Aachen: Antifaschist in U-Haft

Antifaprojekt an den Aachener Hochschulen 07.08.2001 02:48 Themen: Repression
Antifaschist von der Straße weg verhaftet wegen angeblichem Landfriedensbruch im April 1998 (!) - haarsträubende Haftbegründungen - Gefangener im Hungerstreik
Unser Genosse Kurt ist am 27. Juli auf offener Straße verhaftet worden und sitzt seitdem in Aachen in Untersuchungshaft. Er soll sich im April 1998 an einer erfolgreichen antifaschistischen Blockade einer Nazi/Burschenschafter-Veranstaltung am Rande der "Wehrmachtsausstellung" in Aachen beteiligt haben und als "Rädelsführer" auch für angebliche Sachbeschädigungen verantwortlich gemacht werden. Tatvorwurf: Landfriedensbruch, fürwahr kein Haftgrund. Als weiterer Grund für die völlig überzogene Inhaftierung wurde deshalb genannt, daß Kurt keine Meldeadresse hat. Die in diesem Fall nur logische Freilassung gegen Kaution wurde jedoch auch abgelehnt.

Am Freitag, den 10.08. steht nun der Haftprüfungstermin an, und es ist nun nötig, öffentlichen Druck auszuüben und die maßlos überzogene Repression als das zu benennen was sie ist: bloßer politischer Verfolgungswille.

Kurt ist am 02.08. in einen Hungerstreik getreten, was ihm nach eigener Aussage bei der Qualität des Knastfraßes erstmal nicht allzu schwer gefallen ist... Die Erklärung von Kurt ist auf unserer Homepage in der Rubrik "aktuelles" nachzulesen:
 http://www.antifaprojekt.de

Zu dem Vorwurf des Landfriedensbruchs:

Im April 98 hatten Burschenschafter - federführend beteiligt war die neofaschistische Aachener Burschenschaft Libertas Brünn - zu Protestaktionen gegen die Ausstellung "Verbrechen der Wehrmacht" auch in Aachen aufgerufen. Gegen eine "Podiumsdiskussion" der Burschenschaften unter Beteiligung der Geschichtsrevisionisten Franz Uhle-Wettler und Franz W. Seidler hatten AntifaschistInnen spontan demonstriert, aufgrund einer friedlichen Blockade des Veranstaltungsortes mußte das öffentliche Neonazi-Forum abgesagt werden. Am Rande dieser Blockade soll seinerzeit eine Fensterscheibe zerbrochen sein, einige Stunden später sollen bei einer Konfrontation zwischen Burschenschaftern und Antifas in der Aachener Innenstadt einige Autos der Burschenschafter beschädigt worden sein. Die Aachener Polizei hat sich selber später als völlig überfordert präsentiert - und ist augenscheinlich bis heute schwer getroffen...

Nachdem bereits mehrere Ermittlungsverfahren gegen AntifaschistInnen eingestellt worden sind bzw. "ruhen", soll nun Kurt als "Rädelsführer" der Prozeß gemacht werden. Mehrere Polizisten wollen ihn bei der Blockade gesehen und erkannt haben. Ihn jetzt - mangels verbliebener Tatverdächtiger - als den "Verantwortlichen" der antifaschistischen Aktionen anzugreifen, ist da nur eine weitere Obskurität der ganzen Geschichte.

Wir finden es überhaupt nicht lustig, wenn GenossInnen eingeknastet werden - schon gar nicht, wenn es unter höchst haarsträubenden Vorwänden geschieht - und fragen uns, ob der "Aufstand der Anständigen" (am 18.04.98 von Antifas in Aachen vorbildlich ausgeführt) nicht doch besser einem anständigen Aufstand weichen sollte.

Kurt muß sofort und bedingungslos aus dem Knast!
Gefangen ist (hier) nur einer - gemeint sind alle!
Solidarität!
Einstellung aller Verfahren gegen AntifaschistInnen!
Burschenschaften abschaffen!
Knäste sowieso. Basta!
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Ergänzungen

Solidarität

SovietStar 07.08.2001 - 12:56
Es wäre sinnvoll, wenn Du einige Möglichkeiten nennen könntest, wie auf die Justiz Druck ausgeübt werden könnte oder wie anderweitig Solidarität praktiziert werden kann.