Zum Nazimord in Heidenheim

XPost 22.12.2003 14:00
Ich weiss, Crosspostings sind nicht erwuenscht. Trotzdem hier aus der Heidenheimer Zeitung einige Auszuege zum Mord an Drei russischen Migranten in Heidenheim. Der Taeter hatte Kontakte zur Naziszene in Berlin und hatte ausserdem in der Tatnacht eine selbsgebaute Schusswaffe bei sich. Alles wohl Indizien, die fuer eine geplante Tat sprechen, also in juristischem Sinne fuer Mord. Das moegen nur Spekulationen sein, trotzdem ist es wohl wichtig fuer ein Reagieren auf diese Tat aus linkem Standpunkt. Trotzdem sind die Medien wieder bemueht, in Richtung durchgeknallter Einzeltaeter zu draengen...
Hier der Ausschnitt aus dem Artikel in der Heidenheimer Presse:
...Für die Schule hat sich auch eine Nähe des Täters zur rechtsradikalen Szene nicht erkennen lassen. Erst nach der Bluttat hat Beyrle erfahren, dass Leonhard S. am 3. Oktober ebenfalls beim ?K 2? maßgeblich an einer Schlägerei zwischen Punks und rechtsgerichteten Gruppen beteiligt gewesen war und gegen ihn noch ein Ermittlungsverfahren anhängig ist. Unbekannt blieb an der Schule auch, dass Leonhard S. wohl auch in Berlin mit rechtsradikalen Gruppen in Kontakt stand. Nach dem ersten Ausrasten im Oktober scheint sich Leonhard S. von seinem Wohnort Herbrechtingen gelöst zu haben und nach Heidenheim gezogen zu sein.
Auch ohne Mitwirken von Leonhard S. hat die Polizei den Tathergang vor der Diskothek K 2 präzisieren können. So war noch vor den tödlichen Messerstichen die Polizei an diesem Abend zweimal vor Ort gewesen. Einmal, um eine Rangelei zwischen zwei Gruppen zu schlichten, und erneut 20 Minuten später auf einen Anruf aus der Gaststätte hin. Diesmal wurde Leonhard S., der trotz Hausverbots das Lokal betreten wollte, mit einem Platzverweis bedacht. Außerdem wurden von den Beamten seine Personalien aufgenommen. Notiert wurde von der Streife auch, dass sich der 17-Jährige darauf entfernt habe. Nur eine halbe Stunde später setzte er dann gezielt die tödlichen Messerstiche.
Nach Auskunft der Polizei in Dillingen war der 17-Jährige in der Nacht des Geschehens zuerst im bayerischen Nachbarkreis vermutet worden. Für Samstagmorgen waren Spezialkräfte aus Nürnberg angefordert worden, um ein Anwesen im Süden des Landkreises Dillingen zu umstellen. Ein Eindringen in die Wohnung habe sich aber erübrigt, als sich Leonhard S. gegen Mittag dann selbst gestellt hatte. Ob das 20 Zentimeter lange Messer, das er mitgebracht hatte, die Tatwaffe ist, wird derzeit noch untersucht.
Wiederum die Dillinger Polizei teilt dazu weiter mit, dass gestern vormittag von elf Tauchern ein stellenweise sechs Meter tiefer Weiher südlich von Dillingen abgesucht wurde, nachdem bei Vernehmungen im Zusammenhang mit dem dreifachen Tötungsdelikt ein entsprechender Hinweis erfolgt war. Danach soll der 17-Jährige in der Tatnacht eine selbstgebaute Schusswaffe in diesen Baggersee geworfen haben. Am Rande des Gewässers wurde denn auch eine kleine Tüte mit acht Schuss Munition und ein aus vier Metallrohren gefertigter länglicher Gegenstand gefunden. Es wird noch geprüft, ob dieser Apparat überhaupt schussfähig ist....
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Ergänzungen

@XPost

ein Überblick 22.12.2003 - 14:59
Zitat:
"Trotzdem sind die Medien wieder bemueht, in Richtung durchgeknallter Einzeltaeter zu draengen... "

Auch wenn an deiner These viel dran ist, so solltest du nur pauschal von "den Medien" reden wenn du sie abgeglichen hast
dafür empfehle ich dir meine Zusammenstellung
 http://de.indymedia.org/2003/12/70782.shtml

Differenzierung und Genauigkeit sind besser als Vor- und Pauschal Urteile

Eine differenzierte Mediensicht (-Analyse) kann sehr vorteilhaft sein.

Auf die AutorInnen achten und Kontakte zu "den Guten" knüpfen, das ist bei weitem effektiver, als "Kameramann Arschloch rufen" und sich nur von Feinden umgeben zu wähnen.