Hamm: Nach "Schlägerei" 2. Nazidemo geplant

--- INFO --- 16.01.2004 21:53
Nachdem es offenbar gestern in Hamm zu Auseinandersetzungen zwischen Nazis und AntifaschistInnen gekommen ist, rufen "freie Kameradschaften" aus dem Ruhrgebiet nun zu einer weiteren Demonstration unter dem Motto "Antifa verbieten" in Hamm auf.
Laut Nazi-Info soll das Ganze am Mittwoch (21.1.) alsonur 4 Tage nach dem morgigen Naziaufmarsch stattfinden

---ZITAT---
Motto:
Antifa verbieten
Treffpunkt:
19:00 Uhr, Hamm Hauptbahnhof
Grund:
Brutaler Überfall auf 2 Kameraden
Stand:
angemeldet
---ZITAT ENDE---

Schon morgen findt in Hamm ein Aufmarsch der "freien Kameradschaften"unter dem Motto "Solidarität mit Palästina" statt.
Antifa-Gegendemo 11. UhrMarktplatz Bockum-Hövel, Hamm

Informationen dazu:  http://www.antifa-hamm.de -  http://www.no-nazis.de


Die regionalen Medien berichten derweil über die gestrigen Auseinandersetzungen:

Massenschlägerei am Abend
(16. 1. 2004, 15:58)

Am Abend kam es in der Innenstadt zu einer Schlägerei zwischen linken und rechten Gruppen. Die Jugendlichen trafen gegen 18.15 Uhr in der Bismarckstrasse aufeinander, eine Gruppe von acht bis zehn Jugendlichen mit Glatzen und Bomberjacken wollte ins ver.di-Haus, berichtet die Polizei. Dort wurde auf Einladung der VHS in einem Vortrag über die rechte Szene informiert. Die Rechtsradikalen hatten ein Transparent bei sich mit der Parole "Frei-Sozial-National-Kameradschaft-Hamm". Gegen 21.30 Uhr trafen beide Gruppen noch einmal in der Hohe Strasse aufeinander, dabei wurden zwei Jugendliche durch Schlagstöcke verletzt. Sie erlitten Platzwunden und Prellungen. Der Staatsschutz Dortmund hat die Ermittlungen übernommen. (Quelle:  http://www.lippewelle.de )
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Ergänzungen

Danke adf

ines 16.01.2004 - 22:33
Nachdem ich in dem Beitrag "Nazis am Boden" die besagte Aktion rein aus taktischen (noch nicht mal aus moralischen) Gründen verurteilt habe und von den meisten anderen Beitragschreibern als Nazi oder alternativ Hippie beschimpft wurde, hat sich das bewahrheitet was ich vorhergesagt habe. Da ich als Aktivistin aus dem Ruhrgebiet mit der Situation vor Ort vertraut bin und viele Antifas nach so einer Situation nicht einfach wieder in eine 600 Kilometer entfernte Stadt verschwinden können, dürfen jetzt Unbeteiligte und die linksradikale Szene hier, das Hauptstadtmackertum ausbaden. Aufgrund der Brutalität des Angriffs - Schläge mit dem Schlagstock auf den Kopf können auch tödlich enden - sind wohl Racheaktionen der lokalen Nazi-Szene, die in vielen Ruhrgebietsstädten eng mit der Hooliganszene verbunden ist, zu befürchten. Entschuldigt, dass ich etwas demoralisiert und zynisch klinge...

an Ines und jaja und paar andere

so 16.01.2004 - 23:59
früher nannte man eure Haltung kurz: "Druffi";
was bedeutete, daß Handlung in jedem Fall sofort stattfinden mußte,
Der Konflikt zwischen der Abwägenden und der Reinhauenden Partei
führte meist zur Spaltung der an und für sich das selbe Ziel
verfolgenden Gruppe.
Meist endete es in der Kriminalisierung der handelnden Partei und
in der Resignation der abwägenden.
Dem gemeinsamen Ziel schadete es grundsätzlich.
Literaturempfehlung:
Albrecht Goeschel/Anselm Heyer/Gertraud Schmidbauer
Beiträge zu einer Soziologie der Polizei
edition suhrkamp 380
erste Auflage 1971

Kritik am Missbrauch der Posting-Funktion

Kritiker 17.01.2004 - 00:09
Indymedia ist ein News-Projekt. Die Open-Posting-Funktion ermöglicht allen ihre selbstverfassten News zu posten. Auf diese Weise ist Indymedia ein wesentlich demokratischeres und effizienteres Nachrichtenprojekt als alles, was es bisher gab.
In Teilen der Linken wird dieses Konzept nicht verstanden oder gar abgelehnt (oder auch beides).

Für termine gibt es hier mittlerweile eine eigene Open-Posting-Termin-Rubrik (  http://www.protest.net/indy/calendrome.cgi) und Sammlung von Mobilisierungstols/Terminseiten (  http://de.indymedia.org/static/termine.shtml). Dennoch werden Termine/Aufrufe von einigen Leuten bewusst nicht im Termin-Bereich gepoostet, sondern im Nachrichtenbereich.
Dort haben sie aber weder für die Aufrufer Sinn (weil sie ungeordnet schnell nach unten rutschen und nicht mehr sofort auffindbar sind), noch für Indymedia (wenn man im Archiv nach älteren Berichten zurückblättert, muss man sich durch einen Wust von abgelaufenen Terminen quälen).
Einige Gruppen (bzw. ihre Mitglieder) aus dem eher dogmatischen Teil der Linken die Open-Posting-Funktion aus mehreren Gründen bewusst:
- es ist schön einfach und
- andere Ansätze aktzeptieren (z.B. die Idee freier Medien) war noch nie die Stärke der deutschen Linken, gegenseitige Aktzeptanz sehen sie als Schwäche
- es ist ihre demonstrative Aktionsform gegen nicht kontrollierbare (und damit unbequeme) Medien

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Kritik? — so

lächerlich — a.g.r.o.