Abschiebung nach Togo verhindert

Bonsai 06.03.2004 00:31 Themen: Antirassismus Weltweit
Am gestrigen Donnerstag sollte der politische Flüchtling Nouridini Idrissou von den deutschen Behörden nach Togo abgeschoben werden. Diese Abschiebung konnte von Nouridini selbst verhindert werden. Jahre lang hatte er mit vielen anderen aus Geflohenen aus Togo um einen gesichterten Aufenthalt in der BRD gekämpft. Doch trotz der bedrohlichen Lage für alle Oppositionellen in Togo, sollte er nun abgeschoben werden und wurde vom BGS am Donnerstag in Flugzeug nach Amsterdam gesetzt, um von dort nach Lagos und anschließend Lome zu fliegen. Doch es kam anders ...
Fast zehn Jahre lebte Nouridini bisher in der BRD. Die meiste Zeit davon verbrachte er in der Flüchtlings-Unterkunft in Rathenow. Wirklich nicht der angenehmste Ort zum wohnen: Schon wer am Bahnhof aussteigt kann feststellen, dass sich die Wege von Flüchtlingen und Nicht-Flüchtlingen sich schon dort trennen (müssen/sollen). Die Flüchtlingsunterkunft liegt abgelegen, durch die Bahnschienen getrennt, vom Rest des Ortes. Eingezäunt und über lange Jahre von einem Sicherheitsdienst "bewacht", der durchsetzt war mit örtlichen Nazis, dürfen dort die aus verschiedensten Gegenden der Welt geflohenen auf engstem Raum auf das Votum der Ausländerbehörde warten.
Trotz dieser wirklich widrigen Lebensumstände in der BRD, hat Nouridini alles daran gesetzt bleiben zu können. Denn das, was ihm in Togo erwarten würde, wäre direkt lebensbedrohlich. Nouridini ist seit Jahren in der Togoischen Oppositionspartei UFC tätig, deren Mitglieder in Togo als extrem gefährdet gelten. Auch in der BRD blieb er aktiv und beteiligte sich sowohl an Aktionen gegen die Diktatur in Togo (wie z.B. bei der EXPO 2000 in Hannover), als auch an Aktionen gegen rassistische Praxis in der BRD (wie z.B. auf dem Grenzcamp 2003).
Trotzdem sollte er am Donnerstag abgeschoben werden. Am 10.12.03 um 18 Uhr wurde Nouridini in Abschiebehaft genommen . Dort saß er in Eisenhüttenstadt um musste nun das schlimmste befürchten. Verschiedene UnterstützderInnen bemühten sich zwar um ihn, doch trotz allem wurde er am Donnerstag Morgen um 3 Uhr von Eisenhüttenstadt nach Berlin Tegel zum Flughafen verfrachtet.
In Tegel bemühten sich wiederum ca. 40 UnterstützerInnen die Abschiebung im letzten Moment noch zu verhindern. Es wurden Flugblätter an Passagiere verteilt, mit der Aufforderung sich so lange nicht anzuschnallen und aufzustehen, bis die Abschiebung ausgesetzt würde. Diese Flugblätter stießen tatsächlich auf offene Ohren. Ein Passagier, entschloss sich spontan aufzustehen und vom Kapitän zu verlangen, die Abschiebung nicht mit durchzuführen. Der Kapitän stellte sich allerdings auf den Standpunkt, so lange der betreffende sich nicht offensichtlich wehre, werde er fliegen. Dieser Passagier verließ am Ende in BGS-Begleitung das Flugzeug. Nouridini hatte zwar immer deutlich gesagt, dass er nicht fliegen wolle, sich aber nicht zur wehr gesetzt, da der BGS ihm ansonsten "Begleitung" angekündigt hatte.
So wurde Nouridini nach Amsterdam geflogen, dort von der Polizei in Empfang genommen und in das KLM Flugzeug nach Lagos gebracht. Doch hier weigerte sich Nouridini mitzufliegen. Der Kapitän verweigerte darauf seine Mitnahme. Um 13 Uhr war Nouridini wieder im Transit-Bereich das Amsterdammer Flughafens, von wo er sich bei seinen UnterstützerInnen meldete. Da die Niederländische Polizei sich nicht zuständig fühlte setzte sie ihn in das nächste Flugzeug nach Berlin, wo er um 18 Uhr wieder ankam. Von dort wurde er erneut in den Knast nach Eisenhüttenstadt gebracht.
Doch durch die Abschiebung aus der BRD, war sein voriges Asylverfahren abgelaufen. Aus diesem Grund stellte Nouridini einen neuen Antrag auf Anerkennung als politischer Flüchtling. Deshalb ging seine Odysse nun zur ZASt in Eisenhüttenstadt, wo über seinen weiteren Verbleib bis zur Entscheidung über seinen Antrag beschlossen wird.

Wir alle freuen uns sehr, dass Nouridini es geschafft hat unter uns zu bleiben. Bleiberecht für alle ... !!!
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Ergänzungen

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No nation No border HD 06.03.2004 - 12:06
Wir finden großartig was du geleitet hat. Wir müssen in der BRD noch mehr bekannt machen was eigentlich hier zuland passiert und wie die EU in ihre Repression Strukture vorgeht.Die EU REpression machinerie geht von ausradieren der Besetzen Häuser( sieht Barcelona, Heidelberg, Mannheim, FRankfurt usw) bis Abschiebung (BRD,Englland,Holland,Frankreich usw) und sozialabaut wann werden wir endlich kapiert und zusammen sein und dagegen zu unternehmen. Diese System fonktioniert nicht was die freiheit und unabhängigkeit betriff,
Stopp die Abschiebung, Stopp die Sozial ungerechtigkeit, Stopp die Brutalitä#t der Polizei, stopp die Gewalt
support support für ein freies Leben No nation No border

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smash capitalism — armel- uppel

Demoaufruf! — liberty for Iran