Denn Walser gibt es immer noch .............

roter anton aus karlsunruhe 07.11.2003 01:36
Kaum hat der Ministerpräsident a.D. und Nazirichter Filbinger, der seine Todesurteile auch heutzutage noch mit den Worten:"Was damals Recht war, kann heute nicht Unrecht sein." rechtfertigt , der Stadt Karlsruhe einen Besuch abgestattet , steht schon der nächste "hohe Besuch" an : Martin Walser.
Stoppt die geistigen Brandstifter

"Wenn wir Auschwitz bewältigen könnten, könnten wir uns wieder nationalen Aufgaben zuwenden." ( Martin Walser 1979)

Kaum hat der Ministerpräsident a.D. und Nazirichter Filbinger, der seine Todesurteile auch heutzutage noch mit den Worten:"Was damals Recht war, kann heute nicht Unrecht sein." rechtfertigt , der Stadt Karlsruhe einen Besuch abgestattet , steht schon der nächste "hohe Besuch" an : Martin Walser.
Walser, geboren 1927 in Wasserburg am Bodensee, ist Schriftsteller ("Tod eines Kritikers" ; "Fliehendes Pferd"; "Meßmers Gedanken") . Am 14.11. kommt er nach Karlsruhe um dort sein neues Buch "Meßmers Reisen" im Stephanssaal vorzustellen.

Bereits 1979 formulierte Walser, was 11 Jahre später, nach der Beendigung der Kontrolle Deutschlands durch die Alliierten und der Wiedervereinigung, zur vorherrschenden Meinung in nahezu allen gesellschaftlichen Bereichen wurde und auch Programm der neuen "Berliner Republik" ist: "Wenn wir Auschwitz bewältigen könnten, könnten wir uns wieder nationalen Aufgaben zuwenden."
Paul Spiegel hat recht, wenn er sagt: "Der Antisemitismus ist salonfähiger, parteiübergreifender geworden." (SZ 16.11.02) Als Martin Walser 1998 in seiner sogenannten Paulskirchenrede "vor Kühnheit zitternd" (Walser) gegen "die Instrumentalisierung unserer Schande" und die sogenannte "Auschwitzkeule" wetterte, zollte ihm die deutsche Polit-Elite Standing ovations, nur drei Menschen blieben sitzen: Ignatz Bubis, Vorsitzender des Zentralrats der Juden, seine Frau Ida und Friedrich Schorlemmer. Walsers Rede erntete Beifall von nahezu allen politischen Lagern, egal welcher Couleur; er avancierte zum Stichwortgeber für die extreme Rechte , aber auch für "DemokratInnen". Eike Geisels Aussage "die Deutschen werden den Juden Auschwitz wohl nie verzeihen" trifft auch hier wieder zu.

Ignatz Bubis hingegen wurde für seine korrekte, später aber leider wieder zurückgezogene Bezeichnung Walsers als "geistigen Brandstifter" heftigst attackiert und zwar nicht nur von Seiten der neofaschistischen Presse. Walser erwiderte auf Bubis' Kritik: "Und Herr Bubis, dass muss ich ihnen sagen, ich war in diesem Feld beschäftigt, da waren sie noch mit ganz anderen Dingen beschäftigt."(Walser 1998) Dies trifft voll und ganz zu, denn während Bubis' Familie im KZ saß, kümmerte sich der junge Martin Walser sehr wohl schon um das Thema Auschwitz, denn als Wehrmachtsoldat sorgte auch er dafür dass die alliierten Soldaten so bald nicht die Konzentrationslager befreien würden.

Noch ein paar Jahre zuvor hat Bubis antisemitische Äußerungen - als Haar in der Suppe Deutschland , die ihm aber sonst ganz gut schmecke - abgetan . Doch als er ein paar Jahre später, sich gegen Walser und die deutsche Nation, nahezu allein wiederfand, ließ ihn dies das Scheitern seines Lebenswerks erkennen. Bubis verfügte, dass nach seinem Tod sein Leichnam in Israel bestattet werden solle, da er in Deutschland um seine letzte Ruhe bangen muss.

Als Walser nach dem Tod von Bubis, zur nächsten Abrechnung schritt, war das Objekt seiner Begierde, sein alter Gegner aus den 70iger Jahren, der jüdische Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki. In seinem Buch "Tod eines Kritikers" lässt er diesen literarisch ermorden.

Dieser Roman strotzt nur so von antisemitischen Stereotypen, so dass nicht einmal das Haus&Hof - Blatt Walsers, die eher konservative FAZ, einen zugesagten Vorabdruck wegen Antisemitismus verweigert. Bestätigt hat sich wieder einmal, was Jean-Paul Sartre bereits vor 60 Jahren feststellte:"Was der Antisemit wünscht [...], ist der Tod des Juden."

Antisemitismus bekämpfen !!!
"Deutschland denken , heißt Auschwitz denken !!!" (Th. Adorno)
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Ergänzungen

Treffpunkt für Proteste :

[rak] 07.11.2003 - 01:52
Am Freitag abend um 20:00 hält Martin Walser, im Stephanssaal, eine Veranstaltung ab , bei der er sein neues Buch "Meßmer's Reisen" vorstellt .

Treffpunkt für AntifaschistInnen :
19:30 vor dem Haus Ständehausstr.4
(Nähe Friedrichsplatz/nächste S-Bahn-Haltestelle : Herrenstr.)

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