CDU: neue Hetze gegen Minderheiten

Demokrit 07.11.2003 18:00
Nachdem der CDU-Abgeordnete Martin Hohmann sich mit seinen Thesen von der "jüdisch-bolschwistischen Weltverschwörung" so erfolgreich von der Hinterbank aus ins Gespräch brachte, zieht jetzt der nächste CDU-Hinterbänkler nach. Henry Nitzsche erklärt Berlin zur "Reichshauptstadt" und beschwert sich über den Bundestag, der doch tatsächlich Türken beschäftige! Deutschland ist eben ein Land in dem "der letzte Ali aus der letzten Moschee" Zuflucht nehmen könne, meint Nitzsche.
Neue Biertischparolen aus der CDU

Henry Nitzsche: "Eher fault einem Muslim die Hand ab".
Die Wogen um die antisemitischen Aussagen des CDU-Abgeordneten Hohmann haben sich noch nicht gelegt, da sorgt erneut eine verbale Entgleisung eines CDU-Politikers für Aufregung. Der Druck auf Partei-Chefin Angela Merkel wächst. Wird sie den Delinquenten verstoßen?

Der sächsische CDU-Bundestagsabgeordnete Henry Nitzsche hatte in einem Interview mit der Unternehmer-Zeitschrift "DS-Magazin" zum Wählerverhalten von türkischstämmigen Deutschen und Muslimen gesagt: "Eher wird einem Moslem die Hand abfaulen, als dass er bei der Christlich-Demokratischen Union sein Kreuz auf den Wahlzettel macht."

Nach seinen umstrittenen Aussagen steht Nitzsche Ärger ins Haus: Mit dem Fall beschäftigt sich am Freitag der Landesvorstand der sächsischen CDU. Die Äußerungen seien nicht tragbar, sagte Sachsens Ministerpräsident und CDU-Chef Georg Milbradt der "Sächsischen Zeitung".

Der Sprecher des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek, kritisierte Nitzsches Äußerungen scharf: "Als hätte die Union nicht genug Probleme mit Herrn Hohmann, der verletzende Vorurteile in die Welt setzt, um Wähler am rechten Rand zu gewinnen. Jetzt versucht es ein anderer gegen die Muslime. Doch wir wissen, dahinter steckt Kalkül: immer zu drauf auf die Minderheit, um bei der eigenen Klientel zu punkten. Armer Herr Nitzsche."

Nicht die erste Entgleisung
Es ist anscheinend nicht das erste Mal, dass Nitzsche durch ausländerfeinliche Aussagen von sich reden macht. Am letzten Wochenende berichtete ein Dresdner Student, der Nitzsches Gastvortrag bei der Dresdner Burschenschaft "Cheruscia" angehört haben will, der Nachrichtenagentur ddp, er könne sich gemeinsam mit zwei Freunden genau daran erinnern, dass Nitzsche von der "Reichshauptstadt" Berlin gesprochen habe, wo er sich für eine Beseitigung des föderalistischen Systems zugunsten eines "zentralistisch organisierten Deutschlands mit einer starken deutschen Regierung" einsetzen wolle.

In dem Vortrag soll sich Nitzsche auch darüber beschwert haben, dass die Fahrbereitschaft des Bundestages Türken beschäftige. Zudem soll der Politiker Deutschland als ein Land bezeichnet haben, in dem "der letzte Ali aus der letzten Moschee" Zuflucht nehmen könne.

Zuletzt war der CDU-Abgeordnete Martin Hohmann wegen antisemitischer Äußerungen scharf kritisiert worden. Partei-Chefin Angela Merkel wollte es allerdings bei einer mündlichen Verwarnung für Hohmann belassen. Man darf gespannt sein, ob Merkel nach dieser weiteren Entgleisung eines Parteikollegen härtere Konsequenzen zieht.
Indymedia ist eine Veröffentlichungsplattform, auf der jede und jeder selbstverfasste Berichte publizieren kann. Eine Überprüfung der Inhalte und eine redaktionelle Bearbeitung der Beiträge finden nicht statt. Bei Anregungen und Fragen zu diesem Artikel wenden sie sich bitte direkt an die Verfasserin oder den Verfasser.
(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)

Ergänzungen

F.A.Z und die hybride Struktur des Alltages

Tom 07.11.2003 - 18:35
Nicht die geäußerten Allüren von irgentwelchen CDU - Mitgliedern in der Bundesrepublik Deutschland machen einen braunen Geist salonfähig, indem schon Mal antisemitisch unverhohlen auf den Tisch gehauen wird, sondern
die zuendelbarkeit eines Publikums ist das erschreckende Tatmotiv solcher Äußerungen im Kern, eklatant chauvinistisch und partizipierbar im Karrieremodus vivendi von rassistischen Populismus gebaren einiger wenige.
Wem interessiert das des schon außer der F.A.Z und deren Leserschaft aus derselben Opposition. Macht euch woanders schlau und gibt dem CDU`ler aus Hintertupfingen nicht die Plattform die Er braucht. Swasiliker und Rassisten raus aus freien Strukturen.

Smash racism (auch in Hintertupfingen)

sdkfs

ali der stereotyp 07.11.2003 - 18:48
warum wird in den artikeln eigentlich immer von "entgleisungen" gesprochen. schließlich ist das ganze programm der cdu voll mit rassismus und sozialdarwinismus!

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

Zeige den folgenden Kommentar an