Palladium

Martin 07.07.2002 20:43
Palladium, das hört sich wie eine Billigstereoanlagenmarke an, dahinter verbirgt sich ein neues tolles "Sicherungssystem" der Contentindustrie das in die nächste Betriebssystemgeneration integriert werden soll.
Hier kann man den Patentanspruch für Palladium sehen, dabei handelt es sich um ein Konzept, mit dem die Bindung des Betriebssystems an die Hardware verbessert werden soll und Raubkopien verhindert werden sollen. Das ganze fimirt unter der Flagge der Sicherheit. In Zukunft soll nur noch signierte Software ausführbar sein. Was auf den ersten Blick alles ganz nett hört, erweist sich auf dem zweiten Blick als ein riesiger Machtzuwachs von einer Größenordnung, um die in früheren Zeiten blutige Kriege geführt wurden. Denn damit wird es möglich gezielt unliebsame Mitbewerber auszugrenzen und die Installtion alternativetr Betriebssysteme zu verhindern. Über Lizensierung kann ausserdem massig Geld abgeschöpft werden, das Ende des PCs als relativ Offene Plattform. Doch lest selbst:

 http://jya.com/ms-drm-os.htm

Wenn Euch das nicht von der Gefahr der Softwarepatentierung überzeugt hat, dann schaut Euch einfach mal auf den diversen Seiten um, was man in Europa vorhat oder gegen das geltende Gesetz tut, um mit den Amerikanern gleich zu ziehen:

Softwarepatent-Infos etwa in deutsch unter:
 http://swpat.ffii.org
oder auch der Klassiker:
 http://lpf.ai.mit.edu/Links/prep.ai.mit.edu/issues.article
oder
 http://www.symuli.com/software-patents.html

Allerding geht es hier auch um eine Hardwareschutz, aber ich persönlich bin gegen jede Form von Patentmonopol auf informationelle Güter: Software, Patente, elektronische Schaltungen! (Fehlt nur noch, dass sich die Juristen Gesetzentwürfe patentieren lassen...)
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Ergänzungen

dann kauft den scheiß nicht.

roaring penguin 08.07.2002 - 02:49
und bis er 'rauskommt, hört endlich auf, die üblichen verdächtigen zu unterstützen:

zieht euch linux oder irgendein anderes *nix.
wenn ihr damit nicht klarkommen würdet (was völlig verzeihlich ist), werdet wenigstens diesen micro$oft-browser los, und outlook gleich mit. boykottiert windows xp.
je weniger micro$ofts technologische basis (zb. html-code, den *nur* der internet explorer verarbeiten kann, und der sich langsam ausbreitet) unterstützt wird, desto geringer ist der druck, den m$/intel/amd und konsorten auf uns ausüben können, palladium zu fressen, wenn es herauskommt.
wenn es nämlich erst einmal soweit ist (und die betreffenden firmen wieder solide gewinne einfahren, was dem ganzen projekt durchaus noch einen strich durch die rechnung machen kann), wird die alternative sein,

a) auf einen pc zu verzichten,

b) sich langwierig in ein open-source-system eingearbeitet zu haben oder

c) micro$oft die kontrolle über den eigenen rechner und was darauf an programmen laufen darf zu überlassen.

also, 'runter mit so viel von billys ballast, wie ihr entbehren könnt! fragt nach - auf dem job, an der uni, bei freunden und bekannten -, warum sie weiterhin microsoft-junkies sind, wenn bessere alternativen verfügbar sind. diese links können einen ersten überblick geben:

 http://www.msboycott.com/thealt/

 http://www.livingwithoutmicrosoft.org/

 http://www.kmfms.com/alternatives.html

'Wenn ihr gegen neoliberale Globalisierung seid - warum benutzt ihr dann Internet Explorer und Outlook, die unsichersten und monopolkapitalistischsten Produkte ihrer Art, die verfügbar sind?'

spiessrutenlauf

hans 08.07.2002 - 05:32
es geht ja nicht wirklich um 'palladium', das zeug wird bis zur erhofften implementierung noch dutzendmal namen und features wechseln. wichtiger ist, generell die politik von der unterstützung solcher proprietärer überwachungswerkzeuge abzubringen. wir dürfen auch nicht die zweitschlimmste lösung akzeptieren.

was linux betrifft, ist der kommentar wohl schlecht überlegt, denn die kontrolle ist bereits durch die regelungen, denen provider bisher unterworfen wurden, durchsetzbar. es ist naheliegend, dass ab normierung der palladiumprotokolle, dann jeder PC ohne die 'offizielle' sicherheitseinrichtung von keinem provider mehr ins netz gelassen wird. ein paralleles linux-netz wird da auch nicht überleben können.
die peitsche der patent- und urheberrechte sowie kinderporno- und terrorkrieg, das ist die infame methode, mit der die welt zu solcher huxley'schen gehorsamkeit erpresst werden soll.

der bock darf nicht schon wieder zum gärtner gemacht werden. kein vertrauen zu solchen massnahmen, während täglich korruptionsfälle in höchsten regierungskreisen und betrügerische firmenmanipulationen mit monopol-tendenz auffliegen !

es ist ein machiavellischer irr- und zauberglaube, dass irgend ein chip die lösung gegen verbrechen und menschliches fehlverhalten sein könnte, ohne nicht gerade damit nebenbei(?) mindestens ebenso so schlimme dinge anzurichten !

Die derzeitige XP Oem Version

Johanna 08.07.2002 - 13:32
läuft doch schon seit Jahren nur auf den Professoren mit denen sie verkauft wurde, auf Anderen Maschinen verabschiedet sie sich mit der Meldung das sie dafür nicht geschrieben wurde.

ja, eben!

roaring penguin 09.07.2002 - 00:35
"ein paralleles linux-netz wird da auch nicht überleben können."

ja, und genau deshalb müssen wir die zeit, die wir haben, nutzen, um die konsumentInnenbasis von m$ zu erodieren. wenn's geht, direkt zu offener 'ware, wenn und nichts anderes übrigbleibt, über die krücke der zweitschlimmsten (oder drittschlimmsten) lösung.

wie lange man politischem druck, ein palladineskes überwachungssystem zum standard zu machen, standhalten kann, hängt von den rahmenbedingungen (finanzsituation der konzerne, motivation der politik, bereitschaft der freier-markt-advokaten, zur abwechslung mal *uns* einen gefallen zu tun etc) ab.
wenn wir diese entwicklung aber weiterhin so schlucken, wie wir bislang micro$ofts dominanz (größtenteils) stumpf geschluckt haben, haben wir nichts weiter verdient als die totale überwachung, weil es uns ja offenbar egal war und wir es sogar unterstützt haben, indem wir die technische basis verbreitert haben.

und seid guten mutes! in zeiten wie diesen, wo der zweitgrößte medienkonzern der welt auf einmal hastdunichtgesehen kieloben schwimmt, können dinge passieren, die man 2 jahre zuvor für pauschal unmöglich gehalten hat. und daß irgendwelche no-name-firmen zb gezielt den landescode von dvds per hardware der von ihnen produzierten dvd-laufwerke umgehen, gibt zu denken:
nur, wenn es für palladium einen glatten durchmarsch bei usern UND händlern UND hardwareherstellern UND softwareschmieden gibt, wird sich das system sicher durchsetzen. ansonsten ist das letzte wort noch lange nicht gesprochen.

use a mac!

mdma 09.07.2002 - 03:15
the userfriendly unix, mac os x.

OT Linux

Berti 09.07.2002 - 14:47
Leicht verständlicher Infoartikel

 http://www.vnunet.de/pdf/upload/PCDIREKT_03-02_Linux.pdf

UNd den´nn

Jogasmus 09.07.2002 - 14:53

und noch einer

hans 10.07.2002 - 01:35

 http://www.austria.indymedia.org/front.php3?article_id=13069&group=webcast

btwunter zweitschlimmste lösung versteh ich mehr die reparaturversuche, nachdem der eine chip mit genau dem einen namen abgesagt wird.

siehe MAI, es braucht deshalb eine prinzipielle gegnerschaft zur technologischen unterwerfung.

Linux = Problem

elfboi 25.07.2002 - 08:01
Wenn Intel und AMD Palladium in ihre CPUs integrieren, dann wird das Motherboard sich weigern, irgendwas zu tun, wenn das Betriebssystem Palladium nicht unterstützt. Palladium-Unterstützung für Linux oder xBSD-Systeme wird es sicherlich geben - aber nur als teure kommerzielle Lösung und nicht als Open Source. Somit wäre es nicht mehr möglich, ein System zu bauen, bei dem sämtliche Grundkomponenten der GPL unterliegen - und somit wäre die GPL effektiv tot. Ein Server, welcher ein Palladium-Protokoll verwendet, würde keinen Nicht-Palladium-Rechner als Client akzeptieren... somit wäre das Netz tot für Palladium-freie Systeme.

Wir müssen dafür sorgen, daß Palladium eine große Pleite wird - indem wir möglichst viele Leute davon überzeugen, auf Linux oder xBSD umzusteigen und alles mit Palladium zu boykottieren, insbesondere auch Menschen, die ihre Rechner beruflich nutzen...