinsatz der Polizei verzeichnet werden.
Aus Sicht der Demonstranten kann der Protest in Wörth bzw. Maximiliansau als voller Erfolg gewertet werden:
Es wurde deutlich gemacht, daß sich der Protest nicht nur auf das Wendland beschränkt, sondern daß es auch weitab von Gorleben viele Menschen gibt, die gegen die Atommafia kämpfen. Diese Aussage wurde durch Presse, Funk und Fernsehen von Maximiliansau aus in die Welt hinausgetragen.
Gleichzeitig konnten wir so unsere Solidarität mit den FreundInnen im Wendland zeigen; konnten ihnen klarmachen, daß sie nicht allein sind.
Gerade vor dem Hintergrund, daß leider mit einer Zunahme der CASTOR-Transporte zu rechnen ist, war es um so wichtiger, zu zeigen, daß sich auch der Südwesten Deutschlands querstellt, und zwar x-tausend Mal.
Gorleben ist überall! Wir stellen uns auch weiterhin quer!
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Chaoten
Als direkter Anwohner war ich rund um die Uhr in das Geschehen einbezogen. In Gesprächen mit Atom-Gegnern merkte ich, dass die meisten überhaupt keine Ahnung hatten. Es sollt wohl darauf hinauslaufen, dass man einfach mal Chaos anrichten will - egal um was es geht. Natürlich gab es auch Demonstranten, die wussten was sie taten - diese waren allerdings in der Minderheit.
Warum wird nicht vor den Hauptsitzen der Energiebetriebe demonstriert? Warum wird sich nicht stärker in der Politik beteiligt (O-Ton: "Mit Politik haben wir nichts am Hut"). Wir haben nun mal den Atommüll und müssen ihn versorgen. Aktionen gegen die Transporte kosten nur Steuergelder!
Sie müssen Sich nicht wundern, dass es Verspottungen gegen die Demonstranten gab (von Anwohnern) und beim letzen Transport durch Wörth (1. August 2001) die erste Gegendemonstration (gegen die Anti-Castor-Bewegung)!
effektiv, weil kleine gruppen
Auch wenn ein paar Chaoten in unseren Reihen waren, ist es für mich sehr erfreulich daß wir ca. zu 40st (!) den ganzen
Zug für geraume Zeit zum stehen brachten.