Information teilen - freier Zugang statt Datenvermarktung
Zur Zeit findet in Berlin die dritte"Wizards of OS"-Konferenz statt, die sich unter dem Titel"Der Planet des freien Wissens" mit freier Software und dem Austausch von Informationen auseinander setzt. (Bericht vom Donnerstag)
Am Freitag abend wurde auf dem WOS offiziell die freie Lizenz von Creative Commons in Deutschland gestartet.. (Artikel bei heise.de)
- siehe auch: Free Society: Von der Utopie zum Alltag
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Von dermateriellen Ware zur Information als Ware ?
Der technischeFortschritt wirkt sich auf die Art der Warenproduktion und diebestehenden Märkte aus. Noch mehr Wachstum ist durch Knappheitmaterieller Ressourcen limitiert. Konkurrierende Produkte sind kaumnoch unterscheidbar.
Gewinnmargen bei der Produktion vonmateriellen Gütern sinken.
Neue profitable Märktesollen wieder für Wachstum sorgen:
Anleger setzen großeHoffnung auf den immateriellen Sektor – dort wird investiertund der Boden für optimale Vermarktung bereitet. "Contentis King" -Ideologie des "New Economy" Hypes bei denKonzernen. "Informationsgesellschaft" als staatlichesLeitmotiv auf Seiten der Regierungen. Internationale Handelsabkommensollen ein weltweite Umsetzung dieser erweiterten Form derMarktideologie ermöglichen / beschleunigen. (zB WTO/TRIPS)
Dieser Wandel ist weltweit gekennzeichnet durch:
Umbau der Unternehmensstrategien: Investitionen in Märkte für Dienstleistungen & immaterielle Güter (Medien, Rechte)
statt nur Produktion von WarenNeoliberale Strukturanpassungsmaßnahmen
Privatisierung von bis dato öffentlichen Gütern.
Beispiel hier: Bildung, Wissen, Kultur, Kunst
Diese Sektoren müssen zu Märkten umgewandelt werden.Inwertsetzung von bisher nicht warenförmigen Gütern:
Zugang zu wissenschaftlichen Forschungsergebnissen
(zB bei Public-Private-Partnerships)
Unternehmen investieren in Forschung, können aber nur dann aus den gewonnenen Erkenntnissen Profit ziehen, wenn Forschungsergebnisse nicht mehr allen kostenlos zur Verfügung stehen.Deregulierung, Dominanz internationaler Abkommen über lokale Regelungen, erschreckender Mangel an demokratischer Kontrolle. Gesetzesinitiativen werden zentral, zB in Brüssel, zwischen Konzernvertretern und Bürokraten abgestimmt und lokal einfach nur noch umgesetzt.
Beispiel: EU-Richtlinie zum Schutz der Rechte an geistigem Eigentum - auf Wunsch der Rechte-Industrie durch das europäische Parlament gebracht von Frau MdEP Janelly Fourtou, die Ehefrau des Vorsitzenden des französischen Medienkonzerns Vivendi, Jean-Rene Fourtou.
Inhaber und Verwerter von Urheber-, Patent- oder Markenrechten können ohne die Einleitung umständlicher Strafverfahren umfassende Auskünfte über Bürger einholen, die sich des Verstoßes an ihrem "geistigen Eigentum" verdächtig gemacht haben. Hausdurchsuchungen und Beschlagname von PCs, sowie die systematische Rasterfahndung gegen "Piraten" werden ermöglicht.
EURO-FILZ - Die Interessen der Madame Fourtou:
http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/wirtschaft/345262.html
Europa macht Weg frei für E-Slavery:
http://de.indymedia.org/2004/03/76721.shtml
Copyright-Krieg in der EU
http://www.heise.de/tp/deutsch/special/copy/16931/1.html
"If you have anapple and I have an apple and we exchange these apples then you and Iwill still each have one apple. But if you have an idea and I have anidea and we exchange these ideas, then each of us will have twoideas." -- George Bernard Shaw
Information(digitalisiert) lässt sich ihrem Wesen nach verlustfreivervielfältigen. Ihre Qualität nimmt dabei nicht ab.
DerNutzen, den sie stiften kann, wächst mit der Anzahl derKopien.
Frei verfügbare und nutzbare Information kann alsoeinen enormen Nutzen stiften. Digitale Informationen sind dabei aberauch mehr als trockene Fakten oder technisches Know-How.
Eine Formdieses multiplizierbaren Nutzens ist zB der Genuss beim Höreneines Musikstücks. Auch wenn 100.000 andere Menschen das gleicheStück hören und genießen können, schmälertdas meinen Genuss daran nicht, eher im Gegenteil.
In der Digitalisierung und Vernetzung liegt bei freiem Austausch also ein großesPotential, die Lebensqualität vieler Menschen zu verbessern. Soweit so schön.
(Dabei ist aber nicht zu vergessen, dass noch viele Menschen weltweit darunter leiden, dass ihnen elementare materielle Gütervorenthalten werden.)
Das Problem liegt jetztauf Seiten derer, die mit Informationen unbedingt Geld verdienenwollen:
Bei Überfluss undfreier Verfügbarkeit >>keine Knappheit >> kein Anreiz Gelddafür auszugeben >> kein Verkauf >>kein Profit.
Da Informationenihrem Wesen nach frei verfügbar sind, muss mit allen Mittelneine künstliche Verknappung herbeigeführt werden.
Das physikalische Wesen von Informationen lässt sichzwar nicht ändern, wohl aber die Art, wie innerhalb vonGesellschaften im Rahmen der gängigen Kulturtechniken mitInformation umgegangen wird. Hier setzen die kapitalistischenVerwerter den Hebel an und versuchen auf vielen Ebenen das Paradigmavon Information und wie damit umgegangen wird im Sinne ihrerVermarktungsstrategien zu verändern:
Wer fordert, dass Wissen, zB über Krankheiten und Heilmittel, zum Teil entstanden an öffentlichen Forschungseinrichtungen, zum Wohle aller, Forschern und den Betroffenen zur Verfügung stehen soll, gefährdet ab jetzt wichtige Arbeitsplätze in der für jede Nation ja so wichtigen Hightech-Industrie.
Wer Audio-Aufnahmen, die er liebt, mit Freunden teilt, ist nicht mehr Musikenthusiast, sonder "Pirat" und bestiehlt angeblich Musiker. Dass die erstellten Kopien nirgendwo fehlen, hindert die Rechte-Inhaber nicht daran, polemisch von den Schäden in 2-stelliger Milliardenhöhe zu faseln, die durch skrupellose
Raub(!)-kopierer entstünden.Wer seine teuer bezahlte Musik-CD nicht auf dem eigenen Computer oder im Autoradio abspielen kann, und die Songs nicht auf den eigens dafür angeschafften mp3-Spieler kopieren darf, hat einfach noch nicht begriffen, dass : "Der Diebstahl geistigen Eigentums die größte Bedrohung für eine vielfältige und lebendige Kulturwirtschaft ist" und wir deshalb alle Opfer bringen müssen. ( DRM = Digital Restriction Management )
Zitat: Gerd Gebhardt, Vorsitzender der deutschen Phonoverbände IFPI
(...lassen sich ambesten durchsetzen, wenn man als Anbieter eine marktbeherrschendeQuasi-Monopolstellung hat. Sie helfen gleichzeitig dabei, dasentsprechende Marktsegment abzuschotten und das eigeneMonopol/Kartell zu verteidigen.)
nicht-offene Standards / Formate
binden Inhalte an bestimmte Abspielgeräte.
Konkurrenten erhalten nur gegen Lizenzzahlung Zugang.
Alternative / Kritische Inhalte bleiben ganz draußen.TV-Set-Top-Boxen:
Leo Kirchs premiere d-box vs. MHP als offener StandardDigitale Audio- & Videoformate:
Lizenz-und DRM-behaftete Formate:mp3, wmf, real-media, asf vs. freie Audio & Video Codecs, zB http://www.vorbis.org
Funktion von Geräten und Programmen wird künstlich beschränkt
Digitale Audio-Player spielen nur bestimmte "sichere" Formate ab, obwohl sie auch freie Formate spielen könnten.
Kopierprogramme weigern sich bestimmte Medien zu kopieren, obwohl Kopien technisch möglich wären.
Kopierschutzmechanismen auf Medien
Inhalte, die auf DVDs oder CDs ausgeliefert werden, sollen möglichst nicht mehr kopierbar sein.
Um ihre Vermarktungsabsichten durchzusetzen habendie Rechteverwerter viele Gesetze ändern lassen, bzw. an derSchaffung neuer Rechtsnormen aktiv mitgearbeitet.
Einwichtiges Ziel dabei war die Etablierung des Begriffs "GeistigesEigentum", der suggerieren soll, man könne an geistigenLeistungen wie zB Ideen oder Liedern ein rechtmäßiges"Eigentum" erwerben.
Dieses "Eigentum" sehen sie nun durchbisher gängige Kulturtechniken, wie die Weitergabe vonWissen und das private Teilen von Musik, gefährdet. Deswegenmüssen neue Gesetze her, um den "Raub" an ihrem"Eigentum" zu unterbinden.
Harte Strafen müssen nachhaltig abschrecken,da bei vielen NutzerInnen von Informationen logischerweisejegliches Unrechtsbewußtsein fehlt.
Der vermeintlicheSchaden entsteht ja auch nur nach der abstrusen Konstruktion, dassder "Eigentümer" durch die Nutzung der Informationen,die ihm "gehören", geschädigt wird.
Mit "Geistigem Eigentum" ist in Wirklichkeit ein immaterielles Monopolrecht gemeint.
http://de.wikipedia.org/wiki/Immaterielle_Monopolrechte
Rechtsnormen, die die Nutzung von Informationeneinschränken sollen:
Patentrecht / Lizenzrecht
Immer mehr gilt als patentierbar: technische Verfahren, Algorithmen, biologische Organismen, Ideen, Konzepte...
Es wird von den Rechteverwertern bedingungslos genutzt, um aus den Informatoinen, die sie in ihren "Besitz" gebracht haben, den maximalen Gewinn zu schlagen.Patente auf Medikamente zB gegen AIDS
http://www.heise.de/tp/deutsch/special/copy/11955/1.htmlNap Hal Weizen, Monsanto
http://www.greenpeace.org/deutschland/?page=/deutschland/fakten/gentechnik/patente/monsanto-und-weizen—diebstahl-per-patent
Patente sind auch eine scharfe Waffe, wenn es um das Ausschalten unliebsamer Konkurrenz geht. Da auch sehr grundlegende Verfahren patentiert werden ("Übersetzung zwischen zwei Objekten") ist es leicht, anderen Unternehmen oder Gruppen ein Patentverletzung zu unterstellen und mit Schadensersatzforderungen für einen enormen Streitwert zu sorgen. Großkonzerne unterhalten dafür Lizenzrechtsabteilungen mit Hunderten von Anwälten. Kleineren Unternehmen oder Organisationen bleibt da meist nur der Rückzug, selbst wenn sie zu Unrecht Angeklagt sind, ihnen fehlen die Mittel dies zu beweisen.
Beispiel für abstruse Softwarepatente:
http://swpat.ffii.org/patente/muster/index.de.html
Großkonzerne schließen im Rahmen von sog. Patentaustauschabkommen jeweils untereinander Nichtangriffspakte,
in denen sie sich gegenseitig freien Zugang zum eigenen Patentschatz gewähren. Sie profitieren als einzige von der um sich greifenden Patentierbarkeit, indem sie ihre Märkte abschotten und die Gewinne unter sich aufteilen können.Urheberrecht
Sollte eigentlich AutorInnen vor gewerblichen Plagiaten schützen.
Keine Autorenleistung (Text, Melodie, Film) ist ohne den kulturellen Kontext denkbar, aus dem sich die Autorin frei bedienen kann. (zB Sprache, Tonleitern, visuelle Codes...)
Ein schöpferisches Werk ist also nie eine 100%ige Eigenleistung, sondern fußt immer auf den Errungenschaften anderer Schöpferinnen. Deswegen galt es bisher als selbstverständlich, dass ein Werk auch wieder Teil des gesamten kulturellen Erbes wird, und andere es konsumieren, kommentieren oder zitieren dürfen und sich dadurch ihrerseits zu eigenen Werken anregen lassen. Das Geben und Nehmen von Inhalten ist traditionelle Kulturtechnik.
Öffentliche Bibliotheken, wo Menschen sich unentgeltlich Bücher zum Lesen oder CDs zum Hören ausleihen können, sind ein Ort, wo diese Kultur noch gepflegt wird.
Des Urheberrecht sollte Autoren die Möglichkeit geben, von ihren Werken zu leben. Eine unerlaubte kommerzielle Verwertung wurde für einen bestimmten Zeitraum ausgeschlossen.
Dabei ging es aber immer um eine Balance zwischen den Interessen der KünstlerInnen und denen des öffenlichen Kulturbetriebs.
Heute dient das Urheberrecht nicht mehr den KünstlerInnen, sondern den Rechteverwertern, die den Künstlern die Rechte an ihren Werken pauschal abkaufen, um sie dann auf den Märkten für Musik, Bücher oder Film mit dem Ziel verwerten, dabei möglichst viel Geld zu verdienen.
Kulturelle Aspekte oder das Interesse der Öffentlichkeit, freien Zugang zu den Werken zu haben, sind für sie unerheblich, da sich solche Anliegen nicht zu Geld machen lassen.
Sie sind "Eigentümer" der Werke, und wer sie nutzen möchte, soll möglichst jedes mal dafür zahlen.
Auch hier geht es wieder darum, gängige Kulturpraxen in der öffentlichen Meinung so umzudeuten, dass der optimalen Vermarktung nichts mehr im Wege steht.
Nicht-kommerzielle private Kopien sollen technisch unmöglich gemacht werden, und Menschen, die Kopien von verwertbaren Werken anfertigen, werden zu "Räubern & Piraten", die die Gesellschaft schädigen und Arbeitsplätze vernichten.Hausdurchsuchungen, Razzien, Gefängnisstrafen für die Weitergabe von urheberrechtlich geschützten Daten: längst keine Orwellsche Fiktion mehr, sondern tägliche Realität.
Da das bei vielen (mangels Unrechtsbewußtsein) etwas Befremden auslöst, muss mit Propagandamaschinerie auf Hochturen gebracht werden:
"Raubkopierer SIND Verbrecher !"
http://www.hartabergerecht.de
Im Zeitalter vomDSL-Übertragungsraten und Kopien per DVD-Brenner ist es relativschwierig, die freie Verbreitung von Informationen zuverhindern. Eine Verbreitung, die nicht im Sinne der Rechte-Verwerterist, lässt sich nur durch eine allumfassende Kontrolle jederForm der Mediennutzung erreichen.
Dabei muss tief in diePrivatsphäre der NutzerInnen eingegriffen werden.
Auf der technischenSeite geschieht das zum einen, indem Inhalte so kodiert werden, dassder Nutzer zB eines gekauften Liedes jederzeit eindeutig persönlichidentifizierbar bleibt.
Wird der Song an jemandanderen weitergegeben, oder auch nur auf ein anderes Abspielgerätübertragen, lässt er sich nicht mehr abspielen. Da sichaus dem (im Song versteckten) Wasserzeichen der Käufer, der mitder unerlaubten Weitergabe zum Straftäter geworden ist,ermitteln lässt, können die Rechte-Inhaber sogleich dieStrafverfolgung einleiten. Musik und Filme wird manmöglicherweise bald nicht mehr anonym kaufenkönnen.
Forensisches Wasserzeichen verhindert Raubkopien:
http://derstandard.at/?id=1632107
KommerzielleAbspielsoftware und besonders das Windows-Betriebssystem vonMicrosoft werden so weiterentwickelt, dass eine umfassende Kontrolledes Verhaltens der Nutzer ermöglicht wird.
Beispiel: Wie viel Prozent der WindowsBenutzerInnen haben wohl im Sommer 2002 beim Installieren eines dervielen Sicherheits-Updates für den Windows-Mediaplayer bemerkt,dass sie mit dem Lizenzvertrag für das Update gleichzeitigMicrosoft das Recht einräumen, jederzeit automatischneue DRM Software auf ihren Rechnern einzuspielen, wenn dies demSchutz von Urheberrechten dient.
DRM (Digital RightsManagement) (eigentlich besser Digital Restriction Management)soll dafür sorgen, dass ComputernutzerInnen Daten wirklichnur noch so nutzen können, wie das die Rechte-"Inhaber"vorgesehen haben.
Man kauft eine DVD undbezahlt zB für 2x Anschauen. DRM stellt dann sicher, dassspätestens beim 3. Abspielen der Bildschirm schwarz bleibt. Erstwenn man nochmal Geld überweist, läuft der Film nochmal.
Eines der vielenProblem dabei ist, dass bei vielen kommerziellen Geschäftsmodellendie Nutzungsrechte in zentralen Datenbanken verwaltet werden, ohnedass die Identität der NutzerInnen anonymisiert wird. Einezentrale Datennutzungs-Abrechnungsstelle wüsste also immer,wer wann welche Musik hört, welche Computerprogramme nutztoder wer welche Filme mag.
Wirklich bedrohlich fürdie Demokratie wird die immer weiter vorangetriebene Verknüpfungvon sog. "Sicherheit" und und dem Bestreben der Konzerne,jede Form der Datennutzung, die nicht in ihrem Sinne ist, zuunterbinden.
Mithilfe einerTechnologie, die unter dem Namen TCPA (Trusted Computing PlatformAlliance) eingeführt wurde, soll der Computer zu einer"sicheren" Plattform werden. Sicher für dieRechte-Inhaber, die dann nämlich sicher sein können, dassdie Computer nur noch das mit "ihren" Daten machen, was siezulassen.
Die nächsteWindows-Version (Longhorn ab 2006) wird dazu 2 Modi bieten, einen"Sicheren" und einen "Unsicheren". Außerdemwird mithilfe eines neuen Chips auf den Computerhauptplatinen jederPC eindeutig identifizierbar sein. Urheberrechtlich geschützteProgramme und Inhalte wie Filme und Musik werden nur noch im"Sicheren" Modus des PC laufen, und schon bei derAuslieferung über die eindeutige PC-Nummer fest an dieses Gerätgebunden. "Raub"kopien sollen damit technisch unmöglichwerden.
"Unsichere" -also nicht von einer zentralen Stelle als "legal" befundeneSoftware und nicht signierte Inhalte - werden die Geräte nichtmehr im "sicheren" Modus abspielen. Wie lange es den"Unsicheren" Modus noch geben wird, bzw. ob Benutzer bereitsind, für das Ansehen von Inhalten, die nicht von zentralerStelle als "legal" und "sicher" abgesegnet sind,ihre Rechner jedesmal in einen anderen Betriebszustand zu versetzen,ist fraglich.
Bisher ist völligunklar, wer diese "Sicherheits"-Signaturen zu welchenBedingungen vergeben soll, und zB wie viel sie kosten sollen.
Wer immer dieseFunktion übernimmt, entscheidet darüber, welche Inhalte auf"sicheren" Endgeräten wiedergegeben werden können,und welche außen vor bleiben. Unerwünschte Inhaltebekommen einfach keine Signatur und werden von den Endgerätendann genauso behandelt wie Viren oder "Raubkopien".
Ein weiteres großesProblem für die Demokratie sind die umfangreichenLobby-Aktivitäten der Rechte-Verwerter. Medien-Großkonzernewie zB Bertelsmann beschäftigen Heerscharen von Rechtsanwältenund Medien-"Experten". Sie betreiben eigene Institute, diein ihrem Sinne forschen und veröffentlichen. Darüber hinaussind sie sehr attraktive Kooperationspartner für Politiker,Parteien und Verbände. Über ihre Zeitungen und TV- undRadiostationen haben sie direkten Einfluss auf die öffentlicheMeinung. Das perfekte Zusammenspiel von Medienmacht und Politik lässtsich in Berlusconis Italien beobachten, ebenso wie die verheerendenAuswirkungen auf Demokratie und Rechtsstaat.
WarumInformations-Technologie für progressive Politik wichtig ist?Mehr & gleicherer Zugang, weniger Überwachung
Ohne gleichen Zugangzu Informationen keine gleichen Rechte.
Übermehr Information als andere besser verfügen zu können wirdimmer mehr zur Grundlage von Herrschaftsverhältnissen.
Esherrschen nicht mehr nur die "Starken" über die"Schwachen".
Ein Wissensvorsprung und das geschickteSteuern von Informationsflüssen sind Möglichkeiten,eine Position rücksichtslos auf Kosten anderer durchzusetzen.Das gilt im globalen Maßstab genauso wie in persönlichenBeziehungen zwischen Menschen.
Informationshierarchien abzubauenheißt Herrschaft entgegenzuwirken.
Ohne Kontrolle übermeine Daten keine Freiheit.
Informationelle Selbstbestimmung,Datenschutz
Ein deutlichesKennzeichen repressiver Systeme ist die Auflösung despersönlichen Schutzraums, der Privatsphäre, die nichtdurch staatliche oder privatwirtschaftliche Kontrollinstanzenüberwacht wird. Nur in überwachungsfreien Räumen istes Menschen möglich, sich ungezwungen zu entfalten und frei undunbeeinflusst allein oder gemeinsam über sich selbst und dieGesellschaft zu reflektieren.
Nur ein freier unkontrollierterAustausch solcher Ideen und Positionen macht die kritische Teilnahmean den gemeinschaftlichen Prozessen möglich, ohne diegesellschaftlicher Fortschritt undenkbar wäre. Werstets fürchten muss, dass all seine elektronische Kommunikationund sein Medien-Nutzungsverhalten überwacht und ausgewertetwird, gerät gegenüber dem herrschenden System in dieDefensive, schränkt sein Verhalten ein, um bloß nichtaufzufallen, selbst wenn es gar keine direkten Sanktionen zubefürchten gibt.
In den unterschiedlichsten selbst organisiertenProzessen ist es jenseits des Marktes möglich, sich den Umgangmit den teilweise komplexen Werkzeugen der Wissensgesellschaftanzueignen und sie produktiv zu nutzen.
Einige Ziele könntensein:
Aufbau einer fairen, alternativen Wissens und Informationskultur
(statt einer kapitalistischen "Informationskonsumgesellschaft")Informationen teilen und ihrer kapitalistischen Verwertung aktiv entgegentreten
Auf die Gefahren hinweisen, die entstehen, wenn man die Macht über Informationen und die Werkzeuge zu ihrer Verbreitung denen überlässt, deren einziges Ziel es ist, damit möglichst viel Geld zu verdienen. (Privatfernsehen...)
Bewusstsein schaffen für das emanzipatorische Potential von freiem Informationsaustausch und gleichberechtigtem Zugang
Techniken der Informations"beherrschung" lernen und lehren (Empowerment)
gängige Formen der "Wissensvermittlung" kritisch hinterfragen
(wer soll/darf was wie lernen?)Selbstbestimmte, nicht-hierarchische, dezentrale, horizontale Informations-Netze aufbauen
Über die Gefahren von um sich greifender Überwachung aufmerksam machen und offenlegen, wie die NutzerInnen von den kommerziellen Anbietern von Informationen zukünftig gegängelt werden.
Ansätze, die das paradoxe, perverse Paradigmavon der "Information als Ware" ignorieren, bzw. ihrbewusst das Ziel der frei verfügbaren, beliebig reproduzierbarenInformation entgegensetzen, waren in letzter Zeit überraschenderfolgreich.
Die GNU/Linux und OpenSource Software Bewegung
Anstatt jeder für sich an neuen Programmen zu arbeiten und dann auf dem Markt gegeneinander in Konkurrenz zu treten, entwickeln Menschen gemeinsam bessere Programme, die dann jeder frei nutzen darf. Software ist kein Produkt mehr, das in Pappkartons verkauft wird, sondern wird Teil eines weltweiten frei verfügbaren Wissensschatzes, aus dem sich alle, denen die so erstellt Software nutzt, bedienen können. Immer jedoch unter der wichtigen Bedingung, dass sie Verbesserungen, die sie selbst hinzufügen, wieder der Allgemeinheit zugänglich machen.
Geben und Nehmen - ein Prozess von dem alle profitieren außer den großen Software-Konzernen. Ihr Vermarktungsmodell, mit dem sie jährlich viel Milliarden verdient haben, ist hinfällig. Problematisch ist, dass diese Konzerne starken Einfluss auf Regierungen und Verbände nehmen, um künstliche gesetzliche Barrieren gegen freie Software zu errichten. (Software-Patente)Das weltweite Basis-Nachrichtennetzwerk indymedia erreicht täglich Tausende von Menschen mit wichtigen Informationen, die in den Nachrichtenkanälen der Medienkonzerne nicht vorkommen. Dabei entscheidet nicht die kommerzielle Verwertbarkeit einer Nachricht, sondern ob sie jemand wichtig genug ist, dass er persönlich einen Artikel dazu verfasst.
In globalen, dezentralen peer-to-peer-Filesharing-Netzen gewähren sich Millionen von Nutzern weltweit Zugriff auf die Inhalte auf ihren heimischen Festplatten. Ein freier Austausch von Daten wird ermöglicht. Auch Inhalte, die von den Medienkonzernen ignoriert werden, weil sie nicht (mehr) kommerziell verwertbar sind, werden so verfügbar.
offene Archive mit frei verfügbaren Inhalten
(frei = frei nutzbar / ungebunden / offene Standards)www.Wikipedia.org, freie gemeinschaftlich erstellte und gepflegte Enzyklopädie, 270.000 Einträge in vielen Sprachen
www.Archive.org, archiviert alte Internetseiten und bietet viele Terabyte an freien Inhalten (Filme, Texte, Audio) an.
Projekt Gutenberg, meist historische Texte, die kostenlos gelesen werden können
Dublin Core Meta-Data Initiative
Einheitlicher Standard, um Inhalte mit Meta-Informationen auszuzeichnen. Ermöglicht eine systematische Suche nach verfügbaren Inhalten
Ist eine Initiative,die ProduzentInnen von Inhalten (MusikerInnen, AutorInnen,FilmemacherInnen) dazu anregen will, unabhängig von großenMedienkonzernen ihre Arbeiten anderen zur Verfügung zu stellen.Dabei können sich die KünstlerInnen selbst aussuchen,welche Rechte sie den NutzerInnen zugestehen wollen und welche nicht.(Kopieren, Verändern, Weiterverbreiten).
Dem rigorosen "allrights reserved" der kompromisslosen kapitalistischen Verwertungwird ein "some rights reserved" entgegengesetzt, daseinen Ausgleich der Interessen zwischen KünstlerInnen und ihremPublikum wieder möglich macht.
Selber machen:Ein paar Anregungen, was Du tun kannst, diefreie Verbreitung von Informationen voran zu bringen und den globalenWissensschatz mit aufzubauen.
Du kannst Dich aktiv an den oben beschriebenen Initiativen beteiligen. Beispielsweise Artikel für Wikipedia oder indymedia schreiben. Wenn Du selbst oder Deine FreundInnen Musik machen (oder andere Kunstwerke produzieren), kannst Du sie ermutigen, ihre Werke unter einer freien Lizenz zu veröffentlichen.
Deinen Computer kannst Du von Windows auf Linux umstellen. Des geht einfacher, als die meisten Menschen denken. Linux ist heute nicht komplizierter zu bedienen als Windows, nur eben manchmal ein wenig anders. Oft lässt es Dir mehr Freiheiten als konzerngebundene Software.
Dank immer benutzerfreundlicherer open-source-Software, musst Du auf den gewohnten Komfort grafischer Benutzeroberflächen schon seit langem nicht mehr verzichten. Hintergrund: Die meisten DRM-Strategien der Rechte-"Inhaber" basieren darauf, dass es auch weiterhin nur ein Monopol-Betriebssystem gibt. Sobald die NutzerInnen wieder die Wahl haben, müssen sie sich nicht mehr jede Einschränkung gefallen lassen.Mit FreundInnen und Bekannten darüber reden, wie in unserer Gesellschaft zukünftig mit Informationen umgegangen werden soll. Kooperieren und fair teilen? Oder denen das Feld überlassen, für die Information nichts als Ware ist, die ihnen möglichst hohe Profite einbringen soll?
Wenn Du die Informationen in diesem Text spannend fandest, kannst Du ja das PDF ausdrucken, kopieren und weiter verteilen.
(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)
Ergänzungen
hoch damit!
D.h. wenn ich nicht erst grundsetzlich über die Aufteilung der verbleibenden Arbeit und des damit erwirtschafteten Geldes nachdenke (-n will). Ich möchte damit sagen, dass anstatt die durch die Industrialisierung freigestellte Arbeitszeit so weltweit verteilt wird, dass alle die möchten Arbeit haben. Dies zu einer Gegenleistung, die es möglich macht ein lebenswertes Leben zu führen. Wenn ich meine Zeit mit anderen Dingen vertreiben möchte sollte ich allerdings aber nicht Leben müssen wie ein Hund. Eine von grund auf neue Diskussion über Arbeit, Geld, usw. war wohl noch nie so nötig wie heute.
Ob ich nun Arbeit, Ressourcen oder Informationen teile - es ist zum wohle Aller.
Come together - auf eine neue historische Ebene unserer aller Welt
Artikel zu Wizards of OS
ergänzung zur ergänzung und doch
und informeller sektor mit
schade dass in den ergs kein html möglich ist.
Livestream zur WOS3
Am bestem mit dem VLC_Player (
Link zum Stream: rtsp://141.20.1.33:554/WOS3/wos3_track1.sdp
und rtsp://141.20.1.33:554/WOS3/wos3_track2.sdp
frage
Wizards of OS 3
er ging auf die geschichtliche bedeutung dieser zu einem lied (siehe film 23) gedichteten phrase ein, die bereits im 12. jahrhundert entstand und noch heute aktuell ist.
dann erläuterte er die herausforderungen des kampfes u.a. für freie meinungsäusserung und freiem zugang zu wissen.
hier eine kurze zusammenfassung auf englisch von der website
The phrase from the 12th centure travels down European history as a struggle which we are engaged in. There exists a relation in the struggle against control of thought – whether of education and publication by the Catholic church, censorship by state power or controlling content by owners – we have been struggling for freedom of thought, against power for a millennium. The struggle for human equality is related to the struggle for freedom of knowledge – and rightly so. We have to fight it, because we are on the sunny side of globalization – which is a project to enrich the sahreholders, which are the few, by controlling knowledge for the many.
Practical revolution is based on two things: proof of concept, and running code. Which means: do it first, allow the implications of what has been done to settle in. Technology itself is irreversible. Having brought into being the tools for liberation, it is now our duty to use them. This is our special role in the struggle for freedom of thought that we owe to industrial capitalism of the 20th centure. All that was solid melted into air – and air was something that we all knew we can freely breath. This is was digitization means.
Moglen also commented on the issue of wireless networks, saying that spectrum allocation is an evil whose time has come.
ineressant waren zwei fragen über die technologischen voraussetzungen für den zugang zu wissen im internet.
in manhattan ging er in ein starbucks, wo internet-zugang für 6$ am tag (oder 30$ im monat) zu haben ist, baute dort einen wireless access point auf und gab so menschen im umkreis kostenlosen anschluss ans internet.
auf die frage eines mannes aus ghana über den nachteil z.b. afrikas gegenüber der "reichen zivilisierten westlichen welt" brachte er einen geschichtlichen rückblick zurück zum ausgangspunkt seiner rede. als sich "Die Gedanken sind frei" in europa entwickelte, war dieses im gegensatz zu aderen zivilisationen wie z.b. bagdad unterentwickelt, erst jahrhunderte später wurde es machtvoll.
er sah sein tun und handeln im geschichtlichen kontext, so kann auch z.b. der "fight" gegen monopole, kapitalismus und meinungs- /wissensunterdrückung sehr wahrscheinlich in seiner lebenszeit noch nicht beendet sein, es sei ein stetiger weg.
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an "möchtegernkünstler": gleich findet die veanstaltung "Ökonomie der Freien Software" statt, die sch genau mit dieser frage beschäftigt:
und Bildungsurlaub nehmen
z.B. Bildungsurlaub
eine konkrete möglichkeit ein Gesetztlich erkämptes Recht auf 5 Werktage bezahlten Bildungsurlauf/Bildungsfreistellung nach eigener Wahl!
z.B.
Anders leben, anders arbeiten, anders entscheiden
Gelebte Utopie im gesellschaftlichen Kontext
Das Beispiel der Kommune Niederkaufungen soll die TeilnehmerInnen anregen herauszufinden, welche Vorstellungen und Wünsche sie für ihre Zukunft haben. 11.10– 15.10.2004
und ich werde auch von windows auf linux wechseln.
Kleine Korrektur
Das ist so nicht richtig. Dieses Prinzip (bekannt als "Copyleft": Gemeint ist, daß Veränderungen der Software unter der gleichen Lizenz weitergegeben werden müßen, unter der man die ursprüngliche Software erhalten halt - dies verhindert, daß man proprietäre/unfreie Software auf Basis von freier Software entwickelt.) gilt in Teilen der FS/OSS (Free Software / Open Source Software) Welt, aber nicht in jedem Fall. Ein Großteil von FS/OSS wird ohne dieses Prinzip verbreitet, und die meisten Leute verstehen die Begriffe FS und OSS so, daß das Copyleft-Prinzip optional ist.
Die GPL als meistgenutzte FS/OSS Lizenz enthält ein Copyleft, aber andere weitverbreitete Lizenzen (z.b. sogenannte BSD-style Lizenzen) nicht.
Unter "Die GNU/Linux und OpenSource Software Bewegung" vermisse ich auch einige sinnvolle Links:
Vielleicht kann man die ja noch einfügen. Ansonsten ein guter Artikel.
Viel interessanter...
ALLE zahlen einen monatlichen Betrag und der wird dann je nachdem wie oft die Musik eines Künstler gehört (nicht downloads) wird, anteilig an den Künstler gezahlt. Damit werden die guten, d.h. oft gespielten Künstler, auch besser entlohnt.