jetzt wird abmontiert!!!

solidarity 16.04.2004 17:42
Deutsche Realitäten angreifen!

von [AAE] Marburg - 23.03.2004 23:20

Jetzt wird abmontiert! Nazizentrum Kirtorf dichtmachen!
Antifaschistische Demonstration 17.04.04 11:30 h Kirtorf


Das wiedervereinigte Deutschland hat anscheinend mit seiner nationalsozialistischen Vergangenheit aufgeräumt und verspürt so wieder einen globalen Betätigungsdrang. Sei es der Aufstand der Anständigen, das Holocaustmahnmal oder die Verhinderung einer Wiederauflage von Auschwitz im Kosovo: Im kollektiven Gedächtnis soll die deutsche Barbarei keine Relevanz mehr haben. Dies bietet denjenigen einen wunderbaren Nährboden, die das deutsche Wesen ohne Abstriche artikulieren. Zwar schreiten auch nach wie vor staatliche Behörden ein, wenn jemand nicht nur das Bild seines Opas im Zwirn des Frontsoldaten auf dem heimischen Schreibtisch stehen hat (was kein Strafdelikt darstellt, denn selbst der Bundeskanzler geht damit hausieren), sondern wenn dieser jemand es seinem Opa in Symbolik und Gestus gleichtun möchte.


Auch schüttelt die linksliberale Öffentlichkeit, der Symphatisantensumpf der rot-grünen Regierung, etwas verunsichert den Kopf, wenn irgendein Hinterbänkler des Bundestages offen 'die Juden' als Tätervolk bezeichnet. Dennoch fühlen sich alle der Aufgezählten irgendwie einem deutschen Kollektiv verbunden, die barbarische Potenz bleibt so bei allen erhalten, auch wenn die einen noch eine gewisse bürgerliche Form zur Schau stellen möchten. Schreien sie nun auch gemeinsam nach Frieden, so halten die einen wenigstens noch eine Randspalte für die Leiden der Opfer des Nationalsozialismus in ihren Geschichtsbüchern bereit. Gemeinsam wähnen sie sich aber in ihrem kollektiven Gedächtnis als Opfer des Bombenterrors der Alliierten, während die anderen noch die jüdische Weltverschwörung darüber stülpen. Doch so sehr die einen auch noch die Aufarbeitung ihrer Geschichte hochhalten, jeder Jubel für den Anschlusstreffer der deutschen Nationalmannschaft, jedeR weitere stationierte SoldatIn in fernen Landen zwingt auch sie in die immer offener werdende Parteinahme für den 'opfervollen' Stand des Landsers im Schützengraben an der Ostfront. Und wenn die deutsche Ideologie nun immer ungenierter zu Tage tritt, dann werden auch die immer selbstbewusster, die mensch im Kalten Krieg lieber im Keller oder auf dem Dachboden verstaute, wenn ein Präsident der Siegermächte mal zur Visite das Land bereiste. Denn diese faselten schon damals von der Schmach und der Schande, die die Alliierten brachten. Auch wenn sie ein Standortproblem bleiben, im Hinterland der deutschen Provinz sind sie toleriert, akzeptiert, integriert. Dort bauen sie munter ihre Zentren und lassen am deutschen Wesen mit dem Kopfnicken oder dem zustimmenden Schweigen des übrigen Volkes ganz gewaltförmig die übrige Dorfgemeinde 'genesen';. Wenn sich nun einmal das Deutsche artikuliert, dann doch nur in Herrschaft, Verwertung und letztlich Vernichtung. Existenzielle Notwendigkeit stellt daher der Angriff gegen jede Form der deutschen Ideologie für emanzipatorische Menschen dar, gerade wenn sie sich in bestimmten Ortschaften ohne jegliche Zähmung oder Bekämpfung in ihrer reinsten Form ausbreitet. Kirtorf kann daher als einer der deutscheren Orte in diesem grässlichen Land nicht länger hingenommen werden.

„Immer wenn ich Wagner höre, muss ich Polen überfallen!“ (W. Allen)
Offene nazistische Gewalt findet seit der Aufhebung der Teilung Deutschlands immer wieder eruptive Höhepunkte. Dann brechen all die Dämme, die einst durch die notwendige, physische Gewaltsamkeit der Alliierten und ihre Anwesenheit seit 1945 aufgebaut worden waren. Entsprechend eines bestimmten Verhältnisses treten hier die Formen der deutschen Ideologie in Synergie: Als die PolitikerInnen aller Parteien von einer ‚Asylantenschwämme’ faselten und ‚Das Boot ist voll!’ schrieen, griffen die völkischsten Teile des Volkes im vorauseilenden Gehorsam, ohne Marschbefehl oder große, manipulative Rhetorik, zu den Brandsätzen und Baseballschlägern. Dann war das Entsetzen groß und zur Entschuldigung all dessen bannte mensch den Volkszorn in Gesetzesform und verschärfte das Asylrecht. Auch durften Lichterketten und bedrückte Gesichter nicht fehlen, schließlich beäugten die ehemaligen Siegermächte noch etwas skeptisch das, was nun zusammenwuchs.
Als nun eine Handgranate auf eine Gruppe Jüdinnen und Juden geworfen wurde, kamen ganze Horden in Berlin im Jahre 2000 zusammen. Dass dort viel gefallene ‚Nie wieder!’ sollte einen ‚Aufstand’ begleiten, war wohl aber eher ein ‚So nicht!’ oder ‚Noch nicht!’, da die Deutschen es nicht lassen können, die alten Feindbilder zu pflegen. Wenn sich die Krise verschärft und der Drang zur Weltmacht größer wird, werden die Deutschen unweigerlich auf den Kern ihrer Ideologie gestoßen. Wenn mit breitem Grinsen der Israel Defense Force mal wieder ein Massaker unterstellt wird oder ein Herr Blüm einen „Vernichtungskrieg gegen die Palästinenser“ herbeihalluziniert, dann ist dies nur die Begleitmusik zu Umfrageergebnissen, in denen 65% der Deutschen behaupten, Israel, der Staat der Jüdinnen und Juden, sei das größte Gefahrenpotential für den Weltfrieden oder 40% angeben, ‚die Juden’ hätten zu viel Einfluss. Diese 40% sind ja nur der kleine Anteil derjenigen, die dies ganz unbekümmert äußern. Die Mehrheit hat das Kreuz auf dem Umfragebogen auf eine andere Stelle gesetzt, da mensch die „Moralkeule“ (M. Walser) der ‚Amerikaner und Juden’ noch ganz im Wahne bei sich spürt. Bei solchen Ergebnissen rauscht es durch den deutschen Blätterwald: Nein, antisemitisch sei die Mehrheit der Deutschen bestimmt nicht, ihre besten Freunde seien doch ‚Juden’. Aber irgendwann müsse ja auch einmal Schluss sein, mit dieser „Dauerpräsenz der Schuld“ (M. Walser) und der „Raffgier“(O. Graf von Lambsdorff) derjenigen, die diese ‚Gutgläubigkeit’ der Deutschen ausnutzen würden, und so bricht all das wieder hervor, was Guido Knopp mit seinen gebetsmühlenartigen Formulierungen verdecken wollte: Wenn Jüdinnen oder Juden umgebracht werden, weil sie Jüdinnen oder Juden sind, dann spricht der gute Deutsche immer noch von Freiheitskämpfern und dem Recht auf Heimat. Kern des Deutschen bleibt nun mal der Antisemitismus. Die gesellschaftliche Mobilisierung für das ‚geläuterte’ Deutschland, was nun wieder wer sein will in der Welt, kommt auch musikalisch zur Geltung: Der couragierte Deutsche hört seine schwarz-rot-goldene Lieblingsband Mia, die wieder „frische Spuren in den weißen Sand“ zeichnen möchte. Die Vernichtung von Millionen ist Vergangenheit, mensch müsse schließlich auch ‚mal vielleicht nicht ganz vergessen’, aber wenigstens ‚normalisieren’ können. In avantgardistischer Manier sind da die ProvinzlerInnen, und nicht nur die aus Kirtorf, weiter: Fröhlich wippen sie zu Melodien, in denen sich schon mal auf den Kampf gegen das ‚Zionist Occupied Gouvernement’ vorbereitet wird.

„Du, ich habe ein Essay geschrieben, gegen den Antisemitismus…“
Opa plaudert wieder munter drauf los. Doch jetzt nicht nur am Stammtisch oder beim Sonntagsausflug des Kegelvereins, nein, seine Erlebnis- und Leidensgeschichte in den Weiten der russischen Steppe oder im heißen Saharasand werden dank der gewachsenen Bedeutung der oral history auch Gegenstand der neuesten Debatten. Was die National Zeitung seit ihrem Bestehen lauthals verkündet, spricht nun offen mit Jörg Friedrichs ‚Brand’ aus der Seele gerade der Kriegsgeneration: Der Terror der Alliierten hätte „die deutschen Bunker in Krematorien“ verwandelt. Offen Aussprechen möchte er es nicht, aber die Metapher reicht schon aus: Die Bombardierungen waren ebenso schrecklich wie die Verbrechen der Nazis. Und nun eilen den Deutschen offenbar auch noch die Umstände zur Hilfe: Dresden entdeckt mensch auch in Bagdad wieder und ganz schnell pinseln ganz gewissenhaft die SchülerInnen irgendeiner Realschule ‚Bush = Hitler’ auf ihre Transparente. Gewiss: So etwas würde kein Nazi tragen, denn Bush stellt in dessen wahnhaften Weltbild immer noch diejenige Seite dar, die das deutsche Volk in seiner Existenz bedroht. Doch diese Relativierung bedeutet, dass die deutsche Barbarei zu einer unter vielen wird. In dieser Relativierung schwingt dieses ‚früher war alles gar nicht so schlimm’ mit und da muss Opa gar nicht Souffleur spielen. Und nun taucht noch die örtliche Sektion der ‚Freien Kameradschaft’ auf der nächsten Friedensdemo auf und kaum eineN stört die neue Einigkeit im Volke.

„…So? Wie schön! Ich bevorzuge Baseballschläger!“ (W. Allen)
Diese Sektionen pfeifen auf die bürgerliche Form des bestehenden Deutschlands und zelebrieren ihren barbarischen Kern. Besonders dort wo die einstmals vorrückenden Verbände der Alliierten das Landschaftsbild mittels Militanz nicht entsprechend verzierten, konnten sich solche Biotope halten, in denen der Blockwart insgeheim Blockwart blieb und ‚die Juden unser aller Unglück’. Dieses braune Hinterland erstreckt sich durch ganz Deutschland und konnte selbst durch Re-education und Blue Jeans nicht ausgemerzt werden. Dort schwärmt Opa ganz unbekümmert neben dem Kriegerdenkmal auf dem Marktplatz von der Kameradschaft der Frontsoldaten und erntet dabei Anerkennung von den mehr oder weniger kahl geschorenen ‚Lausbuben’, die zur klammheimlichen Freude der ganzen Dorfgemeinde die Bushaltestelle und die ausladende Fußgängerzone ‚negerfrei’ halten. Kirtorf ist genau eines dieser Biotope, das aber ganz besondere Bedingungen aufweist.

Kirtorf – Naziidylle am Fuße des Vogelsbergs
Dieses kleine Kaff mit seinen 3.796 EinwohnerInnen liegt sanft eingebettet in den grünen Hügeln Hessens. So sanft und verschlafen ist ein deutsches Stillleben allerdings nie: Seit Anfang der 80er sind offen auftretende Neonazis prägendes Element der Landschaft. Nahezu zeitgleich zu den großen Feierlichkeiten, als der ‚antifaschistische Schutzwall’ fiel, konnte mensch eine Militarisierung der örtlichen Szenerie feststellen, die sich nicht nur in Wehrsportübungen mit scharfer Munition erschöpfte, sondern im April 1994 in einem Angriff auf das dortige AsylbewerberInnenheim mündete. Schnell bildete sich eine örtliche ‚Kameradschaft’ heraus, die wie etwa über einen ihrer führenden Kader, Sascha Graf, Kontakte zur ‚Freiheitlichen Arbeiterpartei’ oder der ‚Nationalistischen Front’ herstellte. Besonders widerwärtig sticht noch heraus, dass hier die Feiern zu Hitlers Geburtstag eine biologische Legitimation erhalten, denn ein weiterer Akteur der ‚Kameradschaft’, Glenn Engelbrecht, erblickte genau an diesem Tage leider das Licht der Welt. So treffen sich hier also alljährlich etwa 50 Volksgenossen, wo anderen Orts die Staatsmacht ihre ‚antifaschistischen’ Ambitionen mal zur Schau stellen kann. Ende der 90er gelang dann auch die Errichtung eines Zentrums, was gemäß der provinziellen Gepflogenheiten sich nun in einer ausgebauten Scheune auf dem ‚Anwesen’ des Kaders Bertram Köhler schön im Ortskern in der Marburger Straße 42 befindet.

Wenn Nazis sich ein Zentrum bauen…
Dies macht auch die große Bedeutung Kirtorfs für die hessische wie für die bundesweite Naziszene aus, denn hat sich hier einer der sichersten Orte für Rechtsrockkonzerte gebildet. Den Hütern des aus seiner Geschichte ‚lernenden’ Deutschlands sind hier die Hände angeblich gebunden, spielt sich doch hier die Pflege germanischen Brauchtums auf privatem Gelände ab. Dadurch werden hier wie am 23. Februar 2002 Treffen von etwa 100 Nazis aus dem gesamten Bundesgebiet abgehalten, im selbigen Jahr kam es zur Durchführung von drei Konzerten, die jeweils BesucherInnenzahlen von mehreren Hundert aufwiesen. Ausgesprochen widerlich verlief hier der 31. März im selbigen Jahr, in dem die ‚Borussenfront Dortmund’ ihr zwanzigjähriges Bestehen mit 600 Personen in gewohnt widerwärtiger, musikalischer Begleitung, diesmal in Gestalt der Naziband ‚Kategorie C’, betrauern konnte. Durch diese ‚subkulturelle’ Komponente nahmen auch die Aktivitäten der ‚Kameraden’ zu, dies führte sogar dazu, dass einige örtliche Nazis ihren Wahn musikalisch ausleben wollten und nun bundesweit bekannt als ‚Gegenschlag’ auftreten. Mittlerweile ist diese Hegemonie auch bei den Jugendlichen dieser Ortschaft klar erkennbar und die eher landwirtschaftlich funktionaleren Gummistiefel wurden mehr und mehr durch Springerstiefel ausgetauscht. Die Dorfgemeinschaft hat sich bis dato nicht an den Umtrieben gestört, stillschweigend toleriert mensch hier die Nazihorden von etwa 40 meist kahl Geschorenen, die sich hier wöchentlich (zumindest wenn die klimatischen Umstände die geliebte Lagerfeuerromantik erlauben) einfinden. Da mögen all die RentnerInnen schmunzeln, wenn dort die ‚Lieder’ ertönen, die bereits in ihrer Jugend ihre Herzen im Luftschutzbunker oder ihre Finger in der Häuserruine in Stalingrad erwärmten.

…dann Kessel dichtmachen!
Organisatorisch haben sich die Nazis mit anderen ‚Brüdern im Wahne’ durch das ‚Aktionsbüro Mittelhessen’ einen Dachverband gegeben, der meist auf den größeren ‚Events’ der Nazis vertreten ist, wie beispielsweise in Wunsiedel. Auch versuchten die Nazis, sich mit Hilfe von Aufmärschen weiter in die Öffentlichkeit zu drängen. Bei ihrem letzten Erlebnis am 21.2.2004 kam es aber nicht zu den üblichen antifaschistischen Ritualen hinter der Polizeikette. Mythisch umrahmt flirrt dieser Tag nun als die ‚Hölle von Gladenbach’ durch ihre Köpfe. Doch irgendwie können sie es nicht lassen: Bereits zum 17.04. haben sie ihren nächsten Aufmarsch wieder an derselben location angemeldet, wo sie schon ihr antifaschistisches ‚Erweckungserlebnis’ hatten. Nun gilt es aber nicht, den Nazis jedes Mal gemächlich hinterher zutrotten. Vielmehr muss es darum gehen, ihrer Kaderschmiede die Nestwärme zu nehmen und fürs Erste an diesem Tag ein Stückchen Zivilisation nach Kirtorf zu bringen. Ein tatsächlicher Antifaschismus kann solche Landstriche nicht hinnehmen, gerade wenn sie solch einen Knotenpunkt für die bundesweite Naziszene darstellen. Dennoch müsste ein solcher Antifaschismus auch einfordern, dass nicht nur ein solches Zentrum, sondern Deutschland an sich aufgelöst werden muss, da im Zentrum der deutschen Ideologie das Konstrukt eines Volkes steht, was in der Zuspitzung der Krise alle Reste von Individualität in sich aufhebt und zur Vernichtung all derjenigen strebt, die es vermeintlich bedrohen. Das Etappenziel mag zwar ein großer Kartoffelacker sein, wo einst Kirtorf stand, notwendig muss aber die Schließung des Nazizentrums Deutschlands sein, „damit Auschwitz sich nicht wiederhole“ (T. W. Adorno) und mit dem Verschwinden des Deutschen auch mal wieder ein Silberstreifen am Horizont der Geschichte der menschlichen Emanzipation erscheint.

Jetzt wird abmontiert!
Nazizentrum Deutschland dichtmachen!
Für die freie Assoziation der Individuen!

[AAE] Marburg März 2004

Nazizentrum Kirtorf dichtmachen!
Antifaschistische Demonstration
17.04.2004 11:30 Uhr Kirtorf
organisiert von antifaschistischen Gruppen aus Hessen

Danach: Naziaufmarsch in Marburg verhindern! Mit allen Mitteln!
Später: Veranstaltung und Solikonzert für die Antifaschistische Aktion Pirna
18 Uhr AK 44 Giessen, Alter Wetzlarerweg 44


Aufstehen gegen Naziaufmärsche!
Am 17. April wollen Nazi-Gruppen aus der gesamten Bundesrepublik zum dritten Mal innerhalb eines Jahres in Gladenbach und Marburg aufmarschieren.
Im Januar und Februar konnten sie in Gladenbach nicht wie geplant demonstrieren. Antifaschistische Gruppen hatten beim ersten Auf­marsch die Straße vor der ehemaligen Sy­nagoge besetzt. Am 21. Februar fiel die De­monstration ganz aus. Etwa 500 Personen hatten an Gegenaktivitäten teilgenommen, zu der ein breites Spektrum, das vom CDU-Bür­ger­meister, über Gewerkschaften und Kirchen bis hin zu Antifa-Gruppen aus ganz Hessen reichte, aufgerufen hatte.
In Marburg gelang es etwa 50 Nazis jedoch anschließend am Südbahnhof bzw. am unteren Richtsberg eine Kundgebung mit Demonstration durchzuführen, während die Gegendemon­stran­tIn­nen „eingekesselt“ wurden.
Zu der Demonstrationen am 17. April unter der Losung „Gegen linken Terror und Polizeiwillkür“ ruft erneut das „Aktionsbündnis Mittel­hessen“ (ABM)

auf. Dahinter verbirgt sich eine An­sammlung von neofaschistischen „Kameradschaften“ aus der Region, die bereits mehrfach in Erscheinung getreten sind. Ziel des ABM ist laut Selbstdarstellung eine Verknüpfung der „Freien Nationalen Kräfte“ Mittel­hes­sens. Diese Verknüpfung soll mit zahlreichen Aktivitäten zu einer Festigung der neofaschistischen Szene in Hessen, „vor allem aber in Marburg und Gießen“ führen.
Wes Geistes Kind sie sind, macht der Anlass der ersten Demonstration deutlich, wo sie gegen die Haftstrafen für Mitglieder der Nazi-Musikband „Landser“ protestierten. "Schlagt die Kommunisten tot", "Kanake verrecke" oder "das Asylheim brennt“ heißt es in deren Stücken.
Von ähnlichem Kaliber wie das ABM sind auch die über 50 weiteren „Kameradschaften“ aus der gesamten Bundesrepublik, die die neuen Demonstrationen unterstützen. Ihnen sind die NPD und ihre Jugendorganisation JN, die ebenfalls zu den Aufmärschen aufrufen, vielfach bereits zu lasch.
n Wir müssen aktiv werden, damit sich Nazistrukturen in Mittelhessen nicht verfestigen, und damit Menschen nicht wegen ihrer Hautfarbe oder ihrer politischen Ansichten um ihr Leben bangen müssen.
n Wir rufen die Marburger Bürgerinnen und Bürger auf, gegen dieses Treiben aufzustehen und an einer großen Demonstration und vielfältigen Aktionen teilzunehmen.
n Wir fordern von den Ordnungsbehörden, alle rechtlichen Mittel gegen die Rechtsextremisten einzusetzen.
n Wir begrüßen, dass der Magistrat der Stadt Marburg diesmal öffentlich gegen das Nazitreiben Stellung bezieht. Wir fordern ihn auf, die Proteste zu unterstützen.
Keine Naziaufmärsche in Marburg, Gladenbach, Kirtorf oder anderswo!
Demonstration am 17. April in Marburg
Treffpunkt: 14.00 Uhr, Stadthalle, Biegenstraße
Kundgebung am Markt mit Kultur und Redebeiträgen von:
Egon Vaupel (Bürgermeister), Prof. Reinhard Kühnl, Eva Chr. Gottschaldt (VVN-BdA), Till Wörner (Schüler) sowie VertreterInnen von Kirchen, Studierenden und DGB
UnterstützerInnen: DGB Mittelhessen, DGB-AK Senioren, DGB Marburg-Biedenkopf, GEW Marburg, ver.di Mittelhessen, AK-Erwerbslose im DGB, , PDS Marburg-Biedenkopf, PDS/Marburger Linke, AK Marburger WissenschaftlerInnen f. Friedens- u. Abrüstungsforschung, ART (Antirassistische Telefon Marburg), Marburger SPD, Bündnis 90/Die Grünen Marburg, SchülerInnenvertretung der Käthe-Kollwitz-Schule, SchülerInnenvertretung der Adolf-Reichwein-Schule, VVN-BdA Marburg, ASF Marburg, Marburger Forum - Fördergemeinschaft Friedensarbeit, Kulturladen KFZ, SDAJ Marburg, SDAJ Lahn-Dill/Gießen, SDAJ Landesverband Hessen, IG BAU Mittelhessen, AK Frieden d. ev. Kirchengemeinde Cappel, attac, Feministische FrauenLesben Liste, Feministisches Archiv, Jazzinitiative Marburg e. V., Café Trauma, Grüne Hochschulgruppe, AgF (Arbeitsgemeinschaft für gewerkschaftliche Fragen), Sozialistische Linke Hochschulgruppe, Radio Unerhört Marburg
Kontakt E-mail:  biver@scm.de
V.i.S.d.P.: DGB, Petra Vogel-Huff, Liebigstraße 21, 35037 Marburg
Provinz marschiert
Das hessische Kirtorf ist ein Zentrum organisierter Neonazis. Antifaschistische Gruppen aus Hessen planen nun eine Kampagne gegen die rechten Strukturen vor Ort. von ernst kovahl

Antifas und der hessische Verfassungsschutz sind sich an einem Punkt einig: Kirtorf hat sich zu einem Zentrum der Naziszene entwickelt. Seit Jahren konnten Neonazis ungestört ihre Strukturen in dem 1 500 Einwohner zählenden Ort in Osthessen aufbauen. Erst seit Antifagruppen aus dem ganzen Bundesland für den 17. April zu einer Demonstration in Kirtorf aufrufen, reagiert die Lokalpolitik. Und zwar hektisch.

Einstimmig verabschiedeten der Magistrat und der Ältestenrat der Stadtverordnetenversammlung nur wenige Tage nach Eingang der Anmeldung eine Erklärung. Zu lange habe man sich nicht mit dem Problem auseinandergesetzt, nun aber wolle man endlich alle »rechtlichen und politischen Mittel« ausschöpfen, um gegen den Nazitreffpunkt mitten im Ort vorzugehen. Seinen Namen will jedoch keiner der Politiker in einer Zeitung sehen, sagte ein CDU-Mitglied der Jungle World. Es habe schon Drohungen von den Rechten gegeben.

In Kirtorf wie im gesamten Vogelsbergkreis östlich von Marburg treten seit Anfang der neunziger Jahre immer wieder organisierte Neonazis auf. Wehrsportübungen, Schlägereien, Sonnenwendfeiern, Konzerte und Fackelzüge finden sich auf einer langen Liste, die von antifaschistischen Gruppen zusammengestellt wurde, um das Geschehen der letzten zwölf Jahre zu dokumentieren. Sie belegt, dass sich in der Gegend eine überregional bedeutende Szene etabliert hat, die regelmäßig Konzerte und Partys organisiert.

Die Kirtorfer Rechtsextremisten haben sich weit über die Grenzen Hessens hinaus einen Namen gemacht. So kamen im März 2002 etwa 600 Personen aus dem gesamten Bundesgebiet zusammen, um an einer Feier der berüchtigten Dortmunder Nazihooligan-Truppe »Borussenfront« teilzunehmen. Als Hauptattraktion trat die Rechtsrock-Band »Kategorie C« auf. Erst vor wenigen Wochen kamen wieder einmal 200 Konzertbesucher in den Ort, um Nazimusik zu hören.

Die bisherige Strategie der Stadt und der Polizei, eine »Außenwirkung« solcher Veranstaltungen zu verhindern, ist gescheitert, wie selbst die Stadt in ihrer Resolution einräumt. Denn Kirtorf gilt heute als einer der sichersten Orte für Rechtsrockkonzerte. Hier müssen nicht erst konspirativ Hallen oder Kneipen angemietet werden, die Neonazis verfügen selbst über geeignete Gebäude und Grundstücke.

So hat sich eine umgebaute Scheune mitten im Ort zum Nazizentrum entwickelt. Hier, in der Marburger Straße, wohnt auch Bertram Köhler, ein seit Jahren bekannter Neonazi. Bei ihm trifft sich die Kameradschaft »Berserker Kirtorf«. Hier wird zum Beispiel der Geburtstag Adolf Hitlers alljährlich ungestört gefeiert. Während anderswo solche Feste oftmals verboten werden, ist das in Kirtorf nicht so leicht möglich. Denn am 20. April hat einer der Neonazis selbst, Glenn Engelbrecht aus dem benachbarten Gleimenhain, Geburtstag und lädt zur großen Party ein. Mit der Band »Gegenschlag« kommt darüber hinaus eine überregional bekannte Rechtsrockband aus dem direkten Umfeld der »Berserker«.

Auch für den hessischen Verfassungsschutz sind Kirtorf und der Vogelsbergkreis ein Zentrum der Rechtsextremen, wie es im Jahresbericht 2002 heißt. Die Kirtorfer Szene sei sogar »mit Abstand die aktivste in ganz Hessen«, behaupten die Geheimdienstler. »Von neun erwähnenswerten Skinhead-Veranstaltungen fanden allein fünf im mittelhessischen Raum statt, wobei das Anwesen eines Rechtsextremisten in Kirtorf der Kristallisationspunkt war.«

Gute überregionale Kontakte und der »hohe Bekanntheitsgrad einiger Kirtorfer Skinheads« seien darüber hinaus der Grund für ihre Stellung in der Szene. Neben Köhler und Engelbrecht nennen Antifas noch einen weiteren Aktivisten, der an den Kirtorfer Strukturen maßgeblich beteiligt sein soll. Er heißt Sascha Graf und betreibt im nahe gelegenen Grünberg einen Versandhandel, von dem alles bezogen werden kann, was der Neonazi von heute begehrt: Elektroschocker, Nachtsichtgeräte, Waffen und CDs.

Die Kirtorfer Nazis beschränken sich jedoch nicht nur auf Subkultur und Kommerz. Sie sind auch Teil des »Aktionsbündnisses Mittelhessen«, das seit dem Jahr 2003 in und um Marburg mehrfach versucht hat aufzumarschieren. Alle Versuche endeten bisher jedoch in einem Debakel. Beim ersten Mal kamen nur elf Kameraden nach Marburg, beim zweiten Versuch, im nahen Gladenbach, waren es immerhin fast 100. Doch wurde ihre Demonstration nach kurzer Zeit von der Polizei beendet, da Antifas die Straße blockierten.

Der bisher letzte Versuch am 21. Februar ging als »Hölle von Gladenbach« in die Internetforen der freien Kameradschaften ein. Da half selbst die Unterstützung durch den prominenten Rechtsextremisten Christian Worch dem Bündnis um den Organisator Manuel Mann nichts. Denn »im gesamten Stadtgebiet, quer durch die Vorgärten, Felder und Grundstücke, wurden Rechtsextreme zum Teil regelrecht gejagt«, wie die Frankfurter Rundschau schrieb.

Für den 17. April haben jetzt Kameradschaften und die hessische NPD ihren nächsten Versuch angekündigt, in Gladenbach aufzumarschieren. Trotzdem wollen die hessischen Antifagruppen an ihrer eigenen Mobilisierung nach Kirtorf festhalten. »Wir wollen nicht immer nur auf die Nazis reagieren, sondern selber unsere Schwerpunkte setzen«, sagt die Sprecherin einer Marburger Antifagruppe. »Auch in Kirtorf muss sich Widerstand gegen die Nazipräsenz regen, und die rechten Akteure müssen an die Öffentlichkeit gezogen werden.« Deshalb werde nun eine Kampagne gestartet. Mit der Demonstration am 17. April soll der Startschuss gegeben und der Protest direkt vor die Haustür der Neonazis getragen werden.

Die Demonstration wurde mittlerweile jedoch verboten und dem Anmelder 200 Euro Verwaltungsgebühr in Rechnung gestellt. Kirtorfs Politiker halten davon ohnehin nichts. Sie fürchten ein Zusammentreffen von Antifas und Nazis. Man sei nicht mehr bereit, »die Stadt derart in den Dreck ziehen zu lassen«, heißt es in der Resolution des Magistrats und des Ältestenrats der Stadtverordnetenversammlung.


Mehr Infos: www.antifa-action-tour.tk


17.4.: Nazizentrum Kirtorf dichtmachen!


Antifaschistische Demonstration
Samstag 17.4. 11.30 Sportplatz Kirtorf

Kirtorf …
..malerisch gelegen im Vogelsbergkreis, in der mittelhessischen Provinz. Hier scheint die Welt noch in Ordnung zu sein. 1.494 EinwohnerInnen, mit den sechs Stadtteilen 3.796 EinwohnerInnen - Kirtorf wirbt als Idyllischer Urlaubsort.
Doch der Schein trügt. Seit den 1980er Jahren kommt es immer wieder zu neofaschistischen Aktivitäten. Es werden regelmäßig Treffen und Konzerte veranstaltet.



JETZT WIRD ABMONTIERT!

Kirtorf – Sicheres Hinterland
Die Nazis treten in Kirtorf als (wahrscheinlich personell identisch) „Berserker Kirtorf“ und „Kameradschaft Kirtorf“ in Erscheinung. Einen nicht unerheblichen Teil der Infrastruktur stellt Bertram Köhler. Er besitzt das Anwesen in der Marburger Strasse 42 in dessen Hinterhof die „Sturmkneipe“ der „Berserker“ beheimatet ist, wo regelmäßig „Kameradschaftsabende“ und andere Veranstaltungen mit bis zu 50 TeilnehmerInnen stattfinden, für „Verpflegung und Musik“ sei gesorgt. In unmittelbarer Nähe befindet sich eine ausgebaute Scheune in der mehrmals im Jahr Rechtsrock-Konzerte stattfinden. Aufgrund dieses Privatbesitzes ist Kirtorf einer der sichersten Konzertorte für Nazis in Deutschland.
Auch Sascha Graf, Betreiber eines Online Versandes, bei dem von Waffen, Nazimusik und Klamotten alles für den Kameraden zu haben ist, zählt zu den „Berserker Kirtorf“.
Ein Regelmäßiger Gast der „Berserker Kirtorf“ ist Manuel Mann, Hauptakteur des „Aktionsbüro Mittelhessen“ (ABM) und damit u.a. verantwortlich für die Demonstrationen mit Christian Worch in Gladenbach.
Die Kirtorfer Kameraden sind Teil der „Freien Kameradschaftsszene“, während Manuel Mann bei seinen widerlichen Veranstaltungen immer wieder versucht die lokalen NPDlerInnen mit einzubeziehen (wie bspw. Doris Zutt, Thomas Hantusch). Die Protagonisten des ABM und der „Berserker Kirtorf“ sind nicht identisch, aber Bertram Köhler schaut schon mal in Gladenbach vorbei und Manuel Mann kommt zum „Kameradschaftstreffen“ in die „Sturmkneipe“.
Ostern 2002 feierte die dienstälteste deutsche Nazi-Hooligantruppe, die „Borussenfront“ aus Dortmund, ihr 20-jähriges Bestehen auf einem Acker bei Kirtorf. Höhepunkt war die Bremer Band „Kategorie C“, die vor 600 Anwesenden spielte. In Dortmund war die Feier schon im Vorfeld von der Polizei unterbunden worden. In Kirtorf sah diese jedoch keinen Grund zum Einschreiten. Im Gegenteil: sie übte sich in Nachbarschaftshilfe und zog gemeinsam mit den Nazis die steckengebliebenen Autos aus dem schlammigem Acker.
Am 20. April ist nicht nur Hitlergeburtstag, sondern auch der von Glenn Engelbrecht aus Kirtorf – Gleimenhain, so dass an diesem Tag jährlich eine Doppelgeburtstagsfeier in Kirtorf stattfindet.
Schon Anfang der 1990er wurden auf einem Truppenübungsplatz in der Nähe von Kirtorf Wehrsportübungen mit scharfen Waffen durchgeführt. Seit einiger Zeit gibt es mit der Band „Gegenschlag“ auch eine (sowohl textlich als auch musikalisch) unerträgliche Nazi-Band aus dem Umfeld der „Berserker Kirtorf“.

Es ist nicht leicht…
…in ländlichen Gebieten emanzipatorische Entwicklungen voranzutreiben. Viele, andernorts selbstverständliche, Vorrausetzungen müssen hier erst müheselig erarbeitet werden. So gibt es zum Beispiel in Kirtorf keine linke Kultur oder Struktur. Auch eine kritische Öffentlichkeit fehlt. Die BürgerInnen treten nur als eine schweigende Masse auf, sei es aus Wohlwollen, aus Ignoranz oder aus Angst. Für Bürgermeister und Kreis sind nicht allein die Nazis das Problem, sondern die Angst vor negativen Schlagzeilen.

Was ist zu tun?
Nun gilt es deutlich zu machen, was sich in Kirtorf für ein Pack trifft, so dass es in Zukunft keine Legitimation mehr für betroffenes Weggucken und Schweigen gibt und die stille Zustimmung keine Toleranz mehr findet. Es gilt ebenso den ständigen Bedrohungen und Angriffen gegenüber Andersdenkenden und Andersaussehenden durch Nazis (alleine seit der „Wende“ wurden über 100 Menschen durch Nazis ermordet und Zahllose verletzt) entgegenzutreten, als auch deren Ideologie anzugreifen. Da sich „Kameraden“ in letzter Zeit häufig linker Parolen, Symbole etc. bedienen und diese in leicht abgewandelter Form zu den Ihren machen, ist es um so wichtiger eigene Inhalte zu vermitteln. So nennt sich das ABM beispielsweise, eine „sozialistische Zelle“ im Nationalen Widerstand. Doch die antikapitalistischen Floskeln enden bei einer stumpfen Personalisierung und Verteufelung des „raffenden“ Kapitals, hinter welchem sie „die Juden“ ausmachen. Der von den Nazis geprägte nationale Sozialismus endet bei dem „Heil“ einer völkischen Zwangsgemeinschaft. Die historische Formierung dieser Gemeinschaft führte letztlich zur Vernichtung der europäischen Juden und Jüdinnen.

Was bleibt…
... ist die Kritik der gesamtgesellschaftlichen Zustände. Die Bedrohung einer direkten gesellschaftlichen Veränderung durch Nazis ist gering (was jedoch nicht bedeutet, dass sie nicht trotzdem auf allen Ebenen bekämpft werden müssen). In der Krise zeigt sich das ganze Ausmaß der Irrationalität dieser Ordnung, gerade wenn der große Verteilungskampf um die Reste des Sozialstaates beginnt. Ausgegrenzt werden `Fremde´, Menschen die nicht verwertbar erscheinen, ihren Beitrag zum „Gemeinwohl“ nicht leisten wollen, etc.. Aus diesem gesellschaftlichen Klima heraus ergeben sich antisemitische Ausfälle, die Täter-Opfer Verdrehung, die von konservativen Kreisen, wie Martin Hohmann über Möllemann bis hin zu angeblichen Linken, wie Friedrich Brand geäußert werden. So hat Hohmann, ex-Bundestagsabgeordneter aus dem nahen Fulda, in seiner Rede zum 03.10.03 mal schnell die „jüdische Beteiligung“ am Bolschewismus erkannt und dazu genutzt die These aufzustellen, dass Juden mit „einiger Berechtigung als Tätervolk“ bezeichnet werden können. Des weiteren finden tagtäglich Abschiebungen statt, es werden rassistische Polizeikontrollen durchgeführt und soziale Randgruppen aus den Innenstädten gedrängt. Die sich zuspitzenden Verhältnisse führen zu Verelendung immer breiterer Schichten. Diese Entwicklungen spielen den Nazis und reaktionären Kräften in die Hände, die ihre Propaganda an der antisemitischen und rassistischen Hetze anknüpfen und auf der Strasse Taten folgen lassen. Deshalb muss es gerade in Kirtorf darum gehen für eine Welt, fern von kapitalistischen Zwängen, Rassismus und Antisemitismus, für die Selbstbestimmung aller Menschen über ihr Leben einzutreten. Denn im Endeffekt muss es ums Ganze gehen, dass Überwinden der unterdrückenden Produktionsverhältnissen „in einen stattdessen wahrhaft menschlichen Zustand“.

From Re-Action… - Gladenbach
Für den 17.April wollen die Nazis vom ABM zum dritten Mal nach Gladenbach kommen. Während beim ersten versuchten Aufmarsch der Nazis am 17. Januar, einige AntifaschistInnen durch Blockaden erreichen konnten, dass die Route der ABM-Demonstration zumindest nicht an der 1938 zerstörten Synagoge vorbeiführte, geriet der zweite Versuch am 21.Februar zum Debakel: Die von Christian Worch angemeldete Demonstration wurde erfolgreich verhindert (die Nazis packten ihre Transparente nur zum Photographieren kurzzeitig aus), Nazis und deren Autos wurden militant angegriffen. Anwesend waren beide Male etwa hundert Nazis, wobei am 21.02. nur ca.40-50 am Versammlungsort in Gladenbach ankamen.

…to action - Kirtorf
Am 17.April wollen wir, antifaschistische Gruppen aus Hessen, nicht wie so oft auf die Nazis reagieren und nach Gladenbach fahren, sondern durch eine antifaschistische Demonstration aus der Politik des Reagierens herauszutreten und mit selbst gewählten und bestimmten Aktionen die Politik des Wegschauens und Ignorierens angreifen.
Wir wollen mit dieser Demonstration die rassistischen und neofaschistischen Existenzen öffentlich und damit angreifbar machen, unabhängig von `rechten Highlights´ oder Gewalttaten den Termin dafür selbst festlegen.
Wir lassen nicht weiter zu, dass die Verhältnisse in Kirtorf und anderswo weiterhin totgeschwiegen werden!

Deutsche Realitäten angreifen!
Nazizentrum dichtmachen!
Für einen revolutionären Antifaschismus!

Antifaschistische Demonstration
Samstag 17.4. 11.30 Sportplatz Kirtorf
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