Bayer gibt Genversuchsfeld in Lentzke auf
Aufgrund der Proteste gibt der Bayer-Konzern sein Genversuchsfeld in Lentzke (bei Neuruppin) auf. Die geplante Fahrraddemo am 24. Juli fällt deswegen aus. Das Barnimer Aktionsbündnis ruft weiterhin zur Teilnahme an den Sommeraktionstagen der FREIen HEIDe auf. Es wird Workshops und andere Aktionen zum Thema Gentechnik geben.
Presseerklärung, Bernau, 26.06.04
BARNIMER AKTIONSBÜNDNIS GEGEN GENTECHNIK
Proteste erfolgreich - Bayer gibt Genversuchsfeld in Lentzke auf
Seit 2002 betreibt der Bayer-Konzern ein Versuchsfeld mit genmanipulierten
Kartoffeln in Lentzke, einem kleinen Dorf bei Neuruppin. Bereits vor Beginn
der Aussaat protestierte das Barnimer Aktionsbündnis gegen die Freisetzung
der Gen-Kartoffeln. Über 160 Einwendungen wurden gesammelt, doch das hatte
keinen Einfluss auf das Genehmigungsverfahren. Für dieses Jahr waren nun
mehrere Aktionen am Genversuchsfeld angekündigt die wohl zur Aufgabe des
Feldes geführt haben, denn eigentlich waren die Versuche bis 2005 geplant und
genehmigt.
"Die Erfahrung zeigt, dass die Betreiber von Gentechnikfeldern sehr
empfindlich auf Öffentlichlichkeit und Proteste reagieren" sagt Thomas
Janoschka vom Barnimer Aktionsbündnis. "In Brandenburg haben die Betreiber
deswegen schon an mehreren Orten ihre Versuche frühzeitig abgebrochen. Wir
werden mit unseren Aktionen so lange fortfahren, bis wir endlich von einer
gentechnikfreien Region Berlin-Brandenburg sprechen können."
Derzeit finden in Brandenburg noch an drei Standorten Versuche mit
genmanipulierten Pflanzen statt, in Dahnsdorf bei Belzig, in Golm bei Potsdam
und in Berge bei Putlitz. Ausserdem gibt es vier Felder mit genmanipulierten
Mais im sogenannten Erprobungsbau. Die Standorte dieser Felder werden
weiterhin geheim gehalten.
Die bereits angekündigte Fahrraddemonstration von Neuruppin nach Lentzke am
24. Juli fällt natürlich aus. Das Barnimer Aktionsbündnis ruft aber weiterhin
zur Teilnahme an den Sommeraktionstagen der FREIe HEIDe auf und beteiligt
sich mit eigenen Workshops und Aktionen zum Thema Gentechnik.
Barnimer Aktionsbündnis gegen Gentechnik
Breitscheidstr. 41
16321 Bernau
Tel.: 03338-459407
Fax: 03338-459407
gengruppe@dosto.de
www.dosto.de/gengruppe
BARNIMER AKTIONSBÜNDNIS GEGEN GENTECHNIK
Proteste erfolgreich - Bayer gibt Genversuchsfeld in Lentzke auf
Seit 2002 betreibt der Bayer-Konzern ein Versuchsfeld mit genmanipulierten
Kartoffeln in Lentzke, einem kleinen Dorf bei Neuruppin. Bereits vor Beginn
der Aussaat protestierte das Barnimer Aktionsbündnis gegen die Freisetzung
der Gen-Kartoffeln. Über 160 Einwendungen wurden gesammelt, doch das hatte
keinen Einfluss auf das Genehmigungsverfahren. Für dieses Jahr waren nun
mehrere Aktionen am Genversuchsfeld angekündigt die wohl zur Aufgabe des
Feldes geführt haben, denn eigentlich waren die Versuche bis 2005 geplant und
genehmigt.
"Die Erfahrung zeigt, dass die Betreiber von Gentechnikfeldern sehr
empfindlich auf Öffentlichlichkeit und Proteste reagieren" sagt Thomas
Janoschka vom Barnimer Aktionsbündnis. "In Brandenburg haben die Betreiber
deswegen schon an mehreren Orten ihre Versuche frühzeitig abgebrochen. Wir
werden mit unseren Aktionen so lange fortfahren, bis wir endlich von einer
gentechnikfreien Region Berlin-Brandenburg sprechen können."
Derzeit finden in Brandenburg noch an drei Standorten Versuche mit
genmanipulierten Pflanzen statt, in Dahnsdorf bei Belzig, in Golm bei Potsdam
und in Berge bei Putlitz. Ausserdem gibt es vier Felder mit genmanipulierten
Mais im sogenannten Erprobungsbau. Die Standorte dieser Felder werden
weiterhin geheim gehalten.
Die bereits angekündigte Fahrraddemonstration von Neuruppin nach Lentzke am
24. Juli fällt natürlich aus. Das Barnimer Aktionsbündnis ruft aber weiterhin
zur Teilnahme an den Sommeraktionstagen der FREIe HEIDe auf und beteiligt
sich mit eigenen Workshops und Aktionen zum Thema Gentechnik.
Barnimer Aktionsbündnis gegen Gentechnik
Breitscheidstr. 41
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Tel.: 03338-459407
Fax: 03338-459407
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(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)
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Ergänzungen
kartoffeln ohne gene
der Gen-Kartoffeln."
Ich eß auch immer nur Kartoffeln ohne Gene. Im Ernst: Es wäre sinnvoll, mal eine anderen Formulierung zu etablieren, gerade auch, da sich die Auseinandersetzung jetzt von der Straße zunehmend in die Gerichtssäle verlegen wird. Greenpeace hat gegen Müller ja nur aus dem Grund verloren, weil sie die Formulierung 'Genmilch' verwendet haben. An der Tatsache, daß Müller Milch von GMO-gefütterten Kühen verwendet, wurde nie gezweifelt! Was jedoch den Ausschlag gab, ist, daß an sich kein genetisches Material in Milch feststellbar ist, egal, womit die Kühe gefüttert wurden (bzw kein genetisches Material der Kuh oder ihres Futters). Bakterien kommen auf dem Transportweg schon mal dort hinein, und auch Staub von Futtermitteln etc, was wohl die wahrscheinlichste Quelle für die von Greenpeace unlängst festgestellte Transgen-Kontamination von Milch war (nicht im Zusammenhang mit dem Müller-Skandal).
Greenpeace hat sich also selbst mächtig ins Knie geschossen, weil Müller jetzt sagen kann, daß die Behauptung, es werde 'Genmilch' verwendet, gelogen ist (wörtlich genommen ist sie das ja durchaus, aber eben nicht, wie es *gemeint* war). Die Anti-Müller-Kampagne ist also jetzt erst mal im Arsch, das ist sehr dumm gelaufen. Wie es stattdessen laufen sollte ist, daß man Firmen wie Müller in eine Position zwingt, wo sie herumstammeln und nach Worten suchen müssen, und das wird durch unkritische Verwendung des G-Wortes enorm erschwert.
Wenn man mal eine Umfrage macht, stellt sich heraus, daß 1/4-1/3 der Menschen in Deutschland glauben, nicht-transgene Organismen hätten gar keine DNA.
Wissen über Gene sinkt in der Bevölkerung
Bucchi und Neresini bemühen eine italienische Befragung an nahezu 1000 Personen und versuchen, die Einschätzung der Befragten heraus zu finden. Danach sprechen sich 84 Prozent für die Forschung in der Medizin und 57,3 Prozent für die weitergehenden Untersuchungen der Nahrungsmittelforschung aus. Andererseits halten 69 Prozent der Befragten die Wissenschaft für einen Zweig, der mit den persönlichen Interessen der Wissenschaftler verbunden ist. Dazu zählen sie 68,6 Prozent, wenn es um genetisch modifizierte Produkte geht und mit 83,3 Prozent derjenigen, die sich mit dem Klonen beschäftigen. Deshalb sprechen sich 20 Prozent der Befragten für die Beurteilung durch "alle Bürger" aus, um die Forschung festzulegen. Demgegenüber räumen nur 10 Prozent den Wissenschaftlern das Recht ein, selbst ihre Ziele zu definieren.
So sehr solche Zahlen überzeugen, so sehr sind sie von Faktoren bestimmt, die sich dem Verständnis von Demokratie entziehen.
Das Wissen über die Gene sinkt in der Bevölkerung
Bucchi und Neresini verweisen auf Analysen der Europäischen Kommission (Eurobarometer 1993-1999 [
Kein Wissenschaftler wird sich davon überzeugen lassen, dass der "allgemeine Bürger" bei diesem geringen Wissensstand über die Art der Forschung mitbestimmen soll. Ganz abgesehen davon, dass viele Fragen lange zuvor wirksam werden können. Wenn, wie am größten privaten Forschungsinstitut der USA, die Entwicklung von unnatürlichen Aminosäuren probiert und vervollständigt wird, lässt sich noch keineswegs bestimmen, ob dieser Schritt der Zukunft voraus eilt oder ob er sich als wenig oder nicht relevant erweist ( Der göttliche Atem der Chemiker). Selbst die Entscheidung einer Prüfungskommission mit normalen Bürgern kann diese und ähnliche Fragen nicht klären.
Die Forschung wird sich spalten
Andererseits werden Themen wie die Genforschung mit zunehmender Kenntnis interessant. Wenn, wie beispielsweise in den USA, die offizielle Forschung einen Hemmschuh für die Genforschung festlegt, werden die Universitäten diese Einschränkung unterlaufen (Harvard enters stem cell fray: Science 303, 1435 (2004)). Diese Umorientierung kostet zwar Zeit, sie wird aber zu einer neuen, bisher nicht praktizierten Entwicklung führen: Indem sie Gelder freisetzt, die uneingeschränkt der neuen Forschungsrichtung zukommen. Die Universitäten gestalten damit einen zweiten Raum für ihre ergänzende Forschung, jetzt unter einen anderen Namen und abhängig von freiwilligen Sponsoren. Anfänglich handelt es sich hauptsächlich um jene mit speziellen eigenen Zielen. Doch schon bald werden weitere Geldgeber hinzukommen, die nur die Entwicklung fördern wollen, ohne den Wissenschaftler einzuschränken.
Daraus entsteht schließlich eine neue Form der Organisation: Die offizielle Forschung im Sinne der Regierung und der angeschlossenen Organe, sowie die ungebundene wissenschaftliche Entwicklung. Damit wird ein Zustand erreicht, der die regierungsamtliche Forschung zur Zweckforschung umfunktioniert, während die "freie Forschung" von den Geldern der Regierung und staatlicher Stellen unabhängig wird.
"Freie Forschung" ohne Regierungskontrolle?
Dann wird auch alles, was mit Terror zu tun hat, einen neuen Aufschwung erleben. Die Forschung aktueller Fragen zum Thema Terrorismus kann völlig neu bedacht werden, auch wenn sie mitunter nur partiell publiziert wird (Reports examine academe's role in keeping secrets: Science 304, 500 (2004)). Sie wird aber der regierungsamtlichen Zweckforschung zugerechnet.
Die Ausnahme in diesem Konzert ist die Feststellung: "Das Klonen von Menschen erzeugt perfekte Nachkommen". Hier haben im Eurobarometer 64 Prozent die richtige Antwort gegeben, nachdem 1996 nur 46 Prozent davon überzeugt waren und 1993 nur 32 Prozent darüber Bescheid wussten. Könnte es an den Journalisten liegen, weil sie die Information mit Nachdruck in die Öffentlichkeit gebracht haben? Viele der neuen Erkenntnisse sind auf dem Boden der zunehmenden Berichte über die Genforschung in das Bewusstsein der Konsumenten geraten.
Nur beim Klonen hat die Bevölkerung dazugelernt
In den Befragungen der Europäischen Gemeinschaft wird für die Medizin angegeben, dass sowohl die Apotheker und andere Interessengruppen, nämlich Ärzte wie auch die an Patienten orientierten Organisationen, von erheblichen Einfluss (bis zu 80 Prozent) auf die Meinungsbildung sind. Das Interesse der Bevölkerung lässt allerdings nach, wenn es um die Erforschung der genetischen Nahrungsmittel geht und wird noch mehr abnehmen bei Fragen, die nur einen Bruchteil der Menschen angehen. Nur im Zuge aktueller Fragen, vom Journalisten aufgebracht, wird die Kompetenz der Bevölkerung wachgerüttelt.
In den USA wird die Entscheidung demnächst zwischen regierungskonformen Stellen und der freien Forschung getroffen. In der Europäischen Union hingegen kommen länderspezifische Besonderheiten ins Gespräch. Im Falle der gentechnologischen Entwicklung bestehen erhebliche Unterschiede zwischen den Ländern der Europäischen Union. Eine Klärung ist noch lange nicht in Sicht. M. Bucchi und F. Neresini werden deshalb auch weiterhin Schwierigkeiten haben, ihre Meinung durchzusetzen.