Barcelona: 10 Gründe gegen das Forum 2004
Das Forum 2004 ist ein Megaevent in Barcelona, Spanien, vergleichbar vielleicht mit der deutschen Expo 2000. Es begann am 8. Mai und wird drei Monate lang den zahlenden BesucherInnen die Pforten öffnrn. Hier: die Gründe der Protestbewegung gegen das Forum. Weitere Texte findet ihr bei
http://barcelona.indymedia.org/index.php (englisch, spanisch, catalan) koordinierte Übersetzungen finden hier statt:
http://docs.indymedia.org/edit/Local/BcnForumTradux
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10 Gründe gegen das Forum 2004
1. Spekulation
Der Stadtrat von Barcelona entwickelt die Stadt entsprechend seinen ökonomischen Interessen und denen des Privatkapitals, und nicht entsprechend den Bedürfnissen der Stadtplanung. Wir erhalten eine Vorstellung ihrer Interessen, wenn wir die raschen Umbaumassnahmen des Ortes, wo das Forum stattfinden soll, mit dem Restaurationsprozess in unterpriveligieten Gebieten vergleichen. Eines der signifikantesten Beispiele sind die Verbesserungen in La Mina, einem unterprivilegierten Vorort in der Nähe des Forums. Nur 72 Mio. für Verbesserungen in diesem Gebiet, im Vergleich zu 2300 € Mio. für das Forum 2004
2. Das "Neue" Barcelona
Barcelona verwandelt sich in eine Touristen- und Freizeitstadt.
Wir glauben nicht, dass dieser Wandel zu einer ökonomischen, sozialen und ökologischen Nachhaltigkeit führt, die in der Lage ist, den EinwohnerInnen einen guten Lebensstandard, einen guten Job und gute Wohnverhältnisse zu garantieren. Das neue Stadtmodell wird unsere Stadt in einen Ort verwandeln, der die sozialen Bedürfnisse der BürgerInnnen hinter dem Touristiksektor in Vergessenheit geraten lässt.
3. Das Forum 2004 geht nicht respektvoll mit seiner Umwelt um
Es ist schwer zu glauben, dass das Forum sich um eine nachhaltige Umwelt sorgt, wenn die bisherigen Arbeiten eine Änderung der maritimen Umwelt, eine Verschwendung natürlicher Resourcen und die Konstruktion riesiger Häuser (Hotels, Versammlungszentren, ...) mit sich brachten.
Wir sollten nicht vergessen, dass die ENDESA (eine der Partnerfirmen des Forums) an vierter Stelle bei den europäischen CO2 Emissionen liegt.
4. Die politischen und finanziellen Sponsoren des Forums
Die kapitalistischen Partner des Forums sind die Endesa Gruppe, Telefónica, La Caixa, Toyota und El Corte Inglés, und ihre Sponsoren IBM, Indra, Iberia, Damm, Media Pro, Nestle, Nutrexpa, Randstad, Henkel, Leche Pascual, Coca-Cola, Roca, GL Events und AGBAR. Unter ihnen fanden wir Firmen, die bekannt sind für ihren aggressiven Umgang mit der Umwelt und indigenen Völkern, wie ihre eigenen Beschäftigten und KonsumentInnen berichteten und die in der Kriegsökonomie und an der unternehmerischen Globalisierung beteiligt waren.
Die Teilnahme am Forum 2004 versorgt sie mit einem neuen Image, Werbe- und Finanzvorteilen.
Auf der anderen Seite die politischen Organisatoren: der Stadtrat von Barcelona, die autonome Regierung von Katalonien und die spanische Zenralregierung. Denkt irgend jemand daran, dass sie die Werte des Forums unterstützen? Zum Beispiel Räumungen, Parteiengesetz (dieses Gesetz erlaubt dem Spanischen Obersten Gerichtshof Parteien zu verbieten) Anti-Terror Gesetze, Arbeitsreformen, Korruption, Privatisierung öffentlicher Gesundheitsvorsorge und Bildung
5. Die Forumsorganisatoren illegalisieren MigrantInnen
Sie sprechen von Multikulturalität und Menschenrechten aber errichten gleichzeitig Hindernisse für die Immigration.
Die Körperschaften, die das Forum organisieren, sind verantwortlichfür die Annahme von Immigrationsgesetzen und dafür dass MigrantInnen illegalisiert werden. Wir sollten nicht vergessen, dass wiederholt über rassistisches Verhalten der Polizeikräfte berichtet worden ist.
6. Das Forum unterstützt die Kriegsökonomie
Es nahm nicht an den Protesten gegen den Irakkrieg teil, weil die Spanische Zentralregierung ein Koorganisator des Forums ist. Das Forum wird nicht nur von Unterstützern der Kriegsökonomie organisiert sondern auch von denen, die uns jeden Tag durch Prekarisierung der Arbeit und des Wohnens attackieren. Es verletzt uns zu sehen, wie Verteidigungsausgaben steigen, um die spanische Einheit aufrechtzuerhalten, während auf der anderen Seite die Sozialausgaben sinken. Ein anderes Beispiel sind INDRA, ein wichtiges Unternehmen der Rüstungsindustrie und el Corte Ingles, Iberia, La Caixa und Telefònica, sie alle investieren in Rüstungstechnologien und sind Sponsoren und Partner des Forums.
7. Die Forumsorganisatoren sind diejenigen, die sozialen Problemen mit Repression begegnen
Eine der Botschaften des Forums ist, dass alles im Dialog geregelt werden kann und dass spanische Körperschaften uns partizipative Wege geben, jedes Problem zu lösen. Aber die eigentliche Botschaft tritt nicht in Erscheinung: die soziale Kontrollpolitik. Sie wollen uns zu einfachen KonsumentInnen reduzieren, KulturkonsumentInnen, PolitikkonsumentInnen, SozialkonsumentInnen, ... Wenn wir ihre Politik nicht akzeptieren, und versuchen auf autonomen Wegen zu partizipieren, werden wir als Verdächtige behandelt und die Politik gegen uns ist nicht die des Dialogs sondern die von Recht und Gesetz. Und wenn wir sehen, wie die Probleme in unserer Gesellschaft aussehen, ist ihre übliche Antwort die Polizei.
8. Forum 2004: Ein nicht partizipativer Raum, wo Dialog eine Schande ist
Die Forumsorganisatoren scheuen keine Mühe, den Event als eine kulturelle Initiative zu präsentieren, offen für jeden und jede und in der Lage soziale Kritik anzunehmen. Sie sprechen über partizipative Demokratie aber das Forum ist eine vorbestimmtes Ereignis, umgesetzt, vermittelt und vertraglich abgesichert durch die, die regieren. Die BürgerInnenbeteiligung wurde unterbunden und nun wollen sie uns zu einem passiven Publikum werden lassen, als ob sie das Forum durch die Teilnahme von sozialen Bewegungen rechtfertigen wollten. Mehrere soziale Organisationen und Bürgervereinigungen nehmen nicht teil weil ihre Vorschläge von den Forumsorganisatoren nicht akzeptiert wurden.
9. Multikulturalität - das Märchen der Globalisierung
Nicht nur dass das Forum 2004 Zigeunerkultur nicht berücksichtigt und deren Teilnahme an dem Event verhindert, es schliesst auch diejenigen, die in dem Gebiet leben aus.
Was bedeutet kulturelle Vielfalt, wenn das Forum seine eigene Kultur und Sprache unterdrückt? Die Widersprüche und Komplexitäten der Globalisierung sollen verschwinden unter dem Mäntelchen der Multikulturalität.
Endesa, einer der Partnerunternehmen des Forums zerstört Mapuche Gemeinden weil sie nicht an dieser Form von "Multikulturalität" teilnehmen wollen.
10. Forum 2004: Wo Kultur und Werte ein Geschäft sind
Die Message des Forums ist klar: Barcelona ist seine Kultur. Wenn das Forum über die Kreativität der Leute von Barcelona spricht, verkauft sie sie als Image einer Handelsmarke das vom Touristik Sektor genutzt werden wird. Um dies zu erreichen entledigt sie die Kultur von Politik: von kritischen Gedanken, von antagonistischer Kreativität, von dem Ungehorsam, der noch immer von den Sozialen Bewegungen verteidigt wird.
Das Wort "Kultur" wird benutzt um die Konflikte in der Stadt zu verschleiern und sie heuchlerisch in einen Touristenslogan zu verwandeln: Barcelona, die Hauptstadt des Friedens.
Wir werden nicht zulassen, dass sie uns als Extra in einer Stadt benutzen, die in einen Themenpark verwandelt wurde, der nicht die wahre Vielfalt abbilden kann.
1. Spekulation
Der Stadtrat von Barcelona entwickelt die Stadt entsprechend seinen ökonomischen Interessen und denen des Privatkapitals, und nicht entsprechend den Bedürfnissen der Stadtplanung. Wir erhalten eine Vorstellung ihrer Interessen, wenn wir die raschen Umbaumassnahmen des Ortes, wo das Forum stattfinden soll, mit dem Restaurationsprozess in unterpriveligieten Gebieten vergleichen. Eines der signifikantesten Beispiele sind die Verbesserungen in La Mina, einem unterprivilegierten Vorort in der Nähe des Forums. Nur 72 Mio. für Verbesserungen in diesem Gebiet, im Vergleich zu 2300 € Mio. für das Forum 2004
2. Das "Neue" Barcelona
Barcelona verwandelt sich in eine Touristen- und Freizeitstadt.
Wir glauben nicht, dass dieser Wandel zu einer ökonomischen, sozialen und ökologischen Nachhaltigkeit führt, die in der Lage ist, den EinwohnerInnen einen guten Lebensstandard, einen guten Job und gute Wohnverhältnisse zu garantieren. Das neue Stadtmodell wird unsere Stadt in einen Ort verwandeln, der die sozialen Bedürfnisse der BürgerInnnen hinter dem Touristiksektor in Vergessenheit geraten lässt.
3. Das Forum 2004 geht nicht respektvoll mit seiner Umwelt um
Es ist schwer zu glauben, dass das Forum sich um eine nachhaltige Umwelt sorgt, wenn die bisherigen Arbeiten eine Änderung der maritimen Umwelt, eine Verschwendung natürlicher Resourcen und die Konstruktion riesiger Häuser (Hotels, Versammlungszentren, ...) mit sich brachten.
Wir sollten nicht vergessen, dass die ENDESA (eine der Partnerfirmen des Forums) an vierter Stelle bei den europäischen CO2 Emissionen liegt.
4. Die politischen und finanziellen Sponsoren des Forums
Die kapitalistischen Partner des Forums sind die Endesa Gruppe, Telefónica, La Caixa, Toyota und El Corte Inglés, und ihre Sponsoren IBM, Indra, Iberia, Damm, Media Pro, Nestle, Nutrexpa, Randstad, Henkel, Leche Pascual, Coca-Cola, Roca, GL Events und AGBAR. Unter ihnen fanden wir Firmen, die bekannt sind für ihren aggressiven Umgang mit der Umwelt und indigenen Völkern, wie ihre eigenen Beschäftigten und KonsumentInnen berichteten und die in der Kriegsökonomie und an der unternehmerischen Globalisierung beteiligt waren.
Die Teilnahme am Forum 2004 versorgt sie mit einem neuen Image, Werbe- und Finanzvorteilen.
Auf der anderen Seite die politischen Organisatoren: der Stadtrat von Barcelona, die autonome Regierung von Katalonien und die spanische Zenralregierung. Denkt irgend jemand daran, dass sie die Werte des Forums unterstützen? Zum Beispiel Räumungen, Parteiengesetz (dieses Gesetz erlaubt dem Spanischen Obersten Gerichtshof Parteien zu verbieten) Anti-Terror Gesetze, Arbeitsreformen, Korruption, Privatisierung öffentlicher Gesundheitsvorsorge und Bildung
5. Die Forumsorganisatoren illegalisieren MigrantInnen
Sie sprechen von Multikulturalität und Menschenrechten aber errichten gleichzeitig Hindernisse für die Immigration.
Die Körperschaften, die das Forum organisieren, sind verantwortlichfür die Annahme von Immigrationsgesetzen und dafür dass MigrantInnen illegalisiert werden. Wir sollten nicht vergessen, dass wiederholt über rassistisches Verhalten der Polizeikräfte berichtet worden ist.
6. Das Forum unterstützt die Kriegsökonomie
Es nahm nicht an den Protesten gegen den Irakkrieg teil, weil die Spanische Zentralregierung ein Koorganisator des Forums ist. Das Forum wird nicht nur von Unterstützern der Kriegsökonomie organisiert sondern auch von denen, die uns jeden Tag durch Prekarisierung der Arbeit und des Wohnens attackieren. Es verletzt uns zu sehen, wie Verteidigungsausgaben steigen, um die spanische Einheit aufrechtzuerhalten, während auf der anderen Seite die Sozialausgaben sinken. Ein anderes Beispiel sind INDRA, ein wichtiges Unternehmen der Rüstungsindustrie und el Corte Ingles, Iberia, La Caixa und Telefònica, sie alle investieren in Rüstungstechnologien und sind Sponsoren und Partner des Forums.
7. Die Forumsorganisatoren sind diejenigen, die sozialen Problemen mit Repression begegnen
Eine der Botschaften des Forums ist, dass alles im Dialog geregelt werden kann und dass spanische Körperschaften uns partizipative Wege geben, jedes Problem zu lösen. Aber die eigentliche Botschaft tritt nicht in Erscheinung: die soziale Kontrollpolitik. Sie wollen uns zu einfachen KonsumentInnen reduzieren, KulturkonsumentInnen, PolitikkonsumentInnen, SozialkonsumentInnen, ... Wenn wir ihre Politik nicht akzeptieren, und versuchen auf autonomen Wegen zu partizipieren, werden wir als Verdächtige behandelt und die Politik gegen uns ist nicht die des Dialogs sondern die von Recht und Gesetz. Und wenn wir sehen, wie die Probleme in unserer Gesellschaft aussehen, ist ihre übliche Antwort die Polizei.
8. Forum 2004: Ein nicht partizipativer Raum, wo Dialog eine Schande ist
Die Forumsorganisatoren scheuen keine Mühe, den Event als eine kulturelle Initiative zu präsentieren, offen für jeden und jede und in der Lage soziale Kritik anzunehmen. Sie sprechen über partizipative Demokratie aber das Forum ist eine vorbestimmtes Ereignis, umgesetzt, vermittelt und vertraglich abgesichert durch die, die regieren. Die BürgerInnenbeteiligung wurde unterbunden und nun wollen sie uns zu einem passiven Publikum werden lassen, als ob sie das Forum durch die Teilnahme von sozialen Bewegungen rechtfertigen wollten. Mehrere soziale Organisationen und Bürgervereinigungen nehmen nicht teil weil ihre Vorschläge von den Forumsorganisatoren nicht akzeptiert wurden.
9. Multikulturalität - das Märchen der Globalisierung
Nicht nur dass das Forum 2004 Zigeunerkultur nicht berücksichtigt und deren Teilnahme an dem Event verhindert, es schliesst auch diejenigen, die in dem Gebiet leben aus.
Was bedeutet kulturelle Vielfalt, wenn das Forum seine eigene Kultur und Sprache unterdrückt? Die Widersprüche und Komplexitäten der Globalisierung sollen verschwinden unter dem Mäntelchen der Multikulturalität.
Endesa, einer der Partnerunternehmen des Forums zerstört Mapuche Gemeinden weil sie nicht an dieser Form von "Multikulturalität" teilnehmen wollen.
10. Forum 2004: Wo Kultur und Werte ein Geschäft sind
Die Message des Forums ist klar: Barcelona ist seine Kultur. Wenn das Forum über die Kreativität der Leute von Barcelona spricht, verkauft sie sie als Image einer Handelsmarke das vom Touristik Sektor genutzt werden wird. Um dies zu erreichen entledigt sie die Kultur von Politik: von kritischen Gedanken, von antagonistischer Kreativität, von dem Ungehorsam, der noch immer von den Sozialen Bewegungen verteidigt wird.
Das Wort "Kultur" wird benutzt um die Konflikte in der Stadt zu verschleiern und sie heuchlerisch in einen Touristenslogan zu verwandeln: Barcelona, die Hauptstadt des Friedens.
Wir werden nicht zulassen, dass sie uns als Extra in einer Stadt benutzen, die in einen Themenpark verwandelt wurde, der nicht die wahre Vielfalt abbilden kann.
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Ergänzungen