Bund mobilisiert gegen den Castor
Berlin, 07.03.01: Auf einer Kundgebung hinter Absperrgittern und mit Namensschildern an ihren Jacken demonstrieren heute morgen Mitarbeiter des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) am Bundesinnenministerium in Berlin für den Atomausstieg
BUND mobilisiert gegen Castor
8.3.01
Berlin, 07.03.01: Auf einer Kundgebung hinter Absperrgittern und mit Namensschildern an ihren Jacken demonstrieren heute morgen Mitarbeitern des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) am Bundesinnenministerium in Berlin für den Atomausstieg und gegen Castor-Transporte. "Castoren stoppen, Atomkraft abschalten!",
"Verteidigt das Recht auf friedlichen Anti-Atom-Protest!", "Container
für RTL - Demonstrationsfreiheit für Atomkraftgegner!" sowie
"Demonstrationen und Castor-Proteste schützen!" lauten die Losungen auf
BUND-Transparenten. An Mitarbeiter des Bundesinnenministeriums und
Passanten werden Flugblätter verteilt, die gegen Einschränkungen der
Demonstrationsfreiheit gerichtet sind und für Anti-Atom-Proteste werben.
Postkarten für einen sofortigen Atomausstieg und gegen die geplanten
Atomtransporte können gleich vor Ort ausgefüllt und in castorförmige
Briefkästen geworfen werden. Mit ähnlichen Aktionen wollen BUND-Gruppen
in den kommenden Wochen in einer Reihe von Städten, an Bahnhöfen und
entlang von Castor-Transportstrecken gegen die Wiederaufnahme von
Atommüllfahrten durch Deutschland protestieren. Das Absenden von
Postkarten gegen Castor-Transporte ist auch im Internet auf den BUND-Seiten möglich.
Angelika Zahrnt, BUND-Bundesvorstandsvorsitzende: "Die Absperrmanie im
Wendland und die Überlegungen der Polizeichefs, zunächst Käfige und
jetzt Container für festgenommene Demonstranten bereit zu stellen,
lassen nichts Gutes ahnen. Auch die Weigerung der Einsatzleitung, die Polizisten namentlich zu kennzeichnen wirkt auf friedliche Demonstranten
eher einschüchternd. Die Kennzeichnung der eingesetzten Zivilbeamten mit
dem zweideutigen Button `Wir können auch anders` schürt zudem Ängste,
dass es entgegen anderslautender Zusagen eben doch Prügel und blutig
geschlagene Sitzblockierer geben kann. Wir verlangen von der Innenministerkonferenz der Länder und von Bundesinnenminister Otto
Schily, dass die Drohgebärden zurück genommen und klare Weisungen zur
Deeskalation der Lage gegeben werden. Der Protest für den Atomausstieg
ist ein Grundrecht. Die Polizei muss es sichern und schützen."
An Bündnis 90/Die Grünen appellierte die BUND-Vorsitzende, sich auf
ihrem übermorgen beginnenden Parteitag in Stuttgart ebenfalls eindeutig
für das Recht auf Anti-Atom-Proteste auszusprechen. Die Atomwirtschaft
müsse auch weiterhin mit klaren Forderungen nach einem Sofortausstieg
aus dieser riskanten Art der Stromerzeugung konfrontiert werden.
Die Entgleisung eines zum Glück unbeladenen schottischen
Castortransportzuges am Freitag vergangener Woche hat nach
BUND-Auffassung erneut die Risiken der Atomtransporte verdeutlicht. Die
bevorstehende Atommüllfahrt nach Gorleben sei lediglich Türöffner für
viele gefährliche Atomtransporte zur Wiederaufarbeitung nach Frankreich
und Großbritannien. Die Schlampereien in den Wiederaufarbeitungsanlagen
La Hague und Sellafield sowie die vielen Störfälle und Strahlengefahren
für die Bevölkerung belegten immer wieder die eklatanten
Sicherheitsmängel und Risiken der Atomenergie. Zahrnt: "Die
außerparlamentarischen Kräfte müssen deshalb unbeirrt deutlich machen:
Der Atomausstieg darf nicht weiter auf den Sankt-Nimmerleins-Tag
verschoben werden. Das Desaster der ungelösten Entsorgung des jeden Tag
wachsenden Atommüllberges bleibt. Daran kann sich niemand vorbeimogeln."
BUND
© 2001 Institut zur Förderung von Akzeptanzproblemen in der Atompolitik
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8.3.01
Berlin, 07.03.01: Auf einer Kundgebung hinter Absperrgittern und mit Namensschildern an ihren Jacken demonstrieren heute morgen Mitarbeitern des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) am Bundesinnenministerium in Berlin für den Atomausstieg und gegen Castor-Transporte. "Castoren stoppen, Atomkraft abschalten!",
"Verteidigt das Recht auf friedlichen Anti-Atom-Protest!", "Container
für RTL - Demonstrationsfreiheit für Atomkraftgegner!" sowie
"Demonstrationen und Castor-Proteste schützen!" lauten die Losungen auf
BUND-Transparenten. An Mitarbeiter des Bundesinnenministeriums und
Passanten werden Flugblätter verteilt, die gegen Einschränkungen der
Demonstrationsfreiheit gerichtet sind und für Anti-Atom-Proteste werben.
Postkarten für einen sofortigen Atomausstieg und gegen die geplanten
Atomtransporte können gleich vor Ort ausgefüllt und in castorförmige
Briefkästen geworfen werden. Mit ähnlichen Aktionen wollen BUND-Gruppen
in den kommenden Wochen in einer Reihe von Städten, an Bahnhöfen und
entlang von Castor-Transportstrecken gegen die Wiederaufnahme von
Atommüllfahrten durch Deutschland protestieren. Das Absenden von
Postkarten gegen Castor-Transporte ist auch im Internet auf den BUND-Seiten möglich.
Angelika Zahrnt, BUND-Bundesvorstandsvorsitzende: "Die Absperrmanie im
Wendland und die Überlegungen der Polizeichefs, zunächst Käfige und
jetzt Container für festgenommene Demonstranten bereit zu stellen,
lassen nichts Gutes ahnen. Auch die Weigerung der Einsatzleitung, die Polizisten namentlich zu kennzeichnen wirkt auf friedliche Demonstranten
eher einschüchternd. Die Kennzeichnung der eingesetzten Zivilbeamten mit
dem zweideutigen Button `Wir können auch anders` schürt zudem Ängste,
dass es entgegen anderslautender Zusagen eben doch Prügel und blutig
geschlagene Sitzblockierer geben kann. Wir verlangen von der Innenministerkonferenz der Länder und von Bundesinnenminister Otto
Schily, dass die Drohgebärden zurück genommen und klare Weisungen zur
Deeskalation der Lage gegeben werden. Der Protest für den Atomausstieg
ist ein Grundrecht. Die Polizei muss es sichern und schützen."
An Bündnis 90/Die Grünen appellierte die BUND-Vorsitzende, sich auf
ihrem übermorgen beginnenden Parteitag in Stuttgart ebenfalls eindeutig
für das Recht auf Anti-Atom-Proteste auszusprechen. Die Atomwirtschaft
müsse auch weiterhin mit klaren Forderungen nach einem Sofortausstieg
aus dieser riskanten Art der Stromerzeugung konfrontiert werden.
Die Entgleisung eines zum Glück unbeladenen schottischen
Castortransportzuges am Freitag vergangener Woche hat nach
BUND-Auffassung erneut die Risiken der Atomtransporte verdeutlicht. Die
bevorstehende Atommüllfahrt nach Gorleben sei lediglich Türöffner für
viele gefährliche Atomtransporte zur Wiederaufarbeitung nach Frankreich
und Großbritannien. Die Schlampereien in den Wiederaufarbeitungsanlagen
La Hague und Sellafield sowie die vielen Störfälle und Strahlengefahren
für die Bevölkerung belegten immer wieder die eklatanten
Sicherheitsmängel und Risiken der Atomenergie. Zahrnt: "Die
außerparlamentarischen Kräfte müssen deshalb unbeirrt deutlich machen:
Der Atomausstieg darf nicht weiter auf den Sankt-Nimmerleins-Tag
verschoben werden. Das Desaster der ungelösten Entsorgung des jeden Tag
wachsenden Atommüllberges bleibt. Daran kann sich niemand vorbeimogeln."
BUND
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Ergänzungen
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