Verhaftungswelle im Baskenland

Baskische GenossInnen 01.11.2001 15:37 Themen: Weltweit
Am 30.10. wurden 12 Mitglieder von Senideak (Organisation der Angehörigen der politischen Gefangenen) und Gestoras pro Amnestia festgenommen.
Hallo Freunde,
am 31.10.2001 sind im Südbaskenland 12 führende Mitglieder der Organisation "Gestoras pro Amnestia" sowie der Sprecher der Gemeinschaft der Angehörigen der baskischen Gefangenen "Senideak" von der spanischen Natonal-Polizei gefangen genommen worden. Juan Mari Olano, Vorsitzender der Gestoras ( aus Zaldibia) wir per Haftbefehl gesucht. Er war gestern noch auf einer Veranstaltung im Nordbaskenland, in Baiona und redete dort.
Die Bankkonten der beiden Organisationen wurden "eingefrohren", wie das jetzt so einfach möglich ist. Das Geld ist normalerweise dazu da, um den Angehörigen die kostspieligen Reisen zu den Presos zu ermöglichen, die vom spanischen Staat, wider jeden Rechts, selbst dem eigenen spanischen, in Haftanstalten in grossen Entfernungen zum Heimatort gefangen gehalten werden.
3 Büros de "Gestos pro Amnestia" wurden durchsucht, und Material und Computer wurden beschlagnahmt, so wie übrigens auch der Computer vom "Kultur-Etxe" (Kulturhaus) in Zaldibia. Das alles wunderbar eingebettet in die "Globale Terroristenhysterie", passt wunderbar.

Madrid klatscht Applaus.
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Ergänzungen

soli?

01.11.2001 - 16:20
irgentwelche internationalen soliaktionen am laufen?
wenn ja, hier bitte posten.

Nationalisten gegen Nationalisten

Lin Wei 01.11.2001 - 20:46
Wie ekelhaft: Nationalisten (Baskenland) kämpfen gegen Nationalisten (Groß-Spanien). Keine Solidarität mit Nationalisten, egal welcher Sorte. Klasse gegen Klasse. Für den Kommunismus, für die Anarchie.

...RICHTIG

KOSHii 02.11.2001 - 02:10
KEINE SOLIDARITÄT MIT DEM VÖLKISCHEN MOB
GEGEN NATION UND KAPITAL

Deutsche Linke

Peter 02.11.2001 - 02:50
Widerwärtig: Die Deutschen wissen was für die Welt "gut" ist. So auch hier: Alles gleich Völkischer Mob wird gebrüllt. Von Deutschen, die sich nie mit der Materie beschäftigten. Wozu auch? Der Deutsche weiss was gut für die Welt ist. Minderheiten gehören für die deutsche Linke assimiliert. Der Gartenzwerg muss überall herrschen. Bahamas ist das Zentralorgan dieser Pogromlinken. Pfui! Zum Glück habe ich unrecht und nur ein paar Idioten sind so drauf - nicht alle.

gorra

Txomin 02.11.2001 - 05:35
FÜrchterlich- alles über einen Haufen schmeißen- das Franco damals die Republik platt gemacht hat, is wohl auch egal- war ja ne Republik und irgendwie national und damit völkisch. In eurem Wahn seid ihr nicht mehr in der Lage zu unterscheiden. Eure theoretischen Abstraktionen befreien euch wohl von der praktischen Auseinandersetzung mit allem und jedem. würg.

Für EU politiker

RAFATXU 02.11.2001 - 12:52
Jetzt seid auch ihr komplizen von diesem verbrechen.
JO TA KE IRABAZI ARTE.

NOCH MEHR ZU ERWARTEN

XXX 02.11.2001 - 15:26

In Spanien gibt´s eine Repressionwelle gegen alle, was widerstand gegen den aktuellen Status-Quo Widerstand leistet.
Jetzt sind die Verwandten der politische gefangene, gestern Anarchisten und Autonomen aus Barcelona, Gruppen aus Madrid, etc. Es ist nicht so einfach wie ein Kampf zwischen nationalistische Faktionen.
ETA wird benutzt als Argument gegen Widerstandsbewegung zu kriminalisieren, besonders in letzter Zeit. Beispiel davon sind auch die Gruppen, die gegen Rassismus protestieren (Leute von diese Umgebung wurde auch in Barcelona kriminalisiert).

XXX

"linke" deutsche Gartenzwerge

Anarres 02.11.2001 - 22:27
meinen mal wieder - so wie ihre spießigen und rechten ArtgenossInnen - jede Situation auf jedem Fleck der Welt erklären zu können, ohne sich auch nur ein einziges Mal wirklich mit dem, was außerhalb ihres deutschen Daseins passiert, beschäftigt zu haben. Am (diesmal "linken") deutschen Wesen soll die Welt genesen....
da wird eine linke Organisation, die ihre Aufgabe in der Solidarität mit politischen Gefangenen sieht, kurzerhand von einem nach wie vor faschistischen spanischen Repressionsapparat zu einer Terrororganisation erklärt, plattgemacht - und nichtswissenden sich links nennenden Deppen fällt nichts besseres ein als die Kommentare zwei und drei dieser Liste.
fahrt mal ins Baskenland und sprecht mit Leuten von Gestoras pro amnistia, dann werdet ihr merken - sofern ihr wirklich mehr im Kopf habt als dumme deutschzentristische Parolen -, daß sie politisch gar nicht so fern von uns stehen. Gerade am Thema Nationalismus (dieses Wort benutzen die baskischen Linken gar nicht...)kann es spannende Diskussionen geben, auch wenn mensch selbst nichts von Nationalismus hält. Die baskische Unabhängigkeitsbewegung ist entstanden in der Zeit eines faschistischen spanischen Regimes, das sowohl jeden Ansatz von linker Organisierung als auch z.B. die baskische Sprache aufs Brutalste unterdrückte. Polizeigewalt, Folter und politische Morde waren an der Tagesordnung. Nach Francos Tod wurde nicht die Demokratie eingeführt sondern von oben beschlossen - keine Aufarbeitung der Geschichte, keine Auflösung der faschistischen Militärpolizei Guardia Civil (die noch heute das Symbol der Franco-Aera auf ihren Autos herumfährt), Ignoranz gegenüber der Ablehnung der neuen "demokratischen" Verfassung durch die Mehrheit der baskischen Bevölkerung, Ignoranz gegenüber der Ablehnung des NATO-Beitritts durch eine ebenso große Mehrheit...und so weiter und so fort.
Ein Großteil des spanischen Staatsapparates ist nach wie vor faschistisch und gehört mit allen Mitteln bekämpft.
Die baskische Linke bezieht sich politisch aus historischen Gründen auf das Baskenland: die gemeinsam erfahrene Unterdrückung durch faschistischen Staats- und Polizeiterror und die systematisch immer noch angewandte Folter in den Polizeikasernen, die im Vergleich zum Rest des spanischen Staates besonderen politischen Bedingungen, die im Baskenland gelten.
Die baskische Linke ist nationalistisch, weil ihr erklärtes gemeinsames Ziel ist, daß die baskische Bevölkerung selbst entscheidet, ob sie im spanischen Staatengebilde bleiben will oder nicht. Mit der "baskischen Bevölkerung" sind dabei aber alle Menschen gemeint, die im Baskenland leben. Es gibt keine rassistische Ausgrenzung in dieser Forderung nach Autodetermination, keine rassistischen Definitionsmuster.

Das ist ein entscheidender Unterschied zum deutschen Nationalismus und es ist sehr billig und platt, alles über den Kamm "völkischer Mob" zu scheren. Was im Baskenland an internationalistischer und antirassistischer Arbeit läuft, davon könnten sich einige hier ein paar Scheiben abschneiden.
Auch wenn es Differenzen in der politischen Sichtweise geben mag, die Richtung einer befreiten und solidarischen, klassenlosen und antikapitalistischen Gesellschaft ist die gleiche und es kann nur für alle gut sein, miteinander in Diskussion zu treten. Für die baskische Linke vielleicht, um einer zunehmenden Isolierung entgegenzutreten, für uns hier vielleicht, um aus den Erfahrungen der zur Zeit mit Abstand stärksten linken Bewegung in Westeuropa zu lernen und neue Ansatzpunkte für Wege aus der eigenen politischen Fast-Ohnmacht zu finden.

Solidarität mit Gestoras Pro Amnistia!

Kommentar

Zoe 04.02.2002 - 13:21
Wenn ich eins nicht leiden kann, dann sind das geistig eingeschränkte Möchte-gern-linke, die mit abgegriffenen Parolen um sich werfen und auch noch glauben die glorreichen
Retter einer aussterbenden Art zu sein!
Fakt ist doch das man gerade diejenigen am schnellsten rennen sieht, sobald der Arm des Gesetzes sich erhebt.
Im Grunde unterscheiden sich solche Leute doch nur darin von Nazis, daß sie statt der Hand eben die Faust zum Gruß heben.
Ich finde richtig gut was die Jungs da unten auf die Beine stellen und das die Basken die Spanier hassen, ist doch nur zu einleuchtend! Würde mir selber nicht anders gehen. Man muß sich doch nur mal vorstellen, das jemand plötzlich in deine Wohnung kommt, das Regiment übernimmt, wie du dich dabei fühlst ist eh scheißegal und obendrein noch von dir verlangt genauso zu sein.
Da dagegen jahrelang anzukämpfen, find ich grandios!
Sogesehen ist in Deutschland Punk tatsächlich tot.