Erneut Proteste im Lager Bramsche-Hesepe

Rambo 12.08.2004 19:28 Themen: Antifa Antirassismus Repression
Erneut Proteste im Abschiebelager Bramsche-Hesepe
Es wird ernst
Anscheinend werden im Lager 140 Polizeibeamte stationiert
Bilder kommen morgen ins Internet
Aktuell: Am 12.8. gegen 6.30 Uhr kam es erneut zu Protesten am Abschiebelager Bramsche-Hesepe. Etwa 60 Flüchtlinge blockierten das Eingangstor. Erneut wurde hiermit auf die miserablen Bedingungen im Lager sowie auch die allgemein kaum vorhandenen Rechte der Flüchtlinge aufmerksam gemacht (schlechte medizinische Versorgung, keine Privatsphäre, Teilen eines Zimmer mit bis zu 6 Personen, täglich drohende Abschiebung, Perspektivlosigkeit, keine Arbeitserlaubnis, etc.). Auch scheint es so zu sein, dass die Flüchtlinge im Zuge der Vorbereitung der Anti-Lager-Action-Tour massiv eingeschüchtert werden(Drohung von Finanzkürzungen bei Beteiligung der Demo sowie des Wiederstandscamps).
Sollten sich diese Gerüchte bewahrheiten wäre dieses ein Skandal ohnegleichen.


Die Forderung lautete nach einem Gespräch mit der Lagerleitung. Mehrere AntiraaktivistInnen solidarisierten sich mit den Protestierenden. Die Polizei rückte gegen 7.00 Uhr mit 8 Einsatzfahrzeugen an. Nach einigem Hin und her lösten sich die Proteste friedlich auf. Die Lagerleitung zeigte sich leider äußerst unkooperativ und verweigerte jedes Gespräch. Es wurde gar Anzeige wegen „Nötigung“ gestellt. Von mehreren Personen wurden die Personalien aufgenommen, glücklicherweise beweisen gemachte Filmaufnahmen dass diese Personen sich an Blockadeaktionen bzw. „Nötigung“ (wie immer diese auch ausgesehen haben soll) nicht beteiligt haben. Die Proteste gehen weiter. Kein Mensch ist illegal! Für freie Meinungsäußerung!! Bleiberecht für alle!! (Bilder werden vorraussichtlich morgen ins Netz gestellt)



Pressemitteilung Avanti!:


Am Donnerstag, den 12. August 2004 protestierten erneut zwischen 70 und 100 Flüchtlinge des Lagers Bramsche-Hesepe und blockierten ab 6.20 Uhr das Tor, so daß die Angestellten des Lagers nicht in das Lager hineinkonnten.
Mit dieser Aktion machten die Flüchtlinge ein weiteres mal auf die menschenunwürdige Unterbringung in dem Lager aufmerksam.
Die letzte Protestaktion Ende Juli hatte zu einem Gespräch zwischen Flüchtlingen und einem Vertreter der Zentralen Anlaufstelle (ZAST) Oldenburg geführt. Bei diesem Gespräch hatten die Flüchtlinge die Möglichkeit, ihre Kritik an der Unterbringung zu formulieren und ihre Forderungen darzulegen. Angebote zur Änderung der Situation für die Flüchtlinge gab es von Seiten der ZAST jedoch nicht. Es gab lediglich den Vorschlag, je zwei Schlafräume für Jungen und Mädchen einzurichten, was für die Familien unpraktikabel ist, da sie dadurch auseinandergerissen würden. Des weiteren wurde zugesichert, daß die Lagerleitung weiterhin das Gespräch mit den Flüchtlingen suchen wolle, um so Probleme zu lösen. Diese Gespräche haben allerdings nicht stattgefunden.
Zusätzlich wurde die angespannte Stimmung dadurch aufgeheizt, daß den Flüchtlingen von Seiten der Sozialbehörde mitgeteilt wurde, daß in dem Lager 140 Polizeibeamte stationiert würden, in Hinblick auf die Anti-Lager-action-Tour mit Aktionscamp in Bramsche-Hesepe vom 20. bis zum 25. August und die in diesem Rahmen bevorstehende Demonstration am 21. August für die Rechte von Flüchtlingen und für Bewegungsfreiheit. Die Flüchtlinge fassen dieses als Bedrohung auf und sie befürchten, daß sie an der Teilnahme der Demonstration gehindert werden sollen.
Der erneute Protest und die Blockade des Tors richtete sich gegen die Stationierung der Polizei in dem Lager. Außerdem wollten die Flüchtlinge deutlich machen, daß es ihnen durchaus mit den Forderungen ernst ist, und daß die zugesagten Gespräche eingehalten werden sollen.
Von Seiten des Lagerpersonals wurde ohne ein Gespräch die Polizei gerufen. Der für den Einsatz zuständige Polizist leitete es in die Wege, daß der Lagerleiter Conrad Bramm benachrichtigt wurde, um zu der Unterkunft zu kommen, er traf gegen 7.15 Uhr ein. Bramm sprach jedoch nur mit der Polizei, die darauf mitteilte, daß er zu Gesprächen nicht bereit wäre. Stattdessen erstattete er Anzeige wegen Nötigung. Obwohl Herr Bramm hiermit die Zusage nach weiteren Gesprächen nicht eingehalten hat und signalisiert hat, daß er diese Zusage auch nicht einhalten wird, löste sich bis 7.30 Uhr der Protest friedlich auf.
Die Flüchtlinge sind fest entschlossen, ihre Protestaktionen fortzuführen, damit sich die Bedingungen in diesem Lager ändern. Sie sind auch fest entschlossen sich an dem Aktionscamp und der Demonstration der Anti-Lager-action-Tour zu beteiligen.
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Ergänzungen

Homepage für die Demo

ritititi 12.08.2004 - 19:36
www.camp-bramsche.de.vu

Zeitungsartikel in der NOZ

Noz 12.08.2004 - 22:37
Das schreibt die Neue Osnabrücker Zeitung

 http://www.neue-oz.de/information/_aktuelles/aufnahmestelle.html

Weitere Presse

Tazleser 12.08.2004 - 23:57

Solidarität

Antirassist 13.08.2004 - 09:21
Am 21.August findet genau vor diesem Lager eine antirassistische Demo statt. Die Demo ist der Auftakt der Anti-Lager-Action-Tour und wird gleichzeitig auf die aktuellen Ereignisse hinweisen. Also lasst uns die Flüchtlinge unterstützen und zahlreich an der Demo (und auch dem Camp in Bramsche-Hesepe) teilnehmen.
Für freies Fluten.

Sa. 21.8 12 Uhr Bahnhof Bramsche-Hesepe
Infos siehe:  http://www.camp-bramsche.de.vu

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